Unschuldige Kinder
28. Dezember
Unschuldige Kinder - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Codex Egberti, fol. 15v: Der Bethlehemitische Kindermord (Meister des Registrum Gregorii).
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Als Kindermord in Betlehem bezeichnet die christliche Tradition die in der Weihnachtsgeschichte des Matthäusevangeliums (Mt 2 EU) überlieferte Tötung aller männlichen Kleinkinder in Bethlehem, die von König Herodes dem Großen angeordnet wurde, um den neugeborenen König Israels, Jesus von Nazaret, zu beseitigen.
Unschuldige Kinder - Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon
Matteo di Giovanni: der Kindermord von Betlehem, 1488,
Galleria Nazionale di Capodimonte in Neapel.
Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon
Das zweite Kapitel des Matthäusevangeliums (Mt 2 EU) berichtet im Rahmen der Erzählung von der Geburt Jesu Christi in Bethlehem über die Verehrung des Neugeborenen durch Sterndeuter (später fälschlich bezeichnet als die Heiligen Drei Könige) aus dem Osten. Dort heißt es:

„Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.“
Mt 2,1-2 EU

Mt 2 erzählt davon, dass der herrschende König Herodes „erschrickt“ und die Schriftgelehrten Israels befragt, wo diese Geburt stattgefunden habe. Diese nennen Betlehem als Geburtsort. Betlehem gilt als Stadt Davids, dem Gott verheißen hatte, sein Nachkomme werde auf ewig den Thron erben (2 Sam 7,16 EU). Damit schlägt Matthäus den Bogen zum ersten Kapitel, in dem die Abstammung Jesu über Josef auf David zurückgeführt wird (Mt 1,1-17 EU), und zitiert den Propheten Micha. (Mi 5,1 EU)
Für Herodes ist ein Thronanwärter, der sich auf eine Abstammung von David beruft, gefährlich. Dementsprechend gibt er den Sterndeutern den Auftrag, nachzuforschen, dann zurückzukommen und Bericht zu erstatten, vorgeblich, um ihm selbst huldigen zu können. (Mt 2,8 EU) Die Sterndeuter finden das neugeborene Kind Jesus in Bethlehem, werden aber durch einen Traum davor gewarnt, wieder zu Herodes zu gehen (Mt 2,12 EU). Auch Josef wird in einem Traum von Gott gewarnt und aufgefordert, das Land zu verlassen und mit seiner Frau Maria und dem Kind nach Ägypten zu fliehen (Flucht nach Ägypten) (Mt 2,13-15 EU). So entgeht Jesus dem Zorn des Herodes:

„Als Herodes merkte, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten, wurde er sehr zornig und er ließ in Betlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten, genau der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte.“
Mt 2,16 EU

Mt sieht darin ein Zitat des Propheten Jeremia als erfüllt an:

