Morgenländisches Schisma
Hagia Sophia © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Hagia Sophia in Konstantinopel (Istanbul), Türkei; um 1900.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bis zur Mitte des 9. Jahrhunderts waren die östliche und die westliche Kirche trotz aller dieser Unterschiede in voller Kommunion miteinander. Zu einem ersten ernsten Konflikt kam es 862. Papst Nikolaus I. berief ein Konzil 862 in Rom ein, das Patriarch Photios von Konstantinopel absetzte und vermittelte diesen Entscheid im Ton eines absoluten Herrschers nach Konstantinopel, wo er von Patriarch und Kaiser ignoriert wurde. Photios engagierte sich sehr in der Slawenmission – er sandte Kyrill und seinen Bruder Methodius, die beiden Slawenapostel, nach Mähren. Zum Konflikt zwischen ihm und Rom kam es, als Papst Nikolaus I. in Mähren fränkische Missionare unterstützte, die das Glaubensbekenntnis mit dem in Spanien eingeführten Filioque lehrten – bisher war Rom in der Filioque-Frage neutral oder sogar dagegen gewesen. Photios, ein brillanter Theologe, konterte mit einer scharfen Enzyklika und berief ein Konzil in Konstantinopel ein, wo Nikolaus exkommuniziert wurde.

Es hatte weitere Zäsuren zwischen Ost- und Westkirche gegeben, u.A.:
angeblich bei der Begründung des ostfränkisch-deutschen Kaisertums
durch Otto I. (962),
dann beim „Schisma der beiden Sergioi“, Papst Sergius IV. (1009–1012)
und Patriarch Sergios II. (1001–1019), in den Jahren 1011/1012.

Zum Bruch kam es, als die Normannen über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten im 11. Jahrhundert das bisher byzantinische und großteils griechischsprachige Süditalien eroberten. Papst Leo IX. versprach dem byzantinischen Gouverneur der Provinz Hilfe, unter der Bedingung, dass die bisher östlichen Kirchen dieses Gebiets den westlichen Ritus übernehmen sollten. Der Gouverneur war einverstanden, der Klerus in keiner Weise. Der herrisch auftretende Kardinal Humbert von Silva Candida, führender Theoretiker einer absoluten Papstherrschaft, wurde als Gesandter nach Konstantinopel geschickt. Er versuchte jedoch gar nicht den Konflikt beizulegen: er bestritt den Titel des ökumenischen Patriarchen, bezweifelte die Gültigkeit seiner Weihe, beschimpfte einen Mönch der die östlichen Bräuche verteidigte, usw. Am Ende legte Humbert am 16. Juli 1054 eine Bulle mit der Exkommunikation von Kerullarios und weiteren orthodoxen Klerikern auf den Altar der Hagia Sophia. In dieser Bulle wird die orthodoxe Kirche als „Quelle aller Häresien“ bezeichnet. Nach der schnellen Abreise Humberts wurden dieser und seine Begleiter seinerseits von Kerullarios und einem Konzil exkommuniziert (Humbert und Begleiter, nicht der Papst). Die übrigen östlichen Patriarchen stellten sich klar auf die Seite von Konstantinopel und wiesen die Ansprüche Roms ebenfalls zurück.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Kirchengeschichte" der
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