1. Buch Mose; Genesis (‏בְּרֵאשִׁית‎ Bereschit)
Kapitel 7 - 8; Die Sintflut
3268 v. Chr. bis 2501 v.Chr.
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Steintafel mit Taube und Olivenzweig (Gen 8,11 EU), Domitilla-Katakomben, Rom.
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Die Sintflut wird in den mythologischen Erzählungen verschiedener antiker Kulturen als eine göttlich veranlasste Flutkatastrophe beschrieben, die die Vernichtung der Menschheit und der Landtiere zum Ziel hatte. Als Gründe für die Sintflut nennen die historischen Quellen zumeist Verfehlungen der Menschheit. Die bekanntesten Berichte sind im 1. Buch Mose der Bibel, im Gilgamesch-Epos und im Atraḫasis-Epos überliefert. In frühchristlichen Schriften und im Koran wird ebenfalls auf die Geschichte Bezug genommen bzw. davon erzählt. Christliche Geschichtsschreiber datierten die Sintflut auf Grundlage der alttestamentlichen Angaben sehr unterschiedlich, meist zwischen 2578 v. Chr. und 2282 v. Chr. Es gibt aber auch ältere Datierungen, wie beispielsweise auf das Jahr 2242 Annus Mundi (3268 v. Chr.), wie in der pseudo-manethonischen Überlieferung „Buch der Sothis“. Der irische Theologe James Ussher berechnete im 17. Jahrhundert in seinen Annales veteris testamenti, a prima mundi origine deducti (Annalen des Alten Testaments, hergeleitet von den frühesten Anfängen der Welt) anhand von Bibelstellen den Zeitpunkt, zu dem die Sintflut stattgefunden haben soll. Er kam auf das Jahr 2501 v. Chr.
Die biblische Sintflut
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Die Sintflut; Ölgemälde (Francis Danby, Tate Gallery).
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Gemäß dem biblischen Bericht im Alten Testament wurde der gottesfürchtige Noah (auch Noe, hebräisch: Noach) von Gott vor einer großen Flut gewarnt und beauftragt, ein großes kastenförmiges Schiff, eine Arche, zu bauen, um damit sich und seine Familie sowie die Landtiere zu retten. Die Sintflut dauerte ein Kalenderjahr und 10 Tage. Selbst die Bergspitzen waren mit Wasser bedeckt (Gen 7,10–24 EU und Gen 8,1–14 EU). Die Flut wird in mehreren Phasen beschrieben:
In Noahs 600. Lebensjahr begann die Flut am 17. Tage des zweiten Monats.
40 Tage dauerte die Flut auf der Erde.
Nach insgesamt 150 Tagen des Anschwellens nahm das Wasser ab.
Am 17. Tag des siebenten Monats setzte die Arche im Gebirge Ararat auf.
Am 1. Tag des zehnten Monats wurden die ersten Berggipfel sichtbar.
Am 11. Tag des elften Monats öffnete Noah das Fenster und ließ einen Raben fliegen: Der flog aus und ein, bis das Wasser auf der Erde vertrocknet war.
In Noahs 601. Lebensjahr hatte sich das Wasser
am 1. Tag des ersten Monats verlaufen.
Noah verließ am 27. Tag des zweiten Monats die Arche.
Nach dem masoretischen Text und dem samaritanischen Pentateuch gelang es nur Noah mit seiner Familie (seiner Frau, seinen drei Söhnen und deren Ehefrauen) und vielen Tieren zu überleben. Die Arche landete schließlich „auf den Bergen Ararat“. Die Taube spielt in der biblischen Sintflut-Erzählung die Rolle des frohen Botschafters: Eine von Noah ausgelassene Taube kehrt mit einem frischen Olivenzweig im Schnabel zur Arche zurück (Gen 8,11 EU). Vom Gebirge Ararat aus verbreitete sich das Leben wieder über die Erde. Der biblische Bericht erzählt davon, dass Gott im Anschluss einen neuen Bund mit den Menschen und Tieren schloss, in dem er gelobte, nie wieder eine Flut solchen Ausmaßes über die Erde zu bringen. Das Zeichen dieses Bundes ist der Regenbogen.
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Künstlerische Darstellung der Sintflut von Gustave Doré (Bildausschnitt).
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Die biblische Version stimmt in wesentlichen Erzählzügen mit dem Atraḫasis-Epos überein, nimmt also die (ältere) sumerisch-akkadische Tradition auf. In der ersten biblischen Schöpfungserzählung (Gen 1,6–8) werden am 2. Schöpfungstag obere und untere Wasser (Ewigkeit und Zeit) gerade geschieden, um so Raum für das individuelle Leben auf Erden zu schaffen.

