Mariä Geburt
8. September
Die Geburt Mariens - Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon
Die Geburt Mariens.
Domenico Ghirlandaio: Fresco, 1486 - 90, in der Tornabuoni-Kapelle
der Kirche Santa Maria Novella in Florenz.
Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon
Das Fest Mariä Geburt (In Nativitate B.M.V.), auch Kleiner Frauentag genannt, das am 8. September gefeiert wird, hat seine Ursprünge im Orient. Es ist wahrscheinlich aus dem Kirchweihfest der St.-Anna-Kirche am Teich Bethesda in Jerusalem hervorgegangen, die am überlieferten Wohnort von Anna und Joachim errichtet wurde, der auch als Geburtsort Mariens gilt. Dass dieses Fest liturgisch gefeiert wird, hängt mit dem Glauben zusammen, dass Maria ohne Erbsünde geboren wurde.
Die Geburt Mariens - Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon
Die Geburt Mariens.
Giovanni da Milano, Fresko von 1365 in der Rinuccini-Kapelle.
Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon
Das Fest wurde seit dem 6. Jh. in der Ostkirche gefeiert und im 7. Jh. auch im Westen bekannt. Papst Sergius I. (687-701) nannte es als eines der vier Marienfeste, die damals in Rom gefeiert werden: Verkündigung, Aufnahme in den Himmel, Geburt und „Begegnung“ (Mariä Lichtmess). Allgemeine Verbreitung fand das Fest dann im 11. Jh.. Das Datum dieses Festes (das kein historisch bewiesenes, aber ein mögliches Datum ist) bestimmte auch den Termin des jüngeren Festes Mariä Empfängnis, das 9 Monate früher gefeiert wird, am 8. Dezember.
Die Geburt Mariens - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Geburt Mariens.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der Legende nach konnten die Eltern Marias, Anna und Joachim, keine Kinder bekommen (vgl. Proto-Evangelium des Jakobus). Dies stellte in der damaligen jüdischen Gesellschaft eine so große Schande dar, dass Joachim im Tempel zurückgewiesen wurde, als er dem Herrn ein Opfer darbringen wollte. Zutiefst traurig und verzweifelt zog er sich zurück. Im Gespräch mit Gott erschien ihm und seiner Frau Anna, die ebenfalls zur selben Zeit dem Herrn ihr Schicksal klagte, ein Engel. Eine Tochter "voll der Gnade" wurde dem bereits sehr alten Ehepaar versprochen.
Die Geburt Mariens - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) Die Geburt Mariens - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
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Die Geburt Mariens.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Anna empfing Maria, die ohne Sünde war und Magd des Herrn, Braut des Heiligen Geistes und Mutter Gottes werden sollte. Im strengen jüdischen Glauben erzogen wurde sie mit dem um vieles älteren Josef aus dem Geschlecht David verlobt. Über ihr weiteres Leben wissen wir hauptsächlich durch den Evangelisten Lukas, der uns im Magnificat, dem Lobgesang Marias vor allem eines vor Augen stellt: Die Demut der Mutter der Christenheit, die als Unbefleckte Vorbild aller Menschen sein will.
Maria im Alten Testament
Die Geburt Mariens - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Skulptur der Geburt Mariens (Detail), Augsburg um 1520.
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„Der Herr hat mich schon gehabt im Anfang seiner Wege, ehe er etwas schuf, von Anbeginn her. Ich bin eingesetzt von Ewigkeit her, im Anfang, ehe die Erde war. Als die Meere noch nicht waren, ward ich geboren, als die Quellen noch nicht waren, die von Wasser fließen. Ehe denn die Berge eingesenkt waren, vor den Hügeln ward ich geboren, als er die Erde noch nicht gemacht hatte noch die Fluren darauf noch die Schollen des Erdbodens. Als er die Himmel bereitete, war ich da, als er den Kreis zog über den Fluten der Tiefe, als er die Wolken droben mächtig machte, als er stark machte die Quellen der Tiefe, als er dem Meer seine Grenze setzte und den Wassern, dass sie nicht überschreiten seinen Befehl; als er die Grundfesten der Erde legte, da war ich als sein Liebling bei ihm; ich war seine Lust täglich und spielte vor ihm allezeit; ich spielte auf seinem Erdkreis und hatte meine Freude an den Menschenkindern.“
Dieser Text aus dem Kapitel "Die Weisheit als Gabe Gottes" aus dem Buch der Sprichwörter (8, 22-31) wird für Marienmessen im Lektionar verwendet. Die Tradition bezieht den Text auf Maria von Nazareth, die durch das Freibleiben jedes Makels der Sünde eine einzigartige und geheimnisvolle Schöpfung ist. Der Text gehört zur Gattung der Weisheitsliteratur.
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Die Geburt Mariens.
Giotto di Bondone: Fresken in der Arenakapelle in Padua.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
In den Tiroler Orten Nassereith und Obsteig wird am Sonntag nach Maria Geburt ein Hochamt mit Prozession gefeiert. Im Gegensatz dazu wird im Rheinland-Pfälzischen Neuleiningen am Sonntag vor Mariä Geburt ein Hochamt mit Lichterprozession durch das erleuchtete Burgdorf gefeiert. Am Dienstag danach findet dann ein festlicher Wallfahrtsgottesdienst mit anschließender Andacht in der Wallfahrtskirche St. Nikolaus statt.
Die Geburt Mariens - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) Die Geburt Mariens - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Geburt Mariens.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
In der christlichen Ikonographie ist die Geburt Mariens ein häufiges Motiv als Einzeldarstellung, vor allem aber als Teil von Zyklen zum Marienleben, zum Leben der hl. Anna, der Mutter Mariens, oder zur Kindheits- und Jugendgeschichte Jesu. Gemälde und Skulpturen der Geburt Mariens enthalten oft genreartige Elemente, die Aufschluss über Geburtshilfe und Gebräuche rund um Geburt und Wochenbett der jeweiligen Entstehungszeit der Kunstwerke geben können.
Im Volksmund wird Mariä Geburt mit dem Herbstbeginn in Verbindung gebracht: „Mariä Geburt fliegen die Schwalben furt.“
oder „Marie Geburt sin de Nüete guet“.
Im Volksmund wird das Fest Mariä Geburt auch „kleiner Frauentag“ genannt.
Text auszugsweise aus
www.kathpedia.com
Zum Fest der Geburt der Gottesmutter
Wissenschaftlich-theologisches Portal „bogoslov.ru"
Die Geburt Mariens - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Geburt Mariens - Aus dem tridentinischen Messbuch.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Anthony (Bloom), Metropolitan of Sourozh (1914 - 2003)

