Benediktinenstift Nonnberg
Weltweit ältestes christliche Frauenkloster
Nonnberggasse 2, 5020 Salzburg
Benediktinerinnenabtei Nonnberg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Abteikirche Nonnberg in Salzburg, Langhaus, Blick zur Westempore.
Bild: Anrather, Oskar
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stift Nonnberg, auch Erin-Kloster nach der ersten Äbtissin Erentrudis von Salzburg, ist eine Benediktinerinnenabtei in Salzburg. Es ist das heute weltweit älteste christliche Frauenkloster mit ununterbrochener Tradition.
Stiftskirche Nonnberg - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Manfred Werner - Tsui
Stiftskirche Nonnberg.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Manfred Werner - Tsui
Die Gesamtanlage Stift Nonnberg (mit Ummauerungen und archäologischen Fundhoffnungsgebieten) steht unter Denkmalschutz und gehört zum UNESCO-Welterbe Historisches Zentrum der Stadt Salzburg.
Geschichte
Benediktinerinnenabtei Nonnberg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stift Nonnberg in Salzburg.
Ansicht von Nonntal Richtung Norden. um 1910
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Stift wurde um 711/712 vom heiligen Rupert auf einer Terrasse des Salzburger Festungsberges gegründet. Das Frauenkloster nahm einen besonders geschützten Platz in der Stadt Salzburg in der teilweise erhaltenen römischen Wehranlage castrum superior von Iuvavum ein. Die Nichte (oder jedenfalls Verwandte) Ruperts Erentrudis wurde erste Äbtissin. Die Stiftung der Abtei erfolgte durch den bayerischen Herzog Theotbert.
Benediktinerinnenabtei Nonnberg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Tordurchgang am Nonnberg in Salzburg.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Einst war das Kloster sehr reich begütert: Zu den Gütern gehörte im Frühmittelalter auch das Nonntal, dessen Kirche früher eine Filialkirche des Klosters war, und der gesamte Raum zwischen Salzach und Leopoldskroner Moor im Süden der Stadt, samt dem Ort Morzg und den Häusern von Kleingmain und Gneis. Erst im 15. Jahrhundert siedelten sich dort bäuerliche Familien an, die nicht mehr im Auftrag des Klosters arbeiteten.
Benediktinerinnenabtei Nonnberg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stift Nonnberg: Alter Friedhof: Teilansicht.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bis 1451 war das Kloster nur adeligen Frauen vorbehalten, mit dem Ende des feudalen Mittelalters wurden auch bürgerliche Frauen aufgenommen, bis ins 19. Jahrhundert allerdings nur als dienende Schwestern.
Benediktinerinnenabtei Nonnberg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Benediktinerinnenabtei Nonnberg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung   Benediktinerinnenabtei Nonnberg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Äbtissin Gabriela Sinabell. Äbtissinnen-Weihe im Kloster Nonnberg 1983.
Bilder: Anrather, Oskar
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stiftskirche Nonnberg
Benediktinerinnenabtei Nonnberg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stift Nonnberg: Stiftskriche: Blick aus halber Tiefe gegen den Hochaltar. Aufn. 1910.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Um 1006 brannte die erste Klosterkirche ab. Eine neue Klosterkirche Mariae Himmelfahrt wurde mit maßgeblicher Hilfe Heinrichs II. im Jahr 1009 vollendet. Die neue Krypta wurde dabei 1043 geweiht (romanischer Bau). Aus dieser Zeit sind der mächtige Kirchturm, Portalteile und unter dem Nonnenchor das „Paradies“ mit seinen Fresken erhalten. Diese Fresken befinden sich in zwölf Nischen, sind um 1140 entstanden und stellen Brustbilder von Päpsten, Bischöfen und Heiligen dar. Erzbischof Konrad (1107–1143), der bedeutende Reorganisator und Erneuerer des Erzbistums, setzte die Benediktsregel für das Kloster durch.
Benediktinerinnenabtei Nonnberg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stift Nonnberg in Salzburg. Blick durch das rechte Seitenschiff.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Benediktinerinnenabtei Nonnberg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung   Benediktinerinnenabtei Nonnberg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wachsplastik 'Madonna mit Kind',
mit echtem Haar, halblebensgros.
