Stift Ossiach
Ehemaliges Benediktiner-Stift
Ossiach 1, 9570 Ossiach
Stift Ossiach © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kloster von Osten.
Stift Ossiach © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Stift Ossiach ist ein ehemaliges Benediktiner-Stift am Südufer
des Ossiacher Sees in Kärnten.
Geschichte
Stift Ossiach © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ehemaliges Stift Ossiach: Kirche und Kloster. Ende 17. Jahrhundert,
von Valvasor 1688. Kupferdruck.
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Das Gebiet des Ossiacher Sees gehörte zu den Gebieten, die 878 von König Karlmann als Hof Treffen dem Kloster Ötting geschenkt wurde. Lange Zeit hat man angenommen, dass sich die Schenkung auf das Kloster Ossiach bezieht; man glaubte daher, im König des Gründer des Stiftes Ossiach erkennen zu können. Auch als man später die Fehlinterpretation der Urkunde von 878 erkannte, hielt man an einer entsprechend frühen Gründung des Stiftes fest. Ausgrabungen deuten ebenfalls darauf hin, dass sich hier bereits vor der Ansiedlung der Benediktiner eine Kirche befand.

Ende des 10. Jahrhunderts kam der Hof Treffen an den Bischof von Passau, später an Kaiser Heinrich II.. Dieser übertrug den Hof an den Grafen Ozi. Über die Entstehung des Klosters ist wenig bekannt, da keine Urkunden überliefert sind. Die Gründung erfolgte kurz vor 1028 durch Ozi und seine Gemahlin Glismod (je nach Quelle auch Irenburg genannt). Die ersten Mönche sollen aus dem bairischen Kloster Niederaltaich gekommen sein. Erster urkundlich belegter Abt war Wolfram, ein Mönch aus Niederaltaich. Der Name des Stiftes leitet sich jedoch nicht vom Gründer ab, der auch als Ozzius bezeichnet wird, sondern von der slowenischen Bezeichnung für die Gegend, osoje, was „Die von der Schattseite“ bedeutet.

Das Stift Ossiach war zuerst ein Familienkloster nach Eigenkirchenrecht. Über dieses konnte der Stifter selbst frei verfügen. Ozi hatte zwei Söhne, Ozi II. und Poppo. Letzterer war Patriarch von Aquileja. Er versuchte, das Stift, das im salzburgisch beeinflussten Teil Kärntens lag, unter den Einfluss seines Patriarchats zu stellen. Dies wurde ihm 1028 von Kaiser Konrad II. bestätigt. Diese Stellung Ossiachs als Eigenkloster Aquilejas blieb bis in das 13. Jahrhundert aufrecht.
Stift Ossiach © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ehemaliges Stift Ossiach: Kirche und Kloster von der Rückseite.
Von Johann Weikhart Valvasor, 1688.
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Der zweite Abt von Ossiach war Teuzo, der aufs Engste mit der Boleslaus-Legende verbunden ist. Nach dieser Legende soll der polnische König Boleslaus II. nach der Ermordung Bischof Stanislaus' in Ossiach als „stummer Büßer“ unerkannt gelebt haben und sich erst am Totenbett dem Abt zu erkennen gegeben haben. Diese Version mit der Flucht nach Kärnten kam im 15. Jahrhundert bei polnischen Geschichtsschreibern auf. Ob Boleslaus tatsächlich in Ossiach gelebt hat, ist nicht geklärt. Sein angebliches Grab liegt an der Nordmauer der Kirche. Graböffnung und weitere Grabungen im 19. und 20. Jahrhundert konnten hier keine Klarheit schaffen. Das Grabdenkmal ist seit dem 16. Jahrhundert Gegenstand der Boleslaus-Verehrung, besonders durch polnische Pilger. Kaiser Franz Joseph I. hat am Grab 1856 einen Kranz niedergelegt. Das Kronland Galizien und Lodomerien hat 1905 für die Stiftskirche Glasfenster auf der Orgelempore gestiftet. Noch 1945 stellten polnische Soldaten einen Gedenkstein auf.

