Salesianerinnen
Ordo Visitatio Mariae
Ordenskürzel: OVM
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Kongregation der Oblaten des hl. Franz von Sales - www.franz-sales.de
Eine Heimsuchungsschwester (Salesianerin) Kloster der Heimsuchung Mariens in Annecy.
© Kongregation der Oblaten des hl. Franz von Sales - www.franz-sales.de
Der Orden von der Heimsuchung Mariens (lat.: Ordo Visitatio Mariae, Ordenskürzel: OVM), dessen Mitglieder im deutschen Sprachraum auch unter dem Namen Salesianerinnen oder Visitantinnen bekannt sind, wurde im Jahr 1610 vom heiligen Franz von Sales und der heiligen Johanna Franziska von Chantal gegründet. Der Orden der Heimsuchung ist ein beschaulicher Orden mit Klausur. Insofern gehören persönliches Gebet und Chorgebet zu den wichtigsten Aufgaben der Salesianerinnen.
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Kongregation der Oblaten des hl. Franz von Sales - www.franz-sales.de Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Kongregation der Oblaten des hl. Franz von Sales - www.franz-sales.de
Franz von Sales - Kirchenlehrer "Doctor amoris - Lehrer der Liebe".
© Kongregation der Oblaten des hl. Franz von Sales - www.franz-sales.de
Dazu kommen vielfältige Dienste für die Klostergemeinschaft (Pforte, Verwaltung, Haus und Garten). Einige Schwestern sind in der Erwachsenenbildung (Exerzitien, geistliche Begleitung) oder auch im erzieherischen Bereich tätig. Franz von Sales, Bischof von Genf-Annecy, hatte am 5. März 1604 bei Fastenpredigten in Dijon die junge Baronin Johanna Franziska von Chantal kennengelernt. Sie war aufgrund eines tragischen Jagdunfalls ihres Ehemanns zur Witwe geworden und trug sich mit dem Gedanken, Ordensfrau zu werden.
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Kongregation der Oblaten des hl. Franz von Sales - www.franz-sales.de
Franz von Sales übergibt den Schwestern der Heimsuchung Mariens die Ordensregeln (1610).
© Kongregation der Oblaten des hl. Franz von Sales - www.franz-sales.de
 Franz von Sales übernahm die geistliche Begleitung der tieffrommen Baronin, und bald stellte sich heraus, dass Johanna Franziska den Ruf zu einem Ordensleben verspürte, bei dem aktive Tätigkeit und beschauliches Leben zutiefst miteinander verbunden sind. Eine solche Gemeinschaft existierte aber nicht, weshalb Franz von Sales und Johanna von Chantal sich dazu entschlossen, einen eigenen Orden zu gründen..
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Ordensgemeinschaft der Heimsuchung Mariens - www.heimsuchungsschwestern.de Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Ordensgemeinschaft der Heimsuchung Mariens - www.heimsuchungsschwestern.de
Johanna Franziska von Chantal, im rechten Bild ein Porträt von Baronin Johanna
Franziska Frémyot von Chantal im Alter von etwa 30 Jahren
© Ordensgemeinschaft der Heimsuchung Mariens - www.heimsuchungsschwestern.de
Am 6. Juni 1610 wurde das erste Kloster der Heimsuchungsschwestern in Annecy, der Stadt, in der Franz von Sales als Bischof lebte, gegründet. Die ersten Schwestern waren neben Johanna Franziska von Chantal Charlotte de Bréchard, Jacqueline Favre und Jacqueline Coste. Der Name Orden von der Heimsuchung Mariens rührt von dem im Lukasevangelium beschriebenen Besuch der mit Jesus Christus schwangeren Gottesmutter bei ihrer Cousine Elisabeth her, der Bibelgeschichte Mariä Heimsuchung. Johanna von Chantal und Franz von Sales wollten jedoch mit diesem Namen die aktive Tätigkeit des Neuen Ordens ausdrücken: Heimsuchungsschwestern sollten Arme, Kranke und Bedürftige daheim aufsuchen, um sie zu unterstützen. Quelle für dieses karitative Tun sollte das Gebet sein – die Gottesliebe sollte durch und in der Nächstenliebe sichtbar werden.
