Stephansdom
Domkirche St. Stephan zu Wien
Stephansplatz, 1010 Wien
Stephansdom - © Ciaobucarest - Fotolia.com
Der Stephansdom (eigentlich Domkirche St. Stephan zu Wien) am Wiener Stephansplatz (Bezirk Innere Stadt) ist seit 1365 Domkirche (Sitz eines Domkapitels), seit 1469/1479 Kathedrale (Bischofssitz) und seit 1723 Metropolitankirche des Erzbischofs von Wien. Der von Wienern mitunter auch kurz Steffl genannte römisch-katholische Dom gilt als Wahrzeichen Wiens und wird häufig auch als österreichisches Nationalheiligtum bezeichnet. Namensgeber ist der heilige Stephanus, der als erster christlicher Märtyrer gilt. Das zweite Patrozinium ist Allerheiligen.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stephansdom; Innenansicht des Chores.
Bild: Anrather, Oskar; vor 1990.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Bauwerk ist 107 Meter lang und 34 Meter breit. Der Dom ist eines der wichtigsten gotischen Bauwerke in Österreich. Teile des spätromanischen Vorgängerbaues von 1230/40 bis 1263 sind noch erhalten und bilden die Westfassade, flankiert von den beiden Heidentürmen, die etwa 65 Meter hoch sind. Insgesamt besitzt der Stephansdom vier Türme: Der höchste ist der Südturm mit 136,4 Meter, der Nordturm wurde nicht fertiggestellt und ist nur 68 Meter hoch. Im ehemaligen Österreich-Ungarn durfte keine Kirche höher als der Südturm des Stephansdoms erbaut werden. So wurde beispielsweise der Mariä-Empfängnis-Dom in Linz um zwei Meter niedriger gebaut.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bischofstor ohne Vorbau: oberer Teil der Lünette: Krönung Maria; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Südturm ist ein architektonisches Meisterwerk der damaligen Zeit; trotz seiner bemerkenswerten Höhe ist das Fundament weniger als vier Meter tief. Im Südturm befinden sich insgesamt 13 Glocken, wovon elf das Hauptgeläut des Stephansdoms bilden. Die Pummerin, die zweitgrößte freischwingend geläutete Kirchenglocke Europas, befindet sich im Nordturm unter einer Turmhaube aus der Renaissance-Zeit.
Pummerin. Bildnis des Meisters Pilgram.
Das Areal, welches später vom Stephansdom eingenommen wurde, lag östlich des römischen Legionslagers Vindobona im Bereich der canabae legiones, der Lagervorstadt. Das Lager war vom ersten bis zum dritten Jahrhundert von Gebäuden und Straßen umschlossen, welche jedoch im dritten und vierten Jahrhundert von Gräbern und Grabbauten abgelöst wurden. Im Bereich des Stock-im-Eisen-Platzes wurden seit 1690 immer wieder Grabbefunde gemacht.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ansicht der südlichen Langhauswand mit Sebastians-, Dreifaltigkeits-
und Leopoldaltar an den Wandpfeilern XVI, XX, XXIV und der Empore zwischen den
Pfeilern XVI. und XX. schräg von links (etwa Pfeiler XI).
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Anfänge des Doms gehen auf das Jahr 1137 zurück, aus dem der Tauschvertrag von ag von Mautern zwischen Markgraf Leopold IV. und dem Bischof von Passau überliefert ist. Dabei wurden Güter, aber auch Pfarrrechte ausgetauscht, um es dem Bischof zu ermöglichen, außerhalb der damaligen Stadt eine Kirche zu bauen, die dem heiligen Stephanus geweiht sein sollte, dem Patron der Bischofskirche von Passau.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Pfeiler XX: mittlere Partie mit Figuren:
Kreuzigung Christi, Kreuztragung,
Judaskuss. Daneben Fenster 6 und 7
des Südschiffes; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Grabmal Friedrich III.
