Palmsonntag
Letzter Sonntag der Fastenzeit und der Sonntag vor Ostern.
Palmsonntag © Pixabay - Lizenz: CC0 Public Domain
Einzugs Jesu Christi in Jerusalem - Kirchenfenster Großbritannien.
© Pixabay - Lizenz: CC0 Public Domain
Der Palmsonntag (lateinisch Dominica in Palmis de passione Domini für die römisch-katholische Kirche; ist der sechste und letzte Sonntag der Fastenzeit und der Sonntag vor Ostern. Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche, die in der evangelisch-lutherischen Kirche auch Stille Woche genannt wird. Die Große Woche bzw. Heilige Woche der katholischen und der orthodoxen Tradition umfasst darüber hinaus auch Ostern.
Palmsonntag © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Palmprozession in Wien, Kardinal König geht an der Spitze des Zuges, hinter ihm
Ministranten mit Palmkätzchen, an den Straßenrändern stehen zahlreiche Menschen; 1970.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Am Palmsonntag wird des Einzugs Jesu Christi in Jerusalem gedacht. Zum Zeichen seines Königtums jubelte (Joh 12,13–15 EU, Mt 21,1–11 EU, Lk 19,28–40 EU) das Volk ihm zu und streute dem nach Jerusalem Kommenden Palmzweige (Joh 12,13 EU). Palmen wurden vielerorten als heilige Bäume verehrt, waren etwa in Delos dem Apollon heilig. Im Mittelmeerraum galten sie von alters her als Sinnbild des Lebens und des Sieges, in Israel insbesondere auch das Symbol für die Unabhängigkeit und den siegreichen König (1 Makk 13,51 EU; 2 Makk 14,4 EU). Von daher stellte der so gestaltete Einzug in Jerusalem auch für die Römer eine besondere Provokation dar. Der Esel wiederum war nach Sach 9,9 EU ein Sinnbild des gewaltlosen Friedenskönigs und der Bescheidenheit.
Einzug in Jerusalem © Wikimedia Commons
Der Einzug Jesu in Jerusalem aus dem Jahr 1824 galt als eines der Hauptwerke
Friedrich Overbecks. Das Bild befand sich in der de:Lübecker Marienkirche
und verbrannte dort 1942 beim Luftangriff auf Lübeck.
aus Carl Friedrich Wehrmann: Die schöne Hansestadt Lübeck in 100 Bildern. S. 57
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der Ursprung der christlichen Palmsonntagsfeier geht wohl auf die Liturgie von Jerusalem zurück, wo man die einzelnen Ereignisse des Leidensweges Jesu in eigenen Feiern und Riten nachbildete. Die Palmweihe gehörte früher, bevor sie in vielen Gegenden auf den Palmsonntag verlegt wurde, zu den heidnischen Ostergebräuchen. Die geweihten Zweige sollten nicht nur das Haus bis zur nächsten Erneuerung vor Blitz und Feuersgefahr schützen, sondern sie wurden auch mit den Schalen der Ostereier und den Kohlen der Osterfeuer in den Ecken der Felder eingesteckt oder vergraben, um diese fruchtbar zu machen.
Palmsonntag © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Palmsonntag auf dem Land; 1953.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
An diesem Sonntag wird in der Liturgie am ersten Tag der Heiligen Woche:
1. mit Palmweihe und -prozession das Gedächtnis des Einzugs Jesu Christi in Jerusalem gefeiert, als Christus auf einem Esel in Jerusalem einzog und ihm mit Palmwedeln und dem Ruf „Hosanna dem Sohne Davids!“ als Messias gehuldigt wurde.
2. das Evangelium von der Passion Christi aus einem der synoptischen Evangelien gelesen.
Die heutige liturgische Bezeichnung Dominica in palmis de Passione Domini, übersetzt „Palm- und Passionssonntag“, geht auf das Sakramentar Papst Gelasius’ I. (Gelasianum vetus) zurück und gilt in dieser Fassung seit 2002. Die Lesung der Passion entspricht altrömischer Liturgietradition, die Prozession ist aus dem altgallischen und ostkirchlichen Brauchtum übernommen.
