Stille Nacht Kapelle
Dem Gedächtnis des Weihnachtsliedes Stille Nacht, heilige Nacht gewidmet
Stille-Nacht-Platz 7, 5110 Oberndorf b. Salzburg
Stille Nacht Kapelle © Stille Nacht Gesellschaft  / Tourismusverband Oberndorf
Stille Nacht Kapelle in Oberndorf Tagesansicht im Winter.
© Stille Nacht Gesellschaft - www.stillenacht.at / Tourismusverband Oberndorf
Die Stille-Nacht-Kapelle steht in der Stadt Oberndorf im österreichischen Bundesland Salzburg und ist dem Gedächtnis des Weihnachtsliedes Stille Nacht, heilige Nacht und seines Textdichters Joseph Mohr sowie seines Komponisten Franz Xaver Gruber gewidmet. Sie steht an Stelle der ehemaligen St.-Nikolaus-Kirche (St. Nikola), in der am 24. Dezember 1818 das Weihnachtslied zum ersten Mal aufgeführt wurde. Die Stille-Nacht-Gedächtniskapelle wurde am ursprüngliche Standort der Pfarrkirche von 1924 bis 1936 erbaut. Die Kapellenform ist ein Oktogon mit einem Glockenhelm und einer Laterne, das Portal hat eine abgewalmtes Vordach. Die Rundbogenfenster wurden 1935 von der Tiroler Glasmalereianstalt geschaffen. Der Altar mit einem Hochrelief Geburt Christi ist vom Bildhauer Hermann Hutter aus 1915. Ein Predellenrelief Anbetung der Könige, Kreuzigung, Flucht aus Ägypten ist vom Bildhauer Max Domenig aus 1936.
Stille Nacht Kapelle © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stille-Nacht-Gedächtniskapelle in Oberndorf. Errichtet an der Stelle der alten
St. Nikolauskirche, wo 1818 zum ersten Male das Lied erklang; 1936.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Von einer Renovierung der beschädigten St. Nikola-Kirche wurde aus zwei Gründen abgesehen: Zum einen scheute man die Kosten und das weiterhin drohende Risiko von Überschwemmungen, zum anderen wollte man die Kirchengemeinde zur Annahme der 1906 errichteten, weniger attraktiven Kirche im neuen Ortszentrum bewegen. So wurde die alte Pfarrkirche abgerissen und ab 1913 erinnerte nur noch ein Schuttkegel an den historischen Entstehungsort des inzwischen weitum bekannten Weihnachtsliedes. Das 100-jährige Jubiläum des Liedes im Dezember 1918 fiel in die schwere Zeit unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg.
Stille Nacht Kapelle © Stille Nacht Gesellschaft / Tourismusverband Oberndorf   Stille Nacht Kapelle © Stille Nacht Gesellschaft / Tourismusverband Oberndorf
Gruber- und Mohr-Fenster(rechts) in der Stille-Nacht-Gedächtniskapelle.
© Stille Nacht Gesellschaft - www.stillenacht.at / Tourismusverband Oberndorf
Umso mehr wollten die Bürger von Oberndorf der Friedensbotschaft von Mohr und Gruber ein Denkmal setzen. Der 1924 beschlossene Bau einer Gedächtniskapelle kam aber unter den schwierigen Bedingungen (politische und wirtschaftliche Krisen der Ersten Republik) nur langsam in die Phase der Realisierung. Letztlich wurde am 15. August 1937 (Mariä Himmelfahrt) der Bau abgeschlossen. Inzwischen wurde die Gedächtniskapelle zum sichtbaren Symbol für das Lied Stille Nacht, heilige Nacht.
Stille Nacht Kapelle © Stille Nacht Gesellschaft / Tourismusverband Oberndorf   Stille Nacht Kapelle © Stille Nacht Gesellschaft / Tourismusverband Oberndorf
Stille Nacht Kapelle Oberndorf im Winter.
© Stille Nacht Gesellschaft - www.stillenacht.at / Tourismusverband Oberndorf
Alljährlich ziehen die Gedächtniskapelle und das daneben befindliche Museum besonders im Advent tausende Besucher aus aller Welt an. Am 24. Dezember findet alljährlich um 17 Uhr eine feierliche Gedächtnismesse statt, bei der das Weihnachtslied in den zahlreichen Sprachen der Besucher gesungen und als völkerverbindendes Erlebnis empfunden wird. Diese Feier wird seit 2002 mittels der dortigen Webcam im Internet übertragen.
Joseph Franz Mohr
Stille Nacht Kapelle © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Friedhof von Wagrain im Winter, alles verschneit, Grab von Joseph Mohr,
 dem Texter des Liedes "Stille Nacht, heilige Nacht"; 1960.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Joseph Franz Mohr (* 11. Dezember 1792 in Salzburg, Fürsterzbistum Salzburg, Heiliges Römisches Reich; † 4. Dezember 1848 in Wagrain, Salzburgkreis, Kaisertum Österreich) war ein österreichischer Priester und Dichter.