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Wallfahrtskirche La Visitation und Kloster der Heimsuchung Mariens in Annecy.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Als jedoch im Jahr 1615 in Lyon ein zweites Heimsuchungskloster gegründet werden sollte, wurde dieses Konzept vom zuständigen Erzbischof abgelehnt, weil er sich nicht mit einem karitativ tätigen Frauenorden – damals eine völlige Novität – abfinden konnte. Die Heimsuchungsschwestern und ihre Gründerpersönlichkeiten beugten sich dem Entscheid des Bischofs, und so wurde die Kongregation in einen kontemplativen Orden umgewandelt, der im Jahr 1618 von Papst Paul V. die päpstliche Anerkennung erhielt.
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das 1120 gegründete Kloster Indersdorf der Augustiner-Chorherren, 1783 von Münchner
Kanonikern übernommen, folgten Orden der Salesianerinnen und der Barmherzigen
Schwestern und die Erzdiözese München und Freising als Besitzer des Klosters.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz ((CC-BY-SA 3.0)
Nach dem Tod des Franz von Sales widmete sich Johanna Franziska vor allem dem Ausbau und der Weiterentwicklung ihrer Ordensgemeinschaft. Außerdem begann sie den schriftlichen Nachlass des Franz von Sales zu sichten, vor allem seine Briefe, seine Predigten und die geistlichen Gespräche, die dieser mit den Schwestern der Heimsuchung geführt hatte. Sie war nicht nur die erste Herausgeberin der Werke des Franz von Sales, sondern beteiligte sich auch aktiv daran, dass der Seligsprechungsprozess für Franz von Sales so rasch als möglich eröffnet wurde. Dies geschah 1627. 1629 brach in Annecy und Umgebung die Pest aus. Johanna Franziska weigerte sich, deshalb die Stadt zu verlassen, sondern widmete sich aufopferungsvoll den Pestkranken und Sterbenden. 1632 war sie anwesend, als im Zuge seines Seligsprechungsprozesses der Sarg des Franz von Sales geöffnet und die Unversehrtheit des Leichnams festgestellt wurde. Johanna Franziska bat darum, dass man ihr die Hand des Franz von Sales auf den Kopf lege, damit dieser sie für ihre letzten Lebensjahre segnen möge. Während einer Visitationsreise im Jahr 1641 erkrankte Johanna Franziska im Kloster von Moulins an Lungenentzündung, verbunden mit einer Rippenfellentzündung, und starb am 13. Dezember des gleichen Jahres.
Ihre letzten Worte waren:
„Ja, mein Vater, ich komme. Jesus, Jesus, Jesus.“
Ihr Leichnam wurde in das Mutterhaus des Ordens nach Annecy überführt und dort in der Kirche des Heimsuchungsklosters neben Franz von Sales beigesetzt. Heute ruhen ihre Gebeine neben denen des heiligen Franz von Sales in der Anfang des 20. Jahrhunderts neu errichteten Basilika des Heimsuchungsklosters in Annecy.
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Kongregation der Oblaten des hl. Franz von Sales - www.franz-sales.de
Reliquienschrein der hl. Johanna Franziska von Chantal in der Basilika der
Heimsuchung in Annecy, Frankreich.
© Kongregation der Oblaten des hl. Franz von Sales - www.franz-sales.de
Als Franz von Sales rund vier Jahre nach der päpstlichen Anerkennung des Ordens im Jahr 1622 starb, existierten 13 Heimsuchungsklöster. Beim Tod der Gründerin Johanna Franziska von Chantal im Jahr 1640 waren es bereits 87 Ordenshäuser. Heute gibt es 153 Klöster auf vier Kontinenten (Stand: 2009): In Asien ist die Heimsuchung im Libanon und Südkorea, in Afrika in Burundi, Ruanda und Kongo, in Nordamerika in den USA, Kanada und Mexiko, in Mittelamerika in Guatemala, Panama und in der Dominikanischen Republik, in Südamerika in Kolumbien, Ecuador, Peru, Brasilien, Paraguay, Uruguay, Chile und Argentinien, in Europa in Deutschland, Österreich, Kroatien, Tschechien, Polen, Ungarn, England, Irland, Spanien, Portugal, Italien, Frankreich und Belgien.