 „Mit dieser ‚mabul‘
[= Sintflut] aber wird diese Scheidung wieder aufgehoben, und damit wird das individuelle Leben, so wie es sich äußern konnte, ebenfalls vernichtet. (…) Auch die Ägypter gingen im Wasser unter, das sie bedeckte, während Israel, genauso wie Noah, durch das Wasser hindurchkommt. Auch Mose kam in eine ‚teba’ [Arche, Kästchen – vgl. Ex 2,5–10] und blieb dadurch im Wasser bewahrt.“

Das hebräische Teba bedeutet das (geschriebene) Wort (Mose ist der ‚Mann des Wortes’), also das Wort Gottes (siehe Arche Noah). Im Glauben an das Wort als Weise des Gerechtseins vor Gott (Noah ist der ‚Gerechte’ – Gen 6,9; vgl. Weish 14,7) und der damit verbundenen „Hoffnung voll Unsterblichkeit“ (Weish 3,4) ist das Leben im ‚Wasser’ der Zeit immer schon gerettet. Dieser Glaube besteht im Bund als der rechten Verbindung von Himmel und Erde, Ewigkeit und Zeit, der im siebenfarbigen Regenbogen sein Bundes-Zeichen hat. Der Bogen zeigt symbolisch die Verbindung von Himmel und Erde oder „den hieros gamos [heilige Hochzeit] in der Welt der göttlichen Potenzen“: Rabbi Moses Cordovero deutet den Bogen mit Blick auf Ez 1,28 – der helle Schein des Feuers der Hüften (Lenden) der Gottesgestalt auf dem kosmischen Thronwagen der Ezechielvision war „wie der Anblick des Regenbogens“ – als das „Leben der Welten“; gemeint ist damit die fruchtbar-zeugende Kraft der 9. Sefira des zehngliedrigen Sefiroth-Baumes (Baum des Lebens), die eine ausgesprochene Phallus-Symbolik hat. Diese zeugende Kraft ist nach kabbalistischer Deutung verkörpert in Josef von Ägypten. Er gilt als Gestalt des Adam Kamon (des ursprünglichen Menschen) und als der „‚Bewahrer des Bundes‘ par excellence“, weil er „der Versuchung der hemmungslosen Sexualität widerstanden und an seinem Körper das Bundeszeichen der Beschneidung rein erhalten hat. In diesem Sinn wurde die Preisung Josefs im Segen Jakobs verstanden (Gen 49,24): ‚Sein Bogen erhielt sich in (seiner ursprünglichen) Kraft.“ Die beiden Zeichen des Gottesbundes, Regenbogen und Beschneidung, entsprechen somit einander. Josef von Ägypten wiederum gilt in der christlichen Deutung als Typos des Erlösers oder des Neuen Adam:
„Hier wird das Erlösungswerk Christi vorweggenommen …“
Die Rückkehr der Taube mit dem Olivenzweig wird als Zeichen des Friedensschlusses zwischen Gott, den Menschen und der Schöpfung verstanden; Taube und Olivenzweig werden zu Friedenssymbolen. Im Neuen Testament (1 Petr 3,20f; 2 Petr 2,4f) und bei den Kirchenvätern wird die Sintflut als Sinnbild der Taufe verstanden. Die Taufsymbolik von Tod und Auferstehung oder Neuschöpfung (2 Kor 5,17) kommt in der Achtzahl der in der ‚Arche‘ geretteten Personen zum Ausdruck – mit Noah, dem „Verkünder der Gerechtigkeit“, als dem „Achten“ (2 Petr 2,5). Nach frühkirchlicher Deutung ist der Tag der Auferstehung Christi nach dem Sabbat (= 7. Tag) bzw. nach der 7-Tage-Schöpfung der achte Tag. Die Taufe als sakramentales Zeichen des Bundes wurde deshalb in achteckigen Baptisterien gespendet.
„Der achte Tag ist der Tag des Messias“, des „Königs des 8. Tages“.
Im Neuen Testament dient die Sintflut im Lukasevangelium (17,27) und in der entsprechenden Parallelstelle im Evangelium nach Matthäus (24,38) als Gleichnis für das Kommen des Menschensohns, das als plötzlich und unerwartet prophezeit wird:
"Und wie es geschah zu den Zeiten Noahs, so wird's auch geschehen in den Tagen des Menschensohnes: Sie aßen, sie tranken, sie freiten, sie ließen sich freien bis auf den Tag, da Noah in die Arche ging, und die Sintflut kam und brachte sie alle um."
Darstellung in den Apokryphen
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Michelangelo: Sintflut, 1508 - 09, Fresko in der Sixtinischen Kapelle (Bildausschnitt).
