Mariä Himmelfahrt
15. August
Mariä Himmelfahrt © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Mariä Himmelfahrt;  Stamperia Remondiniana ;Kupferstich von Giuseppe Bortignoni
nach Gemälde von Guido Reni von 1642 (Alte Pinakothek München).
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Mariä Aufnahme in den Himmel (lateinisch Assumptio Beatae Mariae Virginis), auch Mariä Himmelfahrt oder Vollendung Mariens ist ein Hochfest der römisch-katholischen Kirche am 15. August. In der altkatholischen Kirche wird der 15. August als Heimgang Mariens begangen. Ähnliches gilt für die orthodoxen Kirchen und insbesondere die syrisch-orthodoxe Kirche, die das Fest ebenfalls am 15. August – je nach Teilkirche des alten oder neuen Kalenders – unter dem Namen Entschlafung der hochheiligen Meisterin unser, der Gottesgebärerin begehen (kurz Entschlafung Mariens, Dormitio, so auch alter katholischer Name). Am 15. August des alten Kalenders (28. August des neuen) folgen die russisch-, serbisch-, georgisch-, und die koptisch-orthodoxe Kirche mit Mariä Himmelfahrt. An dem 15. August nächstgelegenen Sonntag feiert die armenisch-apostolische Kirche Mariä Himmelfahrt.
Mariä Himmelfahrt - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Entschlafung Mariens, unbekannter tschechischer Meister (um 1340-45).
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das Fest Mariä Aufnahme in den Himmel geht auf ein Marienfest zurück, das Cyrill von Alexandrien im 5. Jahrhundert einführte. Dieses Fest legte er auf den 15. August. Mit der Nachfeier dieses Festes endet in den Ostkirchen das Kirchenjahr, das am 1. September mit der Vorfeier der Geburt der Gottesgebärerin am 8. September beginnt. Der Glaube an die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel ist seit dem 6. Jahrhundert bezeugt und wurde 1950 von Papst Pius XII. in der Apostolischen Konstitution Munificentissimus Deus für die römisch-katholische Kirche zum Dogma erhoben. In die Lauretanische Litanei wurde die Anrufung „du Königin, in den Himmel aufgenommen“ eingefügt. Über die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel wird zwar nicht in den kanonischen Schriften berichtet, jedoch werden einige Schriftstellen als Hinweise darauf gedeutet (vergleiche etwa Offb 12,1 EU und Krönung Mariens). In apokryphen Evangelien wird ausführlich darüber berichtet, die Apostel seien von ihren Missionsorten durch die Luft an das Sterbebett Marias gebracht worden, entweder nach Jerusalem oder nach Ephesus. Sie hätten Maria nach deren Tod bestattet – auch der Leichenzug mit Straf- und Heilungswundern an jüdischen Zuschauern wird beschrieben – und das Grab mit einem großen Stein verschlossen; aber sofort sei Christus mit den Engeln erschienen, der Stein sei weggewälzt worden und Christus habe Maria herausgerufen. Diese Niederschrift, die wahrscheinlich auf eine verlorengegangene Schrift Transitus Mariae (Hinübergang Mariens, geschrieben um 400) zurückzuführen ist, wurde besonders für die liturgischen Texte der byzantinischen Kirchen wichtig.
Mariä Himmelfahrt © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Mariä Himmelfahrt © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Mariä Himmelfahrt; Zeichnung von
Cosroe Dusi nach einem Gemälde
von Tiziano Vecellio.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Mariä Himmelfahrt; darunter die Apostel
am leeren Sarkophag. Kupferstich
nach Gemälde von Guido Reni.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Auch wenn umgangssprachlich im Deutschen der Ausdruck Mariä Himmelfahrt geläufig ist, ist das Festgeheimnis der Aufnahme Mariens in den Himmel von dem der Himmelfahrt Christi zu unterscheiden. In vielen Sprachen werden daher zwei verschiedene Bezeichnungen benutzt, etwa im Lateinischen: Ascensio Domini ‚Auffahrt des Herrn‘, aber Assumptio Mariae ‚Aufnahme Mariens‘. Allerdings sagen die Griechen, die nicht von ‚Mariä Himmelfahrt‘ reden (vgl. unten), für ‚Christi Himmelfahrt‘ ἡ Ἀνάληψις τοῦ Κυρίου, was lateinisch Assumptio Domini hieße.

Das Fest hat auch den schon früher bezeugten Namen Dormitio Mariae (lat.), Koimesis (griech.) oder Mariä Entschlafung. In der orthodoxen Kirche, die die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel nicht dogmatisiert hat, wird ausschließlich diese Bezeichnung verwendet. Auf der Festikone nimmt Christus die Seele Marias (dargestellt als Wickelkind) in Empfang, und im Kontakion des Festes heißt es:

„Die in Fürbitten unermüdliche Gottesgebärerin [...] haben Grab und Tod nicht überwunden, denn sie als die Mutter des Lebens hat er zum Leben hinübergeführt.“


In alten Kalendern findet sich das Fest als
vnser frawn tag der schidung, vnsern Vrowen tag der schidung, unser fraun tag der schidung, unnser Frauen Tag der Schidung, unser lieben frawn tag der schidung, Unser Lieben Fraun tag der Schidung, heiliger tag der schidung durch Gots lieb vnd der junckfrawen Maria
,
beziehungsweise in Transkriptionen als
Unserer Frauen Tag der Scheidung oder unserer lieben Frauen Tag der Scheidung
.

An diesem Tag werden in der katholischen Kirche verbreitet auch Kräuter gesegnet. In Urkunden des 14. Jahrhunderts heißt es etwa „Unserer Lieben Frauen Wurzelweihe“.
Mariä Himmelfahrt © Pixabay - Lizenz: CC0 Public Domain
Mariendarstellung - Kirchenfenster.
© Pixabay - Lizenz: CC0 Public Domain
Vor allem im süddeutschen Raum und in Tirol finden abends feierliche Pontifikalämter mit anschließenden Prozessionen statt. Zu den bedeutendsten zählt die Fatima-Schiffsprozession in Lindau am Bodensee mit sieben Schiffen und rund 4.000 Besuchern. Das mit Abstand größte Pontifikalamt mit Lichterprozession wird im bayerisch-schwäbischen Wallfahrtsort Maria Vesperbild gefeiert. Im Sommer 2009 kamen allein 18.000 Gläubige. Seit dem Jahr 1640 finden zu den Gnadenbildern in St. Marien und St. Laurentius in Warendorf im Münsterland Wallfahrten statt. Das Fest wird am Wochenende nach dem Fest mit einer großen Stadtprozession begangen. Im ostwestfälischen Ort Ostenland bei Delbrück wird seit 2010 am jeweils darauf folgenden Sonntag das Fest Mariä Himmelfahrt mit einer großen Lichterprozession begangen. In Italien ist der 15. August, der Tag von Mariä Himmelfahrt, traditionell ein arbeitsfreier Feiertag namens Ferragosto, der wahrscheinlich auf die Römerzeit zurückgeht.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Mariä_Aufnahme" der
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