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Kongregation der Oblaten des hl. Franz von Sales - www.franz-sales.de
Reliquienschrein des hl. Franz von Sales in der Basilika der Heimsuchung in Annecy, Frankreich.
© Kongregation der Oblaten des hl. Franz von Sales - www.franz-sales.de
In Deutschland wurde das erste Heimsuchungskloster in 1667 in Indersdorf gegründet. Heute leben etwa 120 Heimsuchungsschwestern in Deutschland in den Klöstern Kloster Zangberg bei Mühldorf am Inn, Kloster Dietramszell, Kloster Beuerberg (Dekanat Wolfratshausen), Salesianerinnenkloster Koblenz, Kloster Pielenhofen (Kreis Regensburg) Oberroning bei Landshut und Uedem am Niederrhein, in Österreich im Kloster Thurnfeld in Hall in Tirol und im Kloster am Rennweg in Wien sowie in der Schweiz in Solothurn und Freiburg im Üechtland.
Das Heimsuchungskloster in Wien
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Bomann-Museum Celle - residenzmuseum.celle.de
Wilhelmine Amalie (im Alter von ca 12 Jahren), Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches
(1673-1742) Öl auf Leinwand, um 1685
© Bomann-Museum Celle - residenzmuseum.celle.de
Kaiserin Wilhelmine Amalia war die Witwe Kaiser Josefs I., der schon mit 33 Jahren an Blattern starb. Sie war eine fromme Frau, die Zurückgezogenheit liebte. Der frühe Tod des Kaisers und die kurz danach in Wien hereinbrechende Pest, die Tausende von Opfern forderte, mag in ihr den Gedanken geweckt haben, sich in ein Kloster zurückzuziehen. Zunächst aber musste sie sich nach dem Tod des Kaisers der Erziehung ihrer beiden Töchter bzw. der Frage ihrer Thronfolge widmen und war daher noch stark in politische Agenden des Herrscherhauses involviert..
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Staatliche Kunstsammlungen Dresden - www.skd.museum Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Staatliche Kunstsammlungen Dresden - www.skd.museum
Amalia Wilhelmine von Braunschweig-Calenberg
als Kaiserin des Heiligen Römischen-deutschen Reiches.
© Staatliche Kunstsammlungen Dresden - www.skd.museum
Als die Frage des Klostereintrittes für sie aktueller wurde, stellte sie fest, dass keines der in Wien vorhandenen Klöster für sie in Frage käme und so reifte der Plan, selber ein Kloster zu stiften, wo sie auch ihren Lebensabend verbringen könnte. Zugleich sollte dieses Kloster auch noch anderen Zwecken dienen; dabei dachte sie an junge Mädchen aus dem verarmten Adel oder gehobenem Bürgertum, für die es damals in Wien keine angemessene Bildungsstätte gab; für sie sollten Schule und Pensionat eingerichtet werden. Außerdem sollte mit diesem Kloster auch das religiöse Leben Wiens bereichert werden.
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ansicht des Klosters und der Kirche der Salesianerinnen, auf dem Rennwege nächst Wien.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Kaiserin Amalia wandte sich nun an den Erzbischof von Mecheln mit der Bitte um Heimsuchungsschwestern; mit diesen verband sie eine langjährige Bekanntschaft und sie hielt sie für geeignet, um ihre Klosterpläne durchzuführen. Am 31. Juni 1717 trafen fünf Schwestern in Wien ein, die von der Kaiserin mit großer Freude in Schönbrunn empfangen und dann in ihrem vorläufigen Quartier untergebracht wurden. Genau zwei Jahre nach der Grundsteinlegung, am 13. Mai 1719, fand dann unter feierlicher Mitwirkung der Kaiserin, ihrer Töchter und des Hofes die Einweihung der Kirche und die Inbesitznahme des Hauses durch die ersten Ordensfrauen statt.