Ende 17. Jahrhundert.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kloster Nonnberg: Kirche.
Südlicher Seitenchor. Seitenaltar
(Flügelaltar 1522)
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Durch einen Brand 1423 zum Großteil zerstört, wurde die Klosterkirche in den Jahren 1464 bis 1509 auf den alten Gebäuderechten fußend neu aufgebaut (spätgotischer Bau). 1624 wurde die Kirche um drei Seitenkapellen erweitert. 1711 wurde der romanische Turm der Klosterkirche der Zeit entsprechend erhöht und erhielt dabei den heutigen Zwiebelturm.
Benediktinerinnenabtei Nonnberg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stift Nonnberg: Stiftskirche: Hauptportal. Aufn. 1910.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das mittige gotische Glasfenster hinter dem Altar (1480) wurde vom damaligen Bürgermeister Augustin Clanner gestiftet, der spätgotische Altar (mit neugotischem Beiwerk) stammt aus der Filialkirche in Scheffau am Tennengebirge.
Johanneskapelle
Benediktinerinnenabtei Nonnberg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Blick vom Festungsberg auf die Stiftskirche Maria Himmelfahrt des
Stiftes Nonnberg und die Erhardkirche im Nonntal. ;um 1910.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Johanneskapelle ist für die Allgemeinheit nur mit Erlaubnis des Klosters zugänglich. Sie befindet sich neben bzw. über dem inneren Nonnberger Tor. Erbaut wurde diese Kapelle mit ihrem Netzrippengewölbe 1448–1451. Die Glasfenster stammen von Ludwine Wildner-Eltz aus dem Jahre 1957. Die Kapelle wurde in den Jahren vor 1500 leicht verändert. Bemerkenswert ist die auf einer Konsole stehende Johannesschüssel aus der Mitte des 16. Jahrhunderts.
Benediktinerinnenabtei Nonnberg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Teilansicht von Ostsüdosten mit Kloster Nonnberg und Dom. Flugbild.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der dortige Altar ist nicht datiert. Entstanden ist er vermutlich 1498 für eine Kapelle des Salzburger Domes. Mit dem Abbruch des romanischen Domes vor 1600 dürfte der Altar erst in private Hände und viel später nach Stift Nonnberg gelangt sein. Dort steht er seit 1885 in der Johanneskapelle. Er wird heute Veit Stoss oder einem seiner Gesellen zugeschrieben.
Sammlung
Benediktinerinnenabtei Nonnberg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kronleuchter ohne Kerzen im Stift Nonnberg in Salzburg.
Bild: Anrather, Oskar
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Kloster beherbergt eine bedeutende Sammlung mittelalterlicher Handschriften, gotischer Figuren und Malerei (vor allem spätgotische Altäre). Besonders bemerkenswert ist das „Faldistorium“ (ein Faltstuhl für die Äbtissin, nach 1100 entstanden mit figürlichen Reliefs und Figuren aus Walrossbein) und das Elfenbeinpastorale (ein Krummstock der Äbtissin) von 1242.
Benediktinerinnenabtei Nonnberg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Faltstuhl (Faldistorium) der Äbtissin vom Benediktinerinnenstift Nonnberg, datiert 1242.
Bild: Anrather, Oskar
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Benediktinerinnenabtei Nonnberg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung   Benediktinerinnenabtei Nonnberg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Pastorale von 1541, Detail
Bischofs-(Äbtissinnen-)stab
von 1451, Stift Nonnberg. Krumme.
Bild: Anrather, Oskar
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Reliquienbüste der Erentrude von
Salzburg, Erentrudisbüste in
Salzburg, Stift Nonnberg.
Bild: Anrather, Oskar
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Durch Maria Augusta von Trapp, die nach dem Ersten Weltkrieg Erzieherin an der Klosterschule und deren Leben die Vorlage des Musicals The Sound of Music war, erlangte die Abtei zusätzliche Bekanntheit.
Neben den innerklösterlichen Tätigkeiten, wie beispielsweise Hauswirtschaft, Bibliothek und Archiv, betreiben die Nonnen eine Keramikwerkstätte, ein Gästehaus und die biologisch geführte Landwirtschaft im Erentrudishof.
www.benediktinerinnen.de
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Benediktinen_Nonnberg" der
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