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Im ersten Buch Henoch, auf das im Judasbrief des Neuen Testamentes Bezug genommen wird, das auch in den Rollen von Qumran gefunden wurde und das heute noch zum kanonischen Schrifttum der (christlichen) äthiopischen Kirche gehört, wird diese Geschichte näher erläutert. Die Sintflut wird als göttliche Reaktion auf die unentschuldbare Rebellion der sogenannten Wächterengel unter Führung von Azazel verstanden. Diese gaben sich mit ihrer Nähe zu Gott nicht zufrieden, sondern lehrten die Menschen verschiedene Künste (vgl. Prometheus im griechischen Mythos) und vermischten sich schließlich mit diesen sogar sexuell. Während Azazel mit seinen Mitverschwörern zur Strafe für seinen Hochmut auf die Erde geworfen und gebunden wird bis zum endgültigen Gericht, muss der durch den Samen der abgefallenen Gottessöhne unrettbar verdorbene Teil der Menschheit flächendeckend ausgetilgt werden. Eine jüngere christliche apokryphe Tradition widerspricht dieser Legende. Sie ist im Orientalischen Adamsbuch und in der Syrischen Schatzhöhle niedergeschrieben worden. Demnach lebten die Nachkommen Kains zunehmend sündhaft, und auch die meisten Nachkommen Seths ließen sich darauf ein. Die Sintflut erscheint als Säuberung von dieser Sünde.
Altorientalische Sintflutberichte
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Gilgamesch-Epos (1800 bis 1595 v. Chr.)
Tafel 11 mit der Sintflut-Erzählung aus der Bibliothek des Aššurbanipal.
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Eine sehr alte Erwähnung der Sintflut findet sich in der sumerischen Königsliste, die Königsdynastien in Sumer vor und nach der Flut aufzählt. Als älteste zusammenhängende schriftliche Überlieferung der Sintflutsage gilt das Atraḫasis-Epos aus dem 19. Jahrhundert v. Chr. Teile dieser Erzählung wurden im Gilgamesch-Epos übernommen. Im Atraḫasis-Epos baute Ziusudra (griechisch bei Berossus: Xisouthros), im Gilgamesch-Epos als Uta-napišti benannt, ein Boot, mit welchem er und seine Angehörigen sowie ausgewählte Tiere die Flutkatastrophe überlebten. In dieser Urform des Mythos waren verschiedene Details, wie z. B. die Vorwarnung an Ziusudra durch Enki und das Dankopfer für die Errettung, vorhanden, die später in der Bibel ähnlich überliefert sind. Im Atraḫasis-Epos findet sich auch die Erzählung der Aussendung von Vögeln am Ende der Flut. Auf Grund fehlender Zeilen auf der dritten Tafel des Epos konnte der Name des Berges, wo das Boot strandete, nur aus dem Gilgamesch-Epos erschlossen werden. Dort ist er mit ‚Nisir‘ (Berg Nimuš) benannt. Im sumerischen Etana-Mythos fand die „große Flut“ unmittelbar vor dem ersten irdischen König Etana statt. Die griechische Mythologie kennt eine ähnliche Erzählung im Deukalion-Mythos. Entsprechende Überlieferungen sind auch der indischen Mythologie bekannt. Beide könnten aufgrund der geographischen Nähe leicht dem gleichen Überlieferungsstrang aus dem Zweistromland entspringen. Wegen der Verdorbenheit der Menschen beschloss Zeus, das Eherne Zeitalter mit einer großen Flut zu beenden (die Deukalionische Flut). Vor allem die Söhne des Lykaon sollen ihn zu diesem Entschluss gebracht haben. Prometheus hatte seinem Sohn befohlen, ein Schiff (ἡ κιβοτός – der „Kasten“) zu bauen. Als es zu regnen begann, bestiegen Deukalion und seine Frau Pyrrha den Kasten. Ganz Griechenland wurde überschwemmt, nach neun Tagen und neun Nächten, als die Flut abgelaufen war, landete das Paar auf dem Parnassos, nach anderer Überlieferung auf dem Othrys. Der gerechte Deukalion und seine Frau Pyrrha waren die einzigen Überlebenden. In der Bibliotheke des Apollodor wird berichtet, dass auch andere Menschen, die sich auf die Berge gerettet hatten, überlebten.
Das 1. Buch Mose  (Genesis)
Die Sintflut - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Sintflut; Städel, Frankfurt am Main; Adam Elsheimer, 1600.