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Salesianerinnen-Kloster Wien. Rennweg 10
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Als die Frage des Klostereintrittes für sie aktueller wurde, stellte sie fest, dass keines der in Wien vorhandenen Klöster für sie in Frage käme und so reifte der Plan, selber ein Kloster zu stiften, wo sie auch ihren Lebensabend verbringen könnte. Zugleich sollte dieses Kloster auch noch anderen Zwecken dienen; dabei dachte sie an junge Mädchen aus dem verarmten Adel oder gehobenem Bürgertum, für die es damals in Wien keine angemessene Bildungsstätte gab; für sie sollten Schule und Pensionat eingerichtet werden. Außerdem sollte mit diesem Kloster auch das religiöse Leben Wiens bereichert werden. Die Kaiserin Amalia wandte sich nun an den Erzbischof von Mecheln mit der Bitte um Heimsuchungsschwestern; mit diesen verband sie eine langjährige Bekanntschaft und sie hielt sie für geeignet, um ihre Klosterpläne durchzuführen.
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Salesianerinnenkirche in Wien-Landstraße
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Am 31. Juni 1717 trafen fünf Schwestern in Wien ein, die von der Kaiserin mit großer Freude in Schönbrunn empfangen und dann in ihrem vorläufigen Quartier untergebracht wurden. Genau zwei Jahre nach der Grundsteinlegung, am 13. Mai 1719, fand dann unter feierlicher Mitwirkung der Kaiserin, ihrer Töchter und des Hofes die Einweihung der Kirche und die Inbesitznahme des Hauses durch die ersten Ordensfrauen statt. Noch im gleichen Jahr legte die erste Österreicherin ihre Profess in der neuen Kirche ab. Fünf Jahre später hatte sich die Zahl der Schwestern bereits verdoppelt. Die Kaiserin hatte eine herzliche Beziehung zu den Schwestern und kümmerte sich auch persönlich um das Wohl der „Zöglinge“.
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Blick vom Belvederegarten auf das Kloster und die Salesianerinnen-Kirche.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Nachdem ihre Töchter standesgemäß verheiratet waren, zog sich die Kaiserin ganz in das Kloster zurück. Sie hat sich allerdings vorbehalten, das Kloster zwischendurch zu verlassen, nahm sie doch auch weiterhin Anteil am Leben ihrer Töchter und Enkelkinder. Am 10. April 1742 starb die Kaiserin in ihrem geliebten Kloster am Rennweg. In ihrem Testament hatte sie gewünscht, auf dem Totenbett das Ordenkleid der Salesianerinnen tragen zu dürfen. Sie wurde in der Gruft des Klosters inmitten der Schwestern begraben.
Leben in Gemeinschaft
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Ordensgemeinschaft der Heimsuchung Mariens - www.heimsuchungsschwestern.de
Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens, bzw.Salesianerinnen.
© Ordensgemeinschaft der Heimsuchung Mariens - www.heimsuchungsschwestern.de
Wie die Kirche als ganze, so ist auch unser Kloster eine Gemeinschaft — etwa 20 Frauen, die Gott zum gemeinsamen Dienst für das Reich Gottes berufen hat — eine bunte Vielfalt verschiedenen Alters, sozialer Herkunft und Ausbildung, aber mit einem gemeinsamen Ziel:
der Nachfolge Jesu in Form eines kontemplativen Lebens.
Das Leben der Schwestern ist in eine feste Tagesordnung eingebunden, in der Arbeit, Gebet und Erholung in einem ausgewogenen Rhythmus miteinander abwechseln. Die Zeit ist für die Schwester nicht mehr frei verfügbar, sondern gehört, wie auch ihre Fähigkeiten und Kräfte dem Kloster im Dienste Gottes.
