Zisterzienserstift Zwettl
Una caritate, una regula similibusque vivamus moribus
Stift Zwettl 1, 3910 Zwettl
Zisterzienserstift Zwettl © LianeM - Fotolia.com
Zisterzienserstift Zwettl
Stift Zwettl ist ein Kloster der Zisterzienser und liegt im Waldviertel in Niederösterreich. Es besteht ohne Unterbrechung seit seiner Gründung im Jahr 1138 und ist damit nach dem Stift Rein und Stift Heiligenkreuz das drittälteste existierende Zisterzienserkloster weltweit. Es liegt unweit der gleichnamigen Stadt Zwettl. Typisch für ein Zisterzienserstift liegt der Klosterbau am Talboden und wurde in einer Flussschleife des Kamps errichtet. Verwaltungstechnisch liegt das Stift in einer eigenen Katastralgemeinde der Stadt Zwettl-Niederösterreich mit der Bezeichnung Zwettl Stift. Auch der Ort um das Stift trägt diese Bezeichnung.
Geschichte
Zisterzienserstift Zwettl © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stift Zwettl - Prälatengarten
Gartenhaus 1723, Glashäuser 1781. Umbau 1834 - 1835.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Stift wurde 1138 vom Kuenringer Hadmar I. als erste Klostergründung von Stift Heiligenkreuz gestiftet und gehörte damit der Filiation der Primarabtei Morimond an. König Konrad III. bestätigte in einer Urkunde vom Oktober 1139 die von Hadmar gestiftetete Grundherrschaft und gewährte dem Kloster Schutz und Freiheit von jeder Vogtei.[1] 1159 wurde die Stiftskirche geweiht. 1185 gelangte ein Teil des südböhmischen Wittingau an das Stift. Dieser Teil wurde um 1250 an die Landsteiner Linie der Witigonen zurückverkauft. 1266 übergab Čeč von Weleschin mit Zustimmung seiner Gemahlin Gisela von Kuenring das Dorf Reinprechts dem Zisterziensterstift Zwettl.

Einige Kuenringer wurden im Stift beigesetzt. Von großer Bedeutung war die Schreibstube (Scriptorium) des Stiftes, die für ein rasches Anwachsen des Buchbestandes sorgte. Das Zwettler Stiftungsbuch, die bekannte „Bärenhaut“ von 1311, ist eine der wichtigsten erhaltenen Handschriften aus dieser Zeit.
Zisterzienserstift Zwettl © awfoto - Fotolia.com Zisterzienserstift Zwettl © Blende-8 - Fotolia.com
Zisterzienserstift Zwettl - Turm
Von besonderer Bedeutung ist der spätromanische bzw. frühgotische Kreuzgang, der den Kreuzganghof einschließt. Der Kreuzganghof versinnbildlicht das Paradies. Weitere Gärten sind der nach Art der italienischen Palastarchitektur erbaute Abteihof und der Prälatengarten, ein seltener neobarocker Ziergarten nach englischem Vorbild. Bedeutsam sind weiters das frühgotische Brunnenhaus und der romanische Kapitelsaal mit beeindruckender Einsäulenarchitektur.

1427 wurde das Stift in der Schlacht bei Zwettl durch die Hussiten unter Andreas Prokop großteils zerstört. Nach und nach erholte sich das Kloster und die umgebende Grundherrschaft erbuntertäniger Bauern; etwa um 1490 wurde die prächtige gotische Stiftskirche fertiggestellt. In dieses Jahrhundert fällt auch die Gründung des Sängerknabenchors. 1544 wurde die erste Orgel von Jakob Künigswerth installiert.
Zisterzienserstift Zwettl © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Zisterzienserstift Zwettl © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kapitelhaus: Mittelsäule aus Südosten;
durch das nördliche Fenster der
Westwand Blick in den Nordgang des
Kreuzganges. ;1909
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Schatzkammer Stift Zwettl.
Maria mit Kind. Elfenbeinstatuette,
um 1340.
Zu Füßen Verkündigungsfiguren.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Im 18. Jahrhundert erfuhr die Klosteranlage eine massive Barockisierung, in dieser Zeit wurde unter anderem die barocke Westturmfassade von Joseph Munggenast nach den Plänen von Matthias Steinl errichtet. Der Turm ist mit 82 Metern Höhe der zweithöchste Turm Niederösterreichs. Auch die Stiftsbibliothek, für deren farbenprächtige Deckenfresken der Barockmaler Paul Troger verantwortlich war, stammt aus dieser Zeit.

In den Jahren 1728 bis 1731 konzipierte Johann Ignaz Egedacher aus Passau die berühmte Egedacher-Orgel, die zu den größten und kostspieligsten Orgelprojekten in Wien und Niederösterreich zählt.
Zisterzienserstift Zwettl © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Schatzkammer Stift Zwettl.
Fuß des geraubten Goldkelchs von Abt Kaspar Bernard 1677. Mit Ansicht des Stiftes.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Mit der Errichtung des angrenzenden Truppenübungsplatzes nach dem Anschluss Österreichs 1938 an das Deutsche Reich verlor Stift Zwettl über 700 Hektar Wald und Ackerflächen in der Nähe der Grenze zur Tschechoslowakei durch Zwangsverkäufe.

In den Jahren 2007 bis 2014 wurden die Stiftskirche und die anderen Gebäude des Komplexes mit Unterstützung von Bund, Land, Gemeinde und dem Verein „Freunde des Zisterzienserstiftes“ komplett saniert und renoviert.
Wirtschaft
Heute sind Land- und Forstwirtschaft, Fischzucht und die Weinproduktion im Weingut Schloss Gobelsburg die wirtschaftliche Grundlage für die Erhaltung des Stiftes.
Gärten
Zisterzienserstift Zwettl © Blende-8 - Fotolia.com
Zisterzienserstift Zwettl - Gartenanlage.
Die Gartenanlagen des Stiftes Zwettl sind von alters her Räume der Stille, der Beschauung, der Betrachtung, des Genießens und der Erholung. Mönche haben dort ihre Handarbeit verrichtet und Plätze geschaffen, die an das Paradies erinnern sollen.
Zisterzienserstift Zwettl © Blende-8 - Fotolia.com Zisterzienserstift Zwettl © Blende-8 - Fotolia.com
Zisterzienserstift Zwettl - Gartenanlage (links Marienstatue).
Seit Anfang des 17. Jahrhunderts wurden die Gärten nach und nach mit architektonischen Kostbarkeiten ausgestattet und die Gartenanlagen jeweils dem Geschmack der Zeit angepasst. Seit dem 17. Jahrhundert werden in den Gärten auch exotische Pflanzen gezogen. Diese Gärten wurden in den letzten Jahren renoviert. Anlässlich der Veranstaltung Festival der Gärten – Kamptal 2006 wurden die renovierten Gebäude mit den Orangerien wiedereröffnet.
www.stift-zwettl.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Stift_Zwettl" der
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