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Das 1. Buch Mose, auf hebräisch ‏בְּרֵאשִׁית‎ Bereschit, auf griechisch Γένεσις Genesis genannt, ist das erste Buch des jüdischen Tanach wie auch des christlichen Alten Testaments und damit das erste Buch der verschiedenen Bibelkanons. Es beginnt mit Erzählungen von der Schöpfung der Welt und endet mit dem Aufenthalt der Söhne Jakobs in Ägypten. Die Geschichte Noachs beginnt mit einer kurzen, relativ kryptischen Bemerkung über „Söhne der Götter“ bzw. „Gottes“ und über „Riesen“, die mit Menschenfrauen Kinder, die so genannten Nephilim, bekamen. Die vorsintflutlichen Menschen werden „uralt“, teilweise über 800 Jahre, wie Methusalem. Der in den folgenden Generationen beginnenden Sündhaftigkeit der Menschen setzt Gott die Vernichtung aller Menschen mit Ausnahme Noachs und seiner Familie entgegen. Noach baut ein Schiff, die Arche, auf der er mit seiner Familie und einem Paar jeder Tierart (bestimmte Tiere auch sieben Paare) die folgende Sintflut überlebt. Gott erkennt, dass die überlebenden Menschen, Noach und seine Familie immer noch die vorsintflutlichen Verderbtheiten in sich tragen, verspricht aber in einem Bund mit den Menschen, nie wieder alles Leben durch eine Sintflut zu tilgen, der Regenbogen wird das Symbol hierzu. Historiker sehen in dem Bericht eine mythische Verarbeitung einer tatsächlich stattgefundenen Naturkatastrophe, die auch in den Mythen anderer Völker überliefert wurde. Die Sintflutsage ist danach älter als die jüdische Religion. Sie ist im Zweistromland entstanden. In der ältesten uns bekannten akkadischen Überlieferung trägt Noach den Namen Atrahasis.
  Das Buch Genesis, Kapitel 7
Gen7,10   Als die sieben Tage vorbei waren, kam das Wasser der Flut über die Erde,
Gen7,11   im sechshundertsten Lebensjahr Noachs, am siebzehnten Tag des zweiten Monats. An diesem Tag brachen alle Quellen der gewaltigen Urflut auf und die Schleusen des Himmels öffneten sich.
Gen7,12   Der Regen ergoss sich vierzig Tage und vierzig Nächte lang auf die Erde.
  Die große Flut
Gen7,17   Die Flut auf der Erde dauerte vierzig Tage. Das Wasser stieg und hob die Arche immer höher über die Erde.
Gen7,18   Das Wasser schwoll an und stieg immer mehr auf der Erde, die Arche aber trieb auf dem Wasser dahin.
Gen7,19   Das Wasser war auf der Erde gewaltig angeschwollen und bedeckte alle hohen Berge, die es unter dem ganzen Himmel gibt.
Gen7,20   Das Wasser war fünfzehn Ellen über die Berge hinaus angeschwollen und hatte sie zugedeckt.
Gen7,21   Da verendeten alle Wesen aus Fleisch, die sich auf der Erde geregt hatten, Vögel, Vieh und sonstige Tiere, alles, wovon die Erde gewimmelt hatte, und auch alle Menschen.
Gen7,22   Alles, was auf der Erde durch die Nase Lebensgeist atmete, kam um.
Gen7,23   Gott vertilgte also alle Wesen auf dem Erdboden, Menschen, Vieh, Kriechtiere und die Vögel des Himmels; sie alle wurden vom Erdboden vertilgt. Übrig blieb nur Noach und was mit ihm in der Arche war.
Gen7,24   Das Wasser aber schwoll hundertfünfzig Tage lang auf der Erde an.
  Das Buch Genesis, Kapitel 8
Gen8,1   Da dachte Gott an Noach und an alle Tiere und an alles Vieh, das bei ihm in der Arche war. Gott ließ einen Wind über die Erde wehen und das Wasser sank.
Gen8,2   Die Quellen der Urflut und die Schleusen des Himmels schlossen sich; der Regen vom Himmel ließ nach
Gen8,3   und das Wasser verlief sich allmählich von der Erde. So nahm das Wasser nach hundertfünfzig Tagen ab.
Gen8,4   Am siebzehnten Tag des siebten Monats setzte die Arche im Gebirge Ararat auf.
Gen8,5   Das Wasser nahm immer mehr ab, bis zum zehnten Monat. Am ersten Tag des zehnten Monats wurden die Berggipfel sichtbar.
Gen8,6   Nach vierzig Tagen öffnete Noach das Fenster der Arche, das er gemacht hatte,
Gen8,7   und ließ einen Raben hinaus. Der flog aus und ein, bis das Wasser auf der Erde vertrocknet war.
Gen8,8   Dann ließ er eine Taube hinaus, um zu sehen, ob das Wasser auf der Erde abgenommen habe.
Gen8,9   Die Taube fand keinen Halt für ihre Füße und kehrte zu ihm in die Arche zurück, weil über der ganzen Erde noch Wasser stand. Er streckte seine Hand aus und nahm die Taube wieder zu sich in die Arche.
Gen8,10   Dann wartete er noch weitere sieben Tage und ließ wieder die Taube aus der Arche.
Gen8,11   Gegen Abend kam die Taube zu ihm zurück, und siehe da: In ihrem Schnabel hatte sie einen frischen Olivenzweig. Jetzt wusste Noach, dass nur noch wenig Wasser auf der Erde stand.
Gen8,12   Er wartete weitere sieben Tage und ließ die Taube noch einmal hinaus. Nun kehrte sie nicht mehr zu ihm zurück.