Bild: Cermak, Alfred; um 1980.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die anderen Kirchen im damaligen Wien, die Ruprechtskirche und die Peterskirche, waren nach Salzburger Heiligen benannt; das Patrozinium der Kirche war also ein politisches Signal. Die erste Kirche wurde 1147 fertiggestellt und im selben Jahr vom Passauer Bischof Reginbert von Hagenau geweiht (Patronat nach der Mutterkirche Passau). Die Kirche war für die damalige Stadt völlig überdimensioniert – es könnte also damals schon Bestrebungen gegeben haben, sie in eine Bischofskirche zu verwandeln. Geostet ist die Kirche auf den Sonnenaufgang des 26. Dezember 1137.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Brüstung: Relief Heiliger Augustinus.
Ganzaufnahme.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der "Fenstergucker".
Bild: Cermak, Alfred; um 1980.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Von 1230 bis 1245 entstand ein weiterer spätromanischer Bau, dessen Westfassade noch erhalten ist. Sie besteht aus den beiden Heidentürmen und dazwischen dem Riesentor. Der Ursprung beider Namen ist nicht völlig geklärt. Heidentürme kommt vielleicht von den Steinen, die von altrömischen Ruinen stammten, möglicherweise auch von den beiden Darstellungen der nichtchristlichen Fruchtbarkeitssymbole Phallus und Vulva, die die beiden Blendsäulen in der Westwand unterhalb der Türme krönen. Türme krönen.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nordchor: Maria mit Volk und drei
Pharisäer. Ganze Figuren; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Westfassade, Vorbau, 2. Nische
von links: Dornauszieher, romanisch.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Name Riesentor geht der Legende nach auf einen riesigen, über dem Tor aufgehängten Mammutknochen oder einen beim Bau helfenden Riesen zurück; tatsächlich dürfte die Bezeichnung aber auf das mittelhochdeutsche Wort risen (sinken, fallen) zurückgehen und sich auf die Trichterform des Portals beziehen. Oberhalb des Tores befand sich eine Herzogsempore, ähnlich dem Kaiserstuhl Karls des Großen in Aachen und den Westemporen der Kaiserdome. 1258 brach ein Brand aus. Die Obergeschoße der Heidentürme wurden erst danach gebaut. Die feierliche Weihe erfolgte 1263. Zwischen 1304 und 1340 wurde ein vergrößerter Chor gebaut, nunmehr im gotischen Stil. Nach den Herzögen Albrecht I. und Albrecht II., die diesen Bau vorantrieben, spricht man vom Albertinischen Chor.
Stephansdom
Die Regentschaft Rudolfs IV. war bedeutsam für die Kirche: 1359 wurde der Grundstein für den gotischen Neubau des Langhauses gelegt. 1358 errichtete er in der Allerheiligenkapelle in der Hofburg ein Kollegiatstift, welches 1365 an die Stephanskirche umsiedelte. Seitdem ist das Allerheiligenpatrozinium das zweite Patrozinium des Doms. 1433 konnte der Südturm vollendet werden und war mit 136 Metern einige Jahre lang der höchste Turm Europas. Das gotische Langhaus wurde vor 1474 beendet, es wuchs wie eine äußere Zwiebelschale um das romanische Langhaus, das 1430 abgebrochen worden war. Zur selben Zeit wurde auch der Dachstuhl fertig; die Einwölbung des Langhauses begann 1446 unter dem Baumeister Hans Puchsbaum.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stephansdom; Kapistrankanzel.
Bild: Stauda, August; 1899.
© © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ansicht des Chorgestühls, Südseite,
Einblick in die untere Reihe; 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
1450 legte Friedrich III. den Grundstein für den Nordturm (früher auch Albertinischer Turm), wobei der Legende nach der Wein eines ganzen Jahrganges als Bindemittel verwendet wurde. Nach langer Unterbrechung erfolgte erst 1467 unter Dombaumeister Laurenz Spenning der Weiterbau. Dieser Turm war aber schon viel zu groß und viel zu prunkvoll konzipiert, zumal die Zeit der gotischen Kathedralen sich ihrem Ende zuneigte. Die Bauarbeiten endeten 1511, 1578 wurde auf den Turmstumpf eine Renaissance-Haube gesetzt, die nach dem Baumeister Hans Saphoy Saphoy'sche Haube heißt. Im Jahre 1469 war Wien zudem endlich zum Bistum und damit der Stephansdom zur Kathedrale erhoben worden, so dass auch das von Rudolf IV. begründete Kollegiatstift zum Domkapitel wurde.
