Simon Petrus
Gedenktag: 29. Juni
Simon Petrus © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Simon Petrus © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Simon Petrus
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Simon Petrus (* in Galiläa, Datum unbekannt; † um 65–67, möglicherweise in Rom) war nach dem Neuen Testament (NT) einer der ersten Juden, die Jesus von Nazaret in seine Nachfolge berief. Er wird dort als Sprecher der Jünger bzw. Apostel, erster Bekenner, aber auch Verleugner Jesu Christi, zweiter (Johannes 20:3-6) männlicher Augenzeuge des Auferstandenen und als einer der Leiter („Säulen“) der Jerusalemer Urgemeinde dargestellt. Hinzu kommen spätere Notizen von Kirchenvätern, wonach er erster Bischof von Antiochia sowie Gründer und Haupt der Gemeinde von Rom gewesen und dort als Märtyrer hingerichtet worden sein soll. Simons Historizität wird aufgrund übereinstimmender Angaben in den frühesten Textbestandteilen der Evangelien und archäologischer Funde angenommen. Das NT überliefert jedoch nur wenige als zuverlässig geltende biografische Details über ihn. Spätere Notizen werden vielfach als legendarisch angesehen. Die römisch-katholische Kirche führt den Primatsanspruch des Papsttums über die Gesamtkirche auf die Annahme zurück, Christus habe Petrus und dieser den Bischöfen von Rom einen Vorrang als Leiter, Lehrer und Richter aller Christen gegeben. Die übrigen Kirchen lehnen diesen Anspruch ab. Jedoch gilt Petrus auch für die altorientalischen, orthodoxen, altkatholischen sowie die anglikanischen Kirchen als erster Bischof von Rom und als Heiliger. Die evangelischen Kirchen erinnern mit einem Gedenktag an ihn.
Simon Petrus © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Simon Petrus
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Alle Quellen zu Simon Petrus stammen von Christen. Mögliche biografische Informationen finden sich vor allem in den Evangelien, den Paulusbriefen, weiteren Apostelbriefen und der Apostelgeschichte des Lukas. Sie teilen diese Daten im Rahmen missionarischer und theologischer Verkündigungsabsichten mit. Daher unterliegen sie dem allgemeinen Vorbehalt, fiktionale Konstrukte oder „intentionale Geschichte“ zu sein. Zusätzliche Angaben zu Simon Petrus finden sich vor allem im Ersten Clemensbrief, bei Irenäus von Lyon, Tertullian und Eusebius von Caesarea. Sie stammen aus dem 2. bis 4. Jahrhundert und verfolgen damalige kirchenpolitische Interessen, als in der Auseinandersetzung mit Häresien der Bibelkanon, das monarchische Bischofsamt und die Idee der Apostolischen Sukzession entwickelt wurden. In diesem Kontext arbeiten sie zum einen die Bedeutung des Petrus für die Vorrangstellung Roms vor den übrigen Patriarchaten aus und stellen ihn zum anderen als Beispiel für den „sündigen Heiligen“ dar, dessen Versündigung, Reue und Buße zeige, dass allen Menschen das Heil offenstehe. Archäologische Zeugnisse für eine Petrusverehrung in Rom stammen aus dem 1. Jahrhundert. Alle Evangelien kennen den Jünger unter dem Namen Simon; Jesus redet ihn bis auf eine Ausnahme (Lk 22,34 EU) immer so an. Es handelt sich um die griechische Form des biblischen Namens Simeon (hebr. Schim’on), dem Tanach zufolge einer der Söhne Jakobs und Stammvater eines der Zwölf Stämme Israels. Patriarchennamen waren unter palästinischen Juden dieser Zeit besonders beliebt und wurden häufig auch in der griechischen Übersetzung verwendet. Da auch Simons Bruder Andreas einen griechischen Namen trägt, scheint diese Namensform die ursprünglichere zu sein. Apg 15,14 EU und 2 Petr 1,1 EU nennen ihn Symeon, eine Gräzisierung der hebräischen Namensform.
