Dom zu Salzburg
Kathedrale der römisch-katholischen Erzdiözese Salzburg
Kapitelplatz 2, 5010 Salzburg
Dom zu Salzburg  © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Dom zu Salzburg  © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Salzburger Dom, Außenansicht.
Bild: Anrather, Oskar; vor 1994.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Salzburger Dom ist die Kathedrale der römisch-katholischen Erzdiözese Salzburg und damit Metropolitankirche der Kirchenprovinz Salzburg; sie ist den Heiligen Rupert und Virgil geweiht. Der Barockbau hat eine Länge von 101 Meter, das Querschiff misst 69 Meter. Die Turmhöhe beträgt 81 Meter, die Kuppelhöhe 79 Meter und die Höhe des Hauptschiffs 32 Meter. Der Dom verfügt über 900 Sitzplätze. Er steht unter Denkmalschutz und gehört zum UNESCO-Welterbe Historisches Zentrum der Stadt Salzburg.
Geschichte
Dom zu Salzburg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung

© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der erste romanische Dom war eine dreischiffige Basilika mit vorgelagertem Paradies und eigenem Baptisterium und wurde 774 vollendet. Abtbischof Virgil weihte den Sakralbau am 25. September 774 ein. In der Nacht von 4. zum 5. April 1167 brannte der Dom ab. Angeblich ließen damals die Grafen von Plain im Auftrag Kaiser Friedrich Barbarossas die Stadt anzünden, weil der Salzburger Erzbischof Konrad II. von Babenberg den vom Kaiser ernannten Gegenpapst Viktor IV. nicht anerkannte (siehe auch Schisma von 1159). Darauf wurde unter Bischof Konrad III. der noch stattlichere fünfschiffige (bzw. dreischiffige mit seitlichen Kapellenreihen) Konradinische Dom errichtet, die damals größte Basilika nördlich der Alpen. (Das heutige Taufbecken stammt noch aus diesem Bauwerk.)
Dom zu Salzburg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Dom zu Salzburg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Domschatz; Pastorale Nr. 2:
Silber, vergoldet mit Filigranblättern
besetzt, Anfang 18. Jahrhundert.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Domschatz; Pacifikale
(Kustäfelchen) mit Anbetung
der Könige.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Dom zu Salzburg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung   Dom zu Salzburg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Domschatz; Monstranz.
Silber, vergoldet mit Granaten und
Emailbild Gott Vater. 16´80.
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Domschatz; Standkreuz, Kupfer,
vergoldet migt naturalistischen Ästen
als Querbalken, seiltich Maria und
Johannes. Alpenländisch. 15. Jhdt.
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Nach dem Brand des romanischen Doms 1598 ließ Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau den schwer beschädigten alten Dom gemeinsam mit 55 Bürgerhäusern niederreißen. Die 55 Bürgerhäuser dienten der Errichtung des heutigen Residenzplatzes, dem nordseitigen Vorplatz des Domes, der ursprünglich aber auf diesen Platz hin ausgerichtet werden sollte. Die frühen Planungen wurden vor allem von Vincenzo Scamozzi durchgeführt. Wolf Dietrichs Nachfolger Markus Sittikus Graf von Hohenems engagierte als Baumeister dann aber Santino Solari, der die früheren Pläne deutlich verkleinerte. 1614 fand die Grundsteinlegung dieses Neubaus statt. Am 25. September 1628 wurde der Dom von Fürsterzbischof Paris von Lodron eingeweiht. Das achttägige Domweihefest war das vermutlich größte historische Fest, das die Stadt Salzburg je feierte. Im Oktober 1682 wurde im Rahmen der Feierlichkeiten zum 1100-jährigen Bestehen des Erzstifts Salzburg die 53-stimmige Missa Salisburgensis vermutlich erstmals aufgeführt.
Dom zu Salzburg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Salzburger Dom mit Bombenschaden.
