Zisterzienserstift Rein
Welt-Ältestes Zisterzienserkloster seit 1129
A-8103 Rein 1
Stift Rein © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stift Rein. Gittertor mit einem Flügel geöffnet und Durchblick auf ein zweites Gittertor.
Bild Brühlmeyer, Hermann; vor 1959.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Stift Rein ist ein Kloster der Zisterzienser in der Gemeinde Gratwein-Straßengel in der Steiermark. Es wurde im Jahr 1129 von Markgraf Leopold dem Starken als 38. Kloster des Ordens gegründet und ist seit der Auflösung aller 37 Vorgängerklöster das älteste noch aktive Zisterzienserstift der Welt. Es erlebte bereits in seiner Frühphase eine kulturelle und wirtschaftliche Blütezeit, von der auch das Umland profitierte. Vor allem im 12. und 13. Jahrhundert bedachten verschiedene Adelsgeschlechter das Stift mit Schenkungen. Im Jahr 1276 leisteten steirische und kärntner Adelige den Reiner Schwur und verbündeten sich mit dem deutschen König Rudolf I. gegen den regierenden Landesfürsten Ottokar II. Přemysl. Dieser Bund trug dazu bei, dass die Habsburger Herrscher über Österreich wurden.

Ende des 15. Jahrhunderts ging die Anzahl der Mönche zunächst aufgrund der Pest und später infolge der sich ausbreitenden Reformation stark zurück. Erst im ausgehenden 16. Jahrhundert konnte sich der Konvent wieder erholen. Die Äbte des Stiftes waren dann in der Gegenreformation wichtige Berater der Landesfürsten. Vom 12. bis zum 17. Jahrhundert gingen von Rein insgesamt vier Klostergründungen aus.

Anfang des 18. Jahrhunderts wurde Stift Rein als letztes der steirischen Klöster barockisiert. So wurde unter anderem die alte Stiftskirche abgetragen und zwischen 1737 und 1747 unter Einbeziehung romanischer und gotischer Gebäudeteile neu errichtet. Im Zuge der josephinischen Reformen wurde die Stiftskirche der Gerichtsbarkeit des Bischofs von Seckau unterstellt. Im 19. Jahrhundert wurde aufgrund der geringen Zahl der hier lebenden Mönche über eine Auflösung des Stiftes diskutiert. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Kloster enteignet; im Jahr 1945 konnte der Konvent jedoch zurückkehren. Zwischen 1959 und 1990 beherbergte das Stift die aus der Tschechoslowakei vertriebenen Ordensangehörigen des Klosters Hohenfurth und führte während dieser Zeit den Doppelnamen „Stift Rein-Hohenfurt“. In den 1950er-Jahren wurden in einigen Stiftsräumen Klassenzimmer eingerichtet. Seit den 1970er Jahren ist die Schule ein eigenständiges Bundesgymnasium. Die Stiftskirche wurde 1979 von Papst Johannes Paul II. zu einer Basilica minor erhoben.

