Marianische Antiphon
Gottesmutter mit Kind © Gaube
Gottesmutter mit Kind Aus Forellenmarmor (Spätrenaissance) in der Klosterkirche
der Barmherzigen Brüder in Wien 2, Taborstraße 16 (Bildmontage).
Die marianische Antiphon ist in der Liturgie der katholischen Kirche ein an die Gottesmutter gerichteter Gesang. Die Bezeichnung Antiphon hat sich eingebürgert, obwohl es sich strenggenommen nicht um einen antiphonalen Gesang handelt, auch wenn früher auf den Choral ein kurzes Responsorium und eine Oration folgte.

Im Stundengebet wird die der liturgischen Zeit im Kirchenjahr entsprechende marianische Antiphon als Schlussgesang nach der Komplet oder, sofern die Vesper die letzte in Gemeinschaft gefeierte Hore ist, nach der Vesper gesungen:
Advent bis Taufe des Herrn
Alma redemptoris mater
(Erhabene Mutter des Erlösers)

Alma redemptoris mater (Erhabene Mutter des Erlösers) ist die marianische Antiphon, die im Stundengebet der katholischen Kirche in der Advents- und Weihnachtszeit entweder nach der Vesper oder nach der Komplet gesungen wird, je nachdem, welche dieser beiden Horen die letzte ist, die in Gemeinschaft gefeiert wird. Benannt ist die Antiphon nach den ersten drei Worten des lateinischen Textes, der vor 1054 von Hermann von Reichenau, einem Benediktiner der Abtei Reichenau, geschrieben wurde.
Erhabne Mutter des Erlösers,
du allzeit offene Pforte des Himmels
und Stern des Meeres,
komm, hilf deinem Volke,
das sich müht, vom Falle aufzustehn.
Du hast geboren, der Natur zum Staunen,
deinen heiligen Schöpfer.
die du, Jungfrau davor und danach,
aus Gabriels Mund vernahmst das selige Ave,
o erbarme dich der Sünder.
Alma Redemptoris Mater,
quae pervia caeli porta manes,
et stella maris,
succurre cadenti,
surgere qui curat, populo:
tu quae genuisti, natura mirante,
tuum sanctum Genitorem,
Virgo prius ac posterius,
Gabrielis ab ore, sumens illud Ave,
peccatorum miserere.
Im Gotteslob ist die lateinische Antiphon unter Nummer 666, 1 abgedruckt. Zudem ist unter Nummer 530 (GLalt 577) eine deutschsprachige Liedparaphrase von Franz Josef Weinzierl (1816), in einer Bearbeitung von Maria Luise Thurmair (1969), mit dem Titel „Maria, Mutter unsres Herrn“ enthalten
Fastenzeit
Ave Regina caelorum
(„Ave, du Himmelkönigin“)

Das Ave Regina caelorum (lat.), in Mittellatein verbreitet auch Ave Regina coelorum geschrieben, ist die marianische Antiphon, die im Stundengebet der katholischen Kirche in der Fastenzeit entweder nach der Vesper oder nach der Komplet gesungen wird - je nachdem, welche dieser beiden Horen die letzte ist, die in Gemeinschaft gefeiert wird. Benannt ist die Antiphon nach den ersten drei Worten des lateinischen Textes. Im Gotteslob ist die Antiphon unter Nummer 666,2 abgedruckt. Im Gotteslob von 1975 war zudem im Stammteil unter Nummer 579 eine deutsche Übertragung aus dem Rottenburger Gesangbuch von 1876 mit einer Melodie von Nikolaus Herman (1562) unter dem Titel „Maria, Himmelskönigin“ enthalten, die teilweise in die Eigenteile des neuen Gotteslobs übernommen wurde.
Ave, du Himmelskönigin,
ave, der Engel Herrscherin.
Wurzel, der das Heil entsprossen,
Tür, die uns das Licht erschlossen:
Freu dich, Jungfrau voll der Ehre,
über allen Sel'gen hehre,
sei gegrüßt, des Himmels Krone,
bitt' für uns bei deinem Sohne.
Ave Regina caelorum,
ave Domina Angelorum:
Salve radix, salve porta,
ex qua mundo lux est orta:
Gaude Virgo gloriosa,
super omnes speciosa:
Vale o valde decora,
et pro nobis Christum exora.
Osterzeit
Regina caeli
(„Freu Dich, du Himmelskönigin“)