„Sie wurde geboren ... aus Gott als das letzte und abschliessendes Kettenglied einer langen Reihe von Menschen, ... die im Verlaufe der gesamten menschlichen Geschichte in einem Kampf standen. In dieser langen Reihe von Menschen waren auch Sünder, deren Leben vielleicht nur einen einzigen Moment aufweisen konnte, der ihre ganze Existenz rechtfertigte. Unter diesen vielen Menschen waren Heilige, in deren Leben sich kaum irgendeine schwache Stelle finden lässt. Doch sie alle mussten darum ringen und alle hatten eines gemeinsam: Sie kämpften im Namen Gottes: nicht gegen andere, sondern gegen sich selbst, damit Gott triumphiert.“

aus einer Predigt zum Fest der Geburt der Gottesmutter
vom Metropolit Antonij von Sourozh (1914 - 2003)


21. September 1981

Wenn die Zeit heran ist - so sagte es unser Herr und Gott zu uns in Seinem Evangelium - und ein Kind geboren wird, dann erleidet die neue Mutter Schmerzen: Nachdem sie das Kind jedoch geborden hat, ist die Freude gross, denn ein neues Leben ist in die Welt getreten. ... Wenn ein Kind geboren wird, dann fragen sich die Menschen um es herum voller Bewunderung, was das Schicksal diesem oder dieser Kleinen wohl bringen mag? Die Geburt eines Kindes ist nur dessen erster Tag; wie aber werden all die unendlichen Tage werden, aus denen sein Leben besteht? Und wie wird der letzte Tag sein, der quasi die Summe aller vergangenen und des Lebens dieses Menschen überhaupt zeigen wird?

Heute begehen wir das Fest der Geburt der Gottesmutter und mit all unseren Gedanken sind wir bei ihr. Sie wurde geboren, wie es das Evangelium sagt, nicht aus dem Willen des Fleisches und der Lust des Mannes, sondern aus Gott als das letzte und abschliessendes Kettenglied einer langen Reihe von Menschen, von Männern und Frauen, die im Verlaufe der gesamten menschlichen Geschichte in einem Kampf standen: sie strebten nach Reinheit, sie kämpften für den Glauben und die Fülle, sie bemühten sich um Ganzheitlichkeit und rangen darum, dass Gott in ihrem Leben den ersten Platz einnehmen möge, um Ihn wahrhaftig zu verehren und um Ihm mit all ihrer Treue zu dienen. In dieser langen Reihe von Menschen waren auch Sünder, deren Leben vielleicht nur einen einzigen Moment aufweisen konnte, der ihre ganze Existenz rechtfertigte. Unter diesen vielen Menschen waren viele Heilige, in deren Leben sich kaum irgendeine schwache Stelle finden lässt. Doch sie alle mussten darum ringen und alle hatten eines gemeinsam: Sie kämpften im Namen Gottes: nicht gegen andere, sondern gegen sich selbst, damit Gott triumpfiert. Und so bereiteten sie durch die Jahrhunderte hindurch die eine Erbin ihres Geschlechts, die geboren werden sollte, wie ein gewöhnliches Kind, ausgesetzt den Mächten des Bösen und des Guten, der Sünde und der Heiligkeit, das sich jedoch von Anfang an für das Gute entschied und in völliger Reinheit, uneingeschränkter Hingabe und menschlicher Größe lebte.

Heute ist die Gottesmutter geboren. Heute beginnt der Prozess der Überwindung jener Spaltung zwischen Gott und Mensch, die mit dem Sündenfall ihren Anfang genommen hat. Heute wurde jene geboren, die eine Brücke ist zwischen Himmel und Erde, die Tür zur Menschwerdung Gottes, die den Himmel aufschliesst. Lasst und deshalb heute voller Freude sein, denn sie ist der Anfang unseres Heils. Lasst uns voller Zärtlichkeit und Staunen an sie denken und sie darum bitten, dass sie uns lehren möge, wenn auch nicht ihr gleich zu werden, – denn viele von uns können darauf nicht hoffen - so doch sie voller Ehrfurcht zu lieben und sie so zu verehren, dass auch wir, die wir ja auch aus ihrem Geschlecht, aus dem Geschlecht der Menschen sind, ihr würdig sein mögen, denn aus dem Menschengeschlecht konnte Gott geboren werden, weil sie Diesem mit so vollendeter Hingabe treu war.

Amen
Text auszugsweise aus
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