Ruprechtskirche
Älteste Kirche Wiens
Ruprechtsplatz 1, 1010 Wien
Ruprechtskirche © www.klostergeschichten.at - Erhard Gaube
Die Ruprechtskirche im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt.
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Die römisch-katholische Ruprechtskirche ist die älteste in ihrer Grundsubstanz noch bestehende Kirche der Stadt Wien. Sie befindet sich auf dem Ruprechtsplatz im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt. Die Ruprechtskirche liegt auf dem Gebiet des ehemaligen römischen Militärlagers Vindobona. Nach der Zerstörung der römischen Siedlung entstand die Keimzelle des späteren Wien im Bereich um die Ruprechtskirche. Sie war die Pfarre von Wien, bevor diese Funktion im Jahr 1147 an den Stephansdom überging. Die Ruprechtskirche ist dem heiligen Rupert, dem Schutzpatron der Salzschiffer und von Salzburg geweiht, und gilt daher als Salzburger Gründung. Salz war im Mittelalter eine wichtige Monopolware, die von einer speziellen Stelle, dem Salzamt verwaltet wurde. In der Ruprechtskirche wurde Salz durch das Salzamt an Einzelhändler verkauft.
Geschichte
Ruprechtskirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Der heilige Rupert und seine Gefährten Gisselarius und Gunibald errichten auf dem
Standort der heutigen Ruprechtskirche ein Bethaus.
"3te Christianisirung / Ano. 627. Der Schottische Heilige, Rupert, samt seinen Jüngern Giselarius und Cunibald; kommen aus Baiern, nach dem Nordgau errichten auf der Stätte, wo gegen wärtig deß Heiligen altes Gottes haus steht - ein hölzernes Betthäuslein, und predigen den ganz heidnischen Awaren, daß Wort deß ewigen Heils -" Legende: "Der heilige Rupert, ein Schottländer, und seine Jünger Gisselarius und Gunibald, errichten auf der Stätte, wo jetzt St. Ruprecht (in Wien) steht, ein hölzernes Bethaus und predigen den heidnischen Awaren das Christentum. 627."
Feder- und Pinselzeichnung in Braun, laviert, mit Weißhöhungen von Karl Ruß. Blatt 30 aus dem Zyklus „Bilder zur Geschichte von Wien“. Die 149 Zeichnungen entstanden zwischen 1826 und 1832.
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Die Ruprechtskirche ist die älteste Kirche Wiens. Der Legende nach wurde sie durch die beiden Glaubensboten aus Salzburg, Chuniald und Gislar, im Jahr 740 gegründet. Das erste überlieferte Dokument, in dem die Ruprechtskirche genannt wird, stammt aus dem Jahr 1200 und bezieht sich auf die Schenkung an das Schottenstift durch den Babenberger Herzog Heinrich Jasomirgott (gest. 1177).

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Die Ruprechtskirche vom Ruprechtsplatz bzw. Judengasse aus gesehen.
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Die Kirche ist dem Hl. Rupert (gest. 715/716) geweiht, der zunächst Bischof von Worms war und dann etwa 10 Jahre lang am Aufbau der Kirche in Salzburg gewirkt hat. Das Fest des Hl. Rupert wird am 24. September gefeiert. Er ist Patron der Salzschiffer und der Stadt Salzburg. Die Verbindung St. Ruprechts mit dem Salzhandel, einem wichtigen Wirtschaftszweig vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert, ist vielfach belegt.
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Der Eingangsbereich der Ruprechtskirche.
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Die ältesten, bis heute erhaltenen Mauern der Ruprechtskirche gehen auf das frühe 12. Jahrhundert zurück: Es sind dies die Mauern des Hauptschiffs mit der Empore und die unteren Turmgeschoße mit den romanischen Doppelfenstern. Nach einem verheerenden Großbrand im Jahre 1276, der fast die ganze Wiener Innenstadt vernichtete, wurde ein Großteil der Kirche gotisiert. Das Hauptschiff erhielt eine gotische Apsis, und der Turm wurde um ein Geschoß erhöht.
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Der Turm der Ruprechtskirche von der Judengasse aus gesehen.