Ansicht des Salzburger Domes von Süden mit Bombenschäden im Chorbereich und eingestürzter Kuppel nach Bombenangriff US-amerikanischer Flieger auf Salzburg vom 16.10.1944.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Am 16. Oktober 1944 wurden die Domkuppel und Teile des Querschiffes von einer Fliegerbombe getroffen. Von 1945 bis 1959 wurde der Dom wiederaufgebaut. An die Bombardierung des Domes erinnert heute noch die „Bombenmesse“ des Domkapellmeisters Joseph Messner.
Architektur
Dom zu Salzburg  © DomQuartier, Foto: HG Esch
Dom zu Salzburg,Luftbildaufnahme.
© DomQuartier, Foto: HG Esch
Der Dom steht weitgehend frei in der Salzburger Innenstadt, auf der Nordseite, zur Salzach hin, befindet sich der weitläufige Residenzplatz, zum Festungsberg gegen Süden hin der Kapitelplatz, hinter dem Dom eine zum Residenzplatz gehörende Gasse. Gegen Westen stehen die (alte) erzbischöfliche Residenz am Residenzplatz und das Kloster St. Peter am Kapitelplatz. Dom, Residenz und St. Petersstift umstehen gemeinsam den Domplatz, von dem eine breite Freitreppe zu den Domportalen ansteigt. Mit beiden Gebäuden ist der Dom über Bogengänge verbunden, den Dombögen, die die Durchgänge zu Residenz- und Kapitelplatz darstellen. Der Domplatz selbst wird auf der domgegenüberliegenden Seite, zur Franziskanergasse und dem Festspielhaus hin, ebenfalls von einem Bogengang geschlossen, dem Wallistrakt der Residenz. In der Mitte des Domplatzes steht ein Brunnen mit Marienfigur. Dadurch ist die prächtige barocke, marmorweiße Hauptfassade des Doms mit ihrem Programm nur aus der Nähe betrachtbar, während sich die Hauptsichtseite zur Stadt hin als völlig schmuck- und nahezu fensterloses wuchtiges rohes Mauerwerk darstellt. Seit jüngster Zeit ist im Rahmen des Dommuseums auch wieder der Zugang zum Dom über die Dombögen möglich.
Fassade
Dom zu Salzburg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Salzburger Dom, Portikus. Teilansicht von rechts.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das zum Domplatz hingewandte barockklassizierende Westwerk mit seinem reichen Figurenschmuck und den sie flankierenden 81 m hohen Türmen ist besonders prachtvoll. Die Fassade ist mit Untersberger Marmor, einem fast marmorähnlichen feinen und hellen Kalkstein, verkleidet. Die Seitentürme sind ebenfalls dreigeteilt. Die Fassade ist horizontal mit verkröpftem Gurtgesimswerk dreigeteilt, die Geschosshöhe nimmt nach oben hin ab, und die Geschosse sind mit toskanischen, ionischen und korinthischen Pilastern bestückt. Auf das dritte Geschoss ist noch ein Tambourgeschoß mit Kuppel aufgesetzt. Das zweite Geschoss der Türme trägt die Turmuhr. Die anderen Fassaden des Domes in romanisierendem Stil wirken roh und schmucklos in Konglomeratmauerwerk (Nagelfluh), einem im Salzburg häufigen Baumaterial. Die Torgitter zur Vorhalle (Paradies) tragen die drei Weihejahre 774, 1628, 1959. Vor den Portalen stehen auf Sockeln vier überlebensgroße Figuren. Die Sockel tragen die Wappen von Erzbischof Guidobald von Thun und Erzbischof Johann Ernst von Thun. Die äußeren beiden Figuren aus dem Jahr 1660 stammen von Bartholomäus van Opstal. Sie stellen die Kirchenpatrone – rechts den heiligen Rupert mit einem Salzfass und links den heiligen Virgil mit der Kirche – dar. Die beiden mittleren Figuren wurden 1697–1698 von Bernhard Michael Mandl geschaffen. Links steht, erkennbar am Schlüssel, der heilige Petrus und rechts der heilige Paulus mit dem Schwert. Hinter den vier großen Figuren liegt der Eingang des Doms. Die drei Bronzetore des Doms wurden 1957/1958 von Giacomo Manzù (Porta dell’Amore), Toni Schneider-Manzell (Tor des Glaubens) und Ewald Mataré (Tor der Hoffnung) gestaltet.