Das Stift unterstand zwar dem Patriarchat Aquileja, die Vogtei über das Stift verblieb aber in der Stifterfamilie. Der letzte direkte Nachkomme Ozis, Graf Otto von Cordenons, vermachte seine Güter und Rechte, somit auch die Vogtei, seinem Verwandten Markgraf Ottokar II. von Steiermark. Wie die Steiermark ging die Vogtei 1192 an die Babenberger über, und 1282 an die Habsburger. Die Habsburger übertrugen die Vogtei zeitweise an Herzog Meinrad II. von Görz-Tirol.

In dieser Zeit konnte das Stift seinen Grundbesitz weiter ausbauen. Wahrscheinlich schon zum ursprünglichen Stiftungsgut gehörten das Gebiet um den Ossiacher See und Feldkirchen sowie im Rosental. Es kamen Gebiete am Wallersberg (Völkermarkt) und im Jauntal hinzu, weiters ein Amt in Lienz (Osttirol). 1233 kaufte das Stift Besitzungen im Lungau.

1267 erhielten die Äbte von Ossiach vom Patriarchen von Aquileja den Titel eines „Erzpriesters des Rosentales“. Diesen Titel hatten sie bis zur Klosteraufhebung inne. Im Laufe des Hochmittelalters vollzog sich jedoch eine langsame Loslösung des Stiftes vom Patriarchat und eine Wendung hin zum Erzbistum Salzburg. Die kirchenrechtlichen Ansprüche Aquilejas endeten etwa 1280.
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Fresken von Frohmüller im Stiegenhause der Klosterkirche.
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Unter Abt Werner (1307–1314) begann in Ossiach die Jahrhunderte währende Tradition als Wunderheilstätte. Mit drei Kristallkugeln, die Abt Werner von der Gottesmutter erhalten haben soll, wurden Blinde, Taube, Stumme und „Besessene“ durch „Brennen“ geheilt. Die Kristallkugeln wurden auch von Paracelsus und von Valvasor in dessen Topographia Archiducatus Carinthiae erwähnt. Heute ist nur mehr die kleinste der drei Kugeln erhalten, die sich im Diözesanmuseum in Klagenfurt befindet.

1343 erneuerte Herzog Albrecht das herzogliche Schutzprivileg für das Stift. Er erlaubte den mautfreien Lebensmitteltransport aus allen Kärntner Städten. Er beschränkte auch die Rechte des herzoglichen Richters auf den Klostergütern. Unter Abt Ulrich I. (1392–1437) wurde den Ossiacher Äbten von Papst Bonifaz IX. Mitra und Pontifikalien verliehen, ein Zeichen für das Ansehen Ossiachs. Abt Andreas I. (1430–1437) erlangte 1436 von Herzog Friedrich für Ossiach die Niedere Gerichtsbarkeit, eine nicht unerhebliche Einnahmequelle. Unter Abt Andreas wurde 1434 erstmals das Ossiacher Wappen verwendet, auf rotem Grund ein weißer Schrägbalken, der mit drei weißen Seeforellen belegt ist.

Zur Zeit der Türkeneinfalle, im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts, wurde das Stiftsgebäude wie viele Kirchen Kärntens, mit einer Wehrmauer mit Türmen und Schießscharten umgeben. Das Kloster selbst dürfte aber nie überfallen worden sein. Der Legende nach soll eine Gruppe Mönche jedoch außerhalb des Klosters von Türken überfallen und getötet worden sein. An der angeblichen Mordstätte wurde eine Kirche errichtet, die spätere Wallfahrtskirche Heiligengestade. Die Kirche wurde 1891 wegen Baufälligkeit gesprengt, ihr wertvoller Flügelaltar steht heute in der Deutschordenskirche Friesach. 1478 verwüsteten die Türken die Ossiacher Besitzungen im Rosental. Auch aus den Ungarnkriegen Kaiser Friedrich III. ging das Kloster unbeschadet hervor.