„Damals erfüllte sich, was durch den Propheten Jeremia gesagt worden ist: Ein Geschrei war in Rama zu hören, lautes Weinen und Klagen: Rahel weinte um ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn sie waren dahin.“
Mt 2,17-18 EU
Unschuldige Kinder - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Peter Paul Rubens: Der Kindermord von Bethlehem, um 1609/11.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Während die griechische Liturgie 14.000 ermordete Knaben nennt und mittelalterliche Autoren bis zu 144.000 Opfer annahmen, sprachen spätere Theologen (Joseph Knabenbauer, August Bisping) aufgrund der anzunehmenden Größe des Ortes Betlehem zu biblischen Zeiten nur noch von etwa sechs bis zwanzig erschlagenen Kindern. Ältestes Zeugnis für die Rezeption des biblischen Berichts vom Betlehemitischen Kindermord ist eine Predigt des Bischofs Optatus von Mileve aus der Zeit um 360. Auch Augustinus († 430) und Caesarius von Arles († 542) rühmen die kindlichen Märtyrer, denen es vergönnt war, nicht nur als Zeugen für Jesus, sondern stellvertretend für ihn zu sterben. Der Codex Egberti (10. Jahrhundert) enthält eine der ältesten bildlichen Darstellungen des Kindermordes.
Unschuldige Kinder - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der Kindermord in Bethlehem; Giotto di Bondone (1267-1337); Fresko.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Neben dem Bericht des Matthäus gibt es eine weitere Überlieferung, die ein Hinweis auf diesen Kindermord sein könnte. Um 400 n. Chr. berichtet der römische Philosoph Ambrosius Theodosius Macrobius in seiner Schrift Saturnalia davon, dass Augustus, als er davon gehört hatte, dass Herodes, König der Juden, alle Knaben in Syrien unter dem Alter von zwei Jahren töten ließ und dabei auch sein eigener Sohn umgebracht worden sei, kundtat: „Bei Herodes ist es besser, sein Schwein (hyn) zu sein als sein Sohn (hyión).“ Macrobius war kein Christ, sondern neuplatonischer Heide. Sein Bericht über die Äußerung des Augustus stützte sich kaum auf Matthäus, darf also als eigenständiger Beleg gelten.[4] Das Wortspiel des Augustus hebt auf die Ähnlichkeit der griechischen Worte für Schwein und Sohn (hyn - hyión) ab. Herodes der Große führte ein striktes Regiment. Er ließ neben Dutzenden politischer Gegner auch einige seiner Verwandten ermorden. Der jüdisch-römische Historiker Flavius Josephus stellte die Verbrechen des Herodes besonders ausführlich dar; er berichtet allerdings nichts von einem Kindermord in Betlehem. Das Lukas-Evangelium (2,2 EU) erwähnt, dass Jesus während der ersten römischen Volkszählung in Judäa auf die Welt kam. Die erste nachweisbare Provinzzählung unter Publius Sulpicius Quirinius in der Provinz Judäa fand jedoch erst im Jahr 6 n. Chr. statt, also ein Jahrzehnt nach dem Tod des Herodes. Zu dessen Lebzeiten war Judäa noch nicht Teil der römischen Provinzialordnung.
Brauchtum
In Teilen Österreichs hält sich bis heute der Brauch, Kinder an diesem Tag die Erlaubnis zu erteilen, den Erwachsenen durch Rutenschläge Glück und Gesundheit fürs kommende Jahr zu wünschen; dazu sagen die Kinder beim Schlagen, genannt „Schappen“, Verse auf, und erhalten als Dank von den gesegneten Erwachsenen kleine Geschenke oder Geld. In der Steiermark und in Kärnten sind folgende Verse in Verwendung:

„Frisch und g’sund, frisch und g’sund,
Lang leben und g’sund bleibe
und a glücklichs Neujahr!

Frisch und g’sund, frisch und g’sund
long lebm und g’sund bleibm
nix klunzn und nix klogn
bis i wieda kum schlogn!“
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Unschuldige_Kinder" der
WIKIPEDIA - Die freie Enzyklopädie
und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz
für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
de.wikipedia.org
Index/Startseite
Orden Übersicht  
Klöster, Stifte u. Abteien
Klostergeschichten  
Kirchen in Österreich  
Geschichte  
Zeittafel
Heilige und Selige  
Fest- und Feiertage  
Gebet und Kirche  
Neue Inhalte  
 
Advent  
Nikolaus und Krampus  
Maria Empfängnis  
Weihnachten  
Heiliger Abend  
Stille Nacht Lied  
Weihnachtskrippe  
Christtag  
Stephanitag  
Unschuldige Kinder  
Heilige Familie  
Namen Jesu Fest  
Dreikönigsfest  
Taufe des Herrn  
Mariä Lichtmess
Aschermittwoch
Fasten
Mariä Verkündigung
Palmsonntag  
Gründonnerstag  
Karfreitag  
Kreuzweg  
Passion  
Karsamstag  
Ostern  
Osternacht  
Ostersonntag  
Ostermontag  
Weißer Sonntag  
Maiandacht  
Kreuzauffindung  
Christi Himmelfahrt  
Pfingsten  
Dreifaltigkeit  
Fronleichnam  
Herz Jesu  
Verklärung Jesu  
Mariä Himmelfahrt  
Mariä Geburt  
Mariä Namen  
Kreuzerhöhung  
Erntedank  
Allerheiligen  
Allerseelen  
Christkönigsfest  
Wundertätige Medaille  
Klostergeschichten auf Facebook  
Radio Maria  
Radio Stephansdom  
 
  www.gaube.at - Erhard Gaube
 
design by gaube