Pfarrkirche Pürgg
Pfarrkirche zum Hl. Georg
Pürgg 1, 8951 Stainach-Pürgg
Pürgg - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Pürgg, Steiermark. Blick von der Johanneskapelle zum Ortszentrum mit der
Pfarrkirche St.Georg. Darüber erhebt sich der "Grimming".
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die malerische Ortschaft Pürgg, von Peter Roßegger als das „Kripperl der Steiermark“ genannt, befindet sich auf einem kleinen Plateau in den Südabstürzen des Rantensteins, etwa 150 m über dem Talgrund des Grimmingbachs. Der Ort besteht aus wenigen engen Straßen, die weitgehend autofrei gehalten werden. Dort drängen sich die Häuser rund um zwei Kirchen - bemerkenswerterweise beide zeitnah im 12. Jahrhundert erbaut. Die Katholische Pfarrkirche zum hl. Georg ist eine unter Denkmalschutz stehende römisch-katholische Kirchenanlage in der Gemeinde Pürgg-Trautenfels.
Geschichte
Pürgg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Pürgg. Blick Richtung Westen auf den Grimming um 1900.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Pfarrkirche wurde der Überlieferung nach am 17. Juli 1130 geweiht. Von diesem romanischen Bau sind noch drei Schiffe erhalten. Die Seitenschiffe weisen die charakteristischen halbrunden Aspiden auf. Anfang des 14. Jahrhunderts veränderte man die Kirche im Stile der Gotik, indem der Turm über dem Chorquadrat abgerissen und ein Westturm errichtet wurde. Im nördlichen Seitenschiff, das höher als das südliche ist, befindet sich eine Empore mit einem Marienaltar. Diese Empore kann ebenerdig durch einen eigenen Eingang (in Richtung Pfarrhof) betreten werden. Von hier gelangt man auch in die Turmläutkammer. Der südlicher Seitenaltar zeigt die Darstellung des großen Missonärs Franz Xaver.
Pürgg - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Pürgg, Pfarrkirche St.Georg. Schädel und Knochen im Karner.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Gleichzeitig fand eine Erweiterung des Chores mit dem darunter liegenden Karner ihren Abschluss. Die Wölbung der Schiffe, die ursprünglich wohl flach gedeckt waren, erfolgte im 15. Jahrhundert. Im Jahr 1904 wurde an die Westfassade die Grufthalle der Grafen Lamberg auf die ehemals hier bestehenden Familiengruft der Grafen Stainach,gebaut. Eine Besonderheit ist das Westportal mit dem romanischen Türblatt, das zu Abwehr böser Geister Spiralen aus Schmiedeeisen trägt. Bemerkenswert sind die Statuen der Anna Selbdritt von Lienhart Astl (um 1520) sowie die hll. Barbara und Katharina (um 1750).  Pürgg ist vielleicht besser bekannt durch den Namen das „Steirische Kripperl“, den Peter Rossegger diesen schönen Ort zugesprochen hat.
Pürgg - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Pürgg mit St. Georgskirche. Bild: Ewald Gabardi.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der Adventmarkt der sich durch den ganzen Ort Pürgg zieht, ist einzigartig und lockt jährlich viele Besucher nach Pürgg. Die Besonderheit die diesen Adventmarkt einzigartig macht: Die Aussteller haben keine „Stände“ im herkömmlichen Sinne, sondern dürfen die Ställe, Garagen, Tennen und Häuser der Pürgger Einwohner benutzen und es wird besonders auf traditionelle und vielfältige Handwerkskunst Wert gelegt. Ein reichhaltiges Rahmenprogramm - Backen und Basteln mit den Kindern, Besichtigung der Landschaftskrippe Fahringer, Musikalisches und Lesungen in der Pfarrkirche, Krampusspiel, Glöcklerlauf, Führungen in der Johanneskapelle, Lebende Krippe sorgen für idyllische Weihnachtsstimmung.
Johanneskapelle
Pürgg - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Pürgg, Johanneskapelle, romanische Fresken im Inneren.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Johanneskapelle ist ein kleiner Kirchenbau auf dem Kalvarienhügel im Ortsteil Pürgg der Gemeinde Stainach-Pürgg in der Steiermark. Die Johanneskapelle ist berühmt wegen ihrer gut erhaltenen mittelalterlichen Fresken. Sie steht unter Denkmalschutz. Obwohl erst 1350 urkundlich erwähnt, wird angenommen, dass die Kapelle den Rest der ehemaligen Burg Graunscharn der Traungauer darstellt. Aufgrund gewisser baustilistischer Merkmale wird geschlossen, dass sie schon vor 1120 entstanden sein könnte.
Pürgg - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) Pürgg - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Kapelle in herbstlicher Morgensonne. Johanneskapelle.