Stephansdom - © Marta Szczesniak - FOTOLIA
Von 1511 bis 1515 übernahm der Bildhauer und Baumeister Anton Pilgram die Leitung der Bauhütte, er vollendete den Orgelfuß und war unter anderem an der Ausführung der Domkanzel beteiligt, der dortige Fenstergucker wurde traditionell für sein Selbstbildnis gehalten.
Der Stephansdom um 1530
1514/1519 wurde an der Spitze des Stephansturmes eine achtstrahlige Sonne („Stern“) mit einer Mondsichel als Symbol der geistlichen und weltlichen Macht angebracht. Als die Wiener bei der Türkenbelagerung (1529) überall im Lager ihrer Feinde ähnliche Symbole sahen, erhoben sie erste Bedenken gegen das „haidnisch Zaichen“, dennoch blieb der
„Mondschein“ auf dem Turm. Erst anlässlich der zweiten Belagerung (1683) gelobte Leopold I., das „gottlose und unwürdige Türkenwappen“ durch das Zeichen des heiligen Kreuzes zu ersetzen, wenn die Stadt durch Gottes Beistand befreit wurde.
Der von St. Stephan abgenommene Mond. Buchillustration, 18 Jh.
 Das neue, aus Kupfer getriebene Doppelkreuz („Spanisches Kreuz“) wurde vom Kupferschmied Hans Adam Bosch angefertigt. Es war eineinhalb Meter hoch und 45.5 kg schwer. Am 14.September, dem Kreuzerhöhungstag (zugleich Jahrestag des Einzuges Leopolds in die befreite Stadt), wurde es unter großem Spektakel aufgestellt. Es war jedoch nicht beweglich genug und fiel bereits am 14.Dezember infolge eines heftigen Sturmes herab. Am 31.Oktober 1687 erfolgte die Aufstellung einer neuen Bekrönung. Zum Spanischen Kreuz waren nun der kaiserliche Doppeladler und die Initialen Leopolds I. hinzugekommen. Kreuz und Adler hatten eine Höhe von 2,45 m und ein Gewicht von 67 kg.
Stephansdom - © Gaube Stephansdom - © Gaube
Stephansdom - © Gaube Stephansdom - © Gaube
Unter Hans Herstorffer, der von 1637 bis 1650 als Dombaumeister wirkte, wurde 1647 die Innenausstattung barockisiert, vor allem der Hochaltar des Bildhauers Johann Jacob Pock und seines Bruders, des Malers Tobias Pock, stammt aus dieser Zeit. Während der Türkenbelagerung 1683 wurde der Dom durch türkische Kanonenkugeln beschädigt. Aus den Kanonen der Belagerer wurde danach die große Glocke (die Pummerin) gegossen. 1713, gleich zu Beginn der Amtszeit von Dombaumeister Johann Carl Trumler, leistete Kaiser Karl VI. im Dom das Gelöbnis, eine Kirche zu stiften, wenn die Pest ausklinge. Rund drei Jahre später wurde mit dem Bau der Karlskirche begonnen.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Grundrisse mit Bezeichnung der Bauepochen. Nach Friedrich Schmidt. ;um 1880.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Seit den Renovierungen im 19. Jahrhundert wird auf dem Dach des Stephansdoms der österreichische Reichsadler in bunten Ziegeln ausgelegt. Im Brustschild dieses Adlers steht ein Monogramm von Kaiser Franz I. Seit 1950 bilden ein österreichischer Bundesadler und das Wiener Wappen das Pendant auf der anderen Dachseite dazu, wobei der Bundesadler in die heraldisch falsche Richtung blickt.