Regina caeli, lat. für Königin des Himmels, Himmelskönigin, in Mittellatein häufig auch Regina coeli geschrieben, ist ein Ehrentitel für Maria, die Mutter Jesu, und der Beginn einer marianischen Antiphon im Stundengebet der Kirche. Der theologische Gehalt des marianischen Ehrentitels Regina caeli liegt in dem Glauben, dass Maria als Mutter Gottes an der himmlischen Herrlichkeit ihres auferstandenen Sohnes teilhat. Das wichtigste lehramtliche Dokument über das himmlische Königtum Mariens ist die Enzyklika Ad caeli reginam (lat. „von der Himmelskönigin“) des Papstes Pius XII. vom 11. Oktober 1954. Diese Enzyklika erläutert die biblischen, patristischen, theologischen und liturgischen Grundlagen der marianischen Anrufung. Auf diese Lehraussagen bezog sich das Zweite Vatikanische Konzil in seiner dogmatischen Konstitution über die Kirche, Lumen gentium: Maria wurde „als Königin des Alls vom Herrn erhöht, um vollkommener ihrem Sohn gleichgestaltet zu sein“. Die marianische Antiphon Regina caeli wird im kirchlichen Stundengebet während der Osterzeit entweder nach der Vesper oder nach der Komplet gesungen – je nachdem, welche dieser beiden Horen die letzte ist, die in Gemeinschaft gefeiert wird. Der Text und die gregorianische Melodie sind seit dem 12. Jahrhundert überliefert. Im Gotteslob ist die lateinische Antiphon unter Nummer 666, 3 (GLalt 574) abgedruckt. Im Gotteslob von 1975 war zudem unter Nummer 575 eine deutsche Übersetzung der Antiphon, beginnend mit den Worten „O Himmelskönigin, frohlocke, Halleluja“, enthalten.
Himmelskönigin, freue dich, Halleluja.
Denn der, den du zu tragen würdig warst, Halleluja,
er ist auferstanden, wie er gesagt, Halleluja.
Bitt Gott für uns, Halleluja.
Wird das Regina caeli in der Osterzeit
anstelle des Angelus gebetet, so fügt man an:
Freu dich und frohlocke, Jungfrau Maria, Halleluja,
denn der Herr ist wahrhaft auferstanden, Halleluja.

Lasset uns beten. Gott, du hast durch die Auferstehung deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, die Welt erfreuen wollen. Wir bitten dich, lass uns durch seine Mutter, die Jungfrau Maria, die Freuden des ewigen Lebens erlangen, durch Christus, unseren Herrn. Amen.
Regina caeli, laetare, alleluia.
Quia quem meruisti portare, alleluia,
Resurrexit, sicut dixit, alleluia.
Ora pro nobis Deum, alleluia.

Gaude et laetare, Virgo Maria, alleluia.
Quia surrexit Dominus vere, alleluia.

Oremus. Deus, qui per resurrectionem Filii tui
Domini nostri Iesu Christi mundum laetificare dignatus es:
praesta, quaesumus, ut per eius Genetricem Virginem Mariam
perpetuae capiamus gaudia vitae. Per eundem Christum, Dominum nostrum. Amen.
Im Stammteil des Gotteslobs ist unter Nummer 525 (GLalt 576) eine aus Konstanz stammende Liedparaphrase („Freu dich du Himmelskönigin“) aus dem 16. Jahrhundert abgedruckt. Jede Strophe - insgesamt sind es vier - greift einen der vier Sätze der Antiphon auf. Im Eigenteil der Diözesen Rottenburg-Stuttgart und Freiburg findet man unter Nummer 888 (GLalt 894) eine freie Übertragung von Christoph von Schmid („O Mutter Jesu, freue dich“).
Zeit im Jahreskreis
Salve Regina
(„Sei gegrüßt, o Königin“)

