Stift Lambach
Österreichische Benediktinerkongregation
Klosterplatz 1, A-4650 Lambach
Stift Lambach © Tupungato - Fotolia.com
Stift Lambach
Das Stift Lambach ist ein Kloster der Benediktiner (OSB) in Lambach in Oberösterreich. Es gehört zur Österreichischen Benediktinerkongregation. Lambach ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich an der Traun im Bezirk Wels-Land im Hausruckviertel. Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Im Jahre 1365 wurde Lambach von Rudolf IV. das Marktrecht verliehen. Seit 1490 wird der Ort dem Teilfürstentum 'Österreich ob der Enns' zugerechnet. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich.
Geschichte
Stift Lambach © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Marktplatz in Lambach, Oberösterreich
Blick auf Benediktinerabtei Stift Lambach. ;um 1870
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Kloster wurde um 1046 als Säkularkanonikerstift durch Graf Arnold II. von Wels-Lambach gegründet. Dessen Sohn, Bischof Adalbero von Würzburg, wandelte es 1056 in ein Benediktinerkloster (OSB) um, und sandte dazu den Seligen Abt Egbert und Mönche von Schwarzach, heute Münsterschwarzach. Beim Bayerneinfall 1233 – Herzog Otto II. von Bayern bricht in das Herrschaftsgebiet der österreichischen Babenberger ein wurden das Kloster und die Kirche großteils zerstört. Die bestehende Anlage wurde der Hauptsache nach durch die Äbte Placidus Hieber (1640–1678), Severin Blaß (1678–1705) und Maximilian Pagl (1705–1725), auf den viele Erweiterungen (Nordtrakt mit Ambulatorium und Sommerrefektorium) zurückgehen, errichtet.

Am Stift Lambach arbeiteten jahrzehntelang die beiden Organisten, Chormeister und Komponisten Benjamin Ludwig Ramhaufski (um 1631–1694) und Joseph Balthasar Hochreither (1669–1731). Joseph II. hob das Stift 1784 auf. Nach wenigen Jahren erreichte Abt Amand Schickmayr die Wiederherstellung des klösterlichen Lebens. Der Zweite Weltkrieg bedeutete eine weitere Zäsur, denn ab 1941 war eine nationalsozialistische Erziehungsanstalt (NAPOLA) in der Anlage untergebracht. Nach dem Krieg kehrte der Konvent zurück. Von 1972 bis 1982 sowie von 1992 bis 1994 errichteten die Architekten Hans Puchhammer und Gunther Wawrik die von der Architekturkritik hoch gelobten Erweiterungsbauten unterhalb des Klosters.
Stiftskirche
Stift Lambach © Waldteufel - Fotolia.com
Stiftskirche Lambach
Das Stift und die Stiftskirche wurde im Jahre 1056 von dem Hl. Adalbero, Graf von Wels und Lambach, Bischof von Würzburg gegründet. Die Stiftskirche wurde 1233 nach Zerstörung wieder instandgesetzt und von 1422 bis 1436 als zweischiffige Hallenkirche umgebaut. Von der frühromanischen Ausstattung zeugt der noch erhaltene, überaus bedeutende Freskenbestand im ehemaligen Läuthaus des Westwerks. Der Kirchenbau in seinem heutigen Bestand geht auf die Bautätigkeit der Äbte Placidus Hieber (1640–1678), Severin Blasz (1678–1705) und Maximilian Pagl (1705–1725) zurück und ist Ausdruck der österreichischen Klosterarchitektur des 17. Jahrhunderts. In dieser Zeit wurde die Kirche von 1652 bis 1656 nach einem Entwurf von Filiberto Lucchese als einschiffige Anlage mit dreijochigem und zweijochigem, gerade geschlossenem Chor neu eingerichtet. Die Stuckdekoration von 1655 wird dem Stukkateur Thomas Zaisel aus Linz zugeschrieben. Von Christoph Abraham Walther aus Regensburg stammen die ein Jahr später entstandenen lebensgroßen Nischenfiguren zwischen den Doppelpilastern. Der Münchner Hofmaler Melchior Steidl vollendete 1698 die Fresken mit Szenen des Marienlebens in den großen Feldern und mit Marienattributen und Vorläuferinnen Marias in den kleineren Feldern. Über der Orgelempore, den Stichkappen und in den Seitenaltarnischen sind Engel mit Instrumenten und liturgische Geräte dargestellt. Der Hochaltar nach einem Entwurf vermutlich von Antonio Beduzzi, 1716-1717 (Vorbild Mariazell von Johann B. Fischer von Erlach), besteht aus Salzburger Marmor. Das Altargemälde von Joachim Sandrat von 1655 wurde vom alten Altar übernommen. Weitere Arbeiten am Altar wurden von Lorenzo Mattielli (überlebensgroße Marmorstatuen des Hl. Kilian und des Hl. Maximilian, der Hl. Katharina und der Hl. Barbara), Paolo d'Allio und Diego Francesco Carlone (Dreifaltigkeitsgruppe und Engel aus Antragsstuck im Aufsatz) und Paolo d'Allio und Niclas Wendlinger (am Tabernakel) geschaffen. Joachim Sandrat malte von 1656 bis 1661 auch die Seitenaltarbilder.