Joseph Mohr war als eines von mehreren unehelichen Kindern des Musketiers Franz Mohr aus Mariapfarr, und Frau Anna Schoiber aus Salzburg, die er später ehelichte, geboren worden und wuchs anfangs bei seiner Mutter im Haus Steingasse Nr. 31 auf. Durch die finanzielle Unterstützung des Salzburger Domvikars Johann Nepomuk Hiernle, der Mohrs musikalisches Talent schätzte, konnte er zunächst am Akademischen Gymnasium Salzburg und von 1808 bis 1810 am Stiftsgymnasium Kremsmünster des Benediktinerstiftes in Oberösterreich studieren, um schließlich 1811 in Salzburg ein dreijähriges Studium der Theologie zu beginnen. Er wurde am 21. August 1815, nach Bestätigung durch Papst Pius VII. (uneheliche Kinder benötigten damals eine Ausnahmegenehmigung), vom Passauer Weihbischof Karl Kajetan zum Priester geweiht. Im Anschluss seiner Priesterweihe war Mohr erst knapp anderthalb Monate in Ramsau bei Berchtesgaden und von Oktober 1815 bis Sommer 1817 in der Heimatgemeinde seines Vaters Mariapfarr als Koadjutor tätig. Dort verfasste er 1816 das Gedicht Stille Nacht, heilige Nacht.
Stille Nacht Kapelle © Stille Nacht Gesellschaft / Tourismusverband Mariapfarr
Pfarrkirche Mariapfarr. In diesem Lungauer Ort schrieb Mohr den Liedtext.
© Stille Nacht Gesellschaft - www.stillenacht.at / Tourismusverband Mariapfarr
 Im September 1817 ging Mohr nach Oberndorf bei Salzburg, um den Pfarrprovisor Josef Kessler zu unterstützen. Kurz darauf beschwerte sich Anfang Oktober der Nachfolger Kesslers, Georg Heinrich Joseph Nöstler, beim Konsistorium in Salzburg über Mohr. Diese Beschwerde wurde jedoch durch den vom Konsistorium erbetenen Bericht des Dekans und Pfarrers zu Sankt Georgen entkräftet, und so blieb Mohr in Oberndorf. Vor Weihnachten 1818 legte Joseph Mohr sein Gedicht dem Lehrer Franz Xaver Gruber mit der Bitte vor, dafür eine passende Melodie zu komponieren. Bei der Christmette am 24. Dezember 1818 wurde das Weihnachtslied Stille Nacht, heilige Nacht von Franz Xaver Gruber (Gesang) und Joseph Mohr (Gesang, Gitarrenbegleitung) in der Sankt-Nikola-Kirche zu Oberndorf uraufgeführt.
Stille Nacht Kapelle © Stille Nacht Gesellschaft / Tourismusverband Oberndorf
St. Nikolaus-Kirche in Oberndorf (nach 1900 abgerissen), Uraufführungsort von Stille Nacht.
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Danach erlangte das Lied weltweite Berühmtheit. Im September 1819 verließ Mohr Oberndorf. Weitere Stationen waren die Salzburger Gemeinden Kuchl, Golling, Vigaun, Anthering, Eugendorf, Hof und Hintersee (1827–1837). Ab 1837 arbeitete Mohr als Vikar im Vikariat Wagrain. Während Mohr schon in Oberndorf mit seinem sozialen Engagement unterschiedliche Reaktionen ausgelöst hatte, fand er in Wagrain mehr als 10 Jahre Zeit, um positive Spuren zu hinterlassen. Er veranlasste einen Schulneubau, wo vorher für mehr als 100 Kinder nur ein Unterrichtsraum bestand, gründete einen Ausgleichsfonds, um auch den Kindern mittelloser Eltern den (kostenpflichtigen) Schulbesuch zu ermöglichen, und kümmerte sich um die Alten und Armen. Auf seine Initiative geht auch das später geschaffene Armen- und Altenheim zurück. In Wagrain verstarb Mohr schließlich am 4. Dezember 1848 an Lungenlähmung und fand am örtlichen Friedhof seine letzte Ruhestätte. Zu Lebzeiten ist Joseph Mohr nicht portraitiert worden. 1912 wurde deshalb auf Betreiben des akademischen Bildhauers und Pfarrers Josef Mühlbacher der Schädel von Joseph Mohr exhumiert, um anhand dessen ein möglichst authentisches Abbild von ihm für ein geplantes Denkmal herstellen zu können. Nachdem Mühlbacher das Bildnis in Wien fertiggestellt hatte, kam der Schädel jedoch nicht ins Grab nach Wagrain zurück, sondern wurde in der neu errichteten Stille-Nacht-Kapelle in Oberndorf eingemauert. Die Einweihung der Kapelle sowie die Einmauerung des Schädels fand am 15. August 1937 statt.
Conrad Franz Xaver Gruber
Stille Nacht Kapelle © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Grab des Komponisten Franz Xaver Gruber von "Stille Nacht“
vor dem Pfarrhaus in Hallein; um 1936.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Conrad Franz Xaver Gruber (* 25. November 1787 in Unterweitzberg in Hochburg-Ach; † 7. Juni 1863 in Hallein) war ein österreichischer Komponist und wurde als Schöpfer des weltweit bekanntesten Weihnachtsliedes Stille Nacht, heilige Nacht berühmt.