Dom zu Salzburg  © DomQuartier, Foto: Rainer Iglar
Blick auf dem Domplatz mit Mariensäule.
© DomQuartier, Foto: Rainer Iglar
 Auf der Balustrade im 2. Stock sieht man die Figuren der vier Evangelisten. In den Giebelaufsätzen der Fenster findet man Löwe und Steinbock, die Wappentiere von Paris Lodron und Markus Sittikus. Über dem Mittelfenster sind zwei Engelsfiguren angebracht, die eine Krone halten. Diese krönt die Marienstatue, die auf dem Domplatz steht, wenn man – vom heutigen Festspielhaus kommend – durch die Arkaden des Wallistrakts auf den Dom zuschreitet. Auf dem Giebel des Doms stehen links Moses mit der Gesetzestafel, rechts Elias und erhöht in der Mitte Christus Salvator. Diese drei Figuren dürften um das Jahr 1660 von Tommaso di Garona, dem Meister des Residenzbrunnens, geschaffen worden sein.
Die schon schwer angegriffene Fassade wurde zuletzt ab den späten 1990ern generalrestauriert, mit einem Gesamtbudget von 70 Mio. öS (5 Mio. €), die unter Engagement von Prälat Domdechant Johannes Neuhardt gesammelt wurden.

Auf dem Domplatz wird alljährlich im Rahmen der Salzburger Festspiele der Jedermann aufgeführt, ein an die mittelalterlichen Mysterienspiele angelehntes Theaterstück von Hugo von Hofmannsthal.
Hauptschiff
Dom zu Salzburg  © Dommuseum zu Salzburg, Foto: Josef Kral
Dom, Innenansicht.
© Dommuseum zu Salzburg, Foto: Josef Kral
Im 32 m hohen Hauptschiff befinden sich Deckengemälde von Donato Mascagni und Ignazio Solari, die Szenen aus dem Leben und der Passion Christi zeigen. In 15 großflächigen Bildern wird das Leiden Christi bis zur Kreuzigung dargestellt. 10 kleinere Querbilder zeigen Ausschnitte aus dem Leben Christi, von der Hochzeit zu Kana bis zu Jesus auf der Tempelzinne. Die Stuckaturen in diesem Bereich – wie im gesamten Dom – stammen aus der Werkstatt von Giuseppe Bassarino. Diese Arbeiten dürften um das Jahr 1628 entstanden sein. Der weiße, in Vertiefungen und Unterschneidungen schwarz gefasste Stuck schmückt in Ranken-, Putten- und Akanthusblattform den Dom.
Seitenkapellen
Dom zu Salzburg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung   Dom zu Salzburg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Salzburger Dom, Rupertskapelle:
Altar mit Bild Tod des Hl. Rupert von
Donato Mascagni (Fra Arsenio).
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Salzburger Dom, Altar.
Bild Bischofsweihe des
Hl. Virgil von Frans de neve.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Dom zu Salzburg hat ein Langhaus mit vier Jochen und einem zusätzlichen Emporenjoch über der Vorhalle. Beiderseits des Langhauses befindet sich eine Kapellenreihe. Die je vier Kapellen sind untereinander verbunden und öffnen sich gegen das Hauptschiff mit einem Rundbogen. In jeder dieser Kapellen befindet sich ein eigener Seitenaltar. Auf der nördlichen Seite ist der Altar der Taufe Christi, in dieser Kapelle befindet sich auch das Taufbecken. An diese Kapelle reihen sich die der heiligen Anna mit dem Altargemälde von Joachim von Sandrart, der Verklärung Christi und Christus am Kreuze (die letztere Kapelle mit dem Altarblatt von Karel Škréta). An der Südwand befinden sich die Altäre der Hl. Rochus und Sebastian, des Hl. Karl Borromäus, des Hl. Martin Hieronymus und der Sendung des Hl. Geistes (Karel Škréta). Die Gemälde der drei ersten Altäre an der Südwand sind Werke von Johann Heinrich Schönfeld. Jede Kapelle hat neben dem Altar auch eigene Deckenfresken.