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Ordensgemeinschaft der Heimsuchung Mariens - www.heimsuchungsschwestern.de Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Ordensgemeinschaft der Heimsuchung Mariens - www.heimsuchungsschwestern.de
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Ordensgemeinschaft der Heimsuchung Mariens - www.heimsuchungsschwestern.de Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Ordensgemeinschaft der Heimsuchung Mariens - www.heimsuchungsschwestern.de
Eindrücke von der Jubiläumswallfahrt vom 17. bis 22. Juni 2010 der
Deutschsprachigen Föderation der Heimsuchung Mariens nach Annecy, Frankreich,
zum Ort ihrer Gründung. Fotos: Sr. Beata. M. Beck.
© Ordensgemeinschaft der Heimsuchung Mariens - www.heimsuchungsschwestern.de
Nicht nur durch die Tagensordnung, sondern auch durch die sog. „Regel“, die kirchenrechtlich anerkannten und verpflichtenden Satzungen, wird die Lebensordnung der Schwestern bestimmt. Ziel ist die Nachfolge Jesu, die ihre konkrete Gestalt in einem Leben nach den sog. Evangelischen Räten Armut, Gehorsam und Keuschheit findet. Dazu verpflichtet sich die Schwester durch die Gelübde, die Profess, die sie öffentlich abgelegt.
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Ordensgemeinschaft der Heimsuchung Mariens - www.heimsuchungsschwestern.de
Festakt beim 400-jährigen Gründungsjubiläum der Heimsuchung in Annecy,
rechts im Bild der Reliquienschrein des hl. Franz von Sales in der Basilika der Heimsuchung.
© Ordensgemeinschaft der Heimsuchung Mariens - www.heimsuchungsschwestern.de
Die Arbeiten der Schwestern sind vielfältig und dienen den alltäglichen Bedürfnissen der Schwesterngemeinschaft. Die einzelnen Schwestern sind für sog. „Ämter“ zuständig, wie Küche, Garten, Wäscherei ((Lingerie), Schneiderei (Roberie), Pforte, Sakristei, Krankenabteilung, sowie für die leitenden Ämter der Oberin, Assistentin und Novizenmeisterin. Von Zeit zu Zeit, je nach Amt, werden diese unter den Schwestern gewechselt. Zweimal am Tag kommen die Schwestern in der Rekreation zum gemeinsamen Gespräch und zur Erholung zusammen.
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Ordensgemeinschaft der Heimsuchung Mariens - www.heimsuchungsschwestern.de
Heimsuchungsschwestern im Vatikankloster Mater ecclesia.
© Ordensgemeinschaft der Heimsuchung Mariens - www.heimsuchungsschwestern.de
Außerhalb dieser Zeiten halten die Schwestern das Stillschweigen. Dies ermöglicht der einzelnen, sich auch tagsüber innerlich zu sammeln, um so mit Gott verbunden zu bleiben. Leben in Klausur bedeutet, dass die Schwestern nur zu ganz bestimmten, kirchenrechtlich festgelegten Anlässen das Kloster verlassen, bzw. Außenstehende nur unter besonderen Umständen das Kloster betreten dürfen. Die Klausur soll die vielen störenden Einflüsse der Außenwelt von den Schwestern fern halten und so gute Voraussetzungen für das geistliche Leben schaffen.