Gen8,13   Im sechshundertersten Jahr Noachs, am ersten Tag des ersten Monats, hatte sich das Wasser verlaufen. Da entfernte Noach das Verdeck der Arche, blickte hinaus, und siehe: Die Erdoberfläche war trocken.
Gen8,14   Am siebenundzwanzigsten Tag des zweiten Monats war die Erde trocken.
Korrelation mit vermuteten Überschwemmungskatastrophenn
Bei Mythen- und Legendenbildung tritt das typische Phänomen der überhöhenden Dramatik in das Grenzenlose auf. Historische Erfahrungen einiger Beteiligter nehmen oft den Weg als phantastische Vision; in der Sintfluterzählung vom Untergang von nahezu allen Menschen und Tieren. Wissenschaftliche Theorien wurden hinsichtlich möglicher Zusammenhänge entwickelt und überprüft. Christliche Geschichtsschreiber datierten die Sintflut auf Grundlage der alttestamentlichen Angaben sehr unterschiedlich, meist zwischen 2578 v. Chr. und 2282 v. Chr. Es gibt aber auch ältere Datierungen, wie beispielsweise auf das Jahr 3268 v. Chr.
 
Lokale Überschwemmung
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Euphrat links und Tigris rechts im Zweistromland  (Irak).
NASA - Visible Earth
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Die in der Wissenschaft früher bevorzugte Theorie, dass alle mesopotamischen Flutmythen auf die traumatische Erfahrung der lokalen Schwemmfluten von Euphrat und Tigris im Zweistromland zurückgehen, konnte zwischenzeitlich, bedingt durch archäologische Untersuchungen, weniger wahrscheinlich gemacht werden. Die periodisch auftretende Nilschwemme macht altägyptische Vorstellungen einer Sintflut verständlich.
See- und Erdbeben
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Das Nildelta mit der Mittelmeerküste.
Bild: visibleearth.nasa.gov
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Am 21. Juli im Jahr 365 n. Chr. erschütterte ein schweres Erdbeben den gesamten östlichen Mittelmeerraum. Die nachfolgenden Tsunamis liefen über die flachen Küstenbereiche und zerstörten Siedlungen. Alexandria verzeichnete nach Überlieferungen etwa 50.000 Opfer. Die Ursache für die schweren Beben in dieser Region ist der Nordwärtsdrang der Afrikanischen Platte, die sich hier unter die Eurasische Platte schiebt. Der geknautschte Untergrund steht dadurch ständig unter Spannung und ist von Störungszonen und Bruchlinien durchzogen. Insbesondere im Osten des Meeresbeckens steht zusätzlich die kleinere Anatolische Platte im Mittelpunkt dieser Bewegungen. Dort kommt es immer wieder zu schweren Erschütterungen entlang der Nordanatolischen Verwerfung. Durch See- oder Erdbeben ausgelöste Tsunamis stellen rückblickend keine Seltenheit in dieser Region dar und erfolgen in zyklischen Abständen. Eine weitere Vermutung der Tsunami-Theorien nennt einen vor rund 8000 Jahren erfolgten Erdrutsch am Ätna als Auslöser für einen Tsunami, der in den späteren Überlieferungen als Sintflut deklariert wurde. Aufgrund der Häufigkeit dieser Ereignisse stellen jedoch alle Vermutungen bislang nicht beweisbare Spekulationen dar. Die erste Besiedlung des heutigen Stadtgebiets von Alexandria fand wahrscheinlich zwischen 2700 und 2200 v. Chr. statt.
Wassereinbruch in das Schwarze Meer
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Der Bosporus mit dem Schwarzen Meer rechts.
Bild: NASA Earth Observatory
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Das Schwarze Meer bildete sich als ein Relikt des erdgeschichtlichen Randmeeres der Paratethys vor 35 Mio. Jahren, aus dem auch das Kaspische Meer und der Aralsee hervorgingen. Eine bewegte Zeit mit tiefgreifenden Veränderungen folgte, als vor etwa 11,5 Mio. Jahren auf dem Gebiet des Schwarzen Meeres der brackische Pannon-See entstand und etwa vor 7 Mio. Jahren der fast süßwasserhaltige Pontische See. Vor etwa 17.000 Jahren stiegen die Temperaturen an. Das abschmelzende Gletschereis setzte große Mengen von Süßwasser frei, das durch die bereits bestehenden Flusssysteme von Donau, Dnepr und Don in das Becken des Binnenmeeres abfloss. Zu Beginn des Holozäns lag der Meeresspiegel noch deutlich unter dem des Mittelmeeres. Infolge der permanenten holozänen Transgression der Weltmeere stieg der Pegel des Mittelmeeres bis zu dem Punkt, an dem – nach bisheriger Theorie – ein gewaltsamer Durchbruch durch den Bosporus in das Schwarze Meer entstand.

