Minoritenkirche
Italienische Kongregation Kirche Maria Schnee
Minoritenplatz 2a, 1010 Wien
Minoritenkirche - © jomare - Fotolia.com
Minoritenkirche
Die Minoritenkirche ist eine römisch-katholische Kirche am Minoritenplatz im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt. Die Minoritenkirche steht auf dem Minoritenplatz im 1. Gemeindebezirk in Wien. Die U-Bahn-Station Herrengasse hat einen Ausgang zum Minoritenplatz, unmittelbar neben der Kirche.
Geschichte
Minoritenkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Herzog Rudolf und seine Gemahlin Blanka vollenden den Bau der Minoritenkirche.
Feder- und Pinselzeichnung in Braun, laviert, mit Weißhöhungen über Bleistift
von Karl Ruß. Blatt 96 aus dem Zyklus „Bilder zur Geschichte von Wien“.
Die 149 Zeichnungen entstanden zwischen 27. Jänner 1826 und 12. Dezember 1832.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Auch das Portal folgt einem französischen Schema, wie es in Österreich eher selten ist. Der Tympanon ist durch Zirkelschläge in drei Felder unterteilt, wobei im mittleren Feld Christus auf einem Astkreuz dargestellt ist. Links sieht man Maria mit Maria Magdalena und anderen weiblichen Figuren, rechts Johannes den Evangelisten, den Hauptmann Longinus und andere männliche Figuren. Die jeweils äußerste männliche und weibliche Figur könnten Herzog Albrecht II. und seine Gemahlin Johanna von Pfirt darstellen, zumal die männliche Figur einen Herzogshut zu tragen scheint. Die Figuren sind sehr elegant und feingliedrig dargestellt – wohl ein französischer Einfluss und zugleich wichtiges Stilmerkmal der Minoritenwerkstatt, die bis etwa 1360 nachweisbar ist.
Minoritenkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung   Minoritenkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Rechtes Westportal.
Bild: Stauda, August; 1900.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Minoritenkirche um 1950.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Insgesamt repräsentiert die Kirche also eher einen höfisch beeinflussten Stil als die typische Bettelordensarchitektur, was auch dadurch zum Ausdruck kommt, dass sie einen Turm besitzt.
Minoritenkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Winter - Blick über die Dächer der Innenstadt mit der Minoritenkirche. 1963.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
In den folgenden Jahrhunderten blieb die Kirche größtenteils unverändert, nur dass in verschiedenen Kriegen und Belagerungen immer wieder der Turm in Mitleidenschaft gezogen wurde. Während der ersten Türkenbelagerung 1529 wurde die Spitze erstmals zerstört, um 1633 aber wieder aufgebaut. Der Zweiten Türkenbelagerung 1683 fiel die Turmspitze erneut zum Opfer. Das zerstörte Helmdach wurde durch ein Flachdach ersetzt. Eine entscheidende Zäsur kam 1782, als die Minoriten im Zuge der Religionspolitik Josephs II. abgesiedelt wurden.
Minoritenkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Minoritenkirche, Hochaltar. ;um 1870.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Kirche wurde am 3. Juni 1784 Eigentum der Italienischen Kongregation und somit zur italienischen Nationalkirche erklärt und Maria Schnee (Santa Maria Maggiore) geweiht – dieses Patrozinium besteht heute noch. Im Zuge ihrer Aussiedlung brachten die Minoriten das mit einem Christusbild versehene Kreuz über dem Hochaltar nach Wimpassing, so dass es, als es einige Jahrzehnte später zurück nach Wien kam, Wimpassinger Kreuz genannt wurde. Eine Kopie davon hängt heute im Stephansdom. Im Zuge der Neuwidmung wurden auch zahlreiche Umbauten von Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg vorgenommen, die vor allem auf die Beseitigung barocker Zutaten im Inneren abzielten. Trotzdem war es im Endeffekt keine „Regotisierung“, wie dies öfter genannt wurde, da auch Teile des gotischen Kirchenbaus beseitigt wurden – namentlich der Langchor.
Minoritenkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Minoritenkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Rokoko-Anbau an der Nordwest-Ecke.
Gesamtansicht von rechts.
Bild: Stauda, August; 1900.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Minoritenkirche Westfront.
Gesamtansicht von Einmündung der
Abraham-a-Sancta-Clara-Gasse.
Bild: Stauda, August; 1905.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Minoritenkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung   Minoritenkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Aufnahme von links aus Südost (von
Einmündung der Schauflergasse),
dahinter anschließend Turmfront
der Minoritenkirche.
Bild: Stauda, August; 1901.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Aufnahme aus Richtung Kaiserspital
(Südteil) gegen die Südfront der
Minoritenkirche. Häuserblock
schon größtenteils abgebrochen.
Bild: Stauda, August; 1903.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Anfang des 19. Jahrhunderts kam auch eine Mosaikkopie von Leonardo da Vincis Letztem Abendmahl in die Kirche. Sie war von Napoleon in Auftrag gegeben worden, wurde aber wie einige andere Kunstwerke erst nach seinem Sturz beendet und musste von seinem Schwiegervater Kaiser Franz I. gekauft werden. Für seinen ursprünglich vorgesehenen Aufstellungsort im Belvedere erwies sie sich als zu groß, so dass sie letztlich in diese Kirche kam.
Minoritenkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Aufnahme von Ecke Petrarcagasse-Landhausgasse gegen SO: auf den Querflügel des Kaiserspitals und rechts davon die Seitenfront des an die Turmfront der Minoritenkirche angelehnten Hauses Regierungsgasse 10. Am rechten Bildrand Apsis der Minoritenkirche. Bild: Stauda, August; 1901.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Um 1900 fanden die letzten Veränderungen statt, insbesondere der Anbau des chorähnlichen Sakramentshäuschens. Im Zuge des U-Bahn-Baus in den späten 1980er Jahren wurden die Grundmauern der Ludwigskapelle gefunden, die jetzt auf dem Platz nachgezeichnet sind.
Minoritenkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Blick vom Hochhaus in der Herrengasse 6 Richtung Minoritenkirche und Rathaus. um 1937.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
In der Minoritenkirche befindet sich ein Grabmal des Librettisten Pietro Metastasio, der allerdings in der Michaelerkirche beigesetzt wurde. Ebenso ist Margarete von Tirol hier beigesetzt.
Orgel
Die Orgel mit 20 Registern und zwei Manualen hinter einem gotisierenden Prospekt gehört zu den bedeutenden historischen Orgeln Wiens. Sie wurde nach Plänen von Johann Milani und Ferdinand Hetzendorf unter Verwendung der Pfeifen, der Windladen und des Spieltischgehäuses einer 1673 erbauten Vorgängerorgel von Franz Xaver Christoph 1786 gebaut. Sie ist weitgehend im Original erhalten und wurde 1972 von Arnulf Klebel teilrestauriert.
www.minoritenkirche-wien.info
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Wiener_Minoritenkirche" der
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