1484 wurden Kloster und Kirche durch ein Feuer praktisch völlig zerstört. Ein damals vor Ort bestehender Frauenkonvent wurde danach aufgelöst. Abt Leonhard Zorn dankte im gleichen Jahr ab, sein Nachfolger Daniel Krachenberger (1484–1496) begann mit dem Wiederaufbau. Er konnte auch Schloss Tiffen für Ossiach erwerben. Unter seinem Nachfolger Erasmus Töttrer (1496–1510) erfolgte am 5. September 1500 die Weihe von fünf Altären der Kirche durch Bischof Erhard von Lavant. Abt Erasmus hat auch den spätgotischen Flügelaltar, damals als Hauptaltar, gestiftet, der heute in der Taufkapelle steht.
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Klosterkirche, Stukatur der Decke.
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1530 verlor Ossiach durch die Kriegssteuern König Ferdinands ein Viertel seines Besitzes. Dennoch konnte Abt Andreas Hasenberger (1525–1555) das Kloster zu einem Höhepunkt führen. Er ließ Gebäude erneuern und eine Prälatur errichten, er konnte die Pfarre Tiffen dem Stift unterstellen und er ließ am See eine kleine venezianische Flottille bauen, mit einem Bucentaur als Hauptschiff. Im Sommer 1552 war Kaiser Karl V. während seines Aufenthaltes in Villach, häufig Gast auf diesem Schiff und im Kloster.

Das Stift Ossiach unterhielt auch eine Schule, die aber erst 1541 erstmals urkundlich fassbar ist. Einen ersten Hinweis auf Klosterbibliothek und Archiv gibt es aus dem Jahr 1549, als Wolfgang Lazius in einem Bericht darauf hinwies, dass in Ossiach bedingt durch die unsicheren Zeiten die Bücher und Archive in unterirdischen Höhlen verwahrt würden.

Abt Petrus Gröblacher (1556–1587) trat zunächst noch mit Baumaßnahmen hervor, so ließ er die Decke der Stiftskirche täfeln, die Orgel ausbessern und ein Gerichtshaus bauen. Im Laufe seiner Amtszeit häufte er jedoch Schulden auf. Das Amt Lienz ging verloren, der wirtschaftliche Verfall des Stiftes setzte ein. Gröblacher wurde 1587 abgesetzt. Der Konvent wählte daraufhin seinen leiblichen Bruder Zacharias Gröblacher (1587–1593) zum Abt. Seine einzige Baumaßnahme war die Errichtung eines Gasthauses. Die Klosterämter von Feldkirchen und am Wallersberg wurden verpfändet. 1593 erzwang der Erzbischof von Salzburg seine Abdankung. Abt Zacharias war allerdings historisch interessiert. Er verfasste die Annales Ossiacenses, eine Klostergeschichte, die von seinen Nachfolgern bis zur Aufhebung des Stiftes weitergeführt wurde. Auch das Ossiacher Äbtebuch wird ihm zugeschrieben. Es beinhaltet farbige Darstellungen der Äbte mit ihren Wappen sowie biographischen Notizen.

Die Nachfolger von Abt Zacharias kamen von außerhalb des Klosters. Abt Caspar Rainer (1595–1616) gelang es, die meisten der verpfändeten Güter zurückzugewinnen. In der Kirche ließ er die Grabtumba von Graf Ozi in die Krypta verlegen. Abt Georg Wilhelm Schweitzer (1622–1628) konnte den Besitz wieder erweitern: er erwarb ein Haus in Klagenfurt (Ossiacher Hof), kaufte Schloss Prägrad samt Gütern. Im Stift ließ er den Westtrakt mit den Prälatenräumen erbauen, der heute noch erhalten ist. Eine erzbischöfliche Visitation bescheinigte dem Kloster 1624, in gutem Zustand zu sein.
Stift Ossiach © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung   Stift Ossiach © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Pfarrkirche: Boleslauslegende
von Josef Ferd. Fromiller.
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Pfarrkirche: Stuckplafond.
Stuck und Malerei von
Jos. Ferd. Fromiller. 1746-1753.
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Abt Christoph Caponig (1656–1682) erwarb 1672 Schloss Wernberg mit Grundbesitz, Fischereirecht und Landgericht. Die meisten Mönche übersiedelten dorthin, nur wenige blieben in Ossiach und hielten Seelsorge und Schule aufrecht. Nächster Abt war Edmund Ibelbacher (1682–1725), der vielseitig gebildete Mann war davor Theologielehrer in St. Paul gewesen. Er wurde zweimal zum Visitator der Salzburger Benediktinerkongregation ernannt, womit auch die Funktion des Rektors der Universität Salzburg verbunden war. In der Stiftskirche ließ er Hochaltar, Kanzel und die heute noch bestehende Barockorgel errichten. Am 23. Oktober 1689 wurde das (fiktive) tausendjährige Bestehen des Stiftes gefeiert. Nachfolger Ibelbachers wurde Virgilius Gleißenberger (1725–1737), ein bedeutender Barockdichter. In seinen lateinischen Hexametern schilderte er auch den Sterz, eine Kärntner Bauernspeise. Gleißenberger baute in Wernberg die Barockkapelle und im Rosental zwei Pfarrhäuser. Unter ihm erreichte die Stiftsbibliothek eine Stand von über 3000 Bänden.

