Kongregation der Missionarinnen der Nächstenliebe
Missionaries of Charity (Mutter-Teresa-Schwestern)
Ordenskürzel: MC
Mutter Teresa (Agnes Gonxhe Bojaxhiu).
© Maasburg/Missio - www.missio.at
Die Missionarinnen der Nächstenliebe sind ein Frauenorden in der römisch-katholischen Kirche, der von Mutter Teresa (Agnes Gonxhe Bojaxhiu) mit zwölf Schwestern in Kalkutta gegründet wurde. Wie in allen katholischen Orden verpflichten sich die Mitglieder, nach den Evangelischen Räten ein Leben in Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam zu führen. Die Ordensgründerin Bojaxhiu trat mit 18 Jahren in den irischen Zweig der Loretoschwestern ein. Die Ordensschwestern engagierten sich damals besonders im Unterrichtswesen in Indien. 1928 übernahm sie ihre erste Tätigkeit in Bengalen und legte in Kalkutta ihre Profess ab.
Mutter Teresa  mit Leo Maasburg beim Gespräch am Flughafen Wien.
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Bis 1945 arbeitete sie dort als Lehrerin und begann dann mit der Krankenpflege und Fürsorge für die Ärmsten in Kalkutta. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde die neue Kongregation päpstlichen Rechts Mutter Teresas 1950 von der Kirche anerkannt. Am 1. Februar 1965 erteilte Papst Paul VI. dem Orden das Decretum Laudis. Der Orden leistet Dienst an den Ärmsten der Armen und ist nahezu auf der ganzen Welt verbreitet.
Mutter Teresa Schwestern - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Mutter Teresa Schwestern.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Mehr als 5000 Schwestern arbeiten in 133 Ländern, der Orden unterhält 710 Häuser. Darunter sind Heime für Sterbende, Lepra- oder Aidskranke, Obdachlose und Kinder. Kandidatinnen, die in den Orden eintreten wollen, müssen zwischen 18 und 35 Jahre alt sein. Sie durchlaufen eine sechsmonatige Prä-Aspiration, dann eine Aspiration (Kandidatur), die ebenfalls ein halbes Jahr dauert. Es schließt sich ein einjähriges Postulat an, danach wird die Kandidatin Novizin. Das Noviziat dauert zwei Jahre, dann folgt die Ablegung der einfachen Gelübde, d. h., die (zunächst zeitliche) Bindung an den Orden.
Mutter Teresa Schwestern
Niederlassung Fünfhaus
Mariahilfer Gürtel 11, 1150 Wien
Nächstenliebe. Die Seele der Mission
Mutter Teresa mit Sterbenden.
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(…) Jeder Einzelne von uns wird von Gott und seiner Kirche gesandt. Um was zu tun? Um seine Liebe unter den Menschen zu sein. Um den Menschen seine Liebe und Barmherzigkeit zu bringen. (…)
Zu lieben und geliebt zu werden
In Melbourne lasen die Schwestern einen Mann von der Straße auf. Er war Alkoholiker, hatte keinen Namen, keine Arbeit, nichts, ein echter Stadtstreicher also. Nach einer Woche ging er zur Schwester und sagte: „Jetzt geht‘s mir wieder gut und ich kehre nach Hause zurück. Ich werde niemals wieder Alkohol trinken. Mir ist klar geworden, dass Gott mich liebt.“ Er kehrte also zu seiner Frau, seinen Kindern und seiner Arbeit zurück. Nach einem Monat war er wieder bei den Schwestern und zwar mit seinem ersten Gehalt. Er sagte: „Verwenden Sie dieses Geld, um anderen, die so sind wie ich es war, Gottes Liebe zu zeigen.“ Einmal trat ein Mann ins Nirmal Hridoy, das Heim für sterbende Mittellose in Kalkutta, ein. Er marschierte schnurstracks in die Station hinein. Ich war da. Nach einer Weile kam er wieder zurück und sagte zu mir: „Ich kam mit Hass erfülltem Herzen hierher. Ich hasste Gott und die Menschen. Ich kam leer, ohne Glauben, verbittert hierher. Dann sah ich, wie eine Schwester sich hingebungsvoll um einen Patienten kümmerte. Da wurde mir bewusst, dass Gott immer noch liebt. Ich gehe als neuer Mensch von hier weg. Ich glaube, dass es einen Gott gibt und dass er uns immer noch liebt.“
Mutter Teresa Schwestern - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Mutter Teresa Schwestern.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
In Äthiopien sagte uns der apostolische Delegierte (…): „Ich danke euch im Namen des Heiligen Vaters, denn durch eure Anwesenheit sorgt ihr dafür, dass die ganze Kirche hier versammelt ist.“ Wir sorgen für die Präsenz der Kirche, indem wir die frohe Botschaft verkünden. Was ist diese frohe Botschaft? Sie ist die: dass durch jeden Einzelnen von uns Gott die Welt noch liebt. Du bist die frohe Botschaft Gottes; du bist Gottes Liebe in Taten umgesetzt. Durch dich liebt Gott die Welt noch immer. Jeder, der einmal mit uns in Kontakt kommt, muss sich dadurch verändern, muss ein besserer Mensch werden. Wir müssen Gottes Liebe ausstrahlen. (…)
Jesu Liebe bis zum Kreuz.