Herkunft und Berufung
Simon Petrus © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Berufung des Heiligen Petrusus
Schlüsselübergabe. Teppichkarton von Raffaello Santi für einen Wandteppich
in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Simon stammte wie Jesus aus Galiläa und war an seiner Sprache als Galiläer erkennbar (Mk 14,70 par.). Er gehörte zu den ersten Jüngern, die Jesus in seine Nachfolge berief. Fast alle Überlieferungen berichten über die Zeit seit dieser Berufung, nur wenige über seine Herkunft. Sein Vater wird namentlich erwähnt: In Mt 16,17 EU spricht Jesus Simon als barjona, also auf Aramäisch als „Sohn des Jona“ an. Nach Joh 1,42 EU hieß sein Vater Johannes. Das könnte die griechische Version des aramäischen Namens sein oder den „geistlichen Vater“ Johannes den Täufer meinen. Als Adjektiv bedeutet barjona auch „impulsiv“ oder „unbeherrscht“. Darin sehen einige Exegeten einen Hinweis auf eine mögliche frühere Zugehörigkeit Simons zu den Zeloten, da im späteren Talmud jüdische Freiheitskämpfer als barjonim (Plural) bezeichnet wurden. Simon hatte einen Bruder namens Andreas, der wohl der Jüngere war, da alle Apostellisten ihn nach ihm nennen. Sie waren Fischer am See Genezareth. Nach Mk 1,16 traf Jesus sie am Seeufer beim Auswerfen ihrer Fischernetze und forderte sie auf, ihm nachzufolgen. Daraufhin hätten sie die Netze verlassen und seien ihm gefolgt. Bei der Berufung der übrigen zehn habe Jesus Simon dann den Beinamen „Petrus“ gegeben (Mk 3,16 EU). Simon war verheiratet; den Namen seiner Frau erfährt man nicht. Er wohnte zusammen mit ihr, ihrer Mutter und seinem Bruder Andreas in einem eigenen Haus in Kafarnaum (Mk 1,21.29 f.; Lk 4,38; Mt 8,14). Auf dessen Überresten könnten Urchristen eine ihrer ersten Pilgerstätten errichtet haben. Dies vermuten einige Archäologen, da unter einer byzantinischen achteckigen Kirche aus dem 5. Jahrhundert Mauerreste aus dem 1. Jahrhundert ausgegraben wurden. Der einzige klare Hinweis auf ein Petrushaus, das früh als Hauskirche genutzt worden sein könnte, sind allerdings Kalkinschriften, die Jesus mit Hoheitstiteln sowie Petrus nennen und Spuren kultischer Zusammenkünfte zeigen. Sie stammen frühestens aus dem 3. Jahrhundert.
Simon Petrus © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Heilung des Lahmen durch Petrus und Johannes.
Teppichkarton von Raffaello Santi für einen Wandteppich in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nach Mk 1,31 heilte Jesus Simons Schwiegermutter, worauf diese den Jüngern diente. Obwohl Jesus Simon wie die übrigen Jünger aufforderte, alles zu verlassen (Mk 10,28 f.), traf Paulus ihn und andere Apostel um das Jahr 39 in Jerusalem mit ihren Ehefrauen an (1 Kor 9,5). Da Jesus nichts gegen Ehe bzw. Ehestand äußerte und außerdem die Ehescheidung verbot (Mt 5,32), kann Simons Frau wie andere Frauen aus Galiläa (Mk 15,41; Lk 8,2) mit ihm umhergezogen sein. Nach Lk 5,1–11 wurde Simon zum „Menschenfischer“ berufen, nachdem Jesus seine Antrittspredigt in der Synagoge von Kafarnaum gehalten und seine Schwiegermutter geheilt hatte.