Der Name „Rein“ leitet sich vom slowenischen Wort rauna ab, das übersetzt „Talebene“ bedeutet. Ob dieses Wort mit einem vorslawischen Gewässernamen Rīn verbunden werden kann, ist nicht sicher. Für eine Ableitung vom Flussnamen Rhein (keltisch Rhenos) gibt es keine Hinweise. Reste einer romanischen Bevölkerung, die diesen Namen geprägt haben könnte, können für die Steiermark nicht nachgewiesen werden; die damals einheimische Bevölkerung war nicht tiefgreifend romanisiert. Der Name wird auch auf idg. *rū- (= „aufreißen, graben“) zurückgeführt und als indogermanisch-voreinzelsprachlich betrachtet. Das Stift befindet sich im Ortsteil Rein, etwa 15 Kilometer nordwestlich von Graz. Es wurde in einem Seitental der Mur am Fuß des Ulrichsberges errichtet, der vom Pleschkogel überragt wird.
Geschichte
Stift Rein © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stift Rein um 1850.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Kloster Rein wurde im Jahr 1129 von dem Markgrafen Leopold den Starken aus dem Geschlecht der Traungauer gegründet. Leopold ließ das Kloster als Hauskloster der Traungauer und als religiöses Zentrum seiner Mark errichten. Als materielle Basis für die Gründung dienten jene Güter, die Leopolds Vater Ottokar II. aus dem Erbe des Grafen Waldo erhalten hatte. Als die Antwort des Traungauers auf die Frage, welcher Orden das zukünftige Kloster bewohnen sollte, der Zisterzienser-Orden lautete, nahm dieser Kontakt mit dem Kloster Ebrach in Bayern auf. Damit gehörte das Stift Rein zur Filiation der Primarabtei Morimond und war damals das 38. Stift des Zisterzienserordens. Seit der Auflösung der 37 Vorgängerklöster ist es das weltälteste, noch bestehende Kloster der Zisterzienser. Die Mönche aus dem Kloster Ebrach kamen am 25. März 1129 zum Fest der Verkündigung des Herrn nach Rein und konnten am 8. November 1130 unter Abt Gerlach (1129 bis ca. 1164) ein Notkloster beziehen. Bereits 1136 wurde von Rein aus das Kloster Sittich in Slowenien besiedelt. Da Leopold im Gründungsjahr verstarb, vollendete seine Witwe Sophie die Klostergründung. Am 22. Februar 1138 beurkundete Erzbischof Konrad I. von Salzburg die Gründungsgeschichte und die ersten Schenkungen, die das sogenannte Reintal umfassten, an das Kloster. Seit diesem Zeitpunkt ist Rein ein eigenständiges Kloster. Bereits in den ersten Jahrzehnten seines Bestehens erlebte das Kloster einen kulturellen und wirtschaftlichen Aufschwung, der sich in der Schaffung verschiedener Werke der Schreibstube, wie dem Reiner Musterbuch aus dem 13. Jahrhundert, äußert. Weiters waren die von den Mönchen bewirtschafteten Grangien für die Erschließung und Kultivierung des Umlandes bedeutend. Die deutsche Übersetzung des gesamten Textes der Stiftungsurkunde ist in der Datei-Beschreibung des Faksimile-Bildes auf Wikimedia Commons nachzulesen.

Im Jahr 1140 fand die Konsekration der Stiftskirche statt. 1144 schenkte König Konrad III. dem Kloster das Dorf Werndorf. 1146 wurde von Rein aus das Stift Wilhering in Oberösterreich besiedelt. Da zwischen dem Markgrafen Ottokar III. und dem Kloster eine enge Beziehung bestand, kam es zu einigen Schenkungen von dem Markgrafen – wie etwa im Jahr 1164 drei Hofstätten unter der Burg am Grazer Schloßberg, aus denen später der heutige Reinerhof in der Sackstraße entstand. Im selben Jahr kam es zu einer weiteren Schenkung durch Konrad III., die jenes Gebiet zwischen den Flüssen Feistritz, der Söding und dem Alpenkamm umfasste. Es diente vormals als Lehen. Herzog Ottokar IV., der letzte der Traungauer, überließ 1192 dem Stift die Alm Gottenfeld bei Hirschegg. Diese Schenkung wurde im selben Jahr von Herzog Leopold V. und nochmals 1210 von Herzog Leopold VI., beide aus dem Geschlecht der Babenberger, bestätigt.

Obwohl die Babenberger Rein mit einigen Schenkungen bedachten, entstand nie eine engere Beziehung zwischen dem Stift und dem Herrschaftsgeschlecht. Im Jahr 1205 ließ Leopold VI. dem Stift größere Mengen an Eisen vom Erzberg sowie 1210 vier Huben in Premstätten zukommen. 1217 verzichtete er zu Gunsten des Klosters auf das Weinzehent in Weikersdorf. Leopolds Frau Theodora ließ in der Stiftskirche einen, dem heiligen Thomas geweihten Altar und davor ein ewiges Licht errichten. Herzog Friedrich II., der letzte der Babenberger, schenkte, um für sein Seelenheil zu sorgen, im Jahr 1243 den Grundbesitz der von ihm zerstörten Burg Helfenstein.
Im Jahr 1265 wurde der Abt Amelrich zum Bischof des Salzburger Eigenbistums Lavant ernannt. Als der Habsburger Rudolf I. 1273 zum deutschen König gewählt wurde, kam es zu einem Konflikt mit Ottokar II., da Rudolf die Herausgabe der vormals babenbergischen und spanheimerschen Ländereien forderte. Aufgrund dieses Konfliktes trafen sich am 19. September 1276 steirische und Kärntner Adelige um einstimmig den Reiner Schwur zu leisten, in dem sie Rudolf Treue und Gefolgschaft schworen. Das Kloster bot damit den Feinden des bisherigen Landesfürsten Ottokar II. eine Möglichkeit sich gegen diesen erfolgreich zu verbünden. Unter dem Abt Bernhard (1265–1282) wurden bauliche Veränderungen an den Klostergebäuden durchgeführt.