Altarraum
Dom zu Salzburg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bischofsweihe im Salzburger Dom. Weihe von Dr. Karl Berg.
Bild: Anrather, Oskar; 1973.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Hochaltar von 1628 wird im Entwurf dem Baumeister des Doms Santino Solari zugeschrieben. Er hat einen freistehenden Marmoraufbau. Das Altarbild zeigt die Auferstehung Christi, gemalt von Mascagni. Über dem Altarbild befinden sich Statuen der Kirchenpatrone – des Heiligen Rupert und des heiligen Virgil – sowie Allegorien auf Religio und Caritas. Diese Figuren werden den Meistern Pernegger d. J. und Waldburger zugeschrieben. Zwischen den Figuren befindet sich die lateinische Inschrift „Notas mihi fecisti vias vitae“ (Du hast mir die Wege des Lebens gewiesen) aus Psalm 16, 11. Man kann auch übersetzen: "Du kennst die Wege des Lebens, die Du für mich bereitet hast." Auf dem Giebel des Hauptaltares finden sich drei Engel. Jener auf der Giebelspitze trägt ein vergoldetes Kreuz. Links und rechts des Hauptaltars befinden sich die Epitaphen der Erzbischöfe Markus Sittikus († 1619) und Paris Lodron († 1653). Wie alle Marmorepitaphen der Erzbischöfe im Dom sind sie zweigeschoßig, umrahmt von trauernden Putten und von Todessymbolen. Im Mittelteil befindet sich ein Medaillon, mit einem auf Kupfer gemalten Porträt des Erzbischofs. Im Giebel des Epitaphs ist eine Wappenkartusche angebracht. An Wänden und Decke befinden sich im Chor und über dem Altar des Doms Bilder der Auferstehung und Himmelfahrt Christi.
Querschiff
In den Querarmen befinden sich entsprechend den Patrozinien der Nebenaltäre an der Nordseite ein Franziskus- und an der Südseite ein Marienzyklus. Im linken Querschiff befindet sich ein Altar (um 1628) mit dem Altarbild der Verklärung des heiligen Franz von Assisi. Der Tabernakel ist aus vergoldetem Messing, flankiert von Silberstatuen der vier Evangelisten. Ein getriebenes Relief des letzten Abendmahls und das Wappen des Erzbischofs Paris Lodron sind ebenfalls an diesem Altar zu finden. Links und rechts des Altars befinden sich Marmorepitaphen der Bischöfe Leopold Anton von Firmian († 1744), Guidobald von Thun († 1668), Max Gandolf von Kuenburg († 1687) und Jakob Ernst von Liechtenstein-Kastelkorn († 1747). An den Wänden und der Decke befinden sich Szenen des Lebens und Todes des heiligen Franziskus. Im rechten Querschiff befindet sich ein Altar mit einem Altarbild von Ignazio Solari. Es zeigt Maria Schnee und der Tabernakel eine Kopie des Gnadenbildes der Altöttinger Madonna. In den Nischen und auf den Giebelschenkeln des Altars finden sich Statuen weiterer Heiliger. Neben dem Altar aus dem Jahr 1628 befinden sich Marmorepitaphen der Erzbischöfe Andreas Jakob von Dietrichstein († 1753), Johann Ernst von Thun († 1709), Franz Anton von Harrach († 1727) und Sigismundus Christoph von Schrattenbach († 1771). An Wänden und der Decke sind Stationen aus dem Leben und der Himmelfahrt Mariens zu sehen.
Taufbecken
Dom zu Salzburg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Salzburger Dom, Taufbecken: Figurendetail mit Löwe. Bronze.
