Osternacht
Nacht vom Karsamstag auf den Ostersonntag
Osternacht - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Wortgottesdienst in der Feier der Hochheiligen Osternacht, Abtei Heiligenkreuz, 2008.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Osternacht, die Nacht vom Karsamstag auf den Ostersonntag, ist im Kirchenjahr die „Nacht der Nächte“: eine Nacht des Wachens und Betens zum Gedenken an die Auferstehung Jesu Christi von den Toten und damit an den Durchgang vom Tod ins Leben. In den Kirchen Mitteleuropas wird der Karsamstag still begangen, mündet aber in den feierlichen Gottesdienst der Osternacht. Die liturgische Feier der hochheiligen Osternacht beginnt entweder am Vorabend frühestens nach Sonnenuntergang oder in der Frühe des Ostermorgens zwischen 4 und 6 Uhr, vor der Morgendämmerung. Auf den Wortgottesdienst folgen die Taufliturgie bzw. das Taufgedächtnis und die Feier der Eucharistie. Daneben gibt es auch die Form der „Vollvigil“, bei der am Anfang der Nacht die Lichtfeier steht, über die Nacht die Lesungen mit ihren Antwortgesängen und Orationen mit langen Zeiten der Stille erfolgen und gegen Morgen die Feier mit dem Gloria fortgesetzt wird. In diesem Fall wird sich die feiernde Gemeinde zu Beginn komplett versammeln, während der Lesungen in „Schichten“ anwesend sein und dann zum Gloria wieder vollständig weiterfeiern. Mit dieser Form der Vollvigil hat die Lichtfeier ihren sinnvollen Platz am Beginn der Nacht, die Lesungen in der Nacht gestalten die Zeit des Wartens, und die gemeinsame Feier von Gloria, Osterlesungen, Taufe und Eucharistiefeier im Morgengrauen berücksichtigen die Zeitangaben der Osterevangelien. In der römisch-katholischen Kirche wird die Osternacht mit einer feierlichen Liturgie begangen, die den Durchgang durch den Tod zum Leben sakramental nachvollzieht. Die Osternacht ist der Höhepunkt der drei österlichen Tage vom Leiden, vom Tod und von der Auferstehung des Herrn. Dieses österliche Triduum beginnt am Gründonnerstag mit der Messe vom Letzten Abendmahl, setzt sich fort in der Feier vom Leiden und Sterben Christi am Karfreitag, dem stillen Gebet der ganzen Kirche am Karsamstag und findet ihren Höhepunkt in der Feier der Osternacht. In ihr erwartet die Kirche in nächtlicher Wache die Auferstehung Christi und feiert diese mit den Sakramenten der Eingliederung in den Leib Christi, die Kirche (Kol 1,18 EU): Taufe, Firmung und Eucharistie. Die Feier gliedert sich demnach in die zwei Phasen der Erwartung und der Festfreude. Das nächtliche Wachen bringt auch die Erwartung der Wiederkunft Christi zum Ausdruck. Die Feier der Osternacht ist ein Vigildienst, beginnt also frühestens nach Sonnenuntergang und endet spätestens vor der Morgendämmerung (der spätestmögliche Beginn ist 5 Uhr am Ostersonntagmorgen).