Stephansdom - © Jean-jacques Cordier - FOTOLIA
Ansicht der drei Giebel der Südfront.
In den Jahren 1839–1842 wurden die obersten 17 Meter der baufälligen Spitze des Südturmes, die sich nach Norden neigte, durch Paul Sprenger abgenommen; die Steinornamente wurden an einen Kern aus Eisen angefügt. Das Eisen erwies sich jedoch nicht als rostbeständig, sodass aufgrund von Rostsprengungen etliche Steine zerbrachen. Ab 1850 verwendete Dombaumeister Leopold Ernst daher mit Zement vergossene Steindübel und „ersetzte dabei einen Fehler durch zwei andere”, da das Treiben des Zements ebenfalls zu schweren Schäden führte. Deshalb wurden 1861 die obersten 40 Meter von Leopold Ernst wieder abgetragen und 1862–1864 von dem 1863 zum Dombaumeister bestellten Friedrich von Schmidt in mittelalterlicher Steintechnik möglichst originalgetreu neu errichtet. Mehrere Phasen dieses Vorganges sind auf Aquarellen von Rudolf von Alt zu sehen.
Stephansdom mit Nordturm - © Tomas Sereda - Fotolia.com
Die Rückseite des Stephansdomes mit dem Nordturm
Schmidt leitete über Jahrzehnte die Restaurierung des Doms, wobei auch „verbessernde“ Eingriffe im Sinne der Neugotik und Viollet-le-Ducs unternommen wurden (etwa im Giebelbereich der Südfenster des Doms). Am 18. August 1864, dem Geburtstag des Kaisers, wurde im Zuge der Turmrenovierung ein neues Kreuz und ein drei Zentner schwerer Adler auf die fertiggestellte Turmspitze aufgesetzt.
Stock-im-Eisen-Platz und Stephansplatz vor dem Häuserabbruch
Kolorierter Stich v.C. Schütz. 1779
Die Bombenangriffe während des Zweiten Weltkriegs sowie die Kämpfe im Stadtgebiet überstand der Stephansdom ohne größere Schäden. Als am 10. April 1945 vom Turm eine weiße Fahne gehisst wurde, erhielt der damalige Wehrmachtshauptmann Gerhard Klinkicht vom Kommandanten Dietrich den Befehl, den „… Dom zunächst mit 100 Granaten in Schutt und Asche zu legen. Sollte das nicht ausreichen, ist bis zu seiner völligen Zerstörung weiterzuschießen.“ Gerhard Klinkicht befolgte diesen Befehl nicht, eine Gedenktafel am Dom erinnert an ihn.
Stephansdom, April 1945 © Pressebildagentur Votava Stephansdom, April 1945
Der Dachstuhl des Stephansdomes
steht in Flammen. 8. April 1945
© Pressebildagentur Votava
  Stephansdom, April 1945
© Bildzusendung eines Users
aus Großbritannien
Als am 11. April 1945 zivile österreichische Plünderer in Geschäften um den Steffl Feuer legten, griffen die Brände in der Nacht zum 12. April, dem Tag als die Sowjetarmee einmarschierte, auch auf den Dom über. Dabei brannten der Dachstuhl und der Glockenturm vollständig aus. Aufgrund der militärischen Lage waren keine effektiven Löscharbeiten möglich. Die Pummerin stürzte bei diesem Großbrand aus dem Glockenstuhl ab und zerschellte am Boden. Die wertvolle Walcker-Orgel von 1886 wurde durch den Einsturz des brennenden Daches oberhalb der Westempore zerstört. Der Brand wurde nicht, wie oftmals behauptet wird, durch Artilleriebeschuss verursacht, sondern durch Funkenflug, der von Geschäften in der Umgebung ausging, die bei der Plünderung in Brand gesteckt worden waren.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wiederaufbau: Dachstuhl nach der Montage. Axialdurchblick vom Flachdach
des Chorraumes gegen die Heidentürme; 1949.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Wiederaufbau des Stephansdoms, der unter anderem durch zahlreiche Spenden aus der Bevölkerung finanziert wurde (siehe auch: Stephansgroschen), begann sofort nach Kriegsende. Er wurde 1952 mit dem Einzug der neu gegossenen Pummerin wiedereröffnet. Der Stephansdom verfügt über 22 Glocken, von denen 17 läutbar sind. Die bedeutendste Glocke ist die Pummerin. Die größte Glocke, die Pummerin, hängt im Nordturm. Sie ist die größte Glocke in Österreich und die drittgrößte Glocke in West- und Mitteleuropa. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1951 als Geschenk des Bundeslandes Oberösterreich aus dem Metall ihrer Vorgängerin erneut gegossen.