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Die beiden heute noch verwendeten Glocken stammen auch aus dem 13. Jahrhundert und sind in bemerkenswerter Weise an Jochen ohne Schrauben montiert. Im 14. Jahrhundert wurde die Kirche vergrößert: Die südliche Außenwand wurde durchbrochen und um das Seitenschiff mit gotischem Kreuzrippengewölbe erweitert. Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert befand sich gleich neben dem Kirchturm das so genannte Praghaus. Es diente zeitweise als Nebenresidenz der Herzöge und hatte einen direkten Zugang zur Kirchenempore. Dieses Gebäude beherbergte zwischen 1500 und 1824 das Salzamt. Hier wurde das per Schiff angelieferte Salz aus dem Salzkammergut zwischengelagert und weiterverkauft. Als Gegenleistung musste das Salzamt für die Erhaltung der Kirche aufkommen.
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Blick gegen die Apsis mit dem steinernen Altar der in seinen unteren Schichten romanisch ist.
Darüber das barocke Kruzifix, das seit 1765 in der Kirche ist.
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Nach der Einführung des Salzfreihandels im Jahr 1824 wurde das Praghaus 1832 abgerissen. Etwa hundert Jahre später wurden die Ruprechtskirche und ihr Zubau, die heutige Sakristei, erneut umgestaltet. Bei der Renovierung am Ende des 20. Jahrhunderts ging es darum, die Bausubstanz zu sichern und den Innenraum für eine zeitgemäße Liturgie zu adaptieren. Dabei wurden Qualität und Schlichtheit gleichermaßen angestrebt, um Konzentration auf das Wesentliche zu ermöglichen.
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Das älteste erhaltene Glasfenster Wiens von ca. 1270.
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Das mittlere Fenster der Apsis hat die Jahrhunderte seit etwa 1270 unbeschadet überdauert und ist somit das älteste erhaltene Glasfenster Wiens. Es zeigt im oberen Teil Jesus am Kreuz mit Maria und Johannes, im unteren die Madonna mit dem Kind. Die beiden seitlichen Apsisfenster (Heinrich Tahedl, 1949) stellen den Hl. Rupert als Lehrer beziehungsweise als Bischof mit den Kirchengründern Chuniald und Gislar dar.
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Die Glasfenster im Hauptschiff zum Thema »Lob Gottes bei Errettung aus tiefster Not«.
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Anfang der 1990er Jahre erhielt die Kirche neue Glasfenster von Lydia Roppolt (1922–1995). Sie zeigen im Hauptschiff einen Zyklus zum Thema »Lob Gottes bei Errettung aus tiefster Not« (Daniel in der Löwengrube, Jonas mit dem Fisch, Die drei Jünglinge im Feuerofen) und in der Apsis die Gründungsgeschichte von St. Ruprecht. Mehrere abstrakt gestaltete Fenster haben das »Lob der Schöpfung« zum Thema.
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Der steinerne Altar in der Apsis.
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Im Hauptschiff dominiert am Übergang zur Apsis ein barockes Kruzifix, das seit 1765 in der Kirche ist. Der steinerne Altar ist in seinen unteren Schichten romanisch. 1703 war um ihn herum ein barocker Hochaltar errichtet worden, der 1986 wieder entfernt wurde.
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Die spätgotische Marienstatue (ca. 1510-1520) in ungewöhnlicher Darstellung
deren Unterseite ein Gesicht bildet (Bild oben).
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 Am vorderen Pfeiler des Hauptschiffs befindet sich eine Holzskulptur des Hl. Rupert aus dem 14. Jahrhundert, am hinteren Pfeiler eine spätgotische Marienstatue (ca. 1510-1520) in ungewöhnlicher Darstellung: Das Kind wendet sich nicht, wie sonst üblich, dem Betrachter, sondern der Mutter zu und hält sich an ihr mit ausgebreiteten Armen fest. Die ausgestreckten Arme weisen auf die Kreuzigung Christi hin. Die Figur hat keine Standfläche, sondern ist als Hängefigur gedacht, deren Unterseite ein Gesicht bildet. Diese Darstellung leitet sich von der "Madonna auf der Mondsichel" ab. Der Mond, der üblicherweise ein Gesicht trägt, ist hier nicht zu sehen, sondern nur ein dunkles Gesicht als Gegenpol zu Maria. Die spätgotische Skulptur mit reichem Faltenwurf und ornamentierter Fassung geht wahrscheinlich auf ein älteres Gnadenbild zurück. Die Art der Darstellung der Madonna ist sehr selten.
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Der Seitenaltar mit dem aus Bronzeguss und Fassdauben gefertigten Tabernakel.