Von Meister Heinrich 1321 gegossen.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Taufbecken steht an der Nordwand in der ersten Seitenkapelle, welche der Taufe Jesu geweiht ist. Das Taufbecken ist ein Bronzeguss aus der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts. Laut Inschriftenband wurde es 1321 von Meister Heinrich geschaffen. Die romanischen Bronzelöwen, auf denen das Taufbecken ruht, stammen schon aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts. An der Beckenwand sind in Rundbogenarkaden 16 Reliefdarstellungen von Heiligen, Bischöfen und Äbten von Salzburg zu finden, nämlich S. Rupertus, S. Virgilius, S. Martinus, S. Eberhardus, S. Hartwigus, S. Ditmarus, S. Vitalis, S. Augustinus (zwei Namen unleserlich), S. Valentinus, S. Ditmarus Martyr, S. Eberhardus, S. Johannes, S. Maximilianus und S. Amandus. Der Deckel des Taufbeckens stammt aus dem Jahr 1959 von Toni Schneider-Manzell und zeigt zwölf alt- und neutestamentliche Motive zur Taufsymbolik.
Kuppel
Dom zu Salzburg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Salzburger Dom, Innenansicht, Aufblick in die Kuppel; 1926.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Über der Vierung befindet sich die 71 Meter hohe Tambourkuppel des Doms. In der Kuppel finden sich in zwei Reihen jeweils acht Fresken mit Szenen aus dem Alten Testament, die wie die Malereien im Hauptschiff Donato Mascagni und Ignazio Solari zugeordnet werden. Die alttestamentlichen Szenen stehen in Bezug zu den Szenen der Passion Christi im Hauptschiff. An den Segmentflächen der Kuppel finden sich Darstellungen der vier Evangelisten, darüber sind die Wappen von Erzbischof Paris Lodron und Erzbischof Andreas Rohracher zu sehen, jener beiden Erzbischöfe, die den Dom geweiht beziehungsweise nach dem Wiederaufbau zweitgeweiht haben.
Orgeln
Dom zu Salzburg  © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Salzburger Dom, Innenansicht, Blick zur Orgelempore.
Bild: Anrather, Oskar; vor 1994.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Dom verfügt über 5 selbständige Orgeln: Auf der Westempore befindet sich die Hauptorgel aus dem Jahre 1988. Eine Besonderheit sind die vier nach 1990 wiederhergestellten Vierungsorgeln, die einst für die polyphone barocke Kirchenmusikpraxis wichtig waren.

Den Auftrag zum Bau der großen Salzburger Domorgel unterzeichnete Christoph Egedacher am 2. August 1702. Vermutlich stammt der Entwurf[4] von Caspar Zugalli, ein etwas von diesem abweichende Modell, das Egedacher als Vorlage verwendete, von dem Kunsttischler Lorenz Windpichler. Laut Vertrag verpflichtete sich Egedacher, ein Instrument mit 32 Registern binnen Jahresfrist zu liefern und gemäß dem hierzu gemachten Aufriss und Modell anzufertigen. Bereits 1705 wurde das Orgelgehäuse der ursprünglichen frühbarocken Orgel durch harfenförmige Seitenfelder und das Orgelwerk um ein drittes Manual auf 42 Register erweitert (darunter allein zehn Zungenstimmen). Das Hauptwerk war gegenüber dem Bau von 1703 unverändert geblieben, das zweite Manual fand im Unterbau des Gehäuses Aufstellung, das dritte Manual im Ober- (Kron-)werk, das Kleinpedal in den seitlichen Feldern. Von besonderem Interesse ist die Spielanlage des Werks, da sie nach bisheriger Kenntnis den ersten freien Spieltisch in Österreich darstellt. Über dem Kronwerk bzw. über dem Mittelfenster war bis ins 20. Jahrhundert noch ein Zifferblatt einer Uhr angebracht, die Johann Bentele im Auftrag Erzbischof Colloredos 1782 hergestellt, und die 2500 fl. gekostet hatte. Nach einem Umbau 1718 war die große Orgel im Wesentlichen lange unverändert geblieben, erst in den Jahren 1842–1845, entsprechend den kirchenmusikalischen Erfordernissen dieser Zeit, wurde sie gravierend umgestaltet: Der Salzburger Orgelbauer Ludwig Mooser baute den Klaviaturumfang aus und vermehrte das Werk um weitere 18 Stimmen.

