Benediktinerstift Admont
Benediktinerabtei St. Blasius zu Admont
(lat. Abbatia Sancti Blasii Admontensis O.S.B.)
A-8911 Admont 1
Stift Admont - © rbkelle - Fotolia.com 
Benediktinerstift Admont
Das Benediktinerstift Admont, offiziell Benediktinerabtei St. Blasius zu Admont (lat. Abbatia Sancti Blasii Admontensis O.S.B.), liegt in der Marktgemeinde Admont in Österreich. Es wurde im Jahre 1074 von Erzbischof Gebhard von Salzburg gegründet und ist damit das älteste bestehende Kloster in der Steiermark. Es liegt am Zugang zum Nationalpark Gesäuse in einer imposanten Naturlandschaft. Das Stift enthält die größte Klosterbibliothek der Welt und ein modernes Museum, es werden barocke und aktuelle Architektur, Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart, ein Naturhistorisches Museum, frühe Handschriften und Drucke, Sonderausstellungen und weitere Angebote präsentiert. Mit den Besitzungen der Heiligen Hemma von Gurk gründete Erzbischof Gebhard von Salzburg im Jahr 1074 das Benediktinerstift Admont. Seit Jahrhunderten ist das Kloster nicht nur religiöser Mittelpunkt der Obersteiermark, sondern auch ein Zentrum von Kunst und Wissenschaft.
Stift Admont - © rbkelle - Fotolia.com
Stifts- und Pfarrkirche Admont
1120 schloss man dem Stift ein Frauenkloster nach der Benediktusregel an, das in der Reformationszeit wieder aufgelöst wurde. Ein im 12. Jahrhundert gegründetes Skriptorium hat einzigartige Handschriften hinterlassen. Im Rahmen der Organisation der Steiermark hatte das Stift Admont 1292 durch seinen Abt Heinrich II., den Unterstützer Herzog Albrecht I. und den damit verbundenen Adelsaufstand des Landsberger Bundes eine bedeutende Funktion zugunsten der Landesherren. Abt Engelbert von Admont (reg. 1297–1327) war einer der universalsten Gelehrten seiner Zeit. Sein wissenschaftliches Werk umfasst mehr als 40 größere und kleinere Abhandlungen. Nach einem Niedergang bedingt durch Türkenkriege und Reformation, brachte die Gegenreformation der Abtei neuen Aufschwung. Seit 1459 war es dem Stift durch Urkunde der Herren von Pranckh erlaubt, selbstständig Zehent einzuheben.
Stift Admont © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Markt und Stift Admont in Steiermark. 2 Tage nach dem Brande am 27. April 1865
aufgenommen vom Hause des Postmeisters Herrn Draxler.
Der Reinertrag ist den verunglückten Bewohnern des Marktes gewidmet.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Im 17. und 18. Jahrhundert erreichte die künstlerische Tätigkeit mit den Arbeiten des Kunststickers Frater Benno Haan (1631–1720) und des Bildhauers Josef Stammel (1695–1765) einen Höhepunkt. Verheerende Folgen hatte der Brand im Jahr 1865, der außer der Bibliothek fast das ganze Kloster zerstörte, darunter auch die von Franz Xaver Krisman 1782 gebaute Orgel. Der Wiederaufbau begann ein Jahr später. Die Weltwirtschaftskrise 1930 zwang das Stift zum Verkauf von Kunstschätzen, darunter die berühmte Admonter Madonna (entstanden um 1310). Während der NS-Zeit wurde das Kloster aufgehoben und der Besitz beschlagnahmt. Nach Kriegsende kehrte der Konvent zurück. Die Abtei Admont ist heute bekannt durch ihre vielfältigen geistigen, religiösen und kulturellen Aktivitäten.
Stiftskirche Admont © henryart - Fotolia.com
Inneres der Stiftskirche mit Blick zum Altar.
Ora et labora et lege – „Bete und arbeite und lies“.

Mit diesen Worten lässt sich die Ordensregel des hl. Benedikt von Nursia zusammenfassen. Der Mönchsvater schrieb sie um 529 in Montecassino in Italien für seine Gemeinschaft. Dabei geht es ihm um einen harmonischen Rhythmus zwischen tätiger Arbeit (Handwerk), dem Gebet (mehrmals am Tag kommt die Gemeinschaft zum Chorgebet zusammen) und der Zeit für das eigene Studium (geistliche Lesung, Beschäftigung mit Naturwissenschaft und Quellentexten etc.).
Stift Admont © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stift Admont; Aquarell von Jakob Alt von 1835
Aus der "Guckkastenserie" für Kaiser Ferdinand, Nr. 250.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Seit der Gründung ihrer Abtei leben und wirken die Admonter Benediktiner nunmehr seit über 900 Jahren nach dieser Ordnung. Die Mönche stehen unter der Leitung des frei gewählten Vorstehers. Mehrmals am Tag treffen sie sich, um das gemeinsame Chorgebet und die hl. Messe zu feiern. Stellvertretend für alle Christen tun sie dies in besonderer Weise in den Anliegen und Nöten der Zeit. Neben den Gottesdiensten ist der Dienst am Mitmenschen eine besondere Verpflichtung der Ordensleute.

