Mariä Lichtmess
(Darstellung des Herrn)
2. Februar
Mariä Lichtmess - Quelle: Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon
Giovanni Bellini, 1460 - 1464, Galleria Querini Stampalia in Venedig.
Quelle: Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon
Darstellung des Herrn, lateinisch Praesentatio Jesu in Templo, altertümlich Jesu Opferung im Tempel, volkstümlich auch Mariä Lichtmess (früher auch: Mariä Reinigung, Purificatio Mariae) oder (veraltet) Unser Lieben Frauen Lichtweihe ist ein Fest, das am 2. Februar, dem vierzigsten Tag nach Weihnachten, gefeiert wird. Die Erzählung von der Darstellung Jesu, die sich an einen kurzen Hinweis auf dessen Beschneidung am achten Tag nach seiner Geburt (Lk 2,21 EU) anschließt, berichtet von zwei hier ineinander verwobenen Riten, die in Vorschriften des biblischen Buches Leviticus ihre Wurzeln haben. Die bei Lukas geschilderte Abfolge (Beschneidung – Reinigung der Frau – Heiligung der Erstgeburt) entspricht dem von der Tora vorgeschriebenen Zeitschema. Nach dem biblischen Gesetz des Mose gilt die Frau nach der Geburt eines Knaben 40 Tage (sieben plus 33 Tage; (Lev 12,2–4 EU)) und nach der Geburt eines Mädchens 80 Tage (14 plus 66 Tage; (Lev 12,5 EU)) als unrein (Lev 12,1–8 EU). Zur Zeit des Tempelkultes hatte sie nach diesen Tagen als Reinigungsopfer einem Priester ein Schaf und eine Taube zu übergeben, bei finanziellen Schwierigkeiten ersatzweise zwei Turteltauben oder andere Tauben (Lev 12,8 EU).
Mariä Lichtmess - Quelle: Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon
Ambrogio Lorenzetti: Altarbild (Ausschnitt), 1342, Galleria degli Uffizi in Florenz.
Quelle: Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon
Zudem wurde der erstgeborene Sohn in Erinnerung an die Pessach-Nacht als Eigentum Gottes angesehen (Ex 13,2.15 EU) und ihm im Tempel übergeben („dargestellt“), wo er durch ein Geldopfer (Num 18,16 EU) auszulösen war. Die Lukas-Erzählung von der Darstellung des Herrn berichtet von dieser Erstgeburtsweihe, merkwürdigerweise aber nicht von der Auslösung, die bis heute im traditionellen Judentum praktiziert wird. Im Zusammenhang der Darstellung Jesu kommt es zur Begegnung mit Simeon und der greisen Prophetin Hanna. Stand ursprünglich die von Lukas überlieferte Geschichte von der Darstellung Jesu im Zentrum des Festes, so traten alsbald weitere, vor allem außerbiblische Motive hinzu. Die Darstellung des Herrn, der ja nach den neutestamentlichen Weihnachtsgeschichten in Bethlehem geboren worden war, wurde zum ersten Einzug Jesu in die Davidstadt Jerusalem. Der antike Brauch, nach dem die Bewohner einer Stadt ihrem Herrscher bei seinem ersten Besuch entgegenzogen, wurde schon früh in die Festliturgie mit einbezogen. Auf dem Weg von Jerusalem nach Betlehem lag ein Kloster, das eine Frau namens Hikelia gegründet hatte. Hikelia soll ihre Mönche mit Kerzen ausgestattet haben, um damit Christus entgegenzugehen und anschließend mit ihm gemeinsam in die Heilige Stadt zu ziehen. In dieser Legende wurzelt die im 5. Jahrhundert entstandene Lichterprozession, die bis heute in der römisch-katholischen Christenheit einen festen Platz in der Festtagsliturgie hat und unter anderem mit der neutestamentlichen Bibelstelle (Lk 2,32 EU) begründet wird. Die örtliche Pfarrkirche wird in dieser liturgischen Inszenierung mit in die heilige Stadt Jerusalem einziehen, aus der heraus die Prozessionsteilnehmer Christus entgegenkommen und damit sein Kommen im Licht der Kerzen begleiten, die bei diesem Fest besonders geweiht werden. Von den gesegneten Kerzen erwartete man vielfach auch eine Unheil abwendende Wirkung.
Mariä Lichtmess - Quelle: Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon
Gobelin, 1308 durch den in Avignon residierenden Papst Clemens V. der Kathedrale
Ste-Marie in St-Bertrand-de-Comminges geschenkt, heute in der Kathedrale.
Quelle: Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon
Im Lauf der weiteren Entwicklungen verschob sich der Schwerpunkt des Darstellungsfests von Jesus auf die Jesus-Mutter Maria. Aus dem Fest der Darstellung des Herrn wurde Mariä Reinigung und Mariä Lichtmess, was mit der Liturgiereform der 1960er Jahre wieder rückgängig gemacht wurde. Seit 1997 wird das Fest der Darstellung des Herrn auch als "Tag des geweihten Lebens" begangen. Mit der Vorverlegung des Festes vom 14. auf den 2. Februar entstand eine zeitliche Nähe zum Gedenktag des hl. Blasius am 3. Februar und dem mit ihm verbundenen Sakramentale des Blasiussegens. Der Blasiussegen wird in der römisch-katholischen Kirche seit dem 16. Jahrhundert gespendet. Oft wird dieser Segen auch schon am Vorabend erteilt, also am Abend des Festes der Darstellung des Herrn. Lichtmess galt in der katholischen Kirche früher als Ende der Weihnachtszeit. Noch heute bleiben in vielen katholischen Kirchen und Häusern Krippe und Weihnachtsbaum bis zum 2. Februar stehen. Nach der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils Mitte der 1960er Jahre endet die Weihnachtszeit am Fest der Taufe des Herrn, dem Sonntag, der dem Hochfest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar folgt. Im evangelischen Kirchenjahr wird Epiphanias zwar von vielen als der Abschluss der Weihnachtszeit angesehen, der liturgische Kalender sieht den Weihnachtsfestkreis aber erst mit dem letzten Sonntag nach Epiphanias als beendet an.
Bauernregeln
"Ist’s an Lichtmess hell und rein,
wird ein langer Winter sein.
Wenn es aber stürmt und schneit,
ist der Frühling nicht mehr weit."
"Ist’s zu Lichtmess klar und hell,
kommt der Frühling nicht so schnell."
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Darstellung_des_Herrn" der
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