Martinsdom
Katedrála svätého Martina
Bratislava
Martinsdom Bratislava © PHB.cz - Fotolia.com
Die Kathedrale des Heiligen Martin (slowakisch Katedrála svätého Martina), auch Martinsdom (slowakisch Dóm svätého Martina) genannt, ist die dem Heiligen Martin von Tours geweihte Kathedrale in der slowakischen Hauptstadt Bratislava. Die im gotischen Stil errichtete Hallenkirche ist das größte Kirchengebäude der Stadt und befindet sich am westlichen Rand der Altstadt, am Fuße des Burghügels. Sie ist seit 2008 die Kathedrale des Erzbistums Bratislava.
Martinsdom Bratislava © Renáta Sedmáková - Fotolia.com
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Deckenfresko
Die Kathedrale ist 69,37 m lang, 22,85 m breit und 16,02 m hoch. Sie besteht aus einem zentralen Kirchenschiff und zwei daran angebauten Seitenschiffen. Der Turm der Kathedrale hat eine Höhe von 85 m und bildete einst einen Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Die Kirche hat vier Kapellen: Die Kanonische Kapelle, die gotische Kapelle der Sophia von Bayern, Witwe des tschechischen Königs Wenzel IV., die St. Anna-Kapelle; und die barocke Kapelle des Heiligen Johannes dem Almosengeber. Das Portal der südlichen Vorkammer ist das älteste erhaltene Beispiel von Renaissance-Architektur in der Slowakei.
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An der Spitze des Kirchturms befindet sich seit 1847 anstelle eines Kreuzes ein vergoldetes Paradekissen mit einer Nachbildung der ungarischen Stephanskrone, um an die Rolle des Martinsdoms als Krönungskirche zu erinnern. Die ebenfalls vergoldete Krone hat einen Durchmesser von rund einem Meter und wiegt über 300 kg. Insgesamt wurden für das Kissen und die Krone rund 8 kg Gold verarbeitet.
Martinsdom Bratislava © Renáta Sedmáková - Fotolia.com
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Oben: Gang in den Katakomben des Martinsdomes.
Unten: Grabplatten von Mikulas Palffy (links) und Kardinal Peter Pazman.
 Da die Kathedrale über einem alten Friedhof entstanden ist, existieren unterhalb der Annakapelle Katakomben bis zu einer Tiefe von sechs Metern. Sie enthalten die Gräber zahlreicher hochrangiger Persönlichkeiten wie kirchliche Würdenträger, Mitglieder der Familie Pálffy oder die Obergespane des Komitats Pressburg. Die letzte Beerdigung fand 1895 statt.
Geschichte
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Der Martinsdom entstand ab dem späten 13. Jahrhundert an der Stelle einer früheren romanischen Kirche und eines Friedhofs. Die Bauarbeiten am zentralen Kirchenschiff zogen sich über Jahrzehnte hin. 1452 fand schließlich die Kirchweihe statt. Danach folgten mehrere Erweiterungen der Kathedrale.
Martinsdom Bratislava © Renáta Sedmáková - Fotolia.com
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1461 bis 1497 wurde das vorhandene Presbyterium durch ein größeres ersetzt (vermutlich ein Werk von Hans Puchsbaum). Ebenfalls im 15. Jahrhundert kamen die St. Anna-Kapelle und die Kapelle der Königin Sophia hinzu. Während der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde der Innenraum der Kathedrale zu einem großen Teil barockisiert.
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Die älteste erhaltene Blei-Skulptur aus dem mittelosteuropäischen Raum kann im Innern des Doms besichtigt werden. Sie zeigt Sankt Martin (von Tours) auf einem Pferd reitend, wie er sich zu einem Bettler hinunter beugt und seinen Mantel zerschneidet, um ihn mit dem armen Mann zu teilen. © Renáta Sedmáková - Fotolia.com
Der Wiener Bildhauer Georg Raphael Donner war von 1729 bis 1732 für den Bau der Elomosynariuskapelle verantwortlich, die dem Heiligen Johannes dem Almosengeber geweiht ist. 1735 schuf er die aus Blei gegossene Reiterstatue des Heiligen Martin von Tours. Sie bildete das Kernstück des neu entstandenen Hochaltars, heute steht sie im östlichen Seitenschiff. 1760 wurde der Turm von einem Blitz getroffen, weshalb er durch einen Neubau ersetzt werden musste. 1835 zerstörte ein Brand den Turm, der 1847 wieder aufgebaut wurde. Ihr heutiges Aussehen erhielt die Kathedrale zwischen 1869 und 1877, als man die barocken Elemente weitgehend entfernte und das Gebäude in den ursprünglichen Zustand im gotischen Stil zurückversetzte.
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Ab 1563 war der Martinsdom die Krönungskirche der Monarchen des Königreichs Ungarn. Er trat an die Stelle der königlichen Basilika in Székesfehérvár, da diese Stadt zwanzig Jahre zuvor vom Osmanischen Reich erobert worden war. Am 8. September 1563 war Maximilian II. der erste ungarische König, der hier gekrönt wurde. Insgesamt fanden bis 1830 die Krönungen von elf Königen und acht Königinnen im Martinsdom statt.
