Basilika von Mariazell
Basilika Mariä Geburt
Benedictusplatz 1, 8630 Mariazell
Mariazell © TVB Mariazellerland - www.mariazell.at
Die Basilika Mariä Geburt - Mariazell; Sommer.
Pressebild © TVB Mariazellerland - www.mariazell.at
Die römisch-katholische Basilika von Mariazell ist der wichtigste Wallfahrtsort in Österreich und einer der wichtigsten Europas. In dem im 12. Jahrhundert gegründeten Gnadenort wird ein hölzernes Mariengnadenbild verehrt.

Um 1103 wurde das Gebiet um Mariazell dem Stift St. Lambrecht geschenkt, das dort Mönchszellen gründete, um die ansässige Bevölkerung zu missionieren. Der Legende nach geht die Gründung des Wallfahrtsorts auf den 21. Dezember 1157 zurück. Urkundlich erstmals erwähnt wird Mariazell im Jahr 1243. Ein Marienaltar wurde im Jahr 1266 eingeweiht
Geschichte
Mariazell © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Maria Zell von der Westseite; um 1860.
Graz : A. Leykam's Erben.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Im 14. Jahrhundert entstand eine gotische Kirche mit einem Spitzbogenportal und einem 90 m hohen Turm, dem heutigen Mittelturm. In ihm hängt die größte Glocke der Steiermark aus dem Jahre 1950 mit einem Gewicht von 5702 kg. Das gotische Hauptportal zeigt im Tympanon die dritte Gründungslegende von Mariazell: den Sieg König Ludwigs I. von Ungarn über ein überlegenes türkisches Heer, und die Votivgabe des Königs an die Gottesmutter: das „Schatzkammerbild“.
Mariazell © TVB Mariazellerland - www.mariazell.at
Die Basilika Mariä Geburt - Mariazell; Sommer.
Pressebild © TVB Mariazellerland - www.mariazell.at
1420 und 1474 wurde die Kirche durch Brände beschädigt.
Von 1644 bis 1683 wurde der Kirchenbau von Domenico Sciassia erweitert und barockisiert. Links und rechts des gotischen Turms wurde je ein barocker Turm errichtet, das Langhaus wurde verlängert, verbreitert und im Osten ein Kuppelraum angefügt. Der 1704 geweihte Hochaltar wurde von Johann Bernhard Fischer von Erlach entworfen.
Mariazell © TVB Mariazellerland - www.mariazell.at
Die Basilika Mariä Geburt - Mariazell.
Pressebild © TVB Mariazellerland - www.mariazell.at
In den zwölf Seitenkapellen befinden sich barocke Altäre. Der plastische Schmuck der Orgelempore und des 1737 errichteten Orgelgehäuses stammt vom Wiener Bildhauer Johann Wagner aus dem Jahre 1740. Vor dem Hauptportal befinden sich zwei von Balthasar Moll 1757 angefertigte lebensgroße Bleistatuen. Auf der linken Seite steht der ungarische König Ludwig I., auf der rechten der mährische Markgraf Heinrich. 1907 wurde die Wallfahrtskirche zur Basilica minor erhoben. Sie führt den kirchlichen Titel Nationalheiligtum. Von 1992 bis 2007 wurde sie generalsaniert. Im Wesentlichen gibt es drei Legenden über die Entstehung des Gnadenortes bzw. deren Entwicklung.
Mariazell © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wallfahrt in Mariazell. Vor dem Romanisches Portal der Basilika. ;1954.
Bild: Weber, Harry.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Gründungslegende besagt, dass 1157 der St. Lambrechter Mönch Magnus als Seelsorger in das Gebiet des heutigen Wallfahrtsortes ausgeschickt wurde. Als ihm ein Fels den Weg versperrte, stellte er die mitgebrachte Marienfigur nieder, wodurch sich der Fels spaltete und den Weg freigab. Auf einer Anhöhe in der Nähe ließ er sich nieder, stellte die Marienfigur auf einen Baumstrunk und erbaute darüber eine Zelle aus Holz, die ihm als Kapelle und Wohnraum diente.