Mutter Teresa im Sterbehaus.
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Jesus identifizierte sich mit den Armen ab dem Moment, in welchem er seinen Vater verließ, bis zum Augenblick seiner Rückkehr und vor allem während seiner Passion und seines Todes am Kreuz. Er wurde zum Ärmsten der Armen – der Hungrige, Durstige, Nackte, Kranke, Fremde, Gefangene. Am Kreuz offenbarte Jesus das Ausmaß wahrer Liebe. Um wahr zu sein, muss Liebe schmerzen. (…) Betrachten wir das Kreuz, dann sehen wir, wie sehr uns Jesus damals liebte. (…) In der Nacht vor seinem Tod hinterließ uns Jesus sich selbst in der Eucharistie in der Gestalt von Brot und Wein. So ist er auch, allerdings auf ganz andere Art und Weise, in der traurigen Gestalt der Armen zugegen. Und er gab uns ein neues Gebot: „Liebt einander, so wie ich euch liebte.“ Um uns dieses Lieben zu erleichtern, sagte er: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, habt ihr mir getan.“ (…) Ich nenne dies das Evangelium auf fünf Fingern, in fünf Worten: You did it to me. (…) Auf deinen fünf Fingern hast du deine Liebe zu Jesus. Der heilige Johannes sagt uns: „Wenn einer sagt, ‚Ich liebe Gott’, aber seinen Bruder hasst, dann lügt er. Einer, der den Bruder nicht liebt, den er gesehen hat, kann nicht den Gott lieben, den er nicht gesehen hat.“ Schau dir deine Finger oft an – und erinnere dich an diese Liebe.
Jesus in der Eucharistie und in den armen
Mutter Teresa packt nach dem Erdbeben in Armenien an.
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Bei jeder heiligen Kommunion stillt Jesus meinen Hunger nach ihm und macht sich dann zum Hungrigen, um seinen Hunger nach meiner Liebe – nach Seelen – zu stillen. Wir dürfen die Armen und die Eucharistie niemals trennen. Die Armen und die Eucharistie sind eins. Die eine existiert ohne die anderen nicht. Wenn wir wirklich glauben, dass er, Jesus, tatsächlich in der Gestalt des Brotes anwesend ist und dass er, Jesus, tatsächlich in den Hungrigen, Nackten, Kranken, Einsamen, Ungeliebten, Obdachlosen, Hoffnungslosen ist – wird unsere Liebe mit diesem tiefen Glauben an Jesus, an das Brot des Lebens, das mit und für die Armen gegessen werden muss, immer enger verwoben. Pater Gavric sj erzählte mir folgende Geschichte: „Ein muslimischer Mulvi [islam. Rechtsgelehrter] stand neben mir und schaute zu, wie eine Ordensfrau einem Leprakranken liebevoll die Wunden verband. Sie sagte nichts, machte aber etwas.“ Der Mulvi wandte sich P. Gavric zu und sagte: „‚Jahrelang glaubte ich, Jesus sei ein Prophet, aber heute weiß ich, dass er Gott ist, weil er so viel Liebe in die Hände dieser Ordensfrau gelegt hat.’ Jene Ordensfrau weiß bis heute nicht, dass sie durch ihr Tun Jesus in das Leben dieses Mannes brachte. Heute wandelt Jesus durch die Welt in mir und dir und durch uns und tut Gutes.“ Unsere Berufung als Missionare ist so wunderschön und so großartig. Wie glücklich würden sich die Menschen schätzen, hätten sie die Chance, dem König dieser Welt persönlich zu dienen. Und da sind wir – wir können, alle Tage unseres Lebens, Christus, den König der Könige anfassen, lieben und dienen. Eine junge Aspirantin, nachdem sie drei Stunden lang einen Mann von der Straße gewaschen hatte, sagte mit einem strahlenden Lächeln: „Mutter, ich habe drei Stunden lang den Leib Christi berührt.“
Menschenwürde durch Gottes Liebe
Jubelnde indische Kinder.
