Schwester Licia George SCJG
aus Manthippara, Idukki, Kerala, Indien
Interview vom 9. August 2015
Lieblingspsalm:
“Ich bin der Herr, dein Gott, der dich lehrt, was Nutzen bringt,
und der dich auf den Weg führt, den du gehen sollst“.
Jesaja: 48.17
© Sr. Licia George
Sr. Licia George vor einem Granatapfelbaum. Der Granatapfel ist das Symbol des Ordens
der Johannes von Gott Schwestern sowie der Barmherzigen Brüder. Die Frucht, aus der
die Kerne quellen, ist im Wappen der Stadt Granada abgebildet. In jener spanischen Stadt,
deren Namen auf Deutsch übersetzt „Granatapfel“ bedeutet,  wirkte der
Ordensstifter der Barmherzigen Brüder, der Heilige Johannes von Gott.
© Sr. Licia George
Schwester Licia vom Orden der "Schwestern der Nächstenliebe vom heiligen Johannes von Gott" (Johannes von Gott Schwestern) wurde mit 29. März 2005 in die Funktion einer  Diplomkrankenschwester des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Wien berufen. Dieses Interview beleuchtet ein wenig den Weg ihrer Berufung in den Ordensdienst und sich für Gott sowie den Leiden ihrer Mitmenschen einzusetzen.
Ich wurde in Manthippara, einem kleinen Dorf im Distrikt Idukki des Bundesstaates Kerala geboren. Kerala bedeutet wörtlich „Land der Kokospalmen“ und befindet sich in Südindien. Manthippara selbst liegt mit einer Seehöhe von ca. 1000m im Hochland der Kardamonberge, die ein Teil der südlichen Westghats sind und an der Grenze zum Bundesstaat Tamil Nadu schroff in die Ebene abfallen. Der Name Kardamonberge stammt von den Kardamomplantagen in den kühleren Bergen, wo auch Pfeffer und Kaffee angebaut wird. Ich bin die Jüngste von drei Schwestern und wurde in einer katholischen Familie geboren. Meine Eltern engagierten sich schon immer für arme, kranke und leidende Menschen. Da ich das seit Kindheit an gesehen habe, wurde es zu meinem Wunsch, armen und leidenden Menschen zu helfen- es war meine Inspiration. So war ich in meiner Heimat auch häufig in einem hl. Johannes von Gott Pflegeheim zu Besuch.
High School Puttady © nsphssputtady.blogspot.co.at
Schulkinder in der Nehru Smaraka Panchayat High School (N.S.P.H.S) in Puttady.
© nsphssputtady.blogspot.co.at
 Ich besuchte von der 1. bis zur 4. Klasse die "Madona L.P School" in Cumbummettu, einem etwas größeren Nachbarort, die 5. bis 7. Klasse in der "A.K.M. School" in Nettithozhu und schließlich die 8. bis 10. in der "Nehru Smaraka Panchayat High School" N.S.P.H.S in Puttady. Die Schule ist die älteste Institution in Puttady und existiert seit 1967. Sie hat maßgeblich zur Entwicklung des Ortes beigetragen.
Anakkara, Idukki - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Typisches Ortsbild der Gegend. Anakkara in der Nähe von Puttady.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Puttady ist auch für den Kardamom und Pfefferanbau in Indien sehr bekannt. Nach dem zehnten Schuljahr bin ich schließlich 1991 in den Orden der "Schwestern der Nächstenliebe vom heiligen Johannes von Gott" (Sisters of Charity of St.John of God; Ordenskürzel: SCJG), kurz Johannes von Gott Schwestern, eingetreten.
M.E.S. College © jobin TT
Das M.E.S College Nedunkandam / Kerala.