Mariazell © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Winteransicht von Mariazell von Nordosten; 1912.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die zweite Legende berichtet von den mährischen Markgrafen Heinrich und seiner Gemahlin, die durch die Hilfe der Muttergottes von Mariazell von schwerer Gicht geheilt aus Dankbarkeit an diesen Ort pilgerten und dort anstelle der hölzernen Kapelle um 1200 eine erste Kirche aus Stein erbauen ließen. Die dritte Legende berichtet von der gewonnenen Schlacht des ungarischen Königs Ludwig I. über ein zahlenmäßig überlegenes türkisches Heer. Aus Dank erbaute er die gotische Kirche und stiftete das ihm im Traum auf die Brust gelegte „Schatzkammerbild“.
Die Gnadenkapelle und das Gnadenbild
Mariazell © TVB Mariazellerland - www.mariazell.at
Mittelteil mit der Gnadenstatue in der Gnadenkapelle der Basilika. Frontalansicht.
Pressebild © TVB Mariazellerland - www.mariazell.at
Die 1690 unter Verwendung älterer Teile erbaute Gnadenkapelle steht noch heute an der Stelle der ersten „Zelle“. In ihr befindet sich das spätromanische Gnadenbild, die Magna Mater Austriæ – auch Glockenmadonna bezeichnet –, eine 48 cm große Skulptur aus Lindenholz.
Wallfahrt
Mariazell © TVB Mariazellerland - www.mariazell.at
Die Basilika Mariä Geburt - Mariazell; Weihnachtsmarkt.
Pressebild © TVB Mariazellerland - www.mariazell.at
Bereits im 12. Jahrhundert sollen Pilger den Weg zum Marienheiligtum gegangen sein. Urkundlich belegt sind größere Pilgerzahlen um das Jahr 1330. Einige weltliche Gerichte verhängten als Sühne für Verbrechen eine „Zellfahrt“. In den folgenden Jahren kamen zunehmend Pilger auch aus den benachbarten Ländern. Für die Habsburger wurde nach der Gegenreformation Mariazell zum Nationalheiligtum.
Mariazell © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Pfarr und Wallfahrtskirche Mariä Geburt, vom Hang von Nord-Ost. Staffage. ;1898.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kaiser Joseph II. löste 1783 alle Bruderschaften in Mariazell auf und verbot 1787 die Wallfahrt völlig. Nach der baldigen Rücknahme der Beschränkungen besuchen derzeit jährlich etwa eine Million Pilger den Wallfahrtsort. Bei der apostolischen Reise des Papstes Benedikt XVI. nach Österreich anlässlich des 850. Gründungsjubiläums des Wallfahrtsortes Mariazell im September 2007 wurde dem Wallfahrtsort die Goldene Rose, eine hohe päpstliche Auszeichnung, verliehen.
Orgeln
Mariazell © TVB Mariazellerland - www.mariazell.at
Die Basilika Mariä Geburt - Mariazell; Winter.
Pressebild © TVB Mariazellerland - www.mariazell.at
In der Basilika befinden sich vier Orgeln.

Das jetzige Gehäuse der sogenannten Wiener Orgel auf der Westempore, mit dem Figurenschmuck Johann Wagners, geht auf den Wiener Orgelbauer Gottfried Sonnholz zurück, der dieses Instrument im Jahre 1739 fertigstellte, währenddessen die alte Orgel aus dem Jahre 1689, die von Christoph Egedacher gestammt hatte, nach Sankt Veit am Vogau kam, dort 1753 aufgestellt wurde und erhalten blieb. Nach Um- und Neubauten in den Jahren 1868, 1912, 1929 und 1957 lieferte die Firma Mathis (Näfels/CH) 2003 ein neues Werk mit 54 Registern auf drei Manualen und Pedal, das im Gehäuse von 1739 Aufstellung fand. Im Zuge dessen wurde auch das Rückpositiv, das beim Umbau 1868 abgetragen worden war, wieder rekonstruiert.
Ebenfalls von Mathis stammt die modern gestaltete Chororgel („Mariazeller Orgel“) an der Nordwand des Kuppelraums, fertiggestellt im September 2000. (2 Manuale, 29 Register). Mit dem Neubau der Hauptorgel wurde 2003 auch ein Generalspieltisch im Kirchenschiff installiert, der es dem Organisten ermöglicht, beide Mathis-Orgeln zusammen zu spielen. Schließlich gibt es noch zwei kleine Orgeln in identen historischen Gehäusen (Johann Georg Schnepfleithner 1752) auf den Seitenemporen, beide wurden von der Firma Pflüger (Feldkirch) 2003 erbaut. („Konrad-Orgel“ I/P/9, „Marien-Orgel“ I/6)
Das Geläut
In dem im gotischen Stil erbauten Mittelturm hängen als Hauptgeläute sieben Glocken in einem mächtigen Holzglockenstuhl. Es ist das größte Geläute der Steiermark.