Unter Hermann Ludinger (1737–1753) erhielten Stift und Kirche im Wesentlichen ihr heutiges Erscheinungsbild. Er ließ das Stift barock umbauen. Er beschäftigte namhafte Künstler, wie den Maler Josef Ferdinand Fromiller oder die Stuckateure aus Wessobrunn. Durch sein wirtschaftliches Geschick konnte er die hohen Baukosten wie die hohen Steuern aufbringen. Sein Nachfolger, Roman Zusner (1753–1783), eiferte ihm in der Ausgestaltung des Stiftes nach, häufte aber Schulden an.

Am 5. Dezember 1782 erging durch die Wiener Hofkanzlei der Befehl Kaiser Josephs II. an die Landeshauptmannschaft über die Aufhebung des Stiftes Ossiach. Die Aufhebung erfolgte dann im Frühjahr 1783. Archiv und Bibliothek wurden aus Wernberg und Ossiach weggeschafft. Viele der Bücher kamen an die Studienbibliothek in Klagenfurt, viele gingen verloren. Der Grundbesitz des Stiftes wurde aufgeteilt. Das Gut auf den Tauern wurde verstaatlicht, die Herrschaft Wernberg ging an den Kreishauptmann von Villach, die restlichen Liegenschaften wurden zugunsten des Religionsfonds verkauft. Im Besitz der Pfarre Ossiach verblieb die Stiftskirche, der Pfarrwald und einige wenige Grundstücke.
Kirche
Stift Ossiach © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Klosterkirche mit Friedhof.
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Die ehemalige Kloster- und heutige Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt ist gegen den See hin von einer Wehrmauer vom Ende des 15. Jahrhunderts umgeben. An der Südseite befand sich ehemals der Kreuzgang, der 1816 abgebrochen wurde. Die Kirche ist im Kern romanisch. Nach dem schweren Brand von 1484 wurde sie gotisch wieder aufgebaut. Unter Abt Hermann Ludinger wurde sie 1737 bis 1744 barock umgestaltet, womit sie im Wesentlichen ihre heutige Gestalt erhielt.

Sie hat ein vierjochiges, dreischiffiges Langhaus, der Chor hat drei romanische Apsiden. Am Querhaus schließt im Süden eine Kapelle an, der nach Osten hin die Sakristei angeschlossen ist. Im Nordwesten der Kirche befindet sich eine angebaute Taufkapelle. An der nördlichen Querhauswand setzt außen ein kleiner Treppenturm aus dem 15. Jahrhundert an. An der Nordseite befinden sich auch Strebepfeiler, die im Süden fehlen. Die Fenster im Langhaus sind hochrechteckig und barock. Am nördlichen Querschiff befindet sich ein gotisches Spitzbogenfenster. Die Westfassade wurde im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts errichtet. Der Westeingang hat einen geraden Sturz, die Bronzetür stammt aus dem Jahr 1974.

