Wallfahrtskirche Maria Saal
Propstei- u. Wallfahrtskirche Mariae Himmelfahrt (Marienkirche)
Domplatz 1, 9063 Maria Saal
Wallfahrtskirche Maria Saal - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Johann Jaritz
Wallfahrtskirche Maria Saal im Winter.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Johann Jaritz
Maria Saal (slo. Gospa Sveta) ist eine Marktgemeinde und ein Wallfahrtsort im Bezirk Klagenfurt-Land in Kärnten. Bekannt ist der Ort vor allem für seine Marienkirche.
Die Ortschaft Maria Saal liegt weithin sichtbar auf einer Anhöhe im Osten des Zollfelds, einer etwa zehn Kilometer langen Talebene der Glan zwischen Magdalensberg und Ulrichsberg, die sich nördlich an Klagenfurt anschließt. Das Gemeindegebiet erstreckt sich beidseitig des Zollfelds und wird von Glan und Raba durchflossen. Im 1. Jahrhundert n. Chr. wurde durch den römischen Kaiser Claudius die Provinzhauptstadt Virunum am Magdalensberg, im Zollfeld, als Nachfolgesiedlung der um 15 v. Chr. errichteten keltischen Hauptstadt Noreia in der Provinz Noricum angelegt. Die erste Christianisierung des Gebietes um etwa 300 ging vom Patriarchat Aquileia aus, wobei Virunum Bischofssitz wurde. Vor 767 schickte der Salzburger Bischof Virgil von Chorbischof Modestus mit Klerikern nach Karantanien. So wurde von Maria Saal aus die zweite Christianisierungswelle in Kärnten eingeleitet.
Geschichte
Wallfahrtskirche Maria Saal - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / JJ55; Binter
„Postkutschen-Relief“: Römerzeitliche Darstellung der Fahrt einer Verstorbenen in die Unterwelt.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / JJ55; Binter
Die Propstei- und Wallfahrtskirche Mariae Himmelfahrt – kurz Marienkirche oder auch Maria Saaler Dom genannt – in Maria Saal ist eine in ihrer heutigen Gestalt im 15. Jahrhundert im spätgotischen Stil errichtete römisch-katholische Kirche im Zentrum Kärntens. Eine früher bezeugte Kirche wurde vermutlich an derselben Stelle im 8. Jahrhundert errichtet, weshalb Maria Saal als einer der ältesten Standorte einer christlichen Kirche und als Ausgangspunkt der Missionierung Kärntens in der Karolingerzeit gilt.
Wallfahrtskirche Maria Saal - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Johann Jaritz
Wallfahrtskirche Maria Saal.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Johann Jaritz
Ein Vorgängerbau (urkundlich als S. Maria ad Carantanum 860 erstmals erwähnt) wurde vermutlich an gleicher Stelle bereits um 753 durch Chorbischof Modestus errichtet, weshalb die Marienkirche als eine der ältesten Kirchen Kärntens gilt. Bis 945 diente sie, mit weitreichenden Besitzungen ausgestattet, dem Bistum Salzburg als Urpfarre und somit als Zentrum der zweiten Christianisierungswelle für Kärnten, weshalb sie noch heute „Dom“ genannt wird. Die Tradition, dass der Bischof von Gurk zugleich Propst von Maria Saal ist, hat sich bis heute gehalten.
Wallfahrtskirche Maria Saal © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Flugaufnahme der Wallfahrtskirche Maria Saal.
Maria Saal (K BH Klagenfurt): Übersicht (Teil): Flugbild von NW.
Aufnahme Roman Hitschfeld (1908-1988), um 1953-1954.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nach 945 wurde dieses Gebiet der unmittelbaren Verwaltung Salzburgs unterstellt. Maria Saal blieb zunächst religiöses Zentrum des Landes, bis 1072 für Kärnten ein neuer Bischof (Günther von Krappfeld) bestellt, für dessen Bischofssitz allerdings Gurk gewählt wurde. Dem Nachfolger Günthers wurde ein kleines Gebiet als Diözese zugewiesen, der größte Teil der Kärntner Besitzungen unterstand jedoch weiterhin direkt der Salzburger Verwaltung. Maria Saal spielte in der weiteren Entwicklung des Bistums keine zentrale Rolle mehr. Zwischenzeitlich der Diözese Lavant angeschlossen (1365 und 1781–1859), gehörte Maria Saal zum Erzbistum Salzburg, bis dieses 1859 seine Kärntner Besitzungen zugunsten der Diözese Gurk aufgab.
Wallfahrtskirche Maria Saal © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Wallfahrtskirche Maria Saal © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Maria Saal:
Hochaltar in der Pfarrkirche, um 1918.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Maria Saal: Pfarrkirche,
Blick zur Orgelempore, um 1918.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Marienkirche von Maria Saal spielte im Hochmittelalter eine wichtige Rolle in den Zeremonien, welche die Kärntner Herzogseinsetzung umgaben. Zwischen der Installation des Herzogs am Fürstenstein und der Huldigung am Herzogstuhl fand hier das kirchliche Hochamt statt. Von der ursprünglichen karolingischen und romanischen Kirche sind oberirdisch keine Reste erhalten geblieben.