Conrad Franz Xaver Gruber kam in Steinpoldsölde, Unterweitzberg Nr. 9, zu Welt. Als Sohn eines Leinenwebers sollte er ursprünglich bei seinem Vater das Weberhandwerk erlernen. Sein Schullehrer Andreas Peterlechner erkannte aber die musikalische Begabung Conrad Franz Xavers und überzeugte dessen Vater, ihm die Ausbildung zum Lehrer zu ermöglichen, die damals intensiv musikalisch war. Schon 1805 hatte Conrad Franz Xaver eine musikalische Ausbildung beim Stadtpfarrorganisten Georg Hartdobler im nahegelegenen Burghausen begonnen, im folgenden Jahr absolvierte er seine Lehrerausbildung in Ried im Innkreis und legte 1806 dort und in Salzburg die diesbezüglich geforderten Prüfungen ab. Danach musste er, wie damals vorgeschrieben, ein Jahr als Schulgehilfe arbeiten. Diese Zeit verbrachte er bei seinem Förderer und Lehrer Andreas Peterlechner in Hochburg-Ach, dann, am 12. November 1807, wurde er zum Lehrer von Arnsdorf, bestellt. Um in die Mesnerwohnung der Wallfahrtskirche Maria im Mösl in Arnsdorf einziehen zu können, heiratete Conrad Franz Xaver die in dieser lebende zweifache Witwe Elisabeth Fischinger, mit der er in Folge zwei Kinder hatte, sie selber hatte zwei Kinder mit in die Ehe gebracht. Um seine finanzielle Lage zu verbessern und in der Hoffnung, später einmal die Lehrerstelle in Oberndorf zu erhalten, übernahm er 1816–1829 von Arnsdorf aus den Kantoren- und Organistendienst in der St. Nikolaus-Kirche zu Oberndorf. Franz Xaver Gruber konnte damit die oft kombinierte Tätigkeit als Lehrer, Organist und Mesner ausüben.
Stille Nacht Kapelle © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Schulkinder vor der Dorfschule in Niederarnsdorf,
an der Franz Xaver Gruber 1818 unterrichtete; um 1936.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Schule Arnsdorf ist die älteste noch genutzte Schule Österreichs, in ihr werden derzeit noch zwei Klassen unterrichtet. Das ursprünglich als Mesnerhaus direkt neben der Kirche situierte Haus dient heute als Museum. Bekannt wurde Gruber durch seine Vertonung eines heute weltweit bekannten Weihnachtsgedichts des Hilfspriesters Joseph Mohr, Stille Nacht, heilige Nacht, das er am 24. Dezember 1818 in der Kirche St. Nikolaus in Oberndorf, in der er aushilfsweise als Organist tätig war, bei der Weihnachtsmette erstmals aufführte, wobei Joseph Mohr die Gitarre spielte.
Stille Nacht Kapelle © Stille Nacht Gesellschaft / Tourismusverband Hallein
Innenansicht des Gruber-Museums in Hallein. Das Bild zeigt das Musikzimmer F.X. Grubers.
© Stille Nacht Gesellschaft - www.stillenacht.at / Tourismusverband Hallein
Später arrangierte er das Lied auch für Orgel. F.X. Gruber und Joseph Mohr schufen weitere Kirchenlieder. 1829 wurde Gruber Lehrer im nahen Berndorf, und 1833 Stadtpfarrchorregent in der Stadt Hallein. Nach dem Tod seiner zweiten Frau heiratete Gruber 1842 Katharina Rieser, verwitwete Wimmer. 1863 starb Gruber angesehen und relativ wohlhabend in Hallein. Seine Grabstelle befindet sich neben der Halleiner Stadtpfarrkirche, als einzige am alten 1882 aufgelassenen Friedhof.
Stille Nacht, heilige Nacht
Stille Nacht Kapelle © Stille Nacht Gesellschaft / Tourismusverband Oberndorf
"Stille Nacht" - Gedenkfeier vor der Gedächtniskapelle am Stille-Nacht-Platz.
Traditionelle Gedächtnisfeier am Stille-Nacht-Platz mit Chorgesang, Stubenmusik, Turmbläsern und weihnachtlichem Segen; eine Feier gemeinsam mit Menschen aus aller Welt! Bei der "Stille Nacht!"-Gedenkfeier in Oberndorf singen alljährlich einige tausend Besucher das Lied in ihren Muttersprachen.
© Stille Nacht Gesellschaft - www.stillenacht.at / Tourismusverband Oberndorf
Stille Nacht, heilige Nacht gilt als das bekannteste Weihnachtslied der Welt. Es ist in Österreich, wo es komponiert wurde, als Inbegriff des Weihnachtsbrauchtums zum Immateriellen Kulturerbe erklärt worden.