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Der Seitenaltar in der Apsis des Seitenschiffes trägt den von Ignaz Kienast (*1959) aus Bronzeguss mit Fassdauben gefertigten Tabernakel (1998). Der neue Tabernakel der Ruprechtskirche findet sehr viel Anerkennung. Der Künstler, der dieses Objekt schuf, ist Ignaz Kienast. Die Gemeinde lernte ihn durch eine aufregende Performance 1996 in unserer Kirche kennen. Damals wurde schon der Wunsch laut: dieser Künstler möge doch etwas für unsere Kirche schaffen. Tatsächlich, die Urwüchsigkeit der Kunst fügt sich in die Kirche ein, als ob der Gegenstand schon immer vorhanden war. Ignaz Kienast kommt aus dem Weinviertel. 1959 wurde er in Unterstinkenbrunn geboren und ist dort noch immer zu Hause. Das elementare, bäuerliche Leben ist eine der Wurzeln seines Schaffens. So entdeckte er als sein ureigenes Material das hölzerne Fass aus den Weinkellern seiner Heimat. So nutzte er z.B. die Dauben solcher Fässer für unseren neuen Tabernakel. Und gibt damit natürlich auch einen versteckten Hinweis auf den Wein der Eucharistie. Bronze ist ein anderes wichtiges Material des Tabernakels. Der Tabernakel ist ein Bronzeguss. Der Innenraum ist blattvergoldet und erinnert so an die ägyptischen Ursprünge des Tabernakels.
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Das Tabernakel von Ignaz Kienast.
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Man kann den Künstler Kienast nicht auf seine bäuerlichen Ursprünge reduzieren. In seinem Werk spürt man auch den langen und weiten Weg über Asien und Afrika (Ausstellung in Kairo!), den er gegangen ist. Selbst beschrieb er damals die Grundidee seines Entwurfs so: »Ausgangspunkt war die Apsis-Hauptansicht des Seitenaltares mit der Dreiteilung im Sockelbereich des Altartisches sowie der Antikglasfenster, die nach einem im Zentrum stehenden (Kunstwerk) Tabernakel verlangt, der wieder dieser Sprache (Trinität) folgt. Der Kreis in der Bronze-Relieftür-Mitte weist auf die darin befindliche Hostie hin.«
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Das Taufbecken aus Adneter
Marmor von 1500.
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Holzskulptur des Hl. Rupert
aus dem 14. Jahrhundert.
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Im Seitenschiff befindet sich ein achteckiges Taufbecken aus Adneter Marmor mit der Inschrift »A+M+D+Y+E+M« (anno MD in aeternam memoriam – im Jahre 1500 zum ewigen Gedenken). Der Kupfereinsatz stammt aus dem Jahr 1612. Am Aufgang zur Empore hängt das ehemalige Hochaltarbild von Johann Georg Schmidt (um 1720). Es zeigt den Hl. Rupert mit Putten, die seine Attribute - Bischofsstab, Buch und Salzgefäße – tragen. Eine weitere Darstellung des Hl. Rupert gibt es neben dem Eingang zur Sakristei: Ein Relief aus dem frühen 16. Jahrhundert. In einem kleinen Andachtsraum im Erdgeschoß des Turmes befinden sich Statuen von Joachim und Anna sowie eine Marienstatue aus Ebenholz (»Loretomadonna«).
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Steintafel der Empore an Kaiser Friedrich III mit seinem persönlichen Zeichen A.E.I.O.U.
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An der Empore erinnert eine Steintafel an Kaiser Friedrich III mit seinem persönlichen Zeichen A.E.I.O.U und der Jahreszahl 1439. An der Nordwand der Kirche steht unter der Empore der Sarkophag des Hl. Vitalis, eines Märtyrers aus den Römischen Katakomben. Das Skelett ist barock bekleidet, fehlende Teile wurden aus Wachs ergänzt. Der Märtyrer Vitalis erinnert an jene Menschen, die wegen ihrer Herkunft, ihrer Überzeugung oder ihres Glaubens wegen Opfer von Verfolgung wurden.
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Die Pfeiler des Hauptschiffs mit der Holzskulptur des Hl. Rupert und der Marienstatue.