Im 15. Jahrhundert hatte das Kloster eine günstige Entwicklung, wofür die Tatsache spricht, dass es um 1450 von 48 Konventualen bewohnt wurde und zwischen 1441 und 1482 13 Reiner Mönche als Studiosi im Wiener Ordenskolleg St. Nikolaus bestätigt sind. Dem damaligen Reiner Abt Hermann Molitor (1439–1470) wurde 1444 vom Basler Konzil und 1445 von Papst Eugen IV. das Pontifikalrecht verliehen. Auf Aufforderung von Kaiser Friedrich III. wurde Rein 1444 Mutterkloster von Stift Neukloster in Niederösterreich. Friedrich III. unterstellte 1473 das Stift Lilienfeld dem Vaterabtsrecht von Stift Rein. Der Kaiser versuchte 1461 bei Papst Pius II., für Molitor eine Vollmacht zur Weihung der neuen Kirchenaltäre zu erlangen. Im übrigen war die Amtszeit von Molitor eine Zeit von politischen Streitereien, welche unter anderem in der Baumkircherfehde gipfelten.[9] Bei einem Türkeneinfall Im Jahr 1480 entstanden schwerere Schäden an der Bausubstanz. Die Schäden wurden in den folgenden Jahren beseitigt und die Befestigungsanlagen mit Wehrmauern und Wehrtürmen ausgebaut. Im selben Jahr kam es zu einem Ausbruch der Pest im Kloster, der unter anderem der Abt Christian Ganser (1472–1480) zum Opfer fiel. Die Amtszeit seines Nachfolgers Wolfgang (1481–1515) war vom Wiederaufbau und der wirtschaftlichen Festigung des Klosters geprägt. Auch die Befestigungsanlagen wurden weiter ausgebaut. Abt Johannes IV. Lindenlaub (1515–1529) wurde vom Erzherzog und späteren Kaiser Ferdinand I. zum Rat berufen. Anfang des 16. Jahrhunderts begann die Anzahl der Mönche im Kloster zu sinken. So sind für das Jahr 1515 vierzehn und für das Jahr 1529 zwölf Mönche belegt. Der Grund für den Rückgang lag vor allem an der Ausbreitung des Luthertums, das auch im Stift Fuß fasste, und aufgrund dessen im Jahr 1528 zwei Brüder aus dem Kloster verwiesen wurden.