Zu Heiligabend 1818 führten der Arnsdorfer Dorfschullehrer und Organist Franz Xaver Gruber (1787–1863) und der Hilfspfarrer Joseph Mohr (1792–1848) in der Kirche St. Nikola in Oberndorf bei Salzburg das Weihnachtslied Stille Nacht, heilige Nacht erstmals auf. Oberndorf war bis 1816 ein Teil der Stadt Laufen gewesen, gemäß dem Vertrag von München wurde es 1816, da es am rechten Ufer der Salzach liegt, dem österreichischen Salzburgkreis angeschlossen, Laufen verblieb bei Bayern und gehört zum seither so genannten Rupertiwinkel. Mohr hatte den späteren Liedtext bereits 1816 in Mariapfarr im Salzburger Bezirk Lungau in Form eines Gedichts geschrieben. Conrad Franz Xaver Gruber, der als Sohn einer armen Leinenweberfamilie aus Hochburg-Ach im Innviertel stammte, komponierte dann vor Weihnachten 1818 auf Wunsch von Joseph Mohr eine Melodie zu diesem Gedicht.
Stille Nacht Kapelle © Stille Nacht Gesellschaft / Tourismusverband Lamprechtshausen
Stille Nacht Museum Arnsdorf und Volksschule Arnsdorf.
F.X. Grubers Wohn- und Arbeitsstätte von 1807 bis 1829. Der Überlieferung wurde
das Lied "Stille Nacht, heilige Nacht" hier komponiert.
© Stille Nacht Gesellschaft - www.stillenacht.at / Tourismusverband Lamprechtshausen
Aus zwei Urkunden lässt sich die exakte Entstehungsgeschichte des Liedes nachvollziehen. Einerseits durch die Authentische Veranlassung, und andererseits durch das älteste erhaltene Autograph von Joseph Mohr, das erst im Jahr 1995 in Salzburg aufgefunden wurde. Dieses Autograph, datiert auf die Zeit um 1823, stellt das älteste Dokument für die Entstehungsgeschichte des Liedes dar. Es befindet sich im Besitz des Salzburger Museumsvereines und wird im Salzburg Museum aufbewahrt. Beide Dokumente ergänzen und bestätigen sich gegenseitig in folgenden Erkenntnissen:

