Seefelder Seekirche (Seekirchl)
Heiligkreuzkirche
Möserer Straße 781, 6100 Seefeld in Tirol
Seekirche Seefeld © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Seekapelle mit Eislaufplatz im Vordergrund; um 1934.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Seekirche Heiliges Kreuz, hierorts Seekirchl oder Heiligkreuzkirche, steht, als Wahrzeichen bei Seefeld in Tirol, am Ortsrand des Ortsteils Kirchwald.
Seefeld in Tirol ist eine Gemeinde im Bezirk Innsbruck Land, Tirol (Österreich). Der Ort liegt auf einer Hochebene zwischen Wettersteingebirge und Karwendel an einer seit dem Mittelalter bedeutenden Altstraße von Mittenwald nach Innsbruck. Im Jahr 1022 erstmals urkundlich erwähnt und seit dem 14. Jahrhundert Wallfahrtsort, profitierte Seefeld nicht nur vom Besuch zahlreicher Pilger, sondern auch vom Niederlagsrecht als Handelsstation zwischen Augsburg und Venedig. Ebenfalls seit dem 14. Jahrhundert wurde im Ort Tiroler Steinöl gewonnen und weithin gehandelt. Bereits vor 1900 war Seefeld als Urlaubsort beliebt und gehört als bekanntes Wintersportzentrum seit den 1930er Jahren zu den am stärksten besuchten Fremdenverkehrsorten Österreichs.
Geschichte
Seekirche Seefeld © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Blick über die Seefelder Kirche auf Skianlagen; um 1960.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Im Torf bei Seefeld gefundene Pfahlbaureste und eine Bernsteinperle deuten darauf hin, dass auf dem Seefelder Plateau ein Siedlungsplatz an einer der bronzezeitlichen Bernsteinstraßen war. Der über die Hochfläche verlaufende Saumpfad wurde im zweiten Jahrhundert n. Chr. unter Septimius Severus zur Römerstraße befestigt und führte als Via Raetia von Pons Drusi (Bozen) über Veldidena (Innsbruck-Wilten) nach Augusta Vindelicorum (Augsburg). Für die Zeit Theoderichs des Großen schildert Cassiodor in seinen Variae die im Inntal ansässigen Breonen als Grenzwache am Scharnitzpass. Durch das 763 gegründete Kloster Scharnitz bei Mittenwald war die Gegend auf dem Plateau als Scharnitzwald bekannt. Im Jahre 1022 wird in einer Urkunde des Stiftes Wilten zum ersten Mal eine Siedlung namens „Sevelt“ mit Kapelle am See und einer Feste am Schlossberg erwähnt.
Seekirche Seefeld © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Seefelder Kirche.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Kirche dient als Votivkirche eines wundertätigen Kruzifixes. Erzherzog Leopold V. initiierte die Errichtung einer Kirche 1629, 1666 wurde sie vollendet. Das Seekirchl stand damals inmitten des von Herzog Sigmund dem Münzreichen im 15. Jahrhundert angelegten Kreuzsees, welcher 1808 abgelassen wurde. Das Seekirchl wurde bald eine wichtige Wallfahrtskirche, neben der Pfarrkirche die zweite Seefelds. Es handelt sich um einen hochbarocken, achteckigen Zentralbau mit Kuppel, eine in Tirol seltene Bauform, mit beigestelltem Turm. Baumeister war der Innsbrucker Hofbaumeister Christoph Gumpp, die Malerei – zwei Hochaltarbilder (1771), zwei Wandbilder zur Legende des Seefelder Kreuzes (um 1772) – stammen von Josef Anton Puellacher. Das schmiedeeisenerne Gitter des Altarraumes im Knorpelstil wurde 1978 – „etwas unpassend“ – unter der Empore eingebaut. Die Kirche steht unter Denkmalschutz.
Seekirche Seefeld © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Seekapelle von Osten.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Seekirche steht etwas westlich Seefelds am Beginn des breiten unverbauten Möserertales auf einer kleinen Felseninsel. Erzherzog Sigmund der Münzreiche hatte hier um die Mitte des 15. Jh. einen künstlichen See anlegen lassen, der um 1807 trocken gelegt wurde. Das Kirchlein wird auch Heiligkreuzkirche genannt, nach dem wundertätigen Kreuz aus dem Beginn des 16. Jh. auf dem Hochaltar. Die Augustinermönche hatten dieses als Wegkreuz unweit des heutigen Standortes aufgestellt. Zwei Legenden trugen zur Entstehung dieses Sakralbaues bei. 1628 erlangte eine reuige Pilgerin durch deutliche Worte vom Kreuz her Verzeihung ihrer Sünden.
Seekirche Seefeld © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Eisstockschießen in Seefeld bei der Kirche 1964.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Dieses Ereignis wiederholte sich zwei Jahre später. Kurz darauf kam Erzherzog Leopold V. auf einem Jagdausflug am wundertätigen Kreuz vorbei. Er war vom Anblick des Gekreuzigten so ergriffen, dass er nach einem Priester für eine Beichte verlangte  und gelobte, diesem "lieblichen, sehr ergreifenden Kreuzbild" eine Kapelle zu errichten. Der Bau wurde umgehend 1628 begonnen und war bis zum Tod Leopolds 1632 nahezu abgeschlossen.