Das Gebäude ist 31 m lang, rund 14 m breit und ohne Turm 10,3 m hoch. Das Mittelschiff ist 5,5 m breit. Der romanisch-gotische Vierungsturm war bedingt durch den weichen Baugrund lange einsturzgefährdet und konnte erst 1948 gesichert werden. Der Turm trägt einen neugotischen Spitzhelm mit steilen Giebeln aus dem Jahre 1889.
Langhaus
Stift Ossiach © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung   Stift Ossiach © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Pfarrkirche: Blick gegen Hochaltar.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Pfarrkirche: Blick gegen Westen.
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Das vierjochige und dreischiffige Langhaus hat ein 5,50 m breites Mittelschiff. Das Mittelschiff ist doppelt so hoch wie breit. Zu den Seitenschiffen hin gibt es breite, hohe Arkadenöffnungen. Die Pfeiler sind im Kern romanisch und wurden bei der Barockisierung der Kirche deutlich erhöht, erhielten zum Mittelschiff hin zarte Pilastergliederung. Die Mittelschifftonne hat Stichkappen, in den Seitenschiffen gibt es ein verschliffenes Kreuzgratgewölbe. Die Westempore ist gemauert und umfasst alle drei Schiffe. Sie ist kreuzgratunterwölbt. Zu den Schiffen hin öffnet sie sich mit je einer Bogenöffnung.
Taufkapelle
Die Taufkapelle stammt aus dem 14. Jahrhundert. Sie wird durch eine breite Rundbogenöffnung betreten, die sich an der Nordwand unter der Westempore befindet. Die Kapelle ist einjochig und hat einen 5/8-Schluss. Das Gewölbe trägt stark profilierte Kreuzrippen. Die runden Schlusssteine sind bemalt. Die Kreuzrippen setzen an tiefsitzenden Wandkonsolen an. An der Südwand rechts vom Eingang befindet sich eine Sitznische.
Querhaus
Das Querhaus liegt in gleicher Höhe wie das Mittelschiff, die Emporeneinbauten liegen in einer Fluchtlinie mit dem Mittelschiff. Die Architekturformen sind vielfach gotisch, die später barockisiert wurden. Die Vierungspfeiler enthalten die Reste der gotischen Pfeiler, ebenso gibt es im Vierungsgewölbe Fragmente des gotischen Gewölbes vom Ende des 15. Jahrhunderts. Das Gewölbe wurde im 18. Jahrhundert barockisiert und mit einem Platzl eingewölbt. Über der südlichen Empore sind gotische Gewölbeformen erhalten. Zwischen den westlichen Vierungspfeilern befindet sich die ehemalige Gruft es Klostergründers Ozi. Der Gruftschacht war in der Vergangenheit mit einer erhöhten Steinplatte gedeckt, bis das Grab um 1615 in die Krypta verlegt wurde.
Südkapelle
Die Südkapelle stammt vom Ende des 15. Jahrhunderts. Sie steht in der Verlängerung des ehemaligen Querschiffs und wird über eine Rundbogenöffnung vom Querhaus her betreten. In den Ecken der annähernd quadratischen Kapelle befinden sich polygonale Wandpfeiler, über denen sich ein gotisches Sterngratgewölbe erhebt. In der Kapelle stehen vier Säulen mit Kapitellen, die bei der Aufdeckung der Krypta 1937 geborgen wurden: drei aus dem 11. Jahrhundert und eine Säule aus dem 15. Jahrhundert. An der Westseite der Kapelle befindet sich der Sarkophag des Klostergründers Ozi.
Chor
Der Chor ist einjochig und besitzt drei Apsiden. Der Chorraum liegt drei Stufen über dem Niveau des Langhauses. Im Vorjoch befindet sich unter der barocken Ausstattung ein gotisches Gewölbe. Dieses ist im nördlichen Seitenjoch stärker verschliffen. Über dem Hochaltar befindet sich ein großes Lünettenfenster. Die Verglasung der Seitenapsiden wurde 1905 von Karl May gestiftet.