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Den Armen steht unsere vorrangige Aufmerksamkeit zu, ungeachtet ihrer moralischen oder persönlichen Umstände. Sie sind nach dem Abbild Gottes erschaffen, um seine Kinder zu sein. Dieses Abbild ist jedoch verschleiert und sogar vergewaltigt worden. Aus diesem Anlass ist Gott zu ihrem Verteidiger geworden und er liebt sie. (…) Jeder Mensch wird nach dem Abbild Gottes erschaffen und ist durch die Fleischwerdung Christi mit allen anderen Menschen verbunden. Als ich mit meiner Arbeit anfing, bemerkten einige, dass die Kirche nicht aus Müll besteht. Damit meinten sie die Armen, Kranken, Sterbenden, Behinderten, Obdachlosen usw. Inzwischen scheint jeder sich für jene einzusetzen, die früher als Müll betrachtet wurden. Ja, die Armen verdienen Respekt und Menschenwürde. Der Mensch kann sich seiner eigenen Würde nicht bewusst werden, bis er Liebe erfahren hat. Da fällt mir ein Mann ein, der im Nirmal Hridoy verstarb: „Wie ein Tier habe ich auf der Straße gelebt, aber ich werde wie ein Engel sterben, geliebt und umsorgt.“ (…) Das Ziel unserer Missionstätigkeit ist es, die Armen Jesus zu bringen und Jesus den Armen zu bringen. (…)
Engagement braucht Armut

© Maasburg/Missio - www.missio.at
Um Jesus in der Gestalt der Armen zu sehen, müssen wir reinen Herzens sein, denn ein reines Herz kann Gott sehen. Diese Reinheit bedeutet, dass unser Herz von jeder Selbstsucht, von jeder Sünde befreit werden muss. Wenden wir unseren Blick von uns selbst, von den eigenen Interessen, Rechten, Privilegien und Ambitionen ab, so öffnet sich der Blick auf Jesus um uns herum. Unreinheit ist immer da, wenn wir stolz oder verbittert sind, uns unbarmherziger Gedanken, Worte oder Taten bedienen, wenn wir unversöhnlich, eifersüchtig oder von irdischem Reichtum blockiert sind. Die Zeitgenossen Jesu lehnten ihn ab, weil seine Armut ihren Reichtum bedrohte. Jesus wurde von seinem Vater den Armen gesandt, und um sie verstehen zu können, musste Jesus diese Armut mit Leib und Seele spüren und kennen lernen. Wollen wir wahre Boten der Liebe Gottes sein, müssen auch wir Armut erleben. Um den Armen die frohe Botschaft verkünden zu können, müssen wir wissen, was Armut ist. Gebet reinigt das Herz und ein reines Herz kann Gott sehen. (…)
Hunger wonach?
Mutter Teresa mit einem Baby.
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Machen wir uns nichts vor – der Hunger ist nicht bloß nach einem Bissen Brot. Der Hunger der heutigen Zeit ist viel größer: Nach Liebe – also erwünscht, geliebt und umsorgt zu werden, jemand zu sein. Es gilt, jene zu ernähren, die nicht nur nach Essen, sondern auch nach dem Wort Gottes hungern; jenen zu trinken zu geben, die nicht nur nach Wasser, sondern nach Frieden, Wahrheit und Gerechtigkeit dürsten; den Obdachlosen ein Zuhause zu geben, nicht nur ein Haus aus Ziegeln, sondern auch ein Herz, das versteht, das hütet, das liebt. Es gilt, die Kranken und Sterbenden zu pflegen und nicht nur jene, die körperliches Leid erfahren, sondern auch jene, die geistig und seelisch leiden.