Ihm Jahr 1600 wurde das Stift Rein zu einem eigenen Landesgericht erhoben und erhielt damit die hohe Gerichtsbarkeit mit der Richtstätte „Breites Kreuz“ in Gratwein. Unter Freyseisen begann erneut ein wirtschaftlicher und personeller Aufschwung, der sich bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts fortsetzte.
Abt Placidus Mally (1710–1745) begann das Stift als letztes der steirischen Klöster zu barockisieren. 1720 fand der Umbau des östlichen Klosterteils und der Bau des Bibliothekstraktes statt. Ab 1737 wurde die romanische Stiftskirche zum großen Teil abgetragen und durch den heutigen, spätbarocken Kirchenbau ersetzt. Das Grab von Herzog Ernst dem Eisernen wurde 1746 im Zuge der Umbauten vom damals östlichen Kirchenchor in seine westlich gelegene, heutige Grabkapelle überstellt. 1747 vollendete der Grazer Hofbaumeister Johann Georg Stengg unter Abt Marian Pittreich (1745–1771) das Werk, und am 5. November 1747 erfolgte die Kirchweihe. Im Jahr 1753 wurde die Bibliothek in den neu errichteten Nordtrakt verlegt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Stift, trotz Bemühungen des Abtes und des Konvents, beschlagnahmt und enteignet. In den 1950er-Jahren wurden unter Abt Aelred Pexa in den Stiftsräumen - nach einem kurzlebigen Sängerknaben-Institut - dislozierte Klassen des II. Bundesgymnasiums – später das Carnerigymnasium – eingerichtet. In den 1970er Jahren wurde die Schule ein eigenständiges Bundesgymnasium mit Tagesheimschule. Zwischen 1959 und 1990 beherbergte das Stift die meisten der aus der Tschechoslowakei vertriebenen Mönche des Klosters Hohenfurth. Das Kloster führte den Doppelnamen „Stift Rein-Hohenfurt“. Anlässlich des 850-jährigen Bestehen des Stiftes im Jahr 1979 wurde die Stiftskirche von Papst Johannes Paul II. zu einer Basilica minor erhoben.
Architektur
Stift Rein © rbkelle - Fotolia.com Stift Rein © rbkelle - Fotolia.com
Blick auf die Stiftskirche mit Kirchturm
von Stift Rein bei Graz.
Kirchturm und Kloster von
Stift Rein bei Graz.
Stiftskirche
Die Weihe der ursprünglich romanischen Basilika fand 1140 statt. Um 1300 und gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurden einige Kapellen an das Kirchenschiff angebaut. Von 1738 bis 1747 kam es zur Barockisierung der gesamten Kirche durch den Baumeister Johann Georg Stengg. Die Weihe des Chors erfolgte bereits 1742, jene der restlichen Kirche im Jahre 1747 von Abt Marian Pittreich. Die ältere romanische, dreischiffige und achtjochige Pfeilerbasilika wurde während der Barockisierung durch Entfernung der Pfeiler zu einer einschiffigen Wandpfeilerkirche mit lichter Weiträumigkeit umgebaut. Vor dem Umbau war das Kirchenschiff im Westen und Osten gerade geschlossen, etwa 57 Meter lang und zirka 19 Meter breit. Heute sind nur mehr die Umfassungsmauern, der frühere im Osten gelegene Chorraum mit den zwei Pfeilerpaaren in der Vorhalle und der Eingang zur heutigen Sakristei von diesem Bau erhalten geblieben. Während des Umbaus wurde ein eingezogener, etwa 16 Meter langer, zweijochiger Chorraum mit Fünfachtelschluss an der ehemaligen Eingangsfront im Westen der Kirche angebaut. Mit seiner Errichtung wurde die Ostung des Gebäudes aufgegeben.
Fassade
Die östliche, zweigeschossige Fassade der Kirche beherrscht den davor liegenden großen Stiftshof. Sie wurde zwischen 1742 und 1747 von Johann Georg Stengg gestaltet. Die mittlere und breitere der insgesamt drei Achsen ist konvex vorgeformt und die zwei seitlichen Achsen sind konkav zurückschwingend und werden durch kräftige, auf hohen Sockeln stehenden Säulen getrennt. Die Wölbung der Achsen klingt im Giebelgeschoß harmonisch aus. In jeder Achse befindet sich ein Portal, wovon das mittlere das größte ist. Zu den Portalen führt eine konvex geformte Treppe hinauf. Über dem Mittelportal befindet sich eine mit Stuck verzierte Nische, in der eine 1743 von Johann Matthias Leitner angefertigte Statue des heiligen Bernhard steht, die von zwei Engeln flankiert ist. Über der Statuennische befindet sich ein stuckgerahmtes, mit den Wappen des Stiftes und dem Wappen des Abtes Placidus Mally versehenes Fenster, das von einer geschwungenen Verdachung überdeckt ist. Im Giebel befindet sich ein vorkragendes Hornwerk. Auch befinden sich auf die Giebelfassade aufgesetzt drei ebenfalls von Leitner stammende Figuren, die den Glauben, die Liebe und die Hoffnung darstellen. Der Kirchturm ist an der Südseite des Kirchenbaues zurückgesetzt. Der erste Turm wurde 1267 errichtet und 1650 durch einen barocken Turm ersetzt, der 1782 von Josef Stengg in seine heutige Form gebracht wurde. Er trägt das Wappen des Abtes Gerhard Schobinger. Die nördliche und südliche Fassade und der Chorschluss sind durch Pilaster gegliedert. Die Kirchenfenster haben außen eine Verdachung.
Innenraum und Ausstattung
Stift Rein © rbkelle - Fotolia.com
Fresko auf einer Mauer von Stift Rein bei Graz.
Das barock gestaltete Langhaus wird von einem vierjochigen Platzlgewölbe überspannt. Unter dem tiefen Emporenjoch im Osten befindet sich die zweijochige und dreiachsige Vorhalle. Über den Seitenkapellen wölben sich konvex Emporen vor, die wie die Kapellen selbst ein Quertonnengewölbe haben. Der konkav eingezogene Fronbogen weist Altarnischen auf. Der Chor hat ein Platzlgewölbe mit verschliffenen Gurten. Das Kirchenschiff wird durch kräftige Wandpfeiler gegliedert, die mächtige, rötlich marmorierte Gebälkstücke tragen und auf denen die Gurte des Langhausgewölbes sowie die Quertonnen der Emporen aufliegen. Vorgelegt vor den Pfeilern stehen flache Pilaster aus Stuckmarmor mit Kompositkapitellen. Die Emporen haben ein reich verziertes, durchbrochenes Brüstungsgitter, das unterhalb des Gebälkes verbleibt. Die unter den Emporen liegenden Kapitelle der Pilaster schließen mit ihrer oberen Kante auf einer Ebene mit den Emporengittern ab. Sowohl am Fronbogen, als auch im Chorraum selbst stehen wie im Langhaus flache Pilaster mit Kompositkapitellen, auf denen Gebälkstücke ruhen.