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Mit dem Aussterben der Traungauer 1192 wurde die Burg aufgegeben und die Kapelle vermutlich in eine Gedächtniskapelle umfunktioniert. Seit der Barockzeit diente sie als Kalvarienbergstation, worauf auch heute noch die drei Kreuze an der Südwand hinweisen. Im Barock wurde an der Westseite ein kleiner Dachreiter aufgesetzt. 1870 wurden bei Arbeiten an der Kapelle die überstrichenen mittelalterlichen Fresken entdeckt und 1893/1894 restauriert. Die Restaurierung erfolgte leider unsachgemäß, sodass nach kurzer Zeit Schaden durch Abblättern eintrat. Ein weiterer Verfall wurde durch die erneute Bearbeitung von 1937 bis 1948 gestoppt.
Pürgg - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Romanisches Fresko aus dem 12 Jhdt. in der St. Johanneskapelle; Geburt Christi.
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An einen schlichten Saalbau mit etwa 11 × 6 Meter Grundfläche schließt sich nach Osten ein schmaleres und niedrigeres Chorquadrat an. Das freiliegende Mauerwerk besteht aus würfelig gequaderten Hausteinen. An der Süd- und der Nordwand befinden sich in Hochlage je drei schmale romanische Fensteröffnungen und noch drei nach drei Seiten im Chorraum. In der Westwand ist noch ein kleines Rundfenster.
Pürgg - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Johanneskapelle, romanische Fresken, Detail
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das Gebäude trägt Satteldächer, die wie der Dachreiter und die Westwand mit Schindeln gedeckt sind. Süd-, West- und Nordwand besitzen je eine Türöffnung, wobei sich vor letzterer ein Holzvorbau befindet. Der Übergang vom Kirchenschiff zum Chor wird von einem Rundbogen (Triumphbogen) gebildet. In der Umgebung der Kirche finden sich Mauerreste eines ehemaligen Kirchhofs.
Pürgg - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Johanneskapelle; Schmuckband in Form einer kufischen Inschrift am Chorbogen (12.Jhdt.).
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Außer den Fresken, die fast den gesamten Kirchenraum bedecken, ist an Interieur nur eine einfache Altarmensa mit einem romanischen Kruzifix aus der Pürgger Pfarrkirche vorhanden. Die Fresken stammen aus dem dritten Viertel des 12. Jahrhunderts. Als Auftraggeber wird der Traungauer Markgraf Ottokar III. (1525–1564) vermutet, der auch als eine der beiden links und rechts der Chorraumöffnung dargestellten Stifterfiguren angesehen wird. Die ausführenden Künstler werden dem Salzburger Kunstkreis zugeschrieben, wobei die Bilder erkennen lassen, dass sie mit der byzantinischen Kunst vertraut waren. Die Fresken zählen zu den besterhaltenen dieser Zeit.
Pürgg - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Lamm Gottes umgeben von Evangelistensympolen (12.Jhdt.) im Gewölbe der Apsis.
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Die Sockelzone der Fresken bildet ein gemalter Vorhang. Darüber folgt der etwa zwei Meter hohe Hauptstreifen, auf dem an der Nordseite das Wunder der Brotvermehrung und auf der Südseite Themen um Christi Geburt dargestellt sind. Am westlichen Ende findet sich das profane Motiv des Katzen-Mäuse-Krieges nach Äsop.
Pürgg - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Romanisches Fresko aus dem 12 Jhdt. in der Johannekapelle in Pürgg; Die Brotvermehrung.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
 Im oberen Bildstreifen stehen die törichten Jungfrauen (Nordseite) den klugen (Südseite) gegenüber. Neben dem Triumphbogen sind die Opfer von Kain und Abel dargestellt. Im Schmuckband um den Triumphbogen ist, umrankt von Arabesken, in mehrfacher Wiederholung in altarabischer Schrift und mit leichter Entstellung das Wort Allah, die arabische Bezeichnung für den einen Gott in allen monotheistischen Religionen, zu lesen.
Pürgg - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Romanische Fresken in der Johanneskapelle: Katzen-Mäuse-Krieg.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Im Chor sieht man an der Ostwand für das Patrozinium der Kirche Johannes der Täufer (links) und Johannes Evangelist (rechts), während sich an den Seitenwänden zwei heilige Bischöfe mit regionalem Bezug (Rupert und Virgil?) und zwei Gestalten aus dem Alten Testament mit Kronen und Schriftrollen (David und Melchisedek?) gegenüberstehen. In den vier Segmenten des flachen Gewölbes des Chors finden sich die Evangelistensymbole Stier, Löwe Adler und Mensch neben der zentralen Darstellung von Christus als Lamm mit Kreuznimbus und Kreuzfahne.
Pürgg - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Johanneskapelle, romanische Fresken, Detail: Katze mit Schild
(aus dem Kampf der Katzen gegen die Mäuse).
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Im gesamten Kirchenraum sind die figürlichen Szenen durch vielfältigen ornamentalen Schmuck bereichert. Zumeist streifenförmig angeordnet, imitiert die Ornamentik häufig Marmor- und Stoffmuster oder bildet pflanzliche beziehungsweise rein geometrische Formen.
stainach.graz-seckau.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Pürgg-Trautenfels" der
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