Die Berufung folgt einem unerwartet großen Fischfang, nach dem Simon bekennt:

 „Herr, gehe von mir fort! Ich bin ein sündiger Mensch.“

Hier nennt Lukas ihn erstmals Petrus, dann auch bei der Auswahl der Zwölf (Lk 6,14). Er erklärt den Beinamen ebenso wenig wie Markus. Nach Apg 10,14.28 beachtete Simon jüdische Speisevorschriften und verkehrte nicht mit Nichtjuden. Auch nach Mt 4,18 wird Simon ab seiner Berufung beiläufig „Petrus“ genannt. Matthäus stellt den Beinamen erst heraus, nachdem Simon Jesus als den Messias bekannt hatte und dieser ihm daraufhin zusagte, er werde seine ecclesia auf „diesen Felsen“ bauen (Mt 16,16 ff.). Nach Joh 1,44 kamen Petrus und sein Bruder aus Bethsaida. Ob hier der Geburts- oder nur ein früherer Wohnort gemeint ist, bleibt offen. Andreas soll als Jünger Johannes des Täufers Jesus zuerst getroffen, ihn als Messias erkannt und dann seinen Bruder Simon zu ihm geführt haben. Jesus habe diesem sofort, als er ihn sah, den Beinamen „Kephas“ verliehen (Joh 1,35–42).
Simon Petrus © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die erste Firmung zu u Samaria von den Aposteln Petrus u. Johannes.
Stich von Johann Zitek nach einer Komposition von Josef von Führich. ;1854
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nach allen Evangelien war Simon Petrus im Jüngerkreis eine Führungsfigur. Er steht in allen Apostellisten im NT an erster Stelle; auch dort, wo er mit Jakobus dem Älteren und Johannes zusammen genannt wird. Er gehörte demnach zu den drei Aposteln, die Jesus besonders nahestanden. Sie galten nach Mk 9,2–13 (Verklärung Christi) als die einzigen der Zwölf, denen Gott die Göttlichkeit und künftige Auferstehung seines Sohnes bereits vor dessen Tod offenbarte. Sie begleiteten Jesus zudem in seinen letzten Stunden im Garten Getsemani (Mk 14,33). Nach Mk 8,29 ff. EU beantwortet Petrus Jesu Frage an seine Jünger, für wen sie ihn halten, mit dem Glaubensbekenntnis: Du bist der Messias! Dieser Titel erscheint hier das erste und einzige Mal im Munde eines der Jünger, gefolgt vom Schweigegebot Jesu an sie alle, diesen Glauben an ihn nicht öffentlich zu verbreiten (V. 30). Petrus spricht hier also stellvertretend für alle Erstberufenen.

Doch gleich darauf, nachdem Jesus den Jüngern erstmals seinen vorherbestimmten Leidensweg ankündigte, „nahm Petrus ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren“ (V. 32). Er habe also versucht, Jesus von diesem Weg ans Kreuz abzubringen. Daraufhin habe Jesus ihn schroff zurechtgewiesen (V. 33):

„Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.“

„Satan“ bedeutet im Hebräischen „Gegner“ oder „Widersacher“. Petrus wird hier mit dem Versucher Jesu in der Wüste verglichen, der den Sohn Gottes ebenfalls von seinem Leidensweg abhalten wollte (Mt 4,1–11); er wird auch an anderen Stellen des NT in die Nähe des Satans gerückt (Lk 22,31).

In der matthäischen Variante (Mt 16,16) antwortet Simon:

„Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!“

Damit wiederholt er hier das Bekenntnis aller Jünger zur Gottessohnschaft Jesu, das diese nach Jesu Stillung des Sturms ablegen (Mt 14,33). Wie bei Markus folgt auch hier kein weiteres Christusbekenntnis der Jünger, sondern später Jesu eigene Bejahung der Messiasfrage im Verhör durch den Sanhedrin (Mk 14,62; Mt 26,63).

Nach Mt 16,18 EU beantwortete Jesus Simons Christusbekenntnis
mit einer besonderen Zusage:

„Ich aber sage dir: Du bist Petrus [griech. petros] und auf diesen Felsen [griech. petra] werde ich meine Kirche [ecclesia] bauen und die Mächte [pulae, wörtlich Tore] der Unterwelt [hades] werden sie nicht überwältigen.“
Christusverleugner
Simon Petrus © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Simon Petrus © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Simon Petrus
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Dem Christusbekenntnis des Petrus und seiner Zurechtweisung folgt Jesu Jüngerbelehrung (hrung (Mk 8,34 EU):

„Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.“

Diese Einladung zur Kreuzesnachfolge ist Hintergrund für das spätere Versagen des Petrus im Verlauf der Passion Jesu, als er, um sein Leben zu retten, nicht sich, sondern Jesus verleugnete (Mk 14,66–72). Der Widerspruch zwischen Reden und Handeln zeigte sich bei Petrus schon in Galiläa: Einerseits vertraute er dem Ruf Jesu in die Nachfolge („Komm her!“), andererseits schwand sein Glaube beim ersten Gegenwind, so dass nur Jesus ihn vor dem Versinken im Meer retten konnte (Mt 14,29 ff.). Laut Joh 13,6–9 wollte er sich nicht die Füße von Jesus waschen lassen. Diese Handlung war damals ein typischer Sklavendienst: Petrus wehrte sich also dagegen, sich von Jesus als seinem Herrn wie von einem Sklaven bedienen zu lassen. Die Fußwaschung war jedoch symbolische Anteilgabe am Heil und mit dem Auftrag Jesu an alle Jünger verbunden, einander ebenso zu dienen.

