Pfarrkirche Wenigzell
Kath. Pfarrkirche hl. Margaretha
Pittermann 1, 8254 Wenigzell
Pfarrkirche Wenigzell © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Pfarrkirche (Hl. Margareta): Blick aus halber Tiefe auf den Hochaltar; 1936.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wenigzell ist eine Gemeinde in der Oststeiermark, Österreich. Sie liegt im politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld. Die Ursprünge Wenigzells gehen auf das Jahr 1141 zurück: Damals kam Graf Wolfrad von Treffen im Tauschhandel mit dem Erzbischof von Salzburg in den Besitz der „100 Huben“. Zur Kolonisierung zog er Siedler aus seiner schwäbischen Heimat heran. Im Jahr 1209 wurde eine Kapelle erstmals urkundlich erwähnt. Wegen zahlreicher Wallfahrten erfolgte von 1730-1735 ein Vergrößerungsbau. Im April 1945 wurde die Kirche schwer beschädigt. 1946 erfolgte die Wiederherstellung der Mauern, in den darauf folgenden Jahren eine Neuausstattung in Anlehnung an den Barockstil. Die Kirche ist ein über kreuzförmigem Grundriss errichteter Bau mit einem quadratischen Westturm.
Geschichte
Pfarrkirche Wenigzell © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Pfarrkirche (Hl. Margareta): Kanzel und Leonhard-Altar.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die erste urkundliche Erwähnung über die Besiedelung des Wenigzeller-Landes tritt uns 1141 entgegen, als Wolfrad von Treffen das Gebiet vom Salzburger Erzbischof erwarb. Eine Kirche bzw. Kapelle war Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Besiedelung, und so dürfte eine der Hl. Margareta, geweihte Kapelle bereits in den letzten Jahrzehnten des 12. Jh. auf Besitztümern der Mutterkirche Stift Vorau (1163 gegr.) erbaut worden sein. Die Kapelle wird am 25. Mai 1209 erstmals urkundlich genannt (capella sancte Margarete in Cella). Damals wurde sie noch vom Pfarrer von St. Jakob/Walde mitbetreut, doch 1250 wird ein Pfarrer Heinrich von Wenigzell genannt. Weitere Eckpunkte in der Geschichte der Pfarrkirche sind: 1545 wurde protokolliert, dass Wenigzell 1200 Einwohner zählte und 350 Kommunionen im Jahr ausgeteilt wurden; 1680 wird eine an die Kirche angebaute Ulrichskapelle erwähnt; von der wir heute nichts mehr wissen. 1692 bestätigte der Papst die Patrizi-Bruderschaft zusammen mit der bereits älteren Sebastiani-Bruderschaft und förderte damit das Wallfahrtswesen in Wenigzell; Am Patrizi-Fest (17. März) 1716 sind so viele Menschen in der Kirche, daß "ein Wallfahrer derdrucket wurde." Die Kirche musste daher vergrößert werden; Zwischen 1733 und 1735 erfolgte der Umbau durch den Stiftsbaumeister Andreas Strassgietl; Wenigzell besaß nun über 200 Jahre eine prunkvolle Rokokokirche mit reichen Stuckverzierungen und wertvollem Freskenschmuck; 1945 (20. April) kam es zur fast restlosen Zerstörung der Kirche und des Dorfes durch Kriegshandlungen. Der Wiederaufbau der Pfarrkirche begann im Jahre 1946; Im Jahre 1953 fand am Feste der Pfarrpatronin (20. Juli) die Altarweihe statt.
Pfarrkirche Wenigzell © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Pfarrkirche Wenigzell © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Pfarrkirche (Hl. Margareta):
Marienaltar 1746.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Pfarrkirche (Hl. Margareta):
Blick gegen die Orgelempore.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Kirche ist ein in Kreuzform angelegter Barockbau mit einem 42 m hohen Turm. Betritt man nun die Kirche, so gelangt man durch eine emaillierte und feuervergoldete Kirchentür (Kupfertreibarbeit) mit Darstellung des Kampfes Gut gegen Böse sowie den Heiligen: Johannes d. Täufer, Isidor, Notburga und Monika – Informationen über unsere Heiligen: www.heiligenlexikon.de - (Entwurf/Ausführung von Franz Weiß, Voitsberg) in einen Vorraum, mit dem Priesterkreuz, auf dem die Priesterweihen von Wenigzellern seit 1900 vermerkt sind und einem einfachen Holzkreuz, das den Brand von 1945 unbeschadet überstanden hat. Durch eine gläserne Windfangtür (Entwurf: Alfred Fast, Vorau) betritt man den Innenbereich der Kirche. Im Jahre 1972 bekam die Kirche den Boden aus italienischem Marmor. Die Kirchenbänke wurden 1950 angefertigt (Tischlerei Hofer, Wenigzell), wobei die hinteren und vorderen Bankwangen jeweils mit sechs hl. Frauen, die mittleren mit den zwölf Aposteln versehen wurden (Johann Wendler, Fehring). Der Kreuzweg wurde 1984 angeschafft (Kopie des Kreuzweges von Geistthal). Die bleiverglasten Kirchenfenster in sechseckiger Rautenform bestehen aus grauem Antikglas.