Die eröffnende Lichtfeier beginnt möglichst außerhalb der Kirche beim zu segnenden Osterfeuer. Die Osterkerze wird mit einem Kreuz, einem Alpha und Omega (Symbol für Christus) und der jeweiligen Jahreszahl bezeichnet. In das Kreuz können fünf Weihrauchkörner eingefügt werden. Dazu spricht der Priester: „Christus, gestern und heute, Anfang und Ende, Alpha und Omega. Sein ist die Zeit und die Ewigkeit. Sein ist die Macht und die Herrlichkeit in alle Ewigkeit. Amen. Durch seine heiligen Wunden, die leuchten in Herrlichkeit, behüte uns und bewahre uns Christus, der Herr. Amen.“. Dann wird die Osterkerze mit den Worten „Christus ist glorreich auferstanden vom Tod. Sein Licht vertreibe das Dunkel der Herzen.“ mit dem Licht des Osterfeuers entzündet. Angeführt vom Diakon oder Priester mit der brennenden Osterkerze ziehen die Gläubigen dann in feierlicher Prozession in die dunkle Kirche ein. An drei Stellen – vor der Kirche, in ihrem Eingangsbereich und vor dem Altar – bleibt der Zug stehen und der Diakon, der Priester oder der Kantor singt den Ruf „Lumen Christi“ oder „Christus, das Licht“, auf welchen die Gläubigen jeweils mit „Deo gratias“ oder „Dank sei Gott“ antworten. Nach dem zweiten oder dritten „Lumen Christi“ gibt man das Licht der Osterkerze an die Kerzen, die alle in Händen tragen, weiter.
Osterkerzen - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) Osterkerzen - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
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Osterkerzen
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Im Altarraum angekommen, stellt der Diakon bzw. Priester die Kerze auf ihren Leuchter, und er (oder der Kantor) singt das „Osterlob“ (Exsultet), einen langen Lobpreis der Osterkerze – die ein Symbol des Leibes Christi ist – und der Osternacht selbst. Dies ist der Höhepunkt und der Abschluss der einleitenden Lichtfeier.

Im anschließenden Wortgottesdienst werden Schriftlesungen über die Großtaten der Heilsgeschichte vorgetragen. Die Teilnehmer hören zunächst in ruhiger Betrachtung (wenigstens drei und bis zu) sieben Lesungen aus dem Alten Testament. Einer jeden folgen der Antwortpsalm und eine eigene Oration.

Die Lesungen beginnen mit der ersten Erzählung von der Entstehung der Welt (Gen 1,1−2,2 EU), erwähnen die Verheißungen Gottes an Abraham (Gen 22,1−18 EU) und führen dann über zu den Heilsereignissen des alten Bundes. Die wichtigste alttestamentliche Lesung, die nie ausfallen darf, ist der Bericht vom Auszug aus Ägypten, dem Durchzug der Israeliten durch das Rote Meer aus der Sklaverei Ägyptens in die Freiheit (Ex 14,15−15,1 EU), [1]. Er wird als Vorbild der Befreiung durch die christliche Taufe verstanden. Die anderen Lesungen aus dem alten Testament weisen auf Christus als den Erlöser hin (Jes 54,5−14 EU, Jes 55,1−11 EU, Bar 3,9-15.32−4,4 EU und Ez 36,16−17a.18−28 EU).

Nach den Lesungen des Alten Testaments wird unter Orgelspiel und dem Läuten sämtlicher Glocken inner- und außerhalb der Kirche feierlich das Gloria gesungen; es ist das erste Mal seit dem Gloria am Gründonnerstag, dass die Glocken läuten und die Orgel spielt. Es folgen das Tagesgebet der Messfeier und die Epistel, eine Lesung aus dem Römerbrief des Apostels Paulus über die Taufe als Eingliederung in Christus (Röm 6,3−11 EU). Als Ruf vor dem Evangelium wird dann zum ersten Mal seit dem Aschermittwoch – nach 46 Tagen – wieder das Halleluja gesungen, das häufig in einer nur in der Osternacht gesungenen feierlichen Melodie (Gotteslob Nr. 312,9), vom Priester angestimmt und vom Volk wiederholt wird. An Ostern und in der Osterzeit wird es dreimal gesungen. Es folgen die Verkündigung des Evangeliums von der Auferstehung des Herrn (Mt 28,1−10 EU (Lesejahr A), Mk 16,1−7 EU (Lesejahr B) oder Lk 24,1−12 EU (Lesejahr C)) und die Auslegung in der Homilie.

