Missionen
Mission © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Pygmäen und Waldbewohner des Iturigebietes:
Avakubi im Ituriwald: Lehrer mit seiner Schule.
Schebestas Reise 1949-50 ins Ituri-Gebiets in Belgisch Kongo
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Der Begriff Mission leitet sich vom lateinischen „missio“ (Sendung) ab und bezeichnet die Verbreitung des christlichen Glaubens (Evangelium), zu der zunächst jeder getaufte Christ berufen ist. Besonders wird diese Aufgabe entsandten Missionaren („Sendboten“) zugeschrieben. Mission ist als allgemeiner christlicher Auftrag zu verstehen, richtet sich aber oft auf bestimmte Gebiete oder Zielgruppen und verfolgt das Ziel, Menschen mit der Botschaft Jesu Christi (vgl. u.a. →Gottesliebe, Nächstenliebe, Feindesliebe, Barmherzigkeit, Frieden) in Berührung zu bringen, um ihnen zu ermöglichen, sich durch persönliches Hinwenden zu Jesus Christus zu bekennen, als ein Angebot für gelingendes, sinnerfülltes Leben. Die Entsendung und finanzielle Unterstützung von speziellen Missionaren geschieht durch eine kirchliche Institution, ein überkonfessionelles Missionswerk, eine einzelne christliche Gemeinde oder den persönlichen Freundeskreis der Missionare.

Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde.
Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern;
tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.
Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
(Mt 28,18-20).

Die christliche Missionstätigkeit gründet sich auf Passagen der Bibel, insbesondere den Missionsbefehl des Auferstandenen − Jesus Christus – an die Apostel. Bei Markus heißt es: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. (Mk 16,15f. EU). Solch ein Missionsauftrag findet sich in sämtlichen Evangelien sowie in der Apostelgeschichte (Mt 28,18-20; Lk 24,46-48; Joh 20,21; Apg 1,8). Die Grundlage für den Auftrag zur christlichen Mission beschränkt sich jedoch nicht auf die neutestamentlichen Schriften.
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Mission Kabgayi
Schebesta, Paul; 1929 - 1930
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Bereits im Alten Testament findet die christliche Theologie Aussagen, die den universalen Anspruch der Offenbarung Gottes betonen – dass Gottes Botschaft und Liebe nicht nur dem Volk Israel, sondern der gesamten Menschheit gilt. So wird die Anrede Gottes an Abraham, welche die ganze Menschheit erwähnt, im Christentum im Kontext des Missionsbefehls gelesen: „Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen“ (1 Mo 12,3 nach der Einheitsübersetzung).
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Mission Boroma; Schwesterntrakt.
Portugiesisch-Sambesi - Pygmäen; 1929 - 1930
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Die Ausbreitung des christlichen Glaubens erfolgte rasch: Um 55 n.Chr. war ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung in Ephesus Christen, so dass die unter Absatzrückgang leidenden Silberschmiede gegen Paulus protestierten (Apg 19,23-29), und Paulus kontaktierte die Gemeinde in Rom, weil er ihre Unterstützung für eine Mission in Spanien wollte, denn er hatte im Oströmischen Reich kein Arbeitsfeld mehr (Röm 15,18-24). Im Europa des 6. bis 8. Jahrhunderts wurde die Ausbreitung des Christentums besonders durch die keltisch-irische und die angelsächsische Mission vorangetrieben. Ursprünglich eingeleitet von Gregor dem Großen waren in der Folgezeit verschiedene Einzelpersonen prägend, wie z. B. Kolumban der Jüngere, Gallus, Kilian, Willibrord und Bonifatius. Im Christlichen Orient waren einige katholische Orden (z. B. Zisterzienser, Benediktiner) während der Zeit der Kreuzzüge tätig. Einige Niederlassungen so wie z. B. das Kloster Balamand legen Zeugnis über die Präsenz der Zisterzienser im 12. Jahrhundert im heutigen Libanon ab.
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Mission Sarmet, Kalifornien
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Im spanischen Kolonialreich und den portugiesischen Kolonien nimmt die Missionierung der indigenen Bevölkerungen in Amerika, Asien und Afrika einen wichtigen Platz in der allgemeinen Kolonialpolitk ein. In Mexiko betätigen sich seit den frühen 1520er Jahren Missionare der Franziskaner (OFM) an der Missionierung. Später kommen auch weitere katholische Orden (Augustiner-Eremiten und Dominikaner) hinzu. Besonders bekannt wird die Mission der Jesuiten in Paraguay. Sie sind aber auch in anderen Teilen des spanischen Kolonialreichs tätig: Besonders in den heute zu Bolivien gehörigen Regionen Mojos und Chiquitos, in Chile auf der Insel Chiloé, im Amazonasgebiet (hier besonders an den Oberläufen des Amazonas), besonders aber im Nordosten von Mexiko, bei den Pima und Seri, werden jesuitische Missionarsgebiete gegründet. In der Historiographie ist umstritten, wie stark diese Gebiete vom eigentlichen Kolonialsystem unabhängig waren. Sowohl die Jesuiten als auch die anderen Orden waren in abgelegenen Gebieten tätig, welche zum Teil noch nicht von den Kolonialmächten kontrolliert wurden. So arbeiteten die Dominikaner beispielsweise am Orinoko (auch Alexander von Humboldt weist auf ihre Arbeit hin). Wie ambivalent das Verhältnis von Mission und Kolonisation zu beurteilen ist, wird an dem Beispiel von Bartolomé de Las Casas (1484-1566) deutlich. Zwar ist er ein vom spanischen Staat entsandter katholischer Missionar, entwickelt sich aber zu einem der profiliertesten Gegner der Ausbeutung der Indios.
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Mission Beira, Innenhof.
Portugiesisch-Sambesi - Pygmäen; 1929 - 1930
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Die Jesuiten waren auch im Kolonialreich einer anderen wichtigen katholischen Kolonialmacht, Frankreich tätig. Besonders bekannt ist ihre Arbeit unter den Irokesen und Huronen in Kanada. Zu den bekannten Märtyrern zählen Johannes de Brébeuf und sieben seiner Gefährten, deren Geschichte im Spielfilm Black Robe verarbeitet ist.