Seekirche Seefeld © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung   Seekirche Seefeld © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Touristen beim Eisstockschießen
in Seefeld 1964.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Start einer Skiwanderveranstaltung
 in Seefeld 1960.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die weitere Ausgestaltung verlief schleppend, sodass die Kirche erst am Hohen Frauentag 1666 eingeweiht werden konnte. Das Patrozinium wird am Fest der Kreuzerhöung am 14. September gefeiert. Die Heiligkreuzkapelle ist ein frühbarocker Zentralbau und wird dem Innsbrucker Hofbaumeister Christoph Gumpp zugeschrieben. Über einer achteckigen Rotunde erhebt sich eine hohe Kuppel mit Laterne für den Lichteinfall. Das Renaissance-Portal ist in grauem Marmor ausgeführt und trägt das Allianzwappen Österreich-Medici mit Erzherzogshut aus weißem Marmor.
Seekirche Seefeld © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Start einer Skiwanderveranstaltung  in Seefeld 1960.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Dasselbe Wappen finden wir noch einmal am Hochaltar, es verweist auf die Ehe Leopolds mit Claudia von Medici. Durch eine schöne, reich verzierte Holztür aus den Jahren 1630-1650 gelangt man in das Innere der Kiche. Wände und Kuppel sind durch Stuckfriese gegliedert. In den Feldern der Kuppel sind überlebensgroße Engel mit Leidenswerkzeugen in kräftigen Farben dargestellt. Die Gemälde werden dem Innsbrucker Maler Hans Schor zugeschrieben.
Seekirche Seefeld © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Vor der Seekapelle (von Erzherzog Leopold V. 1628 gestiftet); um 1920.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Den graziösen Rokoko-Hochaltar mit dem wundertätigen Kreuz hat 1768 Hans Greuter geschaffen, wie wenig später auch die beiden Seitenaltäre. Die Altarblätter zeigen links die Kreuzauffindung durch die hl. Helena und rechts die Kreuzerhöhung durch Kaiser Heraklius zu Jerusalem. Beide Bilder sind signiert mit Josef A. Puellacher. Von ihm stammen auch die Wandfresken mit den Themen der Kreuzlegenden.
www.pfarramt-seefeld.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Seekirche_(Seefeld)" der
WIKIPEDIA - Die freie Enzyklopädie
und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz
für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
de.wikipedia.org
Index/Startseite
Orden Übersicht  
Klöster, Stifte u. Abteien
Klostergeschichten  
Kirchen in Österreich  
Geschichte  
Zeittafel
Heilige und Selige  
Fest- und Feiertage  
Gebet und Kirche  
Neue Inhalte  
 
Grabeskirche Jerusalem  
Zentralfriedhof Wien  
Kirchen in Wien:  
Stephansdom  
Virgilkapelle  
Karlskirche  
Ruprechtskirche  
Kapuzinerkirche  
Peterskirche  
Votivkirche  
Maria am Gestade  
Dominikanerkirche  
Franziskanerkirche  
Franz-von-Assisi-Kirche  
Mariahilferkirche  
Jesuitenkirche  
Johann-Nepomuk-Kirche  
Klosterkirche BBW  
Spitalskapelle BBW  
Schottenstift  
Minoritenkirche  
Servitenkirche  
Kirche Maria vom Siege  
Pfarrkirche St. Thekla  
Pfarrkirche St. Brigitta  
Pfarrkirche Oberlaa  
Pfarrkirche Krim  
Heiligenstädter Pfarrkirche  
Pfarrkirche Grinzing  
Kalvarienbergkirche  
Josefskirche  
Karmeliterkirche Wien 2  
Karmeliterkirche Wien 19  
Kirche am Steinhof  
Karl-Borromäus-Kirche  
Wotrubakirche  
Donaucity-Kirche  
Salvatorkirche (Altkath.)  
Niederösterreich:  
Stift Heiligenkreuz  
Stift Melk  
Basilika Maria Taferl  
Othmarkirche Mödling  
Pfarrkirche Bruck/Leitha  
Weissenbach a. d. Triesting  
Martinskirche Drosendorf  
Pfarrkirche Zellerndorf  
Steiermark:  
Dom zu Graz  
Basilika Mariazell  
Basilika Mariatrost  
Benediktinerstift Admont  
Wallfahrtskirche Frauenberg  
Pfarrkirche Liezen  
Pfarrkirche Pürgg  
Pfarrkirche Gröbming  
Pfarrkirche St. Marein  
Pfarrkirche Wenigzell  
Pfarrkirche Maria Lankowitz  
Kärnten:  
Wallfahrtskirche Maria Saal  
Wallfahrtskirche Maria Schnee  
Pfarrkirche Gurk  
Pfarrkirche Heiligenblut  
Pfarrkirche Obermillstatt  
Pfarrkirche Sternberg  
Salzburg:  
Dom zu Salzburg  
Franziskanerkirche  
Basilika Maria Plain  
Maria Kirchental  
Stille Nacht Kapelle  
Dreifaltigkeitskirche  
Pfarrkirche Liefering  
Filialkirche Gois  
Oberösterreich:  
Alter Dom Linz  
Neuer Dom Linz  
Stiftskirche Mattighofen  
Pfarrkirche Hallstatt  
Pfarrkirche Haslach  
Pfarrkirche Spital am Phyrn  
Pfarrkirche Waldzell  
Burgenland:  
Dom zu Eisenstadt  
Basilika Frauenkirchen  
Basilika Güssing  
Basilika Maria Loretto  
Tirol:  
Innsbrucker Dom  
Pfarrkirche Kufstein  
Seekirche Seefeld  
Karlskirche Volders  
Vorarlberg:  
Basilika Rankweil  
Pfarrkirche Lech  
Kirchen in der Slowakei:  
Martinsdom  
St. Elisabeth Kirche  
ALABO - KIRCHENMUSIK
DOMBUCHHANDLUNG FACULTAS - WIEN  
Schott - Tagesliturgie  
Stift Heiligenkreuz - Chant  
Oase des Friedens  
  www.gaube.at - Erhard Gaube
 
design by gaube