Das Salve Regina ist die marianische Antiphon, die im Stundengebet der katholischen Kirche in der Zeit im Jahreskreis entweder nach der Vesper oder nach der Komplet gesungen wird − je nachdem, welche dieser beiden Horen die letzte ist, die in Gemeinschaft gefeiert wird. In vielen Regionen ist es Brauch, das Salve Regina beim Begräbnis eines Priesters oder einer Person des geweihten Lebens am Grab zu singen. Benannt ist die Antiphon nach den ersten beiden Worten des lateinischen Textes, der vor 1054 entstanden ist und Hermann von Reichenau (Hermann der Lahme, Hermannus Contractus), einem Benediktiner der Abtei Reichenau, zugeschrieben wird. Die letzten Anrufungen des Gebets (o clemens, o pia, o dulcis Virgo Maria) sind ein späterer Zusatz, den der heilige Bernhard von Clairvaux angefügt haben soll.
Sei gegrüßt, o Königin,
Mutter der Barmherzigkeit,
unser Leben, unsre Wonne
und unsere Hoffnung, sei gegrüßt!
Zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas;
zu dir seufzen wir
trauernd und weinend in diesem Tal der Tränen.
Wohlan denn, unsre Fürsprecherin,
deine barmherzigen Augen
wende uns zu
und nach diesem Elend zeige uns Jesus,
die gebenedeite Frucht deines Leibes.
O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria.
Salve, Regina,
mater misericordiae;
vita, dulcedo et spes nostra, salve.

Ad te clamamus, exsules filii Evae.
Ad te suspiramus,
gementes et flentes in hac lacrimarum valle.
Eia ergo, advocata nostra,
illos tuos misericordes oculos
ad nos converte.
Et Jesum, benedictum fructum ventris tui,
nobis post hoc exsilium ostende.
O clemens, o pia, o dulcis Virgo Maria.
Die gregorianische Singweise des Salve Regina steht im Graduale Romanum. Die in Klöstern und Gemeinden meistgesungene Melodie ist jedoch die des belgischen Barockkomponisten Henri Dumont (1610–1684), im Gotteslob Nr. 666, 4 (GLalt 570). Ihr Anfangsmotiv – der Dur-Dreiklang mit der Sexte – ist auch eine häufige Geläutedisposition, oft Salve-Regina-Geläut genannt. Eine deutsche Übertragung mit einer Melodie von Heinrich Rohr war im Gotteslob von 1975 unter Nummer 571 abgedruckt, ebenso die Liedparaphrase „Salve! Maria Königin“ nach einer Melodie aus dem Rheinfeldischen Gesangbuch von 1666 unter der Nummer 572.
Zu den marianischen Antiphonen gehört auch das Sub tuum praesidium („Unter Deinen Schutz und Schirm“). Von den Melodien der Antiphonen wie auch der marianischen Hymenen gibt es jeweils eine feierliche und eine vereinfachte Form. Auch die Eigenriten einiger Orden haben eigene Fassungen der Notation mancher marianischen Antiphonen, so haben etwa die Dominikaner eine eigene Fassung des Salve Regina.
Sub tuum praesidium
 („Unter Deinen Schutz und Schirm“)

Unter deinen Schutz und Schirm (lat. Sub tuum praesidium) ist eines der ältesten Mariengebete und eine marianische Antiphon. Es finden sich Belege schon aus dem dritten Jahrhundert. Daher sei es, Papst Paul VI. zufolge, „wegen seines Alters verehrungswürdig und seinem Inhalt nach großartig“. Auffallend ist insbesondere die Verwendung des Begriffs der Gottesgebärerin (gr. Θεοτόκος theotókos). Es zeigt, dass dieser Glaubensinhalt bereits der frühen Kirche vertraut war. Zum ersten mariologischen Dogma wurde die Aussage erst auf dem Konzil von Ephesus (431 n. Chr.) erhoben.
Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir,
o heilige Gottesgebärerin.
Verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöten,
sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren,
o du glorreiche und gebenedeite Jungfrau.
(Unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin.
Versöhne uns mit deinem Sohne,
empfiehl uns deinem Sohne,
stelle uns vor deinem Sohne.)
Amen.
Sub tuum præsidium confugimus,
Sancta Dei Genetrix.
Nostras deprecationes ne despicias in necessitatibus (nostris),
sed a periculis cunctis libera nos semper,
Virgo gloriosa et benedicta.
(Domina nostra, mediatrix nostra, advocata nostra,
tuo filio nos reconcilia,
tuo filio nos commenda,
tuo filio nos repræsenta.)
Amen.
Die Textteile in Klammern sind spätere Ergänzungen.

Das Gebet wurde in der klassischen abendländischen Musik häufig vertont. Allein Jan Dismas Zelenka schuf zehn Vertonungen (ZWV 157). Wolfgang Amadeus Mozart schrieb das Offertorium Sub tuum praesidium KV 198 (158b).
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Marianische_Antiphon" der
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