Neben den Gebieten in Amerika, waren die Missionsorden auch auf den Philippinen tätig. Besonders auf der Hauptinsel Luzon, aber auch auf Jolo, Mindanao und Zebu finden sich Jesuiten, Augustiner und Dominikaner. In anderen Teilen Asiens hatten sie weniger Erfolg.
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Mission Amatonga.
Portugiesisch-Sambesi - Pygmäen
Schebesta, Paul; 1929 - 1930
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Ein wichtiges Gebiet der katholischen Mission wurde im 19. Jahrhundert Afrika. Neben den Jesuiten betätigten sich beispielsweise die Weißen Väter, zunehmend aber auch – nach protestantischem Vorbild – katholische Laiengesellschaften an der Missionierung.

Im Christlichen Orient gab es ab dem 16. Jahrhundert eine Welle der Missionierung durch mehrere katholische Orden, die von Armenien bis Sudan (Comboni-Missionare) und vom Libanon (Jesuiten, Franziskaner) sowie Anatolien bis Iran tätig waren. Sie gründeten meist Schulen (1875 eine Universität Saint Joseph im heutigen Libanon) und Krankenhäuser.
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Mission San Salvador do Congo.
Otto, Habsburg-Lothringen
In Hemd mit aufgekrempelten Ärmeln. Zusammen mit der Schwester Oberin
und anderen in der katholischen Mission in San Salvador do Congo.
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Die Missionierungen führten meist zu neuen Kirchengründungen bzw. Abspaltungen von den orthodoxen bzw. altorientalischen Kirchen: (syrisch-katholische, griechisch-katholische (Melkiten), armenisch-katholische (Mechitaristen), katholisch-koptische Kirchen, den sogenannten unierten Kirchen) oder katholischen Ostkirchen und zu Versuchen der Latinisierung z.B. bei den Maroniten.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Mission_(Christentum)" der
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