Das Stift Admont betreut derzeit 27 Pfarren, betreibt ein Stiftsgymnasium und ein Seniorenpflegeheim in Frauenberg. In 16 Wirtschaftsbetrieben sind etwa 500 Mitarbeiter beschäftigt. Wie andere Klöster betreibt auch das Stift Admont Stiftseigene Unternehmen. Dazu gehören auch Kleinkraftwerke. Neben acht Kleinwasserkraftwerken betreibt das Tochterunternehmen ENVESTA (Energieversorgung Stift Admont) auch ein Biomasseheizwerk. Mit diesen Kraftwerken, von denen das erste bereits im Jahr 1911 errichtet wurde, wurden 2011 etwa 43 GWh Energie erzeugt und damit die Haushalte von vier Gemeinden neben den Klosterbetrieben versorgt. Das stete Engagement des Stiftes für Wissenschaft und Kunst spiegelt sich im neuen Museum wider.

Über den vielfältigen Aufgabengebieten steht immer der Grundsatz des hl. Benedikt: „Ut in omnibus glorificetur Deus! – Damit in allem Gott verherrlicht werde!“
Stift Admont © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stift Admont; Czerny, Ludwig; um 1850
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Stifts- und Pfarrkirche Admont, die dem hl. Blasius geweiht ist, wurde nach dem großen Klosterbrand von 1865 gleich darauf wieder aufgebaut, sodass die neue, als erste in Österreich im neugotischen Stil errichtete Kirche 1869 geweiht werden konnte.

Das Bauwerk – ein basilikales Langhaus mit einschiffigem Chor und westlicher Portalvorhalle zwischen zwei kräftigen, knapp 76 m hohen Türmen, Wahrzeichen des Admonttales – erzielt in seinen mächtigen Dimensionen eine großartige Raumwirkung und hat eine reiche künstlerische Ausstattung aufzuweisen, darunter auch Stücke des früheren Inventars, die beim Brand 1865 verschont blieben.

Die Kirche beherbergt unter anderen Kunstschätzen romanische Wandmalereien, eine alte Kopie der gotischen Admonter Madonna, und die barocke Admonter Weihnachtskrippe von Josef Stammel. Außerdem hängen in den Glockenstühlen der beiden Türme sieben Glocken, deren bekannteste wohl die größte ist, die Blaserin, deren Klang das ganze Tal vernehmen kann.
Stift Admont © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stift Admont; Kuwasseg, Josef; um 1850
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Benediktinerstift Admont beherbergt neben einer spätbarocken Stiftsbibliothek seit 2003 ein großes Museum, das sich in zwei Gebäudetrakten über vier Geschosse erstreckt. Die Exponate umfassen mittelalterliche Handschriften und Frühdrucke, Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart sowie eine naturhistorische Sammlung. Daneben werden eine multimediale Stiftspräsentation, Sonderausstellungen und eine Panoramastiege angeboten.

Bibliotheks- und Museumstrakt sind in die großzügige Klosteranlage mit ihrer Gartenarchitektur eingebettet. Sie eröffnen Ausblicke auf die beeindruckende Kulisse der Gesäuse-Landschaft und auf den nahen Nationalpark. Bibliothek und Museum der Abtei Admont verzeichnen jährlich rund 60–70.000 Besucher.
Stift Admont - © hanphosiri - Fotolia.com
Stiftsbibliothek
Die im Jahr 1776 fertiggestellte Stiftsbibliothek wurde in der Vergangenheit als „Achtes Weltwunder“ bezeichnet, sie ist der weltweit größte klösterliche Büchersaal. Das bauliche Konzept stammt vom Architekten Josef Hueber, die Deckenfresken von Bartolomeo Altomonte, der Skulpturenschmuck vom Bildhauer Josef Stammel. Die ganze Konzeption steht exemplarisch im Zeichen der Aufklärung: Licht wurde mit Erkenntnis gleichgesetzt und sollte die Klosterbibliothek durchströmen.