Die gesamten Wandmalereien im Kircheninnenraum wurden im Jahr 1766 von Joseph Adam Ritter von Mölk gemalt und haben bis heute ihre ursprüngliche Färbung erhalten. An den Wänden sind ornamentale Dekorationsmalereien und in den Feldern des Gewölbes sind figurale Szenen mit illusionistischer Scheinarchitektur zu sehen. Über der Orgel befindet sich eine Abbildung des Königs David. Wenn man das Kirchenschiff an der Ostseite betritt, sieht man zuerst eine Darstellung des heiligen Benedikt in Subiaco. Auf diese Abbildung folgt die Darstellung der Kreuzvision des heiligen Bernhard, die von zwei Medaillons mit den Allegorien der Justitia und der Temperantia flankiert ist. Daran angeschlossen ist die Gottesmutter Maria als Tempeljungfrau, ebenfalls von zwei Medaillons mit Fortitudo und Prudentia flankiert. Zusammen stellen die Medaillons die vier Kardinaltugenden dar.

Die aus Stuckmarmor gefertigten Altäre wurden nach Entwürfen von Johann Georg Stengg gestaltet. Der mächtige und an den Chorschluss angepasste Säulenhochaltar wurde 1768 aufgestellt. Die von Jakob Payer angefertigten Statuen stellen Zacharias, David, Abraham und Simeon dar. Im Aufsatz befindet sich eine Darstellung der Dreifaltigkeit. Das 1779 von Martin Johann Schmidt gemalte Altarbild zeigt die Geburt Christi und die Anbetung durch die Hirten. Auf dem Altar steht das Hochaltarbild mit einer Darstellung von Marias Aufnahme in den Himmel, das 1819 von Maria Straßengel ins Stift überstellt wurde. Die schlanken Seitenaltäre sind am Fronbogen eingepasst. Der linke Seitenaltar zeigt ein Bildnis des heiligen Bernhard und der rechte eines des heiligen Benedikt, der von Mitgliedern verschiedener, der Regula Benedicti verpflichteter Orden umgeben ist. Beide Bilder wurden von Joseph Amonte gemalt und die Statuen auf den Altären stammen von Johann Matthias Leitner.

Die Kanzel wurde im Jahr 1763 von Jakob Payer aufgestellt. Am Schalldeckel befindet sich eine Darstellung der vier damals bekannten Erdteile. Die Orgel im Stil des Rokoko wurde 1772 von Anton Römer angefertigt, die Erneuerung ihres Werkes erfolgte 1963. Der mit Gestühl versehene Betchor auf der Orgelempore stammt aus dem Jahr 1749. An der östlichen Mauer der Kirche ist eine Bauinschrift angebracht, die darauf hinweist, dass das Chorgestühl und die Kirchenbänke aus dem Jahr 1743 stammen. Die Beichtstühle und die Kirchentüren sind barock gestaltet.
Seitenkapellen
Auf jeder Seite des Langhauses sind vier Seitenkapellen mit jeweils einem eigenen Altar angebaut. Dies sind – von Westen nach Osten – auf der Südseite der Josephsaltar, der Engelaltar, der Barbara-Altar und der Sebastiansaltar. Auf der Nordseite sind dies von Westen nach Osten der Anna-Altar, der Allerheiligenaltar, der Johann-Nepomuk-Altar und der Narzissus-Altar. Die meisten der Statuen auf den Altären wurden ab 1745 von Johann Matthias Leitner geschaffen.