© jobin TT
 Die nächsten zwei Jahre des Postulats war ich im Nirmala Theological College Podimattam und habe dort meine Schwestern Ausbildung gemacht. Zwischenzeitlich habe ich auch im Pratheekshabhavan Pflegeheim in Kattappana gearbeitet. Nach der Einkleidung verbrachte ich das Jahr des Noviziats im Novizenhaus in Podimattam. Ich habe in dieser Zeit sehr viele Erfahrungen für mich gewonnen. Auch war der Gründer des Ordens, Frater Fortunatus Thanhäuser OH, immer eine Inspiration für mich. Nach der heiligen Messe z.B. kam er immer ins Pflegeheim und besuchte dort die Bewohner bzw. Patienten.
St. Johns College of Nursing © Johannes von Gott Schwestern - www.scjg.in
"St. Johns College of Nursing" in Kattappana
© Johannes von Gott Schwestern - www.scjg.in
Nach der einfachen Profess habe ich zwei Jahre im I.P. Account gearbeitet und anschließend im M.E.S College Nedunkandam meine Matura absolviert. Für meine Vorbereitung zur Ewigen Profess habe ich dann ein Jahr im Pala Theological Institut in Theologie teilgenommen. In der Schwesternschule (St. Johns School of Nursing) in Kattappana habe ich noch die Krankenpflege erlernt und war 6 Monate Stationsleiterin auf der Gynäkologischen Station.
© Sr. Licia George
Sr. Licia im Sari, der traditionellen Tracht der
"Schwestern der Nächstenliebe vom heiligen Johannes von Gott"
© Sr. Licia George
Irgendwann hat mich dann meine Generaloberin gefragt ob ich Interesse hätte nach Österreich zu gehen. Nach einer längeren Zeit der Überlegung habe ich meine positive Entscheidung getroffen und zugesagt. So bin ich am 29. März 2005 nach Wien gekommen. Die deutsche Sprache war anfangs sehr schwer für mich und ich besuchte zum Erlernen auch Kurse des Internationalen Kulturinstitutes. 2009 habe ich vom AKH meine Nostrifikation, die Anerkennung meiner Zeugnisse und Diplome bekommen.
Schwester Licia George © Klostergeschichten - www.klostergeschichten.at
Sr. Licia beim Gesundheits-Check mit Blutdruckmessen und Bestimmung des BMI-Wertes
bei der "Langen Nacht der Kirchen" am 29. Mai 2015 in einem Nebenraum der Klosterkirche.
© Klostergeschichten - www.klostergeschichten.at
Jetzt arbeite ich als diplomierte Krankenschwester in der  Interdisziplinären Sonderklassestation des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Wien. Bis jetzt habe ich mit Gottes Hilfe nie große Probleme gehabt und es hat mir alles gut getan. Ich bin dankbar Ordensschwester sein zu dürfen und mich bei Tag und Nacht für Gott einzubringen um die Menschen näher zu Jesu zu bringen, zu helfen, zu lieben, zu trösten.
© Sr. Licia George
Sr. Licia mit Arbeitskolleginnen im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien.
© Sr. Licia George
 Wenn ich arbeiten gehe, denke ich mir immer, jeder Patient, jede Patientin gehört zu meiner Familie, und dann bin ich auch sehr zufrieden mit meiner Arbeit.
Nach der hl.Messe, nach dem Gebet, bekomme ich besonders Kraft und Energie für die Arbeit und auch in schwierigen Zeiten kriege ich viel Kraft von meinem Herrn.
Mit Gottes Hilfe kann man schon alles gut machen.
"Ein Tropfen an Liebe ist mehr Wert,
als ein ganzer Sack voll Gold."
www.barmherzige-brueder.at/site/wien
Frater Fortunatus Thanhäuser (1918–2005)
Gründer der Indischen Ordensprovinz
Frater Fortunatus Thanhäuser © Johannes von Gott Schwestern - www.scjg.in
Frater Fortunatus Thanhäuser
© Johannes von Gott Schwestern - www.scjg.in
In Kattappana, im Hochgebirge von Kerala, in einem Gebiet, das man erst einige Jahre zuvor dem Urwald abgerungen hatte, sollte ein Krankenhaus entstehen. Am 15.11.1969 verließ Frater Fortunatus zusammen mit Frater Prakash Madapally Frankfurt, um am 19.11.1969 in Kattappana einzutreffen. Bei der Ankunft bestand bereits ein kleines, provisorisches Krankenhaus, dessen Errichtung die Rheinische Vize-Provinz finanziert hatte. Das erste Gebäude des heutigen St. John´s Hospitals konnte im Februar 1971 eröffnet werden. Inzwischen hat sich diese Einrichtung zum größten und wichtigsten Krankenhaus des Hochgebirges entwickelt, einem Gebiet mit etwa einer Million Einwohnern.