Pfarrkirche Wenigzell © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stukkatur der Decke mit freskierten Kartuschen nach 1735 von Josef Georg Mayr.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Kanzel wurde 1958 von der Tischlerei Hofer (Wenigzell) angefertigt (Entwurf: Jäger, Graz). Die Engel auf der Kanzelbrüstung stellen die drei göttlichen Tugenden, Glaube, Hoffnung und Liebe, dar. Der Posaunenengel bläst zum Jüngsten Gericht. Der Blick des Besuchers fällt nun auf das Herzstück der Kirche, den Hochaltaraufbau (Entwurf Hans Neuböck, Graz). Bestimmende Elemente sind die Statuen der hll. Rupert (links), mit Salzfass und Augustinus (rechts), mit dem Buch und dem brennenden Herz, (H. Neuböck) und das Altarbild der Pfarrpatronin Margareta von Antiochia, mit dem Schwert und dem Drachen. (Toni Hafner, Maria Lankowitz). Die hl. Margareta zählt zur Gruppe der vierzehn Nothelfer. Sie gilt als Standespatronin der Bauern, die sie als „Wetterfrau“ und Schützerin der Fruchtbarkeit anriefen. Unter dem Margaretenbild ist von Ostern bis Pfingsten ein wertvolles Emailbild des Auferstandenen (von Franz Weiß), und von Pfingsten bis Advent ein Holzrelief mit Darstellung der Geistssendung (Johann Wendler) zu sehen. 1974 wurde zusammen mit dem Tabernakel und dem Lesepult ein neuer Volksaltar installiert (Entwurf: Franz Weiß; Ausführung: Johann Wendler, Valentin Schaunigg), die eine Einheit bilden (Christus im Opfer = Altar; Christus im Sakrament = Tabernakel; Christus im Worte Gottes = Lesepult), immer in blau-gold, den Farben des Vorauer Stiftswappens). In den Querschiffen, in denen die Deckenfresken der 1945 abgebrannten Kirche erhalten geblieben sind, befinden sich zur Linken der Marienaltar und zur Rechten der Sebastianialtar, zwei Renaissancealtäre (um 1650), Nachkriegs-Geschenke der Pfarrkirche von Obdach. Der Marienaltar ist mit einer im Jahre 1975 angekauften Marienstatue, der Annastatue einer Joachimstatue und einer Statue des hl. Michael versehen. Die Statue des hl. Antonius wurde später hinzugefügt. (J. Wendler).
Pfarrkirche Wenigzell © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kirche (Hl. Margareta) in Wenigzell, Steiermark.
Blick zum Hochaltar ;1898.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Sebastianialtar (Seitenkapelle rechts); ist dem Pestpatron geweiht. An diesem Altar befinden sich die Statuen des hl. Schutzengels, des hl. Rochus mit Wunde im Oberschenkel und dem Brot bringenden Hund (ebenfalls Pestpatron), der hl. Barbara und des hl. Erzengels Michael mit der Waage. Die Deckenfresken zeigen noch Ausschnitte aus dem Leben des hl. Josef. Einer wegen seiner Verehrung wohl bedeutendsten Altäre ist der Patrizialtar (Seitenkapelle links) Das Altarbild von Toni Hafner zeigt den Viehpatron als Bischof von Irland. Die Fresken an der Decke zeigen Szenen aus dem Leben des Heiligen. Der Taufstein davor (Entwurf/Ausführung Wolfgang Rahs, 1999) erinnert jeden Besucher an seine Taufe, die Grundlage des Lebens mit Gott. Über dem Beichtstuhl (rechte Seitenkapelle) wurde 1989 die Statue des hl. Donatus, (von Münstereifel) des Schutzpatrons gegen Blitz und Unwetter aufgestellt. Die Fresken an der Decke zeigen Ausschnitte aus dem Leben des hl. Leonhard. Auf dem Rückweg blickt der Besucher auf zum Orgelchor und zur Orgel. Das zentrale Ölbild der hl. Cäcilia, der Schutzpatronin der Kirchenmusik (1958) wurde 1992 durch sieben Bilder aus dem Leben Jesu ergänzt (Toni Hafner). Die Orgel (Fa. Hopferwieser, Graz) hat zwei Manuale und 948 Pfeifen aus Holz und Zinn. Der hoch aufragende Kirchturm (42 m; Entwurf Anton Walter, Graz) bekam 1978 sein heutiges Aussehen mit den feinen Stuckverzierungen (Fa. Schaunigg). Der Glockenstuhl wurde erst 1950 fertig gestellt und mit drei Glocken (Gießerei Pfundner, Wien) bestückt.
 
Quellen:
Aus der Geschichte der Pfarrkirche Wenigzell
Von Gernot Schafferhofer
F. Hutz, Wenigzell. Einst und heute 1996
H. Heißenberger: Unveröff. Manuskript, 1990
members.aon.at/pfarre-wenigzell/
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Basilika_Mariatrost" der
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