Pummerin  - © Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.
Feierlicher Einzug der neuen Pummerin in Wien. Die in St. Florian/OÖ
gegossene Glocke hatte bis Wien eine wahre Triumphfahrt hinter sich.
  Sie wird nur zu Neujahr, zu hohen katholischen Feiertagen (solistisch) und aus staatlichen Anlässen (z. B. Unterzeichnung des Staatsvertrages, Tod des Bundespräsidenten) geläutet. Das Hauptgeläut – Festgeläut genannt – besteht aus den elf Glocken, die im hohen Südturm hängen und 1960 durch die Glockengießerei Pfundner gegossen wurden. Die große Stephanusglocke – auch als Halbpummerin bezeichnet – rundet das Hauptgeläut nur an Festtagen ab. Das Sonntagsgeläut ist um ebendiese reduziert. Zu allen übrigen Messen und zum Angelus ertönt ausnahmslos nur die dritte Glocke.
Stephansdom - © scales - FOTOLIA
Das Langhaus des Doms ist dreischiffig, was ihn als Stadtpfarrkirche ausweist. Das Hauptschiff ist auf den Hauptaltar ausgerichtet, das linke Seitenschiff hat ein Marienprogramm, das rechte Seitenschiff ist den Aposteln gewidmet.Obwohl das Innere sein Aussehen im Mittelalter erhielt, ist das ursprüngliche künstlerische und liturgische Ensemble aus der Zeit nur noch lückenhaft vorhanden, da der Bau während des Barocks nochmal umfassend verändert wurde.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kanzel: Skulptur des Heiligen
Ambrosius im Kanzelfuß. ;um 1910.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kanzel: Skulptur des Evangelisten
Matthäus im Kanzelfuß. ;um 1910.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Gnadenfigur der sogenannten Dienstbotenmuttergottes aus der Zeit zwischen 1280 und 1320 ist ein Original aus der Zeit. Erste überlieferte Meldungen über Altäre stammen aus der Zeit der Chorweihe durch Bischof Albert von Passau am 23. April 1340. Der Bischof weihte nicht nur die Chorhalle und salbte sie an den noch heute teilweise erhaltenen Apostelzeichen ein, sondern weihte auch noch sechs weitere Altäre. Drei befanden sich im Chor und drei am Lettner, der steinernen Trennwand zwischen Langhaus (auch bekannt als Laienkirche) und Chor (auch bekannt als Kleruskirche). Der Hauptaltar wurde häufig wegen seiner Nähe zum Sakramentshäuschen in mittelalterlichen Quellen „Vronaltar“ genannt und war an der Rückwand des Mittelchores mit dem heiligen Stephanus als Patron. Weitere Informationen über den Hauptaltar sind nicht überliefert, außer dass es sich wahrscheinlich um einen Flügelaltar handelte.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Tirnakapelle: Gesamtansicht
ohne Abschlussgitter; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stephansdom
Festbeleuchtung ;1948.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Eine Rechnung aus dem Jahr 1437 zeigt wie der Mesner für das Auf- und Zuklappen der Flügel bezahlt wurde. An der Stelle des Hochaltares wurde ein frühbarocker Hochaltar von den Gebrüdern Johann Jacob Pock, Bildhauer und Steinmetzmeister, und Tobias Pock, Maler des Altarblattes, errichtet. Das Bild zeigt die Steinigung des heiligen Stephanus, im Hintergrund ist eine Menschenmenge zu sehen, in der andere Heilige repräsentiert sind – ein Hinweis auf das Allerheiligenpatrozinium. In seinem Aufbau gleicht er einem Hausportal, er ist daher ein Porta-Coelis-
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stephansdom
Hochaltar ;um 1940.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wiedereröffneter Dom, Messe,
Blick auf die Messebesucher
und den Hochaltar; 1952.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Zeitgenössischen Berichten zufolge wurde der alte Flügelaltar irgendwann wurmstichig und musste abgetragen werden. Er wurde in das Kloster zur heiligen Agnes an der Himmelpfortgasse (deshalb auch bekannt als Himmelpfortkloster ) übertragen. Dieses Kloster wurde später unter der Herrschaft von Kaiser Joseph II. im 18. Jahrhundert aufgehoben, spätestens da verliert sich die Spur des Flügelaltars. s Flügelaltars.