Frater Fortunatus Thanhäuser © Johannes von Gott Schwestern - www.scjg.in
Frater Fortunatus Thanhäuser
© Johannes von Gott Schwestern - www.scjg.in
   Zur Einrichtung gehören heute auch eine Krankenpflegeschule sowie eine Fakultät für Krankenpflegewissenschaften. Für chronisch Kranke, allein stehende alte und pflegebedürftige Männer und Frauen gründete Frater Fortunatus das "Pratheeksha Bhavan" dem auch Kinderheim für sozial geschädigte Kinder und Waisen angeschlossen ist. Unzählig sind die karitativen Hilfsprojekte, die von Frater Fortunatus initiiert wurden, wie der Bau von mehr als 5000 Häusern für arme, kinderreiche Familien, Schulpatenschaften für arme Kinder, materielle und finanzielle Unterstützung für arme Menschen usw. Die Bevölkerung verehrt ihn deshalb als Vater der Armen.
Frater Fortunatus Thanhäuser © Johannes von Gott Schwestern - www.scjg.in
Frater Fortunatus Thanhäuser
© Johannes von Gott Schwestern - www.scjg.in
Im Jahre 1977 gründete er mit einigen jungen Inderinnen die Ordengemeinschaft der `Schwestern der Nächstenliebe vom heiligen Johannes von Gott`, die sich, wie die Brüder, dem Dienst an Armen, Kranken und Notleidenden, Alten und Ausgegrenzten im Geiste des heiligen Johannes von Gott weihen. Die Schwestern arbeiten heute mit den Brüdern zusammen in Einrichtungen der Brüder in Indien, Österreich, Deutschland und Italien, und sie führen in Indien eine Reihe von eigenen Einrichtungen. Nach einer Zeit langer und schwerer Krankheit hat Gott unseren Mitbruder Fortunatus am 21.11.2005, heimgerufen, an dem Tag, an dem er 69 Jahre zuvor seine ersten Gelübde abgelegt hatte.
www.scjg.in/
Idukki Distrikt (Kerala)
Idukki Distrikt © www.keralatourism.org
Periyar-Nationalpark.
Periyar ist ein Tierschutzgebiet, Nationalpark und Tigerreservat im südindischen
Bundesstaat Kerala in den Bergen der Westghats an der Grenze zu Tamil Nadu.
Es liegt in den Distrikten Idukki und Pathanamthitta.
© www.keralatourism.org
Der Distrikt Idukki (Malayalam: ഇടുക്കി ജില്ല Iṭukki jilla [ˈiɖukːi ˈdʒilːa]) ist ein Distrikt im südindischen Bundesstaat Kerala. Verwaltungssitz ist die Stadt Painavu.
Der Distrikt Idukki liegt im mittleren Teil Keralas im Binnenland am Fuße der Westghats, welche die natürliche Grenze zum Nachbarbundesstaat Tamil Nadu bilden. Mit einer Fläche von 4.358 Quadratkilometern ist er nach dem Distrikt Palakkad der zweitgrößte Distrikt Keralas. Nachbardistrikte des Distrikts Idukki sind Pathanamthitta im Süden, Kottayam und Ernakulam im Westen, Thrissur im Nordwesten (alle Kerala) sowie in Tamil Nadu Coimbatore und Tiruppur im Norden, Dindigul im Nordosten, Theni im Osten sowie Virudhunagar und Tirunelveli im Südosten. Der Distrikt Idukki ist in die vier Taluks Devikulam, Thodupuzha, Udumbanchola und Peermade unterteilt.