Die konkrete Person ist wichtig
Massenaktionen sind meiner Meinung nach unangebracht. Uns ist das Individuum wichtig. Um eine Person lieben zu können, muss man ein enges Verhältnis zu ihr aufbauen. Wenn wir warten, bis wir eine gewisse Anzahl haben, werden wir uns in den Zahlen verlieren und werden niemals imstande sein, der Einzelperson die nötige Liebe und Achtung entgegenzubringen. Ich glaube an Person zu Person. Für mich ist jeder Mensch Christus, und da es nur einen Jesus gibt, gibt es in dem Augenblick nur eine einzige Person auf der Welt. (…) Der Becher Wasser, den du einem Kranken reichst, die Art, in welcher du einen Sterbenden hebst, die Art, in welcher du ein Baby fütterst, die Art, in welcher du ein unwissendes Kind unterrichtest, die Freude im Lächeln, das du den Deinigen zuhause gewährst – das alles ist Gottes Liebe in der Welt von heute. Ich will euch das einprägen: Durch dich und durch mich liebt Gott die Welt heute noch. Wir dürfen keine Angst haben, Gottes Liebe überall erstrahlen zu lassen. (…)
Nächstenliebe fängt heute an!
Mutter Teresa mit Kindern in Wien.
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So wie wir Jesus in der Eucharistie und in seinen Armen vorfinden, sind wir berufen, anderen zu helfen, ihn dort zu finden. (…) Es sind Werke der Nächstenliebe, die die Seele aller missionarischen Tätigkeit erkennen lassen: die Liebe, die Triebfeder der Mission war und bleibt und zugleich das einzige Kriterium für die Entscheidung ist, was gemacht oder unterlassen, was verändert oder belassen wird. Sie ist das Prinzip, das jede Tätigkeit lenken muss, und der Zweck, den diese Tätigkeit erfüllen muss. Handeln wir aus Nächstenliebe oder werden wir durch Nächstenliebe inspiriert, ist nichts unschicklich und alles gut. (…) Nächstenliebe fängt heute an. Heute leidet jemand, heute lebt jemand auf der Straße, heute hat jemand Hunger. Unsere Arbeit gilt heute. Gestern ist schon vorbei, morgen noch nicht da. Heute? Wir haben nur heute, um Jesus zu verkünden, zu lieben, zu dienen, zu ernähren, zu kleiden, ihm Obdach zu geben. Heute – wir dürfen nicht auf morgen warten. Vielleicht gibt es gar keinen Morgen. Wenn wir ihnen nicht zu essen geben, werden wir sie morgen nicht haben.
Aus dem Englischen übersetzt von Neil Perkins (Missio.at).
erstellt von: Mutter Teresa
Auszugsweise aus
Mutter Teresa
Mutter Teresa beim Briefe beantworten.
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Mutter Teresa (gebürtig Anjezë (Agnes) Gonxha Bojaxhiu [ˈaɲɛzə gonˈʤa bɔˈjaʤju]; * 26. August 1910 in Üsküb, Osmanisches Reich (heute Skopje, Mazedonien); † 5. September 1997 in Kalkutta, Indien) war eine Ordensschwester und Missionarin albanischer Herkunft, die die indische Staatsbürgerschaft besaß. Weltweit bekannt wurde sie durch ihren Dienst und ihre Hilfe an Arme, Obdachlose, Kranke und Sterbende, für die sie 1979 den Friedensnobelpreis erhielt. In der katholischen Kirche wird Mutter Teresa als Selige verehrt. Mutter Teresa wurde am 26. August 1910 als Anjezë (Agnes) Gonxha Bojaxhiu in Üsküp (heute Skopje) im Osmanischen Reich, auf dem Gebiet des heutigen Mazedonien, geboren. Gonxha (das albanische Wort für „Blütenknospe“) wuchs als Kind einer wohlhabenden katholischen albanischen Familie auf. Ihr Vater Nikollë Bojaxhiu, ein Kaufmann, stammt ursprünglich aus der Mirdita, einer Region im Norden Albaniens und lebte viele Jahre in Prizren, und ihre Mutter Drane (geb. Bernai) aus Novosella, einem Dorf im Landkreis Gjakova im Kosovo. Ihre Schulausbildung erhielt Gonxha an einer katholischen Mädchenschule in Shkodra. Als sie acht Jahre alt war, starb ihr Vater überraschend; sie widmete sich daraufhin noch mehr dem Glauben. Schon im Alter von zwölf Jahren entschied sie sich für ein Leben als Ordensfrau und bat im Alter von 18 Jahren um die Aufnahme ins Noviziat der Loretoschwestern. Die Sisters of the Blessed Virgin Mary, ein irischer Zweig der Englischen Fräulein (IBMV), engagierten sich damals besonders im Unterrichtswesen in Bengalen. Zunächst wurde sie ins Mutterhaus der Loretoschwestern nach Irland geschickt, aber nach nur zwei Monaten dort nach Bengalen gesandt. In Kalkutta legte sie die Profess ab und war dort siebzehn Jahre in der St. Mary’s School tätig, wo sie erst als Lehrerin, dann als Direktorin wirkte.