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Nach St. Ruprecht kommen Menschen aus ganz Wien und darüber hinaus. Zur Gemeinde gehört, wer sich ihr zugehörig fühlt und glaubt, sein Mensch- und Christ-Sein nach dem Evangelium und in Einklang mit seinem Gewissen leben und verantwortlich gestalten zu können. St. Ruprecht ist eine Rektoratsgemeinde und keine Pfarre. Die wesentlichen Eckpfeiler des Gemeindelebens sind in einem Statut festgehalten, welches von der Erzdiözese Wien am 18.10.2008 approbiert wurde:
Leben mit und aus dem Glauben der Kirche,
eine bewusst und anspruchsvoll gestaltete Feier der Liturgie,
die Auseinandersetzung des Glaubens mit Kunst und Literatur
(der Gegenwart),
das Bemühen um Ökumene, sowie,
die gewachsene, auf gemeinschaftlichem Dialog und demokratischen Prinzipien aufgebaute Struktur der Gemeinde,
eine prinzipielle Offenheit gegenüber Neuem.
St. Ruprecht ist eine offene Gemeinde. Wir möchten jedem Menschen mit Respekt vor seiner/ihrer ganzen Person begegnen. Wir möchten Heimat für Menschen sein, die Ausgrenzung erfahren und mit uns Gemeinde leben wollen.
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Blick gegen die Empore.
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 Prägend für die Gemeinde ist auch die Nähe der Kirche zur Jüdischen Synagoge und zum Morzinplatz, wo das Hauptquartier der Gestapo stand. In der Besinnung auf die jüdischen Wurzeln des Christentums und im jährlichen Gedenken an die Novemberpogrome von 1938 will sich die Gemeinde die besondere historisch-theologische Bedeutung dieses Ortes vergegenwärtigen.
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Die noch gut erhaltenen Sitzbänke aus der Zeit Maria Theresias.
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Als Kirche in der »city« ist uns auch der Kontakt mit dem sogenannten »Bermudadreieck« und den Touristen wichtig. Mit der ältesten Kirche Wiens ist uns nicht nur ein Gotteshaus, sondern auch ein kunsthistorisches Kleinod anvertraut. Daum sind wir bemüht, die Ruprechtskirche Gläubigen wie Touristen als einen Ort der Einkehr und Besinnung anzubieten.
Vitalis-Reliquiar
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Vitalis-Reliquiar.
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Bei den Gebeinen in der Ruprechtskirche handelt es sich um den Heiligen Vitalis aus den Römischen Katakomben. Sie wurden 1767 Maria Theresia von Papst Klemens XIII. geschenkt. Die Ruprechtskirche selbst wurde der Legende nach vom hl. Ruprecht gegründet, dessen Schüler und Gefährte der heilige Vitalis von Salzburg war. Wegen der Namensgleichheit vermachte sie Maria Theresia der Kirche St. Ruprecht. (Die Gebeine des hl. Vitalis aus Salzburg sind in der Abteikirche St. Peter in Salzburg beigesetzt). Der Heilige Vitalis war ein frühchristlicher römischer Soldat, der für seine Solidarität mit den verfolgten Christen den Märtyrertod erleiden musste. Er war Vater zweier Söhne und auch seine Frau Valeria wird als Märtyrerin verehrt.
Das Salzamt
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Die Ruprechtskirche von der Ruprechtsstiege aus gesehen.
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Das Salzamt war im so genannten Praghaus untergebracht. Das alte Praghaus wurde direkt an den Turm der Ruprechtskirche angebaut. 1433/1434 hieß es „das Herzoghaus, das man Prag nennt“. Wenzel, König von Böhmen, wurde in dem nächst St. Ruprecht gelegenen Praghaus gefangen gehalten, konnte aber unerklärlicherweise am 9. November 1403 entfliehen. Auch Albrecht VI. lebte bis zur Beilegung des Zwistes zwischen ihm und seinem Bruder, Kaiser Friedrich IV. (1458) im Praghaus. In dieses Praghaus wurde später um 1500 das kaiserliche Salzamt verlegt und die Salzamtmänner nahmen das Kirchlein St. Ruprecht unter ihren Schutz. Die Zeche der Salzer war verpflichtet, für die Erhaltung der Ruprechtskirche Sorge zu tragen. Die Salzer hießen jene „wohlbehausten Bürger“, denen ein kaiserliches Patent das Recht zusprach, auf dem Gries (Salzgries) das dort mittels Schiffen angekommene Salz zu verkaufen. Man nannte sie auch „Griesler“, aus welcher Bezeichnung später das Wienerische Greißler entstand. Wegen des am 1. April 1824 eingeführten Salzfreihandels wurde das Wiener Salzamt aufgelöst. 1832 wurde das Gebäude demoliert. Da es sich in den Jahren vor der Demolierung um ein „Amt ohne Funktion“ handelte, entstand das Wiener Sprichwort, wonach man sich „beim Salzamt beschweren“ möge.
Text auszugsweise aus
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