Palmsonntag © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Palmeselprozession Puch bei Hallein; 1970.
Prozessionsteilnehmer hinter einem Priester.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die liturgische Farbe des Palmsonntags ist im römischen Ritus in der ordentlichen Form rot. In der außerordentlichen Form des Römischen Ritus ist die liturgische Farbe der Palmprozession bis nach dem Tagesgebet rot, zur Lesung der Passion wechselt der Priester die Gewänder und trägt violett. Der Gottesdienst beginnt mit der Palmweihe, die in der Regel an einem Ort außerhalb der Kirche stattfindet.
Palmsonntag © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
"Steirerbuam“ mit den Buschen für das Palmweihfest;Oststeiermark um 1950.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Zelebrant segnet die Palmgebinde durch Weihegebet und Besprengung mit Weihwasser. Nach dem Vortrag des Evangeliums und der Homilie ziehen alle unter dem Wechselgesang des uralten Prozessionshymnus Gloria, laus et honor mit dem festlich geschmückten Prozessionskreuz zur Kirche. Die Gemeinde antwortet auf die Strophen der Vorsänger

„Ruhm und Preis und Ehre sei Dir, Erlöser und König.
Jubelnd rief einst das Volk sein Hosianna Dir zu.“

Bei der Lesung der Passion kommen weder Weihrauch noch Leuchter zum Einsatz. Die Passion wird von mehreren vorgetragen, wobei einer die Worte Jesu spricht, einer die des Evangelisten und der dritte die Worte aller sonstigen Personen. Während die überlieferten Worte Jesu traditionell von einem Diakon oder Priester vorgetragen werden, können die Worte des Evangelisten und der sonstigen Personen auch von einem Laien vorgetragen werden. An der Stelle der Lesung, die vom Augenblick des Todes berichtet, knien alle nieder und verharren eine Zeit lang in Schweigen und Gebet. Bekannte Palmsonntagslieder sind Singt dem König Freudenpsalmen (Gotteslob Nr. 280) und der Hymnus Des Königs Fahne schwebt empor (Vexilla regis, GL 299). Das heute als Adventslied bekannte Tochter Zion, freue dich (Gotteslob Nr. 228) wurde 1826 zuerst als Lied „am Palmsonntage“ veröffentlicht.
Der Palmsonntag in der Kunst
Giotto di Bondone: Einzug in Jerusalem (Detail),
Fresko, 1304 - 06, in der Cappella Scrovegni in Padua.
Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon
Die Darstellung des Einzugs in Jerusalem hat bereits eine frühchristliche Tradition. Dabei wird der Einzug in Jerusalem nach dem Vorbilde des Einzugs (Adventus) eines siegreichen römischen Kaisers gestaltet, häufig zugleich als Einzug in das himmlische Jerusalem, als Triumphzug über Sünde und Tod – zum Beispiel am Sarkophag des Stadtpräfekten Junius Bassus (359, Rom, Grotten von St. Peter). In byzantinischen Darstellungen reitet Jesus – der orientalischen Sitte entsprechend – seitlich auf dem Esel sitzend. Er reitet, zu Fuß von den Jüngern begleitet, auf das Stadttor von Jerusalem zu. Im Abendland dagegen reitet Jesus rittlings.
Palmsonntag © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Einzugs Jesu Christi in Jerusalem (Detail).
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Manchmal folgt der Eselin das Füllen. In mittelalterlichen Darstellungen wird eine große Volksmenge dargestellt, an die Stelle der Palmwedel, treten Wedel aus Weidenkätzchen, die auch als Palmkätzchen bezeichnet werden. Die frühesten erhaltenen, aus Holz geschnitzten Bildwerke sind um 1300 entstanden, die meisten stammen aus dem 15. Jahrhundert. Sie zeigen in der Regel Christus auf dem Esel reitend, die Rechte zum Segen erhoben.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Palmsonntag" der
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