Stift Lambach © Turi - Fotolia.com
Stift Lambach
1657 entstand das Gehäuse der Orgel von Christoph Egedacher d. Ä., wurde 1668 erweitert und um 1780 um das Rückpositiv ergänzt. Zur weiteren Innenausstattung gehören das schmiedeeiserne Abschlußgitter unter der Orgelempore von 1662, der Bildteppich von 1712 (eventuell aus Antwerpen), die Deckplatte des Stiftergrabes von 1659 und die Kanzel von 1756.
Barockes Stiftstheater
Das barocke Stiftstheater des Klosters ist der älteste bespielbare Theaterraum Österreichs. Unter Abt Amandus Schickmayr (1746–1794) wurde die benediktinische Theatertradition neu belebt, er ließ im Jahr 1770 aus persönlicher Leidenschaft („excessivus amator musicae“) das Stiftstheater in neuen Stand setzen. Historischer Gast des Theaters war unter anderem Marie Antoinette. Nach Renovierungsarbeiten ist das Theater seit 1983 wieder in Betrieb, in welchem nun das Barocktheater Lambach jährlich 3-4 Produktionen durchführt. Ebenso finden Lesungen und Musikstücke statt.
Älteste romanische Fresken im süddeutschen Sprachraum
Nachdem schon 1868 Wandmalereien an den Gewölben entdeckt worden waren, stieß man 1957 hinter barocken Verstärkungsmauern auf weitere romanische Fresken im ehemaligen Westchor der Stiftskirche. Die ins dritte Viertel des 11. Jahrhunderts zu datierenden Fresken zählen zu den ältesten romanischen Wandmalereien Österreichs. Dargestellt sind Szenen aus dem Neuen Testament (Hl. Drei Könige, Kindheit Jesu, öffentliches Wirken).
Stiftsbibliothek
Schon bald nach der Gründung des Klosters befand sich im Hause auch ein Skriptorium. Die 1699 barockisierte Stiftsbibliothek umfasst insgesamt etwa 60.000 historische Bände. Im Archiv dokumentieren 1000 Schuberbände, 700 Handschriften und andere Archivalien das klösterliche Leben vergangener Zeiten. Ein Leserad der Mönche aus dem Jahr 1730 befindet sich noch heute in der Bibliothek.
Musikarchiv
Das Stift beherbergt ein umfangreiches Musikarchiv, vorwiegend aus dem 18. Jahrhundert. Nennenswerte Lambacher Barockkomponisten sind P.Romanus Weichlein (1652-1706) und Joseph Balthasar Hochreitter (1668-1731). Ihre Musik steht deutlich in der Tradition der großen Zeitgenossen Schmelzer, Biber und Muffat. Aber auch viele Komponisten aus dem Umkreis der Wiener Klassik finden sich im Bestand. Wolfgang Amadeus Mozart und Michael Haydn pflegten zeit ihres Lebens freundschaftliche Beziehungen zum Kloster Lambach. Eine der bedeutendsten Handschriften im Archiv ist sicher W.A. Mozarts so genannte Lambacher Sinfonie (KV45a). Er hat sie wahrscheinlich in Den Haag komponiert und in einer überarbeiteten Fassung im Jänner 1769 dem Lambacher Abt Amandus Schickmayr gewidmet. Auf dem Titelblatt findet sich die Aufschrift „Sinfonia … del Sig:re Wolfgango Mozart. Dono Authoris [als Geschenk des Autors]. 4ta Jan:769“. Einst befand sich im Kloster auch ein reicher Bestand an Musikinstrumenten, von denen aber nur wenige erhalten geblieben sind.
Stiftsausstellung
Die Dauerausstellung des Klosters umfasst eine große Sammlung historischer und sakraler Gegenstände, Gemälde, Fresken, Handschriften, Skulpturen und den berühmten Adalberokelch aus der Zeit um 1200, ebenso ein Krummstab aus 1480. Barocke Sandsteinzwerge von Johann Baptist Wanscher (1711) befinden sich im Konventgarten.
Wirtschaft
Forst:
Die Forstwirtschaft des Klosters umfasst ein Flächenausmaß von ca. 580 Hektar in den Gemeinden rund um Lambach. Hier wird Waldhackgut für die Biomasse-Nahwärmeanlage und Ofenholz erwirtschaftet. Seit 1985 ist das Stift um die Begründung stabiler, edellaubholzreicher Mischwälder bemüht. Für die vorbildliche Bewirtschaftung dieses Forstes wurde dem Forstbetrieb der Österreichische Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft 2005 verliehen.
Fischerei & Wasserwirtschaft:
Seit ca. 1000 Jahren bewirtschaften die Benediktinermönche von Lambach rund 24 km Flussstrecken der Traun, Alm und Ager. Ebenso Werkskanäle, mehrere Bäche, Umgehungsgerinnen und Teichanlagen. Eine kleine Fischzucht wird im barocken, denkmalgeschützten Fischkalter betrieben.
Gastronomie (Stiftskeller)
Weitere Nebenbetriebe im Stift zum Erhalt des Klosters und der Hauptbetriebe
www.stift-lambach.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Stift_Lambach" der
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