Jesus kündigte Petrus auf dem Weg zum Ölberg (nach Lk beim letzten Mahl Jesu) an, er werde ihn noch in derselben Nacht dreimal verleugnen. Dies wies er wie alle übrigen Jünger weit von sich (Mk 14,27–31 EU par.):

„Und wenn ich mit dir sterben müsste – ich werde dich nie verleugnen. Das gleiche sagten auch alle anderen.“

Doch kurz darauf schlief er ein, als Jesus in Getsemani den Beistand der Jünger besonders nötig brauchte und erbat (Mt 26,40.43 f.). Dann soll er nach Joh 18,10 mit Waffengewalt Jesu Verhaftung zu verhindern versucht haben: Er wird hier mit jenem namenlosen Jünger identifiziert, der einem Soldaten der Tempelwache laut Mk 14,47 ein Ohr abhieb. Sein Versagen gipfelt in der Verleugnung Jesu, während dieser sich vor dem Hohen Rat als Messias und kommender Menschensohn bekannte und sein Todesurteil empfing (Mk 14,62). Als das Krähen eines Hahnes im Morgengrauen Petrus an Jesu Vorhersage erinnerte, habe er zu weinen begonnen (Mk 14,66–72).

Petrus fehlte demnach die Kraft, seinem Glauben gemäß zu handeln, als es darauf angekommen wäre. Erst nach Pfingsten trat er laut Apg 5,29 als todesmutiger Bekenner vor dem Hohen Rat auf, der die Sendung des Heiligen Geistes als Missionar und Leiter der Urgemeinde vorbildlich erfüllte.
Zeuge des Auferstandenen
Simon Petrus © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Simon Petrus © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Simon Petrus
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Petrus ist im NT einer der Ersten, dem der auferstandene Jesus begegnete. Als Ausgangspunkt der Osterüberlieferung des NT gelten frühe Bekenntnissätze der Urchristen wie ten wie Lk 24,34 EU:

„Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen.“

Den Satz sprechen im Erzählkontext die in Jerusalem versammelten Jünger, bevor der auferstandene Jesus auch ihnen erscheint. Die Liste der ersten Osterzeugen, die Paulus aus der Jerusalemer Urgemeinde übernahm, bestätigt dies (1 Kor 15,5 EU):

„… und erschien dem Kephas, dann den Zwölf.“

Auch Mk 16,7 nennt Petrus neben den anderen Jüngern als Adressaten einer Jesuserscheinung in Galiläa. Doch davon berichten die Evangelien sonst nichts. Nach Joh 20,11–18 sah, erkannte und verkündete Maria Magdalena, nicht Petrus, den Auferstandenen zuerst. Nach Joh 20,1–10 entdeckte sie allein zuvor das leere Grab Jesu und berichtete Petrus und dem Lieblingsjünger Jesu davon. Darauf liefen diese um die Wette zum Grab, betraten es und entdeckten darin die Leinenbinden und das aufgewickelte Schweißtuch des Gekreuzigten. Danach seien sie wieder „nach Hause“ gegangen. Laut Joh 20,19–23 erschien der Auferstandene erst am Abend desselben Tages allen versammelten Jüngern. Das später ergänzte Schlusskapitel Joh 21,1–19 berichtet, Jesus sei Petrus und sechs weiteren Jüngern aus dem Zwölferkreis nochmals erschienen. Wie er anfangs in Galiläa nach einem wunderbaren Fischzug berufen wurde (Lk 5,1–11), so erkennt er auch diesmal durch den übergroßen Fischfang, dass Jesus der auferstandene Kyrios ist. So wie er Jesus dreimal verleugnet hatte, so fragt dieser ihn nun dreimal: „Liebst du mich?“, was er jedes Mal bejaht. Daraufhin erhält Petrus dreimal den Befehl: „Weide meine Schafe!“ und den erneuten Ruf „Folge mir nach“. Dies deuten Exegeten als Hinweis darauf, dass die Verleugnung Jesu durch Petrus noch 100 Jahre später Anstoß erregte und theologisch verarbeitet werden musste.
Missionar der Urgemeinde
Simon Petrus © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Simon Petrus © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Simon Petrus
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Fast alle Nachrichten vom nachösterlichen Wirken des Petrus stammen aus der Apostelgeschichte. Nach te. Nach Apg 1,2 ff. im Anschluss an Lk 24 entstand die Jerusalemer Urgemeinde durch die Erscheinung des auferstandenen Jesus Christus vor den versammelten elf Jüngern in Jerusalem und das Wirken des Heiligen Geistes im Pfingstwunder. Nach Apg 1,4.13 hielten sich die zwölf Jünger in Jerusalem versteckt, bis sie nach Apg 2,1 ff. der Heilige Geist überkam. Darauf folgt Petri erste öffentliche Predigt in Jerusalem. Sie legt Jesu Erscheinen als Gottes vorherbestimmte Erfüllung der Geistverheißung in Israels Heilsgeschichte aus und gipfelt in der Aussage (Apg 2,36 EU):