Im Zuge der Domrenovierung 1859 wurden die Pfeileremporen und -orgeln abgebrochen, der Stilpurismus der Zeit zeigte kein Verständnis für diese Spielarten der barocken Architektur und Musik. Die Kirchenmusik wurde seither ausschließlich auf der Westempore ausgeführt. Den neuerlich geänderten Verhältnissen musste auch die Domorgel angepasst werden: In zwei Etappen, 1880–1883 und 1910–1914, wurde sie von Matthäus Mauracher sen. bzw. jun. auf 4 Manuale und 101 Register erweitert, mit Spielhilfen ausgestattet und auf pneumatische, bzw. elektropneumatische Funktion umgestellt. Damit hatte Salzburg die „größte Kirchenorgel der Monarchie“ erhalten, doch zeigte sich bald, dass der Versuch einer Synthese von handwerklicher Praxis und technischem Fortschritt nicht in jeder Hinsicht geglückt war.

Durch die Überdimensionierung des Werkes war das zwar monumentale, doch nur für 50 Register konzipierte historische Gehäuse seiner Funktion entkleidet, es diente nur noch als Fassade. Problematisch erwiesen sich auch die Windladen in ihrer unterschiedlichen, aus mehreren Entstehungsphasen stammenden Bauweise. Ehe es jedoch zu einer Sanierung und einer einheitlichen Gestaltung der Traktur kam, wurde eine neue Chororgel geplant, denn bald schon nach der Entfernung der Chororgeln (1859) bereute man diese Maßnahme. Zudem forderte die liturgische Bewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts erneut die Kirchenmusik in Altarnähe. Doch man wagte damals nicht die Wiedererrichtung der Pfeileremporen und -orgeln, sondern nur den Bau einer elektrisch gesteuerten Chororgel, deren beiden Manualwerke an den östlichen Pfeilern angebracht wurde, das Pedal dagegen hinter dem Hochaltar. Gleichzeitig wurde dieses 1937 von der Salzburger Orgelbaufirma Dreher und Flamm errichtete Werk an die Hauptorgel auf der Westempore als Fernwerk angeschlossen.

Durch die Bombardierung des Domes nahmen Haupt- und Chororgel schweren Schaden. Zwar wurden beide Instrument zur Wiedereröffnung des Domes 1959 instand gesetzt, doch zeigte sich bald, dass eine Generalsanierung nicht länger aufzuschieben war. Die Überlegungen schwankten zwischen Erhaltung des gewachsenen Zustandes und technischer, dispositioneller oder radikaler Erneuerung.

Die vom Metropolitankapitel eingesetzte Expertenkommission entschied sich schließlich für den Neubau der großen Orgel im wiederherzustellenden Gehäuse von 1705, wobei historisch wertvolles Pfeifenmaterial des 18. und 19. Jahrhunderts wieder verwendet werden sollte, und für die schrittweise Wiedererrichtung der Pfeileremporen und -orgeln im Kuppelraum. Damit sollten nicht nur die vormaligen Musiziermöglichkeiten geschaffen werden, die sich durch 230 Jahre bewährt hatten, sondern auch Impulse für zeitgenössische Komponisten ausgehen.
Glocken
Die Marienglocke und Virgilglocke sind aus dem barocken Dom, geschaffen von den Augsburger Bronzegießern Wolfgang II. (1575–1632) und Johann Neidhart (um 1600–1635). Sie gehören zu den wertvollsten Klanginstrumenten ihrer Zeit.

Am 24. September 1961 wurden die neuen Glocken (hergestellt von der Salzburger Glockengießerei Oberascher) geweiht. Die Salvator-Glocke zählt zu den größten Kirchenglocken der Welt und ist nach der Pummerin im Wiener Stephansdom die zweitgrößte Glocke Österreichs. Zudem gilt das Salzburger Domgeläute als das klangschönste in Österreich und ist mit einem Gesamtgewicht von 32.443 kg eines der schwersten Großgeläute im deutschsprachigen Raum.
www.salzburger-dom.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Salzburger_Dom" der
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