Mutter Teresa  mit Leo Maasburg beim Interview.
© Maasburg/Missio - www.missio.at
Auf einer Fahrt durch Kalkutta verspürte sie am 10. September 1946 beim Anblick eines Kruzifixes die Berufung, den Armen zu helfen. In ihrem Tagebuch schilderte sie dieses Erlebnis als mystische Begegnung mit Jesus, der sie mit den Worten „Mich dürstet“ dazu aufforderte, ihm in den Ärmsten der Armen zu dienen. Sie suchte um Erlaubnis nach, die Klausur der Loretoschwestern für dieses Apostolat einstweilig zu verlassen, erhielt diese aber erst zwei Jahre später. Mutter Teresa wurde zunächst exklaustriert, d. h. sie konnte die Klausur verlassen, blieb aber Ordensfrau. Fortan lebte Mutter Teresa in Kalkutta, wo sie zunächst als einzelne Ordensfrau wirkte, bis sich ihr einige frühere Schülerinnen anschlossen. Ein berühmtgewordenes Porträt der Zeitschrift Life brachte ihr den Beinamen „Heilige der Gosse“ ein.

"Mutter Teresa war immer ganz ungekünstelt und sehr nett. … Ich habe sie … im Jahre 1929 kennengelernt. Damals hatte sie nichts Besonderes an sich. Sie war einfach ein schlichtes, normales Mädchen. Sehr sanftmütig, voller Frohsinn. Hatte an allem, was passierte, ihren Spaß. Zu dieser Zeit gab es nichts, was darauf hindeutete, daß sie Loreto jemals verlassen würde, absolut gar nichts. Wir hätten niemals gedacht, dass sie einmal soviel erreichen würde.“
Sr. Marie-Thérèse Breen: Mutter Teresa, Biographie von Navin Chawla

Mutter Teresa hatte 1947, kurz nach der Unabhängigkeit Indiens, die indische Staatsbürgerschaft angenommen. Sie sprach damals schon fließend Bengali. 1950 gründete sie die Gemeinschaft der Missionarinnen der Nächstenliebe, die nach den evangelischen Räten lebten. Später erhielt die Ordensgemeinschaft die päpstliche Approbation. Die Ordensgemeinschaft kümmert sich um Sterbende, Waisen, Obdachlose und Kranke, ihr besonderes Engagement liegt jedoch in der Betreuung von Leprakranken.

Mutter Teresa starb am 5. September 1997. Am 13. September 1997 wurde sie in Kalkutta mit einem Staatsbegräbnis beerdigt und unter großer Anteilnahme der Weltöffentlichkeit auf ihren Wunsch hin in dem von ihr gegründeten Kloster beigesetzt. Der Seligsprechungsprozess begann im Juni 1999 mit besonderer Erlaubnis von Papst Johannes Paul II., da ein solches Verfahren üblicherweise frühestens nach fünf Jahren eingeleitet wird. Das bis dahin kürzeste Seligsprechungsverfahren der Neuzeit endete mit der Seligsprechung Mutter Teresas am 19. Oktober 2003. Ihr Gedenktag in der Liturgie der römisch-katholischen Kirche ist der 5. September.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Mutter_Teresa" der
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