Joseph Mohr verfasste den Text bereits 1816 als Gedicht in Mariapfarr. Joseph Mohr bat Franz Xaver Gruber um die Vertonung des Textes (siehe Authentische Veranlassung). Gleichzeitig wurden durch den Hinweis rechts oben im Autograph (Hinweis: "Melodie von Franz Xaver Gruber") die letzten Zweifel an der Komposition durch Franz Xaver Gruber beseitigt. Joseph Mohr war also nicht nur Dichter, sondern auch Initiator für das Lied. Darüber hinaus wirkte er auch bei der Uraufführung neben Franz Xaver Gruber als Sänger und Gitarrist mit.
Stille Nacht Kapelle © Stille Nacht Gesellschaft - Marijan Gjukic   Stille Nacht Kapelle © Stille Nacht Gesellschaft - www.stillenacht.at
Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr, Bronzerelief.
Der an der Akademie für angewandte Kunst in Wien ausgebildete Bildhauer, Maler und spätere Pfarrer von Kufstein-Zell Joseph Mühlbacher (1868?1933) konnte sich nur für die Gestalt Franz Xaver Grubers auf authentisches Bildmaterial stützen. Die Züge Joseph Mohrs wurden dem 1910 in Wagrain exhumierten Schädel nachempfunden. 1928 wurde das Relief in der neuen Oberndorfer St.-Nikolaus-Kirche angebracht, heute befindet es sich links vor der Kirche. An der Stelle der früheren Kirche, die 1906 abgetragen wurde, steht heute die Stille-Nacht-Kapelle. Interessant ist, dass hier Franz Xaver Gruber die Gitarre hält, während am 24. Dezember 1818, als Stille Nacht erstmals gesungen wurde, nachweislich Joseph Mohr das Instrument gespielt hat.
© Stille Nacht Gesellschaft - www.stillenacht.at / Marijan Gjukic
Text und Melodie des Liedes begeisterten die Kirchgänger von Oberndorf. Über die Motive, die zur Entstehung des Liedes führten, gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Eine Vermutung ist, dass das alte Positiv der Kirche nicht bespielbar gewesen sei und Mohr und Gruber deshalb ein Lied mit Gitarrenbegleitung schufen. Um die Uraufführung von Stille Nacht ranken sich viele Legenden und romantische Geschichten, die die Entstehungsgeschichte mit anekdotischen Einzelheiten ausschmücken. Dass dieses Lied aus Oberndorf weitum bekannt wurde, wird dem Orgelbaumeister Karl Mauracher (1789–1844) aus Fügen zugeschrieben. Er reparierte die desolate Orgel der St.-Nikolaus-Kirche in Oberndorf, hörte die Melodie und brachte das Lied nach Fügen. Dort übernahmen es die Geschwister Rainer, die im Kirchenchor in Fügen sangen.
Stille Nacht Kapelle © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Weltweihnachtsfeier der Jugend.
Norwegerinnen vor der Gedenktafel für Franz Gruber und Josef Mohr; 1952.
United States Information Service (USIS)
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
1819 zur Christmette wurde das Lied bereits in Fügen gesungen. 1822 trugen es die Rainer-Sänger dem österreichischen Kaiser Franz I. und dem russischen Zar Alexander I. im Kaiserzimmer im Schloss Fügen vor. Die Rainer-Sänger gaben es an die Geschwister Strasser weiter. Diese sangen Tiroler Lieder in Leipzig und unter anderem das Lied Stille Nacht. Vor allem diese Melodie gewann die Aufmerksamkeit des Publikums. Heute gibt es Übersetzungen in mehr als 300 Sprachen und Dialekte. Der Erstdruck des Liedes erfolgte 1833 in Dresden auf einem Flugblatt unter dem Titel Vier ächte Tirolerlieder gemeinsam mit drei anderen „ächten Tyroler Liedern“ und 1840 in einer Liedersammlung mit dem Titel „Vier ächte Tiroler Lieder".
Stille Nacht Kapelle © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Weltweihnachtsfeier der Jugend.
Nächtliche Andacht vor 'Stille Nacht'-Kapelle in Oberndorf; 1952.
United States Information Service (USIS)
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Erinnerung an die Urheber des Liedes war zu diesem Zeitpunkt bereits verblasst, das Lied wurde als Volkslied angesehen. König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1795–1861), der das Lied besonders liebte, ist es zu verdanken, dass die Autoren heute noch bekannt sind: seine Hofkapelle wandte sich 1854 an das Stift Sankt Peter (Salzburg) mit der Bitte um eine Abschrift des Liedes, das man fälschlich für ein Werk Michael Haydns (1737–1806) hielt. Auf diesem Weg stieß man eher zufällig auf den noch lebenden Komponisten Franz Xaver Gruber, der daraufhin seine „Authentische Veranlassung zur Composition des Weihnachtsliedes ‚Stille Nacht, Heilige Nacht‘“ handschriftlich abfasste.
Liedtext
Originaltext und gebräuchliche Fassung
Das Lied umfasst insgesamt sechs Strophen. Der Text wird häufig im Zusammenhang mit der wenige Jahre zuvor erfolgten Befreiung von der napoleonischen Herrschaft gedeutet.
Stille Nacht Kapelle © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Weihnachtslied. "Stille Nacht! heilige Nacht!": [Fassung von etwa 1825
für 2 Solostimmen (Sopran, Alt oder Tenor, Baß), 2 stimmigen Chor und Orgel]
Blätter d. Stille Nacht-Gesellschaft. F. 27 (s. RD); Erwerbung: Kauf Dürnberger 1937
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die allgemein bekannte Form, die zumeist gesungen wird, unterscheidet sich jedoch von dieser Fassung unter anderem in folgenden Punkten: Es werden zum einen nur drei Strophen gesungen, und zwar die erste und zweite und dann die sechste als dritte – teils, wie z.B. im Evangelischen Gesangbuch, werden die letzten beiden auch vertauscht; zum anderen wird das Wort „Jesus“ durch „Christ“ ersetzt. Auch ein paar ältere Formen, wie der alte Akkusativ Jesum und lockigten und ein paar andere Kleinigkeiten in der zweiten Strophe muten ungewohnt an. In der sechsten Strophe wurde außerdem die Zeile „Tönt es laut bei Ferne und Nah“ in die etwas moderner klingendere „Tönt es laut von Fern’ und Nah“ geändert. In einigen der autographen Notenblätter Grubers, in denen die Strophen Solo-Stimmen zugeordnet sind, werden in allen Strophen die letzten beiden Zeilen vom Chor nochmals wiederholt, also insgesamt vier mal gesungen.
Stille Nacht Kapelle © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Weihnachtslied. "Stille Nacht! heilige Nacht!": [Fassung von etwa 1825
für 2 Solostimmen (Sopran, Alt oder Tenor, Baß), 2 stimmigen Chor und Orgel]
Blätter d. Stille Nacht-Gesellschaft. F. 27 (s. RD); Erwerbung: Kauf Dürnberger 1937
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bei der alljährlichen Gedenkmesse vor der Stille-Nacht-Kapelle in Oberndorf bei Salzburg werden seit dem Jahr 2006 wieder alle sechs Strophen des Liedes aufgeführt.
Originaltext
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Alles schläft. Einsam wacht
Nur das traute heilige Paar.
Holder Knab’ im lockigten Haar,
Schlafe in himmlischer Ruh!
Schlafe in himmlischer Ruh!