Unter dem Chor liegt die frühromanische Hallenkrypta. Teile davon wurden 1937 bei Ausgrabungen aufgedeckt und 1947/48 wieder unzugänglich gemacht. Die Krypta dürfte nach dem Brand 1484 verschüttet worden sein. Im 18. Jahrhundert wurden drei Grüfte für die Stiftsäbte eingebaut. Die mittlere Säulenreihe besteht aus polychromierten Säulen. Die frühromanischen Kapitelle wurden zum Teil beim neuen Stiegenaufgang verbaut. Vier der Säulen wurden 1947/48 geborgen und in der Südkapelle aufgestellt.
Hochaltar
Stift Ossiach © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung   Stift Ossiach © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stuckatur und Malerei von
Jos. Ferd. Fromiller 1746-1753.
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Pfarrkirche: Hochaltar.
Anfang 18. Jahrhundert.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Hochaltar stammt aus dem letzten Viertel des 17. Jahrhunderts und wurde 1683 aus Maria Elend im Rosental nach Ossiach gebracht. Er ist mit einer triumphalen Triumphbogenarchitektur ausgestattet. Er besitzt ein hohes Sockelgeschoß mit Opfergangportalen. Darüber befindet sich die dreiachsige, konkave Hauptzone. Über dem Mittelteil erhebt sich ein Segmentgiebel, der von einer Akanthuskartusche gekrönt ist. In Rahmen befindet sich unter einem Stoffbaldachin eine Thronende Madonne aus dem 17. Jahrhundert. Ihr zur Seite befinden sich lebensgroße Statuen der Heiligen Benedikt und Scholastika. Das Aufsatzbild zeigt die Verkündigung Mariae.
Seiten- und Wandaltäre
Der linke Seitenaltar stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Das Altarblatt von Josef Ferdinand Fromiller zeigt die Ruhe auf der Flucht. An Figuren sind die Heiligen Anna und Joachim vorhanden. Das Gemälde im Aufsatz zeigt den heiligen Martin. Vor dem Altar steht auf dem Altartisch ein Bild des heiligen Nikolaus.

Der rechte Seitenaltar stammt ebenfalls aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Das Bild von Fromiller zeigt den heiligen Sebastian. Die Figuren stellen die Heiligen Rochus und Rosalie dar. Das Aufsatzbild zeigt den heiligen Stephanus.