Das Altarbild des Josephsaltars zeigt den heiligen Joseph zusammen mit dem Jesuskind und den Johannesknaben. Auf dem Ölbild von Joseph Amonte, dem Oberbild kann man das Herz Mariä erkennen. Die Statuen stellen den Evangelisten Johannes mit den Aposteln dar. Das Anton Denk zugeschriebene Altarbild des Engelaltars stellt die Erzengel und die Neun Chöre der Engel dar, die ein gemaltes Einsatzbild des Gnadenbildes von Maria Straßengel verehren. Die Statuen zeigen die Heiligen Maria Magdalena und Dismas. Auf dem Barbara-Altar steht ein von Amonte gemaltes Altarbild, das die heilige Barbara zeigt. Die Statuen stellen die Heiligen Katharina und Margaretha dar. Das ebenfalls von Amonte gemalte Altarbild des Sebastianaltars zeigt das Martyrium des heiligen Sebastian. Die Philipp Jakob Straub zugeschriebenen Altarfiguren stammen aus dem Jahr 1742 und zeigen die Heiligen Florian und Donatus.

Der Anna-Altar trägt ein 1746 von Johann Veit Hauck gemaltes Bild, das die Anna selbdritt zusammen mit Joachim und Joseph zeigt. Die Figuren stellen die Heiligen Elisabeth und Johannes den Täufer dar. Das Allerheiligen und die heiligen drei Könige darstellende Bild des Allerheiligenaltars wird Anton Denk zugeschrieben. Die Heiligen Leopold und Oswald stehen als Statuen auf dem Altar. Joseph Amonte malte den heiligen Johannes Nepomuk und eine Ansicht des Stiftes auf das Altarbildnis des Johann-Nepomuk-Altars. Das Bild ist von zwei Bischofsstatuen flankiert. Auf dem Narzissus-Altar steht ein um 1740 von Ignaz Flurer gemaltes Bild des Narzissus. Philipp Jakob Straub fertigte die beiden Altarfiguren, die Heiligen Blasius und Valentin darstellen.
Kreuzganghof und Kreuzgang
Der Kreuzganghof liegt südlich der Stiftskirche. Ihn umschließt im Norden die Kirche und an den drei anderen Seiten der Kreuzgang. Der dreiseitige Kreuzgang hat hohe, geschlossene Gänge mit Kreuzgratgewölben und wurde unter Abt Matthias Gülger (1605–1628) in seine heutige Form gebracht. An den Außenmauern dieser Gänge haben sich einige romanische und gotische Bauelemente erhalten oder wurden später freigelegt. Dadurch lässt sich die Form der ehemaligen Klosteranlage mit Armarium, Kapitelsaal und Dormitorium im Osten, dem Refektorium im Süden und dem Konversentrakt im Westen rekonstruieren. Von dieser alten Anlage verblieb bis heute nur das später barockisierte Refektorium mit dem vermauerten gotischen Spitzbogenportal an seiner ursprünglichen Stelle. Bei diesem Portal steht auch eine geborgene romanische Säule mit Würfelkapitell. Vom westlichen Flügel des Kreuzganges führt eine Mauer mit einem 1980 versetzten Portal aus dem 17. Jahrhundert zum Wirtschaftshof. Auf dem Portal befindet sich eine Inschrift mit der Jahreszahl 1733.
Reiner Schule und Stiftsbibliothek
Die Schreibschule des Stiftes Rein wurde in der Mitte des 12. Jahrhunderts gegründet und war den Stilen anderer Schulen gegenüber sehr aufgeschlossen, beeinflusste diese aber wiederum zum Teil auch selbst. Die während der Gründungsphase angefertigten Handschriften wurden im Stil von Schulen aus dem Rhein-Main-Gebiet – zum Teil aus dem Gebiet um den Mittelrhein und Mainz sowie aus dem Bamberger und Würzburger Raum – beeinflusst, was unter anderem auch auf die Gründungsgeschichte des Klosters zurückzuführen ist. Der Inhalt dieser Handschriften beschäftigt sich neben den traditionellen Vätertexten auch mit den Werken zeitgenössischer Autoren wie Otto von Freising und Boto von Prüfening sowie weiters mit Autoren, welche sich um die Vermittlung der Antike bemüht haben, wie Cassiodor und Isidor von Sevilla. Ein besonderes Augenmerk wurde auch auf hagiografische Schriften gelegt. In der Stiftsbibliothek befinden sich heute etwa 100.000 Objekte wie Bücher, Zeitschriften, Einzelblätter und Musikalien. 390 der Handschriften stammen aus dem Mittelalter und bei 150 handelt es sich um Inkunabeln, welche bis 1500 gedruckt wurden. Zwei Werke, das aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammende Antiphonale Cisterciense und das Wolfgang-Missale aus den Jahren 1492/93, wurden digitalisiert und sind über das Internet abrufbar
www.stift-rein.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Stift_Rein" der
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