Eine kleine Glocke („Friedensglocke“) stammte ursprünglich von der Kapelle auf dem Sigmundsberg, sie existiert heute aber nicht mehr.
www.basilika-mariazell.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Basilika_von_Mariazell" der
WIKIPEDIA - Die freie Enzyklopädie
und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz
für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
de.wikipedia.org
Index/Startseite
Orden Übersicht  
Klöster, Stifte u. Abteien
Klostergeschichten  
Kirchen in Österreich  
Geschichte  
Zeittafel
Heilige und Selige  
Fest- und Feiertage  
Gebet und Kirche  
Neue Inhalte  
 
Grabeskirche Jerusalem  
Zentralfriedhof Wien  
Kirchen in Wien:  
Stephansdom  
Virgilkapelle  
Karlskirche  
Ruprechtskirche  
Kapuzinerkirche  
Peterskirche  
Votivkirche  
Maria am Gestade  
Dominikanerkirche  
Franziskanerkirche  
Franz-von-Assisi-Kirche  
Mariahilferkirche  
Jesuitenkirche  
Johann-Nepomuk-Kirche  
Klosterkirche BBW  
Spitalskapelle BBW  
Schottenstift  
Minoritenkirche  
Servitenkirche  
Kirche Maria vom Siege  
Pfarrkirche St. Thekla  
Pfarrkirche St. Brigitta  
Pfarrkirche Oberlaa  
Pfarrkirche Krim  
Heiligenstädter Pfarrkirche  
Pfarrkirche Grinzing  
Kalvarienbergkirche  
Josefskirche  
Karmeliterkirche Wien 2  
Karmeliterkirche Wien 19  
Kirche am Steinhof  
Karl-Borromäus-Kirche  
Wotrubakirche  
Donaucity-Kirche  
Salvatorkirche (Altkath.)  
Niederösterreich:  
Stift Heiligenkreuz  
Stift Melk  
Basilika Maria Taferl  
Othmarkirche Mödling  
Pfarrkirche Bruck/Leitha  
Weissenbach a. d. Triesting  
Martinskirche Drosendorf  
Pfarrkirche Zellerndorf  
Steiermark:  
Dom zu Graz  
Basilika Mariazell  
Basilika Mariatrost  
Benediktinerstift Admont  
Wallfahrtskirche Frauenberg  
Pfarrkirche Liezen  
Pfarrkirche Pürgg  
Pfarrkirche Gröbming  
Pfarrkirche St. Marein  
Pfarrkirche Wenigzell  
Pfarrkirche Maria Lankowitz  
Kärnten:  
Wallfahrtskirche Maria Saal  
Wallfahrtskirche Maria Schnee  
Pfarrkirche Gurk  
Pfarrkirche Heiligenblut  
Pfarrkirche Obermillstatt  
Pfarrkirche Sternberg  
Salzburg:  
Dom zu Salzburg  
Franziskanerkirche  
Basilika Maria Plain  
Maria Kirchental  
Stille Nacht Kapelle  
Dreifaltigkeitskirche  
Pfarrkirche Liefering  
Filialkirche Gois  
Oberösterreich:  
Alter Dom Linz  
Neuer Dom Linz  
Stiftskirche Mattighofen  
Pfarrkirche Hallstatt  
Pfarrkirche Haslach  
Pfarrkirche Spital am Phyrn  
Pfarrkirche Waldzell  
Burgenland:  
Dom zu Eisenstadt  
Basilika Frauenkirchen  
Basilika Güssing  
Basilika Maria Loretto  
Tirol:  
Innsbrucker Dom  
Pfarrkirche Kufstein  
Seekirche Seefeld  
Karlskirche Volders  
Vorarlberg:  
Basilika Rankweil  
Pfarrkirche Lech  
Kirchen in der Slowakei:  
Martinsdom  
St. Elisabeth Kirche  
ALABO - KIRCHENMUSIK
DOMBUCHHANDLUNG FACULTAS - WIEN  
Schott - Tagesliturgie  
Stift Heiligenkreuz - Chant  
Oase des Friedens  
  www.gaube.at - Erhard Gaube
 
design by gaube