Nach langjährigen Forschungen entwickelten 1997 die US-amerikanischen Marinegeologen Walter Pitman und William Ryan die Theorie, die Sintflut gehe auf einen Wassereinbruch in das Schwarze Meer zurück. Nach ihrer Ansicht hat dieser stattgefunden, als nach dem Ende der letzten Eiszeit durch das Abschmelzen der Gletscher alle Meeresspiegel weltweit anstiegen und damit sich auch der des Mittelmeers hob und etwa im 7. Jahrtausend v. Chr. das Niveau des Bosporus erreichte. Innerhalb kurzer Zeit hat sich so der Wasserspiegel in der Senke um mehr als 100 Meter erhöht. Mark Siddall entwickelte ein virtuelles physikalisches Modell des Grabens am Bosporus und des Schwarzen Meeres. Auf dieser Basis konnte er alle Überschwemmungsszenarien simulieren :

„Als der Schwarzmeer-Damm gebrochen war, strömte das Wasser durch den Bosporus, erreichte das Schwarzmeer-Becken in einem gigantischen Crash, und stromabwärts von dieser Crash-Zone muss ein eindrucksvoller Jet-Stream entstanden sein, ein schneller Wasserstrahl, der entlang der Küstenlinie verlief und dort einen tiefen Graben in den Boden gepflügt haben muss.“

William Ryan überprüfte mit Echoloten den Boden des Schwarzen Meeres. Die Auswertungen zeigten, dass der Graben sich genau dort befindet, wo Siddall ihn vorhergesagt hatte. Von Petko Dimitrov (Bulgarien) an verschiedenen Orten gemachte Funde von Süßwassermuscheln aus Sedimentablagerungen in Tiefen von bis zu 120 Metern und Ablagerungen eines Salzwassermeeres darüber mit einer sehr dünnen Grenzschicht, die mit der Radiokarbonmethode datiert wurden, stärken diese Theorie, denn sie belegen, dass das Schwarze Meer bis zum Ende der letzten Eiszeit ein großer Süßwassersee war, der dann auch nach Yossi Mart (Universität Haifa, Israel) abrupt zum Salzwassermeer wurde, wobei sich auch der alte Küstenverlauf eindeutig rekonstruieren ließ. Siedlungsfunde im heutigen Küstenbereich des Schwarzen Meeres (Rumänien) legen nahe, dass es sich bei den damaligen Bewohnern um Nachfahren der Menschen handelt, welche die mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls besiedelten tiefergelegenen Gebiete durch die kontinuierliche Salzwasserüberflutung fluchtartig verlassen mussten. Zeitpunkt und Intensität dieses unbestrittenen Flutungsereignisses sind seit den 1990er Jahren Gegenstand einer wissenschaftlichen Kontroverse. William Ryan und Walter C. Pitman nahmen in einer 1997 publizierten Untersuchung an, dass dieser Einbruch 5500 v. Chr. in kataklystischer Weise stattfand und mit einer Wasserspiegelanhebung von mehr als hundert Metern in kurzer Zeit einherging. Archäologische Funde auf dem Grund des Schwarzen Meeres deuteten zudem auf ein schnelles Verlassen von Siedlungen am zuvor dicht besiedelten Ufergebiet hin. Gräben und Auswaschungen am Boden des Schwarzen Meers passten zu einer vom Schweizer Wissenschaftler Mark Siddall erstellten Computer-Simulation einer gewaltigen Überflutung, die von der Presse mehr oder weniger direkt als Sintflut dargestellt wurde.
Sintflut - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das Donaudelta mit Sedimentablagerungen.
Bild: visibleearth.nasa.gov
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Nach einer Untersuchung der Schlamm-Ablagerungen im Donaudelta durch Mitarbeiter der Woods Hole Oceanographic Institution zeigte sich jedoch, dass der Überlauf auf etwa 7500 v. Chr. zu datieren ist. Die Sapropele des Donaudeltas bieten dafür ein ideales Archiv, da sich die Ablagerungen während des Holozäns stetig akkumuliert und ins Meer vorgeschoben haben. Der Eintrag von Salzwasser aus dem Mittelmeer ist vor allem durch die plötzliche Einlagerung von salzwasserbewohnenden Mollusken belegt. Durch diese 2009 in der geowissenschaftlichen Fachzeitschrift Quaternary Science Reviews publizierte Untersuchung wurde die von William Ryan und Walter Pitman vertretene sintflutartige Dramatik des Überflutungsereignisses entkräftet.
Der Meeresspiegel stieg anhand dieser Untersuchung mit dem Flutungsereignis innerhalb von Jahrzehnten lokal anscheinend um nur fünf Meter an, also bedeutend weniger als von Ryan und Pitman für ihre Katastrophentheorie zugrunde gelegt.