Ein Tag im Kloster
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Blick vom Belvederegarten auf das Kloster und die Salesianerinnen-Kirche.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Es ist Samstag 9 Uhr. Die Gästeschwester wartet an der Pforte auf die Frauen, die zum heutigen „Tag der Stille“ angemeldet sind. Laut Satzungen sollen es höchstens fünf sein, damit die Stille und die Sammlung der Schwestern dadurch nicht zu sehr gestört wird. Frau P. ist schon ein fester Gast — der monatliche „Tag der Stille“ ist für sie ein Jour fixe, den sie nicht mehr missen möchte. Sie ist viel im Apostolat unterwegs — in der Krankenhausseelsorge, bei alten Leuten, in der Pfarre ... An diesem Tag kann sie zu sich selbst kommen, ihr Tun überdenken, alles im Gebet vor Gott hintragen. Frau R. kommt schon einige Male seit ihr Mann tot ist. Sie möchte wieder Kontakt mit der Kirche aufnehmen und zum Glauben ihrer Jugendzeit zurückkehren. Die dritte Dame ist heute das erst Mal da; gestresst von Beruf und Familie möchte sie einfach zur Ruhe kommen; vielleicht auch Hilfe für einiger ihrer Probleme finden und Zeit für das Gebet haben.
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Salesianerinnen Wien - www.salesianerinnen.at
Blick auf den Klostergarten des Klosters der Heimsuchung Mariens am Rennweg,
rechts im Bild ist das Obere Belvedere mit einem Teil des Belvederegartens zu sehen..
© Salesianerinnen Wien - www.salesianerinnen.at
Punkt 9 Uhr sind alle da. Die Schwester begleitet sie hinein in das Kloster - ein groß angelegtes barockes Gebäude mit schönen Gewölben, langen Gängen und hohen Fenstern. Kaiserin Wilhelmine Amalia, die Witwe Josef I., hat es aus eigenen Mitteln für die Schwestern erbauen lassen. Auf den Gängen herrscht Stille, da die Schwestern untertags nur das Notwendigste sprechen — das, was die gemeinsame Arbeit und „die Liebe“ erfordert. Vom Pfortengang aus eröffnet sich der Blick in den Kreuzhof, der der Mittelpunkt des Klostertraktes ist.
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Salesianerinnen Wien - www.salesianerinnen.at
Salesianerinnen (Schwestern der Heimsuchung Mariens) beim Gebet im Chorgestühl.
© Salesianerinnen Wien - www.salesianerinnen.at
IIm Sommer finden sich hier die älteren Schwestern gern zur Rekreation, der gemeinsamen Erholung ein und es wird hier auch, wenn es das Wetter erlaubt, das so genannte Marthafest, ein traditionelles Sommerfest der Heimsuchungsklöster, gefeiert. Der Kreuzhof wird vom Kreuzgang umschlossen. Von diesem gelangt man in die wichtigsten Räume des Klosters, wie z.B. den Schwestern-Chor, das Refektorium und auch das Gemeindezimmer.
Salesianerin werden
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Ordensgemeinschaft der Heimsuchung Mariens - www.heimsuchungsschwestern.de
Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens
auch unter dem Namen Salesianerinnen oder Visitantinnen bekannt.
© Ordensgemeinschaft der Heimsuchung Mariens - www.heimsuchungsschwestern.de
Die Umstellung des Lebens von „der Welt“ auf das Leben in einem kontemplativen Kloster ist sehr einschneidend. Zudem geht es auch um eine Lebensentscheidung. Daher ist vom Kirchenrecht eine lange Vorbereitungszeit bis zur endgültigen Entscheidung vorgesehen...

Das erste halbe Jahr, das sog. Postulat, ist eine Zeit der Prüfung und Eingewöhnung. Der Orden, aber auch die Kandidatin selbst prüfen, ob eine echte Berufung zum kontemplativen Leben in der Klausur vorhanden ist. Schrittweise soll auch die unvermeidliche Trennung von Familie und Bekanntenkreis vollzogen werden. Wenn dann die Kandidatin den Wunsch ausdrückt, ins Noviziat aufgenommen zu werden und die Gemeinde die Zustimmung dazu gibt, erhält die Postulantin das Ordenskleid in einer feierlichen Zeremonie innerhalb der Klausur. Das Noviziat dauert zwei Jahre. Es ist die Zeit der Einführung in ein Leben nach dem Evangelium im Geiste der Ordenssatzungen bzgl. Des persönlichen wie des gemeinschaftlichen Lebens. Im Unterricht durch die Novizenmeisterin werden die Novizinnen in die Verpflichtungen des Ordenslebens (Gelübde, Ordenssatzungen, Gemeinschaftsleben) und auch schrittweise in die Lehren der heiligen Stifter eingeführt.