Idukki Distrikt © www.keralatourism.org
Indische Elefanten im Periyar-Schutzgebiet.
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Das Gebiet des Distrikts Idukki ist gebirgig und umfasst die Kardamomberge, einen Teil der Westghats. Im Distrikt Idukki liegt der Anamudi, mit einer Höhe von 2695 Metern der höchste Gipfel der Westghats und der höchste indische Berg südlich des Himalaya. Insgesamt gibt es im Distrikt Idukki 14 Zweitausender. Mehr als die Hälfte des Distriktgebiets ist bewaldet. Der Periyar, der längste Fluss Keralas, fließt durch den Distrikt Idukki und ist durch die Idukki-Talsperre zu einem Reservoir aufgestaut. Das Periyar-Schutzgebiet liegt mitten im Bergland der Westghats. Im Norden und Osten wird es von über 1700 Meter hohen Bergzügen begrenzt, die nach Westen hin in eine ausgedehnte, durchschnittlich 1200 Meter hohe Hochebene auslaufen. Das Schutzgebiet umfasst eine Fläche von 777 km², wovon ein 350 km² großer Teil der Kernzone zum Nationalpark erklärt wurde. Innerhalb des Nationalparks liegt der 26 km² große Periyar-Stausee und der für Nationalpark und See namensgebende Fluss Periyar, der in den Westghats entspringt und nach 244 km ins Arabische Meer mündet.
Idukki Distrikt © www.keralatourism.org
Tiger im Periyar-Nationalpark.
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Insgesamt 62 verschiedene Säugetierarten wurden in Periyar gezählt, darunter auch eine Reihe bedrohter Arten. Die berühmteste ist wohl der Bengaltiger, von dem aber auf Grund seiner großen Reviere und seiner Vorliebe für weniger dichtbewachsene Lebensräume nur 35 bis 40 Individuen im Park leben. In Periyar leben etwa 900 bis 1000 Elefanten, Gaur, Sambars (Pferdehirsche), Nilgiri-Tahre, Mungos, Fischotter und Bartaffen. Gelegentlich streifen auch Indische Leoparden durch Periyar.
Idukki Distrikt © www.keralatourism.org
Plantagen von Tee, Kaffee, Gewürzen und Obstbäume bedecken die Hügel von Idukki.
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Das Klima im Distrikt Idukki variiert je nach Höhenlage. Während die tiefer gelegenen Gebiete im Westen ein heißes Klima aufweisen, kann es in den Höhenlagen empfindlich kühl werden. Durch die Lage in den Westghats erhält das Distriktgebiet hohe Niederschlagsmengen. Der Jahresniederschlag variiert dabei zwischen rund 1500 Millimetern in den vergleichsweise trockenen Gebieten im Osten und Nordosten bishin zu rund 5000 Millimetern in der regenreichen Gegend um Devikulam.
Idukki Distrikt © www.keralatourism.org
Reisfelder in Palakkad (früher Palghat).
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Das abgelegene Gebiet des heutigen Distrikts Idukki war lange Zeit kaum erschlossen und von Stammesvölkern besiedelt. Als eigenständiger Distrikt besteht Idukki seit 1972. Er entstand aus drei Taluks des Distrikts Kottayam und einem Taluk des Distrikts Ernakulam. 1982 wurden wiederum Teile des Distrikts Idukki dem neugegründeten Distrikt Pathanamthitta zugeschlagen. Der wichtigste Erwerbszweig im Distrikt Idukki ist die Landwirtschaft. Angebaut werden Produkte, die in Höhenlagen gedeihen, vornehmlich Gewürze (Kardamom, Pfeffer), Kautschuk, Tee und Kaffee. Die Verfügbarkeit von Weideland und das gemäßigte Klima bieten zudem gute Bedingungen für die Viehzucht. Die wichtigsten Religionen im Distrikt Idukki sind Hinduismus und Christentum.
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