Archäologische Ausgrabungen bei Baia-Hamangia fanden Spuren der Hamangia-Kultur aus der Jungsteinzeit. Das Gebiet des Donaudeltas war ursprünglich von Thrakern bewohnt, zuerst von den Geten, danach von den Dakern. Ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. wurden mehrere griechische Kolonien entlang der Küste des Schwarzen Meeres gegründet. Später wurde die Region Ziel keltischer und skythischer Invasionen. Für eine Zeit war sie Teil des Königreichs Dakien.
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Überreste menschlicher Siedlungen in rund 95 Meter Tiefe 20 Kilometer vor der
türkischen Küste bei Sinop; Robert D. Ballard Schwarzmeerexpedition 2000.
Bericht in Englisch auf Nationalgeographic - news.nationalgeographic.com
© Robert Ballard - www.oceanexplorationtrust.org
Anfang September 2000 war Tiefseeforscher Robert D. Ballard mit einer 50-köpfigen Crew ins Schwarze Meer vorgedrungen. Modernstes Such- und Peilgerät (Sonar, Echolot) hatten die Fahnder an Bord. Archäologen waren dabei, Techniker und ein Vertreter des türkischen Kulturministeriums. Sie entdeckten etwa 20 Kilometer vor der türkischen Küste bei Sinop in rund 95 Meter Tiefe Überreste menschlicher Siedlungen. "Was wir da sahen, war ein zusammengefallenes Gebäude aus Flechtwerk und Lehm", berichtet Fredrik T. Hiebert, Professor für Archäologie und Anthropologie an der US-Universität von Pennsylvanien und Chefarchäologe der Schwarzmeerexpedition. Ihm sei "buchstäblich die Kinnlade runtergefallen", weil er dieselbe Bauweise von archäologischen Stätten im Umkreis des Schwarzen Meers kannte. Hiebert ist überzeugt, dass es sich bei dem Bauwerk um Reste einer urzeitlichen Siedlung handelt. "Wir fotografieren alles. Wir kartieren den Fund, damit wir eine Vorstellung davon bekommen, mit was für einer Stätte wir es zu tun haben", sagt Hiebert. Mit einer Sondererlaubnis der türkischen Regierung konnten die Forscher einige Proben nehmen. "Fest steht: tief verborgen im Schwarzen Meer,... liegt eine Landschaft, auf der 100 Meter Wasser lastet. Ballards Funde vom Meeresgrund muten tatsächlich an wie der historische Beleg für den wohl wirkmächtigsten Mythos des Alten Testaments (die Sintflut) ... Es gab eine Flut, und es gab eine Siedlung... Sedimentproben ergaben Hinweise auf 'Holzkohle'. Demnach flackerte am Boden des Schwarzen Meeres einst ein Lagerfeuer. " (Spiegel S. 268)
Monsun-Theorie
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Rotes Meer mit Sinai Halbinsel und im Bild links dem Nil.
Bild: NASA Earth Observatory
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Geowissenschaftler Helge Arz und Frank Lammy vom DFG-Forschungszentrum Ozeanränder untersuchten Meeresablagerungen aus dem nördlichen Roten Meer und fanden im Jahr 2003 heraus, dass die heute sehr trockene Region noch vor einigen tausend Jahren durch eine lange Feuchtperiode – ein monsunartiges Wettersystem mit zum Teil sintflutartigen Regenfällen – geprägt war. Die Forscher stellten fest, dass das Oberflächenwasser des Roten Meers in der Zeit zwischen etwa 7000 bis 4500 v. Chr. einen deutlich geringeren Salzgehalt aufwies als gegenwärtig. Ein monsunartiges Klima war die Folge, vergleichbar mit dem Klima am Indischen Ozean, welches bis ca. 5000 v. Chr. das Wettergeschehen im Nahen Osten dominierte. Untersuchungen an Blütenpollen und israelischen Höhlenablagerungen erhärteten das Monsun-Szenario.
Vulkanausbruch Santorin
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Caldera von Santorin.
Bild: EOS photo NASA, public domain
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In einem weiteren Erklärungsversuch wurde die Sintflut auf die Minoische Eruption auf der Insel Santorin und den nachfolgenden Tsunami zurückgeführt. Zusätzlich wurde auf entsprechend ähnliche Sagen der Griechen und Kreter verwiesen, die später bei den Bewohnern der Levante in mündlicher Überlieferung fortbestanden haben sollen. Archäologische Untersuchungen konnten jedoch diese Theorien nicht bestätigen, da die Santorin-Eruption zwischen 1625 und 1530 v. Chr. erfolgte und die Textfunde des babylonischen Sintflut-Epos mindestens auf das 18. Jahrhundert v. Chr. datieren.