Der linke Wandaltar aus dem 18. Jahrhundert zeigt eine Madonnenfigur, eine Kopie des Altöttinger Gnadenbildes von 1912, die auf einem silbergetriebenem Sockel unter einem Baldachin steht. Der rechte Wandaltar zeigt im Altarblatt das Pfingstfest, die seitlichen Figuren stellen Moses und einen Heiligen dar. Das Altarblatt von Fromiller zeigt die heilige Hemma.
Kanzel
Stift Ossiach © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Pfarrkirche: Inneres: Stukkatur und Kanzel. 1746-1753.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die barocke Kanzel ist mit 1725 bezeichnet und besteht aus marmoriertem Holz. Ornamenten, Reliefs, Säulen und Figurengewänder sind teilweise vergoldet und versilbert. Korb und Schalldeckel sind oblong kastenförmig, der Zugang erfolgt links seitlich über eine Stiege mit Brüstung. Der Korb ist durch Säulen gegliedert. Die Felder der Brüstung tragen in rechteckigen Rahmen Reliefs der vier lateinischen Kirchenväter: Vorne links Hieronymus, rechts Papst Gregor, neben ihm Augustinus und an der rechten Seite Ambrosius. Die konische Verjüngung des Korbes trägt ovale Kartuschen mit Emblemen, die verschiedene Bibelzitate szenisch darstellen. Die Stiegenbrüstung trägt ebenso Bilder sowie ein Chronogramm mit der Jahreszahl 1725. An der Rückwand befindet sich in einem ovalen Blattwerkrahmen ein Relief mit dem heiligen Paulus zusammen mit einem posauneblasenden Putto und der Weltkugel. Die Inschrift lautet: In omnem terram (Über die ganze Welt, Psalm 18,5). Der Schalldeckelaufsatz wird von Voluten gebildet. Zwischen diesen stehen am Rand des Schalldeckels Evangelistenfiguren. Kartuschen, die sich über den Verkröpfungen befinden, zeigen gemalte Benediktiner: von links nach rechts sind dies Beda der Ehrwürdige; Anselm, Bischof von Canterbury; Johann Buelhus (unsicher); Werner II., Abt von Ossiach. Über den Schalldach schwebt die Taube des Heiligen Geists.
Spätgotischer Flügelaltar
Stift Ossiach © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Gothischer Flügelaltar der Pfarrkirche.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
In der Taufkapelle steht ein spätgotischer Flügelaltar, geschaffen um 1505 und vormals als Hauptaltar in Verwendung. Er gilt als eines der bedeutendsten Werke der Kärntner Schnitzkunst. Der Altar stammt aus der älteren Villacher Werkstatt. Im Schrein befinden sich die Schnitzfiguren der Maria mit dem Kinde, seitlich von ihr die Heiligen Katharina und Margaretha. In der Predellennische befinden sich die barocke Büste der heiligen Apollonia und seitlich davon die spätgotischen Büsten der Heiligen Agathe und Scholastika. Die Innenflügel tragen die Reliefs der zwölf Apostel. Die Außenseiten der Flügel zeigen eine gemalte Marienverkündigung, die Geburt Christi, die Marienanbetung des Christuskindes, die Auferstehung Christi und den Tod Mariens. An der Rückwand befindet sich eine gemalte Wurzel Jesse, auf der Rückseite der Predella ein Veronikatuch, das von zwei Engeln getragen wird. Die feststehenden Flügel und der Aufsatz des Altars sind nicht mehr vorhanden
Stuck und Malerei
Stift Ossiach © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ehemaliges Stift Ossiach: Stuckdetail. Anfang 17. Jahrhundert.
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Das Innere ist reich mit Stuckaturen verziert. Sie überziehen die Gewölbe, Grate, Stichkappen, das Pfeilergebälk, die Bogenleibungen und Emporenbrüstungen. Sie stammen aus der Wessobrunner Werkstatt, möglicherweise von Meister Jakob Kopf. Es handelt sich um Laub-Bandl-Ornamente, die zur Zeit ihrer Anbringung bereits überholt waren. Es sind aber auch zeitgemäße Rocailleschnörkel vorhanden. Die Stuckaturen sind in lachsrot, hellgelb, bläulich-lila und smaragdgrün gehalten. In den Gewölben und an den Schildwänden des Mittelschiffs befinden sich in dem stuckfreien Flächen Fresken von Josef Ferdinand Fromiller. Zum Teil stammen die Fresken auch nur aus seiner Werkstatt, was die unterschiedliche Qualität erklärt. Der Chor enthält im Gewölbe die Darstellung des Auge Gottes, an der Südwand Mariae Vermählung, an der Nordwand die Heimsuchung. Die Vierung zeigt im Gewölbe die Scheinarchitektur einer gemalten Kuppel, darin Gottvater und Heiliger Geist. An den Wänden Christi Geburt und Anbetung.
Stift Ossiach © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ehemaliges Stift Ossiach: Refektorium mit Stuckdecke des 17. Jahrhunderts.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Im Mittelschiff gibt es drei Gewölbefresken, zwei kleinere mit dem Martyrium der heiligen Katharina sowie der Erhöhung der heiligen Margareta und das über zwei Joche reichende Hauptbild. Dies zeigt die Himmelfahrt Mariens, ein Verweis auf das Kirchenpatrozinium. An den Wänden des Mittelschiffes sind mehrere Benediktinerheilige dargestellt, denen jeweils die Gottesmutter erscheint: Anselm, Rupert, Hermann, Ildefons, Petrus, Damian und Gregor. In den Seitenschiffen über den Fenstern befinden sich sepiafarbene Darstellungen aus der Boleslauslegende: im rechten Seitenschiff Bischofsmord, Kirchenbann und die Flucht aus Polen, im linken Seitenschiff Boleslaus in Ossiach, wie er sich zu erkennen gibt sowie Pilger an seinem Grab.
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Ehemaliges Stift Ossiach: Saal mit Stuckdecke. 17. Jahrhundert, Ornamentdetail.
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Im nördlichen Seitenschiff befindet sich an der Bogenwand die Darstellung Jesu im Tempel, im Gewölbe die Rosenkranzmuttergottes mit Dominikus und Katharina von Siena, das Begräbnis und die Verklärung des heiligen Sebastian. Das südliche Seitenschiff zeigt an der Bogenwand den Tempelgang Mariens, die Taufe Christi und den bethlehemitischen Kindermord. Weiters schwebt in einer Scheinkuppel ein Engel mit dem Schweißtuch der Veronika. An der Orgelbrüstung befindet sich Darstellung von König David, der heiligen Cäcilia und der Gottesmutter, wie sie Abt Werner die drei Wunderkugeln übergibt.
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Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Stift_Ossiach" der
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