Daran schließt sich unmittelbar die Tauffeier an, die mit der Allerheiligenlitanei eröffnet wird. Es wird das Taufwasser gesegnet oder, falls es weder Taufe noch Taufbrunnen gibt, zum Taufgedächtnis der Gemeinde Osterwasser gesegnet. Soweit Katechumenen vorhanden sind, sprechen diese (bei Säuglingen deren Eltern und Paten) das Glaubensbekenntnis und werden durch Untertauchen oder Übergießen getauft. Wenn die Neugetauften keine Kinder sind, folgt sofort das zweite Eingliederungssakrament: die Firmung. In die Taufliturgie werden alle Gläubigen einbezogen: Sie erneuern mit brennenden Kerzen in den Händen ihr Taufversprechen und werden anschließend mit dem soeben geweihten Taufwasser besprengt. So werden sie an ihre eigene Taufe erinnert. Auch die seit Karfreitag leeren Weihwasserbecken an den Kircheneingängen werden mit diesem Wasser gefüllt. Die Gläubigen können etwas davon für den Gebrauch zu Hause und auf dem Friedhof mitnehmen. Wegen der erfolgten Taufversprechen entfällt das sonst übliche Credo vor den Fürbitten. Den Höhepunkt der Osternachtfeier bildet die Eucharistiefeier. In der Regel bringen bei der Gabenbereitung die Neugetauften die Gaben zum Altar; dies können aber auch die Ministranten oder andere Gemeindemitglieder tun, häufig auch hier jedoch in besonders feierlicher Prozession. Für die Heilige Kommunion empfiehlt die Gottesdienstkongregation: „Es ist angebracht, der Kommunion in der Osternacht die Fülle des eucharistischen Zeichens zu geben, indem man sie unter den Gestalten von Brot und Wein reicht.“ Der feierliche Segen schließt diesen festlichen und frohen Gottesdienst ab. Vielerorts schließt sich an die Liturgie ein gemeinsames Ostermahl (oder bei morgendlicher Feier ein festliches Frühstück) an, in dem die alte Tradition der Agape weiterleben soll. Der Verzehr von zuvor gesegneten Osterspeisen und das Teilen der Ostereier bzw. das „Eierpecken“ sind ebenfalls Teil der volkstümlichen Osterbräuche.
Osterfeuer
Osterfeuer © Pixabay - Lizenz: CC0 Public Domain
Osterfeuer
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Osterfeuer werden zu Ostern in der Liturgie der Kirche und vielerorts aufgrund verschiedener Bräuche entfacht. In einigen Regionen werden im Osterfeuer Puppen oder Gegenstände verbrannt, die Judas Ischariot darstellen (→ Judasverbrennen). Zum Beginn der Liturgie der Osternacht in der katholischen Kirche wird ein kleines Feuer entfacht, das Osterfeuer. Nachdem sich die Gemeinde um das Osterfeuer versammelt hat, entzündet der Priester am Feuer die Osterkerze, die nach der Weihe als Licht in die dunkle Kirche getragen wird. Die brennende Kerze versinnbildlicht dabei Christus als Licht der Welt. Wie einst das Volk Israel der Feuersäule durch die Wüste folgte, so folgen die Gläubigen Jesus Christus auf dem Weg vom Tod zum Leben. Im Osterfeuer werden oft die Reste der Heiligen Öle aus dem Vorjahr verbrannt. In ganz Österreich gilt das Osterfeuer in der Osternacht als beliebter Brauch. Vor allem im Alpenraum gilt das Osterfeuer seit langer Zeit als fixer Bestandteil der Osternacht. An den Berghängen oder auch im Tal werden teils meterhohe Holzfeuer entzündet. Meist bestehen diese aus Gartenschnitt, und so manchem Christbaum, aber auch kunstvoll aufgestapelte Feuer sind zu beobachten. Die Feuer werden meist nach dem Besuch der Auferstehungsmesse bzw. nach der familiären Osterfeier in geselliger Runde entzündet.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Osternacht" der
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