Der Büchersaal beherbergt ca. 70.000 Exemplare, der gesamte Bücherbestand des Stiftes umfasst 200.000 Bände. Darunter befinden sich über 1400 teilweise mittelalterliche Handschriften sowie knapp 1000 handgedruckte Inkunabeln und Frühdrucke. Die Werke werden auch auswahlsweise ausgestellt.
Stift Admont © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Stift Admont © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
"Das Gericht"
Bibliothek. Prunksaal.
Statuen der vier letzten Dinge von
Thaddäus Stammel, um 1760.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
"Der Himmel"
Bibliothek. Prunksaal.
Statuen der vier letzten Dinge von
Thaddäus Stammel, um 1760.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stift Admont © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Stift Admont © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
"Die Hölle"
Bibliothek. Prunksaal.
Statuen der vier letzten Dinge von
Thaddäus Stammel, um 1760.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
"Der Tod"
Bibliothek. Prunksaal.
Statuen der vier letzten Dinge von
Thaddäus Stammel, um 1760.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Seit der Barock-Zeit gab es im Stift Admont ein sogenanntes „Musaeum“ mit Naturobjekten und allerlei Raritäten. Abt Gotthard Kuglmayr gründete 1809 ein Naturalien-Cabinet. Dieser Vorgänger des Naturhistorischen Museums wurde während des Brandes 1865 vernichtet.

Ab 1866 ging Pater Gabriel Strobl seinem Auftrag zur Wiedererrichtung des zerstörten Museums nach. In den folgenden 44 Jahren widmete sich der fleißige Pater dieser Arbeit. War er in seinem ersten Schaffen Botaniker, so gab er sich später der Insektenforschung hin und wurde zu einem der wichtigsten Forscher seiner Zeit. Das Naturhistorische Museum birgt insgesamt etwa 252.000 Insekten-Exemplare und ist vor allem durch seine Fliegensammlung berühmt: Mit etwa 80.000 Präparaten zählt diese Dipteren-Kollektion zu den drei wichtigsten in Europa.

Im Zuge der Neugestaltung und -eröffnung des Museums wurde ein Teil im original historischen Zustand belassen: Im Löwenzimmer und Südost-Pavillon sind Exponate der heimischen und exotischen Tierwelt sowie eine Sammlung von Gesteinen und Mineralien zu sehen. Ein anderer Teil der Sammlungen ist im modernen Ambiente und in teils neuen Vitrinen präsentiert, so die Insekten und Reptilien, ebenso die Wachsobst-Sammlung von P. Constantin Keller.
Stift Admont © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Admont, Steiermark
Im Hintergrund der Berg Buchstein. In der Bildmitte Stift Admont und eingerüstete Stiftskirche.
Aus dem Album "Kronprinz-Rudolf-Bahn". Reiner, Johann; um 1870
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Kunsthistorische Museum wurde 1959 von P. Adalbert Krause ins Leben gerufen. Seit 1980 wurde es wesentlich erweitert, in den Räumen der alten Prälatur untergebracht und schrittweise neu konzipiert. In seiner heutigen Form existiert dieses Museum seit 2003. Es beinhaltet bedeutende Exponate von der Romanik bis zum Rokoko, Gemälde, Skulpturen und Objekte aus der kirchlichen Schatzkammer.

Eindrucksvoll in Großvitrinen präsentiert sich eine jährlich wechselnde Auswahl aus der Paramenten-Sammlung (liturgische Textilien). Darunter befinden sich die Gebhardsmitra (Ende des 14. Jahrhunderts), Glasmalereien des 15. Jahrhunderts und die Prachtornate aus der Stickereiwerkstatt von Frater Benno Haan (1631–1720), aus der Textilkunstwerke von Weltrang hervorgegangen sind.
Stift Admont © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Konventsiegel des Stiftes Admont aud dem 14. Jahrhundert
Feder- und Pinselzeichnung in Schwarz und Grau von Karl Ritter von Siegl,
signiert, nach dem Original im Stift. Vorzeichnung zum "Kronprinzenwerk"
(Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, Wien 1886-1902),
Bd. "Steiermark", 1890, S. 96 ;vor 1890
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Zu den wichtigsten Exponaten zählen: ein Tragaltar (1375), der Gebhardsstab mit Elfenbeinschnecke (12. oder 13. Jahrhundert), ein Abtsstab mit Narwalzahn (um 1680), sowie Leinwandbilder von Martin Johann Schmidt, genannt Kremserschmidt (1718–1801), Martino (1657–1745) und Bartolomeo Altomonte (1694–1783).

Dem Stiftsbildhauer Josef Stammel (1695–1765) ist ein eigener Raum gewidmet.
www.stiftadmont.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Stift_Admont" der
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