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Ordensgemeinschaft der Heimsuchung Mariens - www.heimsuchungsschwestern.de
Jubiläumswallfahrt vom 17. bis 22. Juni 2010 der Deutschsprachigen Föderation der
Heimsuchung Mariens nach Annecy, Frankreich, zum Ort ihrer Gründung.
© Ordensgemeinschaft der Heimsuchung Mariens - www.heimsuchungsschwestern.de
Am Ende des Noviziates muss die Novizin vom Wert eines gottgeweihten Lebens überzeugt sein, das durch das Gelöbnis der evangelischen Räte bestimmt ist und in einer Gemeinschaft der Liebe gelebt wird. Stufenweise führt die Kirche die Schwester zur totalen und endgültigen Hingabe ihrer selbst. Nachdem die Novizin schriftlich ihren Willen kundgetan hat, dass sie die Profess ablegen möchte und damit eindeutig die Freiheit ihres Handelns bekundet ist, entscheidet die gesamte Klostergemeinschaft über die Zulassung zur ersten Profess. Fällt diese Entscheidung positiv aus, darf die Novizin zeitliche Gelübde (Zeitliche Profess) für drei Jahre ablegen.
Salesianerinnen - Schwestern des Ordens von der Heimsuchung Mariens © Ordensgemeinschaft der Heimsuchung Mariens - www.heimsuchungsschwestern.de
Jubiläumswallfahrt vom 17. bis 22. Juni 2010 der Deutschsprachigen Föderation der
Heimsuchung Mariens nach Annecy, Frankreich, zum Ort ihrer Gründung.
© Ordensgemeinschaft der Heimsuchung Mariens - www.heimsuchungsschwestern.de
Nach Ablauf der zeitlichen Gelübde (nach drei Jahren) und mit Zustimmung der Klostergemeinde darf die Schwester die ewigen Gelübde (Ewige Profess) ablegen. Erhält sie die Zustimmung nicht, muss sie das Kloster verlassen. Die ewige Profess wird öffentlich im Rahmen einer Eucharistiefeier in der Klosterkirche abgelegt. Es ist ein feierlicher und festlicher Abschluss des ersten Teiles eines Weges zu Gott und zugleich ein Zeugnis vor der Welt. Mit der Ablegung der ewigen Profess wird die Schwester volles Mitglied der Ordensgemeinschaft mit allen Rechten und Pflichten..
Text auszugsweise aus
www.salesianerinnen.at
Index/Startseite
Orden Übersicht  
Klöster, Stifte u. Abteien
Klostergeschichten  
Kirchen in Österreich  
Geschichte  
Zeittafel
Heilige und Selige  
Fest- und Feiertage  
Gebet und Kirche  
Neue Inhalte  
 
Augustiner-Chorherren
Augustiner-Eremiten
Barmherzige Brüder  
Benediktiner  
Dominikaner  
Elisabethinen  
Franziskaner  
Herz-Jesu-Missionare  
Jesuiten  
Joh. v. Gott Schwestern  
Kalasantiner  
Kapuziner  
Karmeliten  
Kartäuser  
Klarissen  
Königin der Apostel  
Minoriten  
Mutter Teresa Schwestern  
Prämonstratenser  
Salesianerinnen  
Salvatorianerinnen  
Serviten  
Töchter Mariens  
Trappisten  
Ursulinen  
Zisterzienser  
Klosteralltag  
Mönchtum  
 
Granatapfel
Granatapfel
Das Magazin der
Barmherzigen Brüder
www.granatapfel.at
 
Unsere Mission ist helfen  
Stift Heiligenkreuz - Chant  
  www.gaube.at - Erhard Gaube
 
design by gaube