Seit 2012 ist der Domschatz wieder in die Kirche zurück, und wird im Stephansdom öffentlich ausgestellt. Der Eingang des Dommuseums befindet sich beim Haupttor („Riesentor“) im rechten Heidenturm. Mit einem Aufzug kommt der Besucher in einen oberen Turmabschnitt. Hier beginnt eigentlich das Dommuseum mit seinen Ausstellungsstücken. Durch ein Glasfenster sieht der Besucher das Hochgrab Kaiser Friedrichs III., über ein paar Stufen hinab gelangt man in einem Raum oberhalb, nahe der Eligiuskapelle, wo sich aus Silber und Gold verzierte liturgische Geräte befinden.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Riesentor und Teil der Westfront von erhöhtem Standort.Bild: Stauda, August; 1905.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Über eine Wendeltreppe aus Eisen gelangt der Besucher hinunter zur Westempore, welche ursprünglich die Herrscherempore war. Sie befindet sich im Mittelschiff, mit Blick nach Osten zum Hochaltar, in ihr steht auch die „Kauffmann-Orgel“ und große Altartafel Bilder.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Feuerwache; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der alte Schalltrichter des Glöckners
von St. Stephan; um 1950.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bevor der Domschatz zurückkehrte, wurden hier Sonderausstellungen präsentiert. Der Domschatz setzt sich aus wertvollen, kunstvoll mit Goldplatten (Blattgold) und Edelsteinen verzierte Reliquien, Monstranzen, sowie sehr alten liturgischen Texten (Handschriften), Bücher, Bildern, sowie Gewändern zusammen. Von hier verläuft die Ausstellung hinüber, über ein paar Stufen aufwärts gehend in den linken Heidenturm. In ihm befindet sich Gegenstände, die einst außen an der Wandfassade oder in der Kirche montiert waren, wie zum Beispiel ein alter, aus verwittertem Sandstein, über zwei Meter langer Teil eines Fresko „Die Kreuzwegstationen Jesu Christi“. Darüber hinaus gibt es Steinstatuen, sakrale alte Gemälde, gotische Altarbilder des Jesus von Nazareths mit Dornenkrone. mit Dornenkrone.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stephansdom - Bischofsgruft; 1955.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Eine andere steinerne Wendeltreppe führt hinauf in ein Abteil oberhalb nahe der Prinz Eugen Kapelle oder auch Morandus-, Tirna-, Kreuz- und Liechtensteinkapelle genannt. Hier befinden sich die meisten Reliquien des Domschatzes. So auch ein vergoldeter Glassarg sowie große Schaukästen, und Vitrinen. So befindet sich in einen Schaukasten, die Reliquie mit der Nummer 16, eine Reliquie des Namenspatrons des Doms, des heiligen Stephanus. Durch eine moderne Stahltreppe und einen Steg kommt der Besucher, in einen weiteren Raum in dem sich Vitrinen mit religiösen Devotionalien befinden. Von hier hat man die Aussicht hinab auf den Stephansplatz sowie auf der gegenüberliegenden Seite, wo der Besucher durch ein Glasfenster Sicht in den Kirchenraum hat.