Wallfahrtskirche Maria Saal - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Johann Jaritz
Lichtsäule und Heidentempel (Karner) am Domplatz 6.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Johann Jaritz
Im Lauf des 15. Jahrhunderts wurde die Kirche von Grund auf im spätgotischen Stil umgebaut und die Kapitelbauten befestigt. 1430 wurden Chor und Querschiff in den Jahren 1450 bis 1459 das Langhaus errichtet. Ab 1463 erhielt Maria Saal einen Burgfried und wurde angesichts der durch die Türken drohenden Gefahren durch umfangreiche Wehranlagen, die heute noch gut erhalten sind, gesichert. Dabei wurde die zweigeschossige, runde und ursprünglich im romanischen Stil erbaute Taufkapelle mit einbezogen. Aufgrund dieser Befestigung blieb Maria Saal bei den Türkeneinfällen zwischen 1473 und 1482 unbehelligt, wurde aber im Anschluss daran im Zuge der Belagerung durch ungarische Söldner 1482 beinahe erobert.
Wallfahrtskirche Maria Saal - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Johann Jaritz
Torbau am Domplatz 4 in Maria Saal.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Johann Jaritz
Nachdem die Inneneinrichtung Mitte des 17. Jahrhunderts im Stil des Barocks teilweise umgestaltet worden war, griff am 4. November 1669 ein Großbrand vom Ort auf das Gotteshaus über und zerstörte dessen Dach, sämtliche Glocken und den Hochaltar. Die Mauern und das Gewölbe des Kirchenschiffs konnten vor dem Einsturz bewahrt werden, so dass die Inneneinrichtung großteils gerettet werden konnte. Bereits fünf Jahre später war der Wiederaufbau großteils vollendet, das mächtige Steinplattldach neu eingedeckt und die neu aufgebauten Türme erhielten anstelle der alten Spitzdächer barocke Zwiebelhauben. Im Inneren war 1714 der neue Hochaltar fertiggestellt, an dem – nach der Abtragung des Gnadenaltars – 1787 die gotische Gnadenstatue ihren Platz fand.
Wallfahrtskirche Maria Saal © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Wallfahrtskirche Maria Saal © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Seitenkapelle der Kirche Maria Saal.
Aus dem Album "Austria".
Bond, Howard ;1978.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Gotische Lichtsäule,
dahinter die Arkaden des Karners.
Wlha, Josef ;um 1900.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wallfahrtskirche Maria Saal © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Wallfahrtskirche Maria Saal © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Südwand des Querhauses innen:
Christus wandelt auf dem Wasser.
Fresko von Herbert Böckl. 1928.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Modestusgrab 8.-9. Jahrhundert,
vorromanischer Altartisch.
Aufnahme über Eck von rechts.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der einheitlich spätgotische Kirchenbau ist charakterisiert durch zwei weithin sichtbare, mächtige und durch Zwiebelhelme gekrönte, aber unterschiedlich gestaltete Türme. Die Gesamtanlage ist 3-schiffig und 3-chörig. Der Hauptchor ist erhöht und vorspringend, das Querhaus ragt nicht über die Breite der Seitenschiffe hinaus. An der südlichen Außenseite und in der Vorhalle der Kirche ist ein Lapidarium von über 30 Relief- und Grabsteinen eingemauert, die zum Großteil aus dem um 400 n. Chr. untergegangenen Virunum, der Hauptstadt der römischen Provinz Noricum, stammen, und im Lauf der Zeit auf dem Zollfeld gefunden wurden. Auf der Tür des Eingangsportals befinden sich gotische Eisenbeschläge aus dem 15. Jahrhundert, die Löwen und Adler darstellen; das zugehörige wertvolle gotische Türschloss ist im Landesmuseum in Klagenfurt ausgestellt.
Wallfahrtskirche Maria Saal © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Gewölbefresken im Mittelschiff 'Stammbaum Christi' um 1419: Teilansicht.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Innenraum der Staffelkirche misst etwa 50 auf 20 Meter bei einer Höhe von circa 27 Metern und ist in seiner Wirkung durch starke Lichtkontraste geprägt: Während das Schiff eher düster wirkt, ist der Hauptchor-/Hauptaltarraum lichterfüllt. Die Schiffe sind viereinhalb-jochig. Das Mittelschiff hat im Westen zwischen den beiden Türmen zwei weitere Joche, die durch einen Spitzbogen von den anderen getrennt sind und ein Gewölbe mit Schlingrippen und Konsolen besitzen. Das Hauptschiff ist durch spitzbogige Scheidbögen von den stern- und netzrippengewölbten Seitenschiffen getrennt. Das Querhaus hat ein Parallelrippengewölbe und ist um zwei Stufen erhöht. Der Hauptchor hat zwei Joche und einen 5/8-Schluss, und ist durch ein Netzrippengewölbe bedeckt, die Seitenchöre sind sternrippengewölbt.