„Mit Gewissheit erkenne also das ganze Haus Israel: Gott hat ihn zum Herrn und Messias gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.“

Daraufhin sollen sich am selben Tag 3000 Menschen zum neuen Glauben bekannt haben. Diese erste Gemeinde der Christen soll nach Apg 2,5 Angehörige verschiedener Völker und Sprachen umfasst haben. Petrus geriet jedoch bald in Konflikt mit den Jerusalemer Behörden und musste sich vor dem Hohen Rat verantworten (Apg 4,8 ff.; 5,29). Dabei soll er seinen Glauben diesmal nicht verleugnet, sondern freimütig bekannt haben; begründet mit dem Satz (Apg 4,20 EU):

„Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben.“

Diese Formulierung ist eine der Wurzeln der in der Kirchengeschichte häufig verwendeten Phrase Non possumus. Petrus war wohl anfangs ein Vertreter der Israelmission, die der universalen Völkermission vorausgehen sollte (Gal 2,8; Mt 10,5; vgl. Lk 24,47). Nach der Hinrichtung des Stephanus und Verfolgung seiner Anhänger in der Urgemeinde missionierten Petrus und andere Apostel auch außerhalb Jerusalems. Laut Apg 8,14–25 kam er dabei auch nach Samaria, um bereits Neugetauften den Heiligen Geist zu spenden. Dies unterstreicht seine Autorität über die Urgemeinde hinaus.

Der Erste Clemensbrief, der nach überwiegender Ansicht 90 und 100 während der Regentschaft Kaiser Domitians in Rom entstand, stellt in Kapitel 5 und 6 das vorbildliche Leiden des Petrus und Paulus heraus, dem viele Christen gefolgt seien:

„Wegen Eifersucht und Neid sind die größten und gerechtesten Säulen verfolgt worden und haben bis zum Tode gekämpft. […] Petrus, der wegen ungerechtfertigter Eifersucht nicht eine und nicht zwei, sondern viele Mühen erduldet hat und der so – nachdem er Zeugnis abgelegt hatte – gelangt ist an den (ihm) gebührenden Ort der Herrlichkeit.“
Das deutet erstmals einen gewaltsamen Tod des Petrus in Rom an, ohne dessen genauen Ort und die Umstände zu nennen. „Zeugnis ablegen“ und dann „zur Herrlichkeit gelangen“ waren typische Motive judenchristlicher Märtyrertheologie. Die Notiz erscheint als Rückblick des Bischofs Clemens von Rom. Da es vor Domitian keine gesamtstaatlichen Christenverfolgungen gab, wird sie meist auf die auf Rom begrenzte Verfolgung unter Nero im Jahr 64 bezogen. Der katholische Neutestamentler Joachim Gnilka sieht im Briefkontext folgende Angaben von einer „großen Menge Auserwählter“, darunter Frauen, und deren „grausamen und abscheulichen Misshandlungen“ als Detailkenntnisse von Augenzeugen und schließt daraus auf eine lokale Überlieferung von der neronischen Verfolgung.
Simon Petrus © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Simon Petrus
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Seit etwa 200 wird eine bestimmte Stelle auf dem vatikanischen Hügel als Petrusgrab verehrt. Kaiser Konstantin der Große ließ von 315 bis 349 darüber die Petersbasilika bauen, die 1507 abgerissen und durch den Bau des Petersdoms ersetzt wurde. Dabei wurde dessen Altar über dem angenommenen Petrusgrab platziert. Die Reste des Grabmonuments sind heute hinter dem Christusmosaik der osaik der Palliennische in der Confessio unter dem Papstaltar verborgen.
Nach römisch-katholischer Auffassung ist Petrus der Stellvertreter Christi und als erster Bischof von Rom Leiter aller Ortsbischöfe (episcopus episcoporum). Er besetze also ein einzigartiges, durch Christus verliehenes Führungsamt über alle übrigen Ortskirchen, das auch ein Richteramt und ein autoritatives Lehramt einschließe. Er habe diese Vollmacht allen seinen Nachfolgern weitergegeben, so dass jeder römische Bischof rechtmäßiger Vorsteher (Papst) der „universalen Kirche“ sei. Diese Auffassung beruft sich primär auf das „Felsenwort“ (Mt 16,18) und das „Schlüsselwort“ (Mt 16,19), in Bezug auf das Lehramt auch auf Lk 22,32 EU („stärke deine Brüder“) und Joh 21,15 ff. EU („weide meine Lämmer“).
Sein Gedenktag wird am 29. Juni Peter und Paul (zusammen mit Petrus)  gefeiert. Ein weiterer Gedenktag gilt dem Christusbekenntnis des Petrus. Dieser Tag wird von verschiedenen christlichen Kirchen am 18. Januar begangen.
Der Heilige wird gewöhnlich als alter Mann mit lockigem Haar und Bart (Erzvater) mit den Attributen Schlüssel, Schiff, Buch, Hahn oder umgedrehtem Kreuz dargestellt.estellt.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Simon_Petrus" der
WIKIPEDIA - Die freie Enzyklopädie
und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz
für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
de.wikipedia.org
 
Index/Startseite
Orden Übersicht  
Klöster, Stifte u. Abteien
Klostergeschichten  
Kirchen in Österreich  
Geschichte  
Zeittafel
Heilige und Selige  
Fest- und Feiertage  
Gebet und Kirche  
Neue Inhalte  
 
Engel  
Cherubim und Seraphim  
Erzengel Michael  
Erzengel Gabriel  
Erzengel Raphael  
Schutzengel  
Die Anordnung der Heiligen
ist nach ihrem jeweiligen
Gedenktag im Jahreskreis,
beginnend am 1. Januar
 
Maria (Mutter Gottes)  
Severin von Noricum  
Blasius von Sebaste  
Scholastika von Nursia  
Johannes von Gott  
Josef von Nazaret  
Vinzenz Ferrer  
Georg  
Benedikt Menni  
Katharina von Siena  
Peregrinus Laziosi  
Richard Pampuri  
Florian von Lorch  
Johannes von Avila  
Marcellinus  
Karl Lwanga  
Johannes Grande  
Norbert von Xanten  
Eustachius Kugler  
Achatius von Armenien  
Johannes der Täufer  
Hemma von Gurk  
Paulus von Tarsus  
Simon Petrus  
Erentrudis von Salzburg  
Benedikt von Nursia  
Margareta von Antiocha  
Maria Magdalena  
Christophorus  
Jakobus der Ältere  
Valentina  
71 Spanische Märtyrer  
Ignatius von Loyola  
Dominikus  
Edith Stein  
Klara von Assisi  
Bernhard von Clairvaux  
Josef von Calasanz  
Augustinus von Hippo  
Mutter Teresa  
Hildegard von Bingen  
Franz von Assisi  
M. Faustyina Kowalska  
Abraham  
Maria Restituta  
Elisabeth von Thüringen  
Katharina von Alexandria  
Barbara von Nikomedien  
Nikolaus von Myra  
Adam und Eva  
Stephanus  
Catherine Labouré  
Stigmatisation  
Wundertätige Medaille  
   
Unsere Mission ist helfen  
Oase des Friedens  
  www.gaube.at - Erhard Gaube
 
design by gaube