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Gottes Sohn! O! wie lacht
Lieb’ aus deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund’.
Jesus! in deiner Geburt!
Jesus! in deiner Geburt!

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Die der Welt Heil gebracht,
Aus des Himmels goldenen Höh’n
Uns der Gnade Fülle läßt seh’n
Jesum in Menschengestalt!
Jesum in Menschengestalt!

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Wo sich heut alle Macht
Väterlicher Liebe ergoß
Und als Bruder huldvoll umschloß
Jesus die Völker der Welt!
Jesus die Völker der Welt!

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Lange schon uns bedacht,
Als der Herr vom Grimme befreyt,
In der Väter urgrauer Zeit
Aller Welt Schonung verhieß!
Aller Welt Schonung verhieß!

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel „Halleluja!“
Tönt es laut bey Ferne und Nah:
„Jesus der Retter ist da!“
„Jesus der Retter ist da!
Gebräuchliche Fassung
Stille Nacht, heilige Nacht!
Alles schläft, einsam wacht
Nur das traute, hochheilige Paar.
Holder Knabe im lockigen Haar,
Schlaf in himmlischer Ruh,
Schlaf in himmlischer Ruh.

Stille Nacht, heilige Nacht!
Gottes Sohn, o wie lacht
Lieb aus deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund,
Christ, in deiner Geburt,
Christ, in deiner Geburt.

Stille Nacht, Heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht,
Durch der Engel Halleluja.
Tönt es laut von fern und nah:
Christ, der Retter ist da,
Christ, der Retter ist da!
www.stillenacht.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Stille_Nacht" der
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