Wallfahrtskirche Maria Saal - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Johann Jaritz
West-Ansicht der Pfarr- und Wallfahrtskirche in Maria Saal.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Johann Jaritz
Die südlich angebaute Sakristei hat zwei Joche in der Breite des Querhauses. Ihre Einrichtung ist um 1750 in barockem Stil gestaltet worden.
Das Hauptgeläut besteht aus sechs Glocken, wobei noch eine separate Sterbeglocke im Dachreiter hängt. Die große Maria Saalerin ist die größte Glocke Kärntens.
www.kath-kirche-kaernten.at/mariasaal
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Marienkirche_(Maria_Saal)" der
WIKIPEDIA - Die freie Enzyklopädie
und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz
für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
de.wikipedia.org
Index/Startseite
Orden Übersicht  
Klöster, Stifte u. Abteien
Klostergeschichten  
Kirchen in Österreich  
Geschichte  
Zeittafel
Heilige und Selige  
Fest- und Feiertage  
Gebet und Kirche  
Neue Inhalte  
 
Grabeskirche Jerusalem  
Zentralfriedhof Wien  
Kirchen in Wien:  
Stephansdom  
Virgilkapelle  
Karlskirche  
Ruprechtskirche  
Kapuzinerkirche  
Peterskirche  
Votivkirche  
Maria am Gestade  
Dominikanerkirche  
Franziskanerkirche  
Franz-von-Assisi-Kirche  
Mariahilferkirche  
Jesuitenkirche  
Johann-Nepomuk-Kirche  
Klosterkirche BBW  
Spitalskapelle BBW  
Schottenstift  
Minoritenkirche  
Servitenkirche  
Kirche Maria vom Siege  
Pfarrkirche St. Thekla  
Pfarrkirche St. Brigitta  
Pfarrkirche Oberlaa  
Pfarrkirche Krim  
Heiligenstädter Pfarrkirche  
Pfarrkirche Grinzing  
Kalvarienbergkirche  
Josefskirche  
Karmeliterkirche Wien 2  
Karmeliterkirche Wien 19  
Kirche am Steinhof  
Karl-Borromäus-Kirche  
Wotrubakirche  
Donaucity-Kirche  
Salvatorkirche (Altkath.)  
Niederösterreich:  
Stift Heiligenkreuz  
Stift Melk  
Basilika Maria Taferl  
Othmarkirche Mödling  
Pfarrkirche Bruck/Leitha  
Weissenbach a. d. Triesting  
Martinskirche Drosendorf  
Pfarrkirche Zellerndorf  
Steiermark:  
Dom zu Graz  
Basilika Mariazell  
Basilika Mariatrost  
Benediktinerstift Admont  
Wallfahrtskirche Frauenberg  
Pfarrkirche Liezen  
Pfarrkirche Pürgg  
Pfarrkirche Gröbming  
Pfarrkirche St. Marein  
Pfarrkirche Wenigzell  
Pfarrkirche Maria Lankowitz  
Kärnten:  
Wallfahrtskirche Maria Saal  
Wallfahrtskirche Maria Schnee  
Pfarrkirche Gurk  
Pfarrkirche Heiligenblut  
Pfarrkirche Obermillstatt  
Pfarrkirche Sternberg  
Salzburg:  
Dom zu Salzburg  
Franziskanerkirche  
Basilika Maria Plain  
Maria Kirchental  
Stille Nacht Kapelle  
Dreifaltigkeitskirche  
Pfarrkirche Liefering  
Filialkirche Gois  
Oberösterreich:  
Alter Dom Linz  
Neuer Dom Linz  
Stiftskirche Mattighofen  
Pfarrkirche Hallstatt  
Pfarrkirche Haslach  
Pfarrkirche Spital am Phyrn  
Pfarrkirche Waldzell  
Burgenland:  
Dom zu Eisenstadt  
Basilika Frauenkirchen  
Basilika Güssing  
Basilika Maria Loretto  
Tirol:  
Innsbrucker Dom  
Pfarrkirche Kufstein  
Seekirche Seefeld  
Karlskirche Volders  
Vorarlberg:  
Basilika Rankweil  
Pfarrkirche Lech  
Kirchen in der Slowakei:  
Martinsdom  
St. Elisabeth Kirche  
ALABO - KIRCHENMUSIK
DOMBUCHHANDLUNG FACULTAS - WIEN  
Schott - Tagesliturgie  
Stift Heiligenkreuz - Chant  
Oase des Friedens  
  www.gaube.at - Erhard Gaube
 
design by gaube