www.stephanskirche.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Stephansdom_(Wien)" der
WIKIPEDIA - Die freie Enzyklopädie
und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz
für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
de.wikipedia.org
 
Index/Startseite
Orden Übersicht  
Klöster, Stifte u. Abteien
Klostergeschichten  
Kirchen in Österreich  
Geschichte  
Zeittafel
Heilige und Selige  
Fest- und Feiertage  
Gebet und Kirche  
Neue Inhalte  
 
Grabeskirche Jerusalem  
Zentralfriedhof Wien  
Kirchen in Wien:  
Stephansdom  
Virgilkapelle  
Karlskirche  
Ruprechtskirche  
Kapuzinerkirche  
Peterskirche  
Votivkirche  
Maria am Gestade  
Dominikanerkirche  
Franziskanerkirche  
Franz-von-Assisi-Kirche  
Mariahilferkirche  
Jesuitenkirche  
Johann-Nepomuk-Kirche  
Klosterkirche BBW  
Spitalskapelle BBW  
Schottenstift  
Minoritenkirche  
Servitenkirche  
Kirche Maria vom Siege  
Pfarrkirche St. Thekla  
Pfarrkirche St. Brigitta  
Pfarrkirche Oberlaa  
Pfarrkirche Krim  
Heiligenstädter Pfarrkirche  
Pfarrkirche Grinzing  
Kalvarienbergkirche  
Josefskirche  
Karmeliterkirche Wien 2  
Karmeliterkirche Wien 19  
Kirche am Steinhof  
Karl-Borromäus-Kirche  
Wotrubakirche  
Donaucity-Kirche  
Salvatorkirche (Altkath.)  
Niederösterreich:  
Stift Heiligenkreuz  
Stift Melk  
Basilika Maria Taferl  
Othmarkirche Mödling  
Pfarrkirche Bruck/Leitha  
Weissenbach a. d. Triesting  
Martinskirche Drosendorf  
Pfarrkirche Zellerndorf  
Steiermark:  
Dom zu Graz  
Basilika Mariazell  
Basilika Mariatrost  
Benediktinerstift Admont  
Wallfahrtskirche Frauenberg  
Pfarrkirche Liezen  
Pfarrkirche Pürgg  
Pfarrkirche Gröbming  
Pfarrkirche St. Marein  
Pfarrkirche Wenigzell  
Pfarrkirche Maria Lankowitz  
Kärnten:  
Wallfahrtskirche Maria Saal  
Wallfahrtskirche Maria Schnee  
Pfarrkirche Gurk  
Pfarrkirche Heiligenblut  
Pfarrkirche Obermillstatt  
Pfarrkirche Sternberg  
Salzburg:  
Dom zu Salzburg  
Franziskanerkirche  
Basilika Maria Plain  
Maria Kirchental  
Stille Nacht Kapelle  
Dreifaltigkeitskirche  
Pfarrkirche Liefering  
Filialkirche Gois  
Oberösterreich:  
Alter Dom Linz  
Neuer Dom Linz  
Stiftskirche Mattighofen  
Pfarrkirche Hallstatt  
Pfarrkirche Haslach  
Pfarrkirche Spital am Phyrn  
Pfarrkirche Waldzell  
Burgenland:  
Dom zu Eisenstadt  
Basilika Frauenkirchen  
Basilika Güssing  
Basilika Maria Loretto  
Tirol:  
Innsbrucker Dom  
Pfarrkirche Kufstein  
Seekirche Seefeld  
Karlskirche Volders  
Vorarlberg:  
Basilika Rankweil  
Pfarrkirche Lech  
Kirchen in der Slowakei:  
Martinsdom  
St. Elisabeth Kirche  
ALABO - KIRCHENMUSIK
DOMBUCHHANDLUNG FACULTAS - WIEN  
Schott - Tagesliturgie  
Stift Heiligenkreuz - Chant  
Oase des Friedens  
  www.gaube.at - Erhard Gaube
 
design by gaube