Datum und Folgen der letzten großen Eruption sind bis heute Gegenstand der wissenschaftlichen Debatte. Populär war die erstmals von Auguste Nicaise formulierte Theorie, der Ausbruch des Santorin habe die minoische Kultur etwa um 1500 v. Chr. ausgelöscht. Doch die Theorie vom Zusammenhang des Untergangs der Kultur der Minoer mit einem Vulkanausbruch auf Thera kam ins Wanken, als minoische Keramik genauer typologisiert und datiert wurde. Auf Kreta gibt es noch Keramikstufen, die sich auf Thera nicht fanden. Folglich fand der Ausbruch mit der Verschüttung der minoischen Siedlung Akrotiri mindestens ein halbes Jahrhundert vor dem Zusammenbruch der minoischen Kultur statt. Naturwissenschaftliche Methoden wie die Untersuchung der Eisschichten auf Grönland, C14-Daten von Samen aus den Zerstörungsschichten (VDL) auf Santorin selbst und dendrochronologische Untersuchungen sowie C14-Datierungen von Jahresringen zweier Olivenbaumäste, die beim Vulkanausbruch unter einer 60 Meter hohen Bimsschicht begraben wurde, ergaben Daten, die um nahezu 100 Jahre früher liegen, also um 1613 v. Chr. ± 13 Jahre. Danach gab es einen friedlichen Kulturzusammenhang zwischen den Minoern und dem beginnenden Neuen Reich in Ägypten, während nach der physikalischen Datierung des Santorinausbruches die von Asche begrabenen Schichten mit der Hyksoszeit korrelieren müssten, was sich archäologisch bisher nicht nachweisen ließ.
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(Chalzedonische ?) Lilien als Fresken-Motiv in Akrotiri, Santorin; Bronzezeit, ca. 1600 v. Chr.
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Ein direkter Zusammenhang zwischen der Eruption und dem Zusammenbruch der minoischen Kultur (etwa 1450 v. Chr.) existiert auch nach den archäologischen Erkenntnissen nicht. Dennoch glauben einige Forscher, dass eine solche Katastrophe nicht spurlos an den Minoern vorbei ging. Der Grund für das Verschwinden der minoischen Kultur könnten indirekte Folgen des Vulkanausbruches von 1613 v. Chr. gewesen sein, welche die minoische Kultur stark in Mitleidenschaft zogen: Es wird spekuliert, dass der Vulkan einen Tsunami auslöse, dessen bis zu 12 m hohe Wellen Kretas Häfen im Norden sowie einen Teil der Schiffsflotte (Handelsschiffe und Fischerboote) zerstört haben könnte. Mittlerweile wurden Spuren der Flutwellen in einigen Orten an der Nordostküste Kretas identifiziert. So in Pseira, Palaikastro und Papadiokambos. Nach neueren Erkenntnissen war die Eruption noch wesentlich größer als bisher schon angenommen. Ging man früher davon aus, dass sie eine Stärke von 6 auf dem Vulkanexplosivitätsindex, der von 0 bis 8 reicht, hatte, wird mittlerweile sogar eine Stärke VEI 7 diskutiert. Statistisch ist ein Ausbruch dieser Stärke nur einmal pro Jahrtausend zu erwarten. Die These, dass der Ausbruch des Vulkans der Ursprung von Platons Erzählung über den Untergang von Atlantis sei, gehört zu den vielfältigen Lokalisierungshypothesen zu Atlantis. Sie wird von verschiedenen Autoren vertreten, setzt aber voraus, dass mehrere der detaillierten Angaben Platons ignoriert werden müssen, da sie nicht auf Santorin passen.
Santorin © Pixabay - Lizenz: CC0 Public Domain
Steilküsten mit Bimsdecke der Caldera von Santorin.
© Pixabay - Lizenz: CC0 Public Domain
Die Caldera von Santorin umfasst eine Fläche von etwa 84,5 km², die Ausdehnung beträgt in Nord-Süd-Richtung etwa 11 km, in West-Ost-Richtung fast 8 km. Calderen entstehen entweder durch explosive Eruptionen (Sprengtrichter) oder durch den Einsturz oberflächennaher Magmakammern eines Zentralvulkans, die zuvor durch Ausbrüche entleert worden sind. Von der 150 bis 350 m hohen Caldera-Wand ist die Abdachung von Thira und Thirasia nach außen hin sanft. Lediglich im Südosten von Thira unterbricht das Profitis Ilias-Massiv, mit 567 m die höchste Erhebung des Archipels, diesen sanften Abfall. Vielerorts bildet ein breiter schwarzer Lavastrand den Übergang zum Meer. An anderen Stellen reicht die Bimsdecke bis ans Meer und bildet dann Steilküsten. Die absolute Höhe beträgt im Norden von Thira vom Meeresgrund etwa 700 m. Der Caldera-Boden besteht aus vier Teilbecken. Das nordöstliche Teilbecken erreicht eine Tiefe von nahezu 400 m und wurde vermutlich mit den Vorgängen der Minoischen Eruption gebildet.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Sintflut" der
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