Franziskanerkloster Reutte
Kloster und Pfarrvikariatskirche hl. Anna
Obermarkt 8, 6600 Reutte
Franziskanerkloster Reutte © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Innenraum der Klosterkirche. Blick gegen den Altar.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
Die Franziskanerkirche hl. Anna ist eine römisch-katholische Pfarrvikariatskirche in der Marktgemeinde Reutte im Bezirk Reutte in Tirol. Die Kirche im baulichen Verband mit dem Franziskanerkloster steht unter Denkmalschutz. Reutte liegt am Alpenfluss Lech in einem Becken, das in die Allgäuer Voralpenregion entwässert. Im Bereich der linksgerichteten Flussbiegung stoßen zwei Kalkformationen der Lechtaler Alpen aufeinander, was die Erweiterung zu einem weiten Talkessel bewirkt hat.
Am 5. Juni 1489 wurde Reutte von Erzherzog Sigmund „dem Münzreichen“ zum Markt erhoben. Die Marktprivilegien wurden von Kaiser Maximilian bestätigt und erweitert.
Geschichte
Franziskanerkloster Reutte © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Archäoligische Grabungen im Innenhof des Klosters; 2011.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
Am 15. März 1628 fand in Anwesenheit des Stifters Erzherzog Leopold V. und seiner Gemahlin Claudia von Medici die Grundsteinlegung für das Franziskanerkloster in Reutte statt. Die Franziskaner erhielten auch die angrenzende Kirche zur hl. Anna für ihre Seelsorgsarbeit. Nach zweijähriger Bauzeit wurde das Kloster im Jahre 1630 vollendet. Bereits im Juli 1632, während des Dreißigjährigen Krieges, beschädigten und plünderten schwedische Soldaten das Kloster und die Kirche. In den Jahren 1703 und 1846 brannte der Klosterkomplex ab, wurde jedoch mit der finanziellen Hilfe der Reuttener Bevölkerung jeweils wieder aufgebaut. Im 18. Jahrhundert war im Kloster ein eigenes Theologiestudium für Franziskaner untergebracht. Von 1775 bis 1782 waren die Franziskaner unter anderem auch als Militärseelsorger auf der Burg Ehrenberg tätig. Von 1820 bis 1861 war Reutte Noviziatskloster.
Franziskanerkloster Reutte © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Bruder mit Kanditaten bei der Firmvorbereitung 2011.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
Auf Grund des starken Bevölkerungswachstums von Reutte wurde 1945 eine eigene Pfarre an der Klosterkirche eingerichtet. Um einen Ort für pfarrliche Zusammenkünfte zu schaffen, baute man von 1959 bis 1961 das „Paulusheim“. Von 1961 bis 1967 wurde die Kirche schrittweise renoviert und umgestaltet, 1976 der Glockenstuhl erneuert. Von 1977 bis ins Jahr 2000 beherbergte das Kloster wieder das Noviziat der Tiroler Franziskanerprovinz. Heute leben vier Franziskaner im Kloster, die sich vor allem der Krankenhaus- und Pfarrseelsorge widmen.
Annakirche
Franziskanerkloster Reutte © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Innenraum der Klosterkirche. Blick gegen die Orgelempore.
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Die Kirche in franziskanisch nüchterner Bauweise im Ortszentrum parallel zur Straße ist mit dem Klostergebäude baulich verbunden. Neben dem im Kern gotischen Chor ist das barocke Langhaus unter einem Walmdach. Der Turm steht südlich beim Chor und teils im Südtrakt des Klostergebäudes und hat Rundbogenschallfenster und einen Zwiebelhelm. Langhaus und Chor mit haben Rundbogenfenster.

Auf einen schmalen Vorraum folgt ein breites fünfjochiges Langhaus mit einer Doppelempore im Westen unter einem Stichkappenflachtonnengewölbe auf Kämpfern. Hinter dem eingezogenen Triumphbogen ist der eingezogene zweijochige Chor mit 3/8-Schluss unter einem Stichkappentonnengewölbe auf Konsolen.
Franziskanerkloster Reutte © Franziskanerprovinz Austria / FJR   Franziskanerkloster Reutte © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Klosterkirche hl. Anna.
Orgelempore.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
Klosterkirche hl. Anna.
Linker Seitenaltar.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
An der Stelle des Hochaltares steht die Figurengruppe Anna selbdritt, die alle Brände der Klosterkirche überstanden hat, geschaffen um 1515 vom Holzbildhauer Jörg Lederer. Der linke Seitenaltar trägt einen Kruzifix mit Maria um 1880 vom Bildhauer Martin Falbesoner. Der rechte Seitenaltar zeigt das Altarbild Antonius vor Maria mit Kind gemalt 1708 vom Maler Paul Zeiller. Es gibt die Figuren Magnus und Afra um 1720 und die Figur Posaunenengel um 1770. Es gibt zwei Medaillons Beweinung und Flucht nach Ägypten aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Die Kreuzwegstationen aus Beton schuf 1970 der Bildhauer Rudolf Millonig. Ein Wappengrabstein zu Kaspar Bissinger ist mit 1633 bezeichnet.
Franziskanerkloster Reutte © Franziskanerprovinz Austria / FJR Franziskanerkloster Reutte © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Kreuzwegdarstellung:
II. Station - Jesus nimmt das Kreuz
auf seine Schultern.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
Kreuzwegdarstellung:
V. Station - Simon von Cyrene hilft
Jesus das Kreuz tragen.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
Franziskanerkloster Reutte © Franziskanerprovinz Austria / FJR   Franziskanerkloster Reutte © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Kreuzwegdarstellung:
VI. Station - Veronika reicht
Jesus das Schweißtuch.
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Kreuzwegdarstellung:
III. und VII. Station - Jesus
fällt unter dem Kreuz.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
Da der Brand von 1846 auch fast das ganze Kircheninventar zerstörte, schaffte man in den Folgejahren unter anderem eine Bretterkrippe und ein neues Ostergrab an. Sie wurden jedes Jahr zu den entsprechenden Festzeiten in der Klosterkirche aufgestellt und dienten zur anschaulichen Darstellung der Weihnachts- und Osterereignisse. Nach vielen Jahren, in denen dieser Brauch als nicht mehr zeitgemäß galt, wurden Krippe und Grab restauriert und wieder aufgestellt:

Die Weihnachtskrippe wurde aus dem Franziskanerkloster Hall in Tirol hierher übertragen. Die Krippe wurde um 1738 vom Kunstmaler Franz Michael Hueber geschaffen und dürfte somit die älteste in Tirol erhaltene Bretterkrippe sein. Als Besonderheit zeigt sie neben den üblichen Heiligen Drei Königen noch einen vierten, der der Legende nach zur Anbetung des Jesuskindes zu spät kam, weil er auf dem Weg viele Werke der Barmherzigkeit verrichtete. Nach fast 30 Jahren Pause wurde die Krippe ab 1991 wieder jährlich in der Kirche aufgestellt. Das Ostergrab bauten 1848 der Maler Anton Köpfle (1807–1879) aus Höfen und der Zimmermeister Josef Schweighofer. Es wurde im Jahre 1936 zum letzten Mal aufgestellt und erstrahlt nach einer Renovierung seit 2004 in der Osterzeit wieder in der Klosterkirche.
kloester.franziskaner.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Franziskanerkloster_Reutte" der
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