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1893 wurde knapp unterhalb der Kathedrale eine imposante, im maurischen Stil gehaltene Synagoge der jüdisch-neologischen Gemeinde errichtet. Diese wurde 1967 im Zusammenhang mit der Errichtung der Zufahrtsstraße zur Neuen Brücke abgerissen.
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Der Martinsdom von der "Neuen Brücke" (UFO) aus gesehen.
Heute führt eine Stadtautobahn wenige Meter am Dom vorbei. Seit 2002 ist das Gebäude als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung eingestuft. Im Jahr 2010 wurde eine neue Orgel, die Elisabethorgel, eingeweiht. An die Heilige Elisabeth und das Rosenwunder erinnern die Rosen an den Pfeifenfeldern. Gebaut wurde sie von dem deutschen Orgelbauer Gerald Woehl.
Krönungen im Martinsdom:
Martinsdom Bratislava © Renáta Sedmáková - Fotolia.com
Liste der Krönungen im Martinsdom. © Renáta Sedmáková - Fotolia.com
Bratislava wurde zu der Zeit zur Krönungsstadt der ungarischen Könige, als die Székesfehérvár (Stoličný Belehrad) in die Hände der Türken fi el und Ungarn somit um seine Krönungsstadt kam. Das historische Pressburg wurde zur Parlamentsstadt des Königreichs, zum Sitz von König und Erzbischof. Von 1563 bis 1830 wurden im St. Martins-Dom zehn Könige, eine herrschende Königin und acht Ehefrauen der Könige gekrönt. Die einzige herrschende Königin war Maria Theresia aus dem Geschlecht der Habsburger, die am 25. Juni 1741 feierlich im St. Martins-Dom gekrönt wurde. Titel und Krone nahm als erster König Maximilian 8. 9.1563 entgegen. Die letzte Krönung erlebte die Stadt am 28. September 1830 bei der Krönung von Ferdinand V
... Die Krönungen fanden in Pressburg im letzten Drittel des Jahres statt, als es mehrere kirchliche Feiertage gab, was den Krönungen Glanz verlieh und für die Herrscher einen glücklichen Anfang ihrer Herrschaft bedeutete. Im feierlich geschmückten St. Martins-Dom begrüßten den König die kirchlichen und weltlichen Würdenträger, die Vertreter der Stände und die Gesandten. An der Spitze des Krönungszuges hinter dem Kreuz gingen die Priester und hinter ihnen die Magnaten, die die Fahnen der zehn Ländereien, die zu Ungarn gehörten, trugen. Der König wurde vom Primas – dem Erzbischof von Esztergom unter Teilnahme des Palatins, dem Vertreter des ungarischen Adels, gekrönt. Die Krönungsmesse dauerte mehrere Stunden. Nach dem Einleitungsteil der Messe legte der König den Eid ab, dass er die Gesetze, die Gerechtigkeit und den Frieden wahren wird. Danach trat er auf die höchste Stufe des Hauptaltars, die Stefanskrone wurde auf sein Haupt gesetzt, in die rechte Hand das Zepter gegeben und in die linke Hand der Reichsapfel. Nach der Krönung riefen die Anwesenden dreimal: „Vivat Rex! Es lebe der König!“ Es folgten die Hymne TE DEUM und die Messe.
Textauszug: kroenungsstadt_bratislava.pdf
Im St. Martins-Dom gekrönte
ungarische Herrscher und deren Ehefrauen:
Maximilian II.
(8. September 1563)
Maria, Gemahlin von Maximilian II.
(9. September 1563)
Rudolf II.
(25. September 1572)
Matthias
(19. November 1608)
Anna, Gemahlin von Matthias
(25. März 1613)
Ferdinand II.
(1. Juli 1618)
Eleonora, zweite Gemahlin von Ferdinand II.
(26. Juli 1622)
Maria Anna, erste Gemahlin von Ferdinand III.
(14. Februar 1638)
Ferdinand IV.
(16. Juni 1647)
Eleonora, dritte Gemahlin von Ferdinand III.
(6. Juni 1655)
Leopold I.
(27. Juni 1655)
Joseph I.
(9. Dezember 1687)
Karl III.
(22. Mai 1712)
Elisabeth Christine, Gemahlin von Karl III.
(18. Oktober 1714)
Maria Theresia
(25. Juni 1741)
Leopold II
(15. November 1790)
Maria Ludovika, dritte Gemahlin von Franz I.
(7. September 1808)
Karoline Auguste, vierte Gemahlin von Franz I.
(25. September 1825)
Ferdinand V.
(28. September 1830)
Offizielle Seite der St. Martin Kathedrale (slowakisch)
www.dom